Berühmte Persönlichkeiten

Schweden, die Weltgeschichte schrieben

Die Schweden können trotz ihrer geringen Bevölkerungszahl auf eine verhältnismäßig hohe Quote weltberühmter Persönlichkeiten blicken. Im Folgenden wollen wir die bekanntesten Schweden verschiedener Disziplinen kurz vorstellen ohne jedoch dem Anspruch auf Vollständigkeit gerecht werden zu können.

1.Naturwissenschaft

Gelehrte aus dem hohen Norden mischen und mischten in der Wissenschaftsgeschichte kräftig mit. Mit bahnbrechenden Erfindungen und revolutionären Entdeckungen haben Sie unseren Alltag maßgeblich beeinflusst und ihren Namen in unserem Sprachschatz verankert.

Anders Celsius, 1701-1744

Anders Celsius, 1701-1744

Anders Celsius (1701-1744), ein Physiker und Astronomieprofessor aus Uppsala, war es der 1742 das Quecksilberthermometer mit der nach ihm benannten Messeinheit erfand. Die Temperaturskala von 100 Grad, die sich am Gefrier- und Siedepunkt von Wasser orientiert, ist aus keinem Wetterbericht mehr wegzudenken. 1733 veröffentlichte Celsius zudem eine Sammlung mit 316 Beobachtungen des Nordlichtes.

Carl von Linné (1707-1778) ist vor allen Dingen durch seine Klassifikation von Gewächsen, Tieren und Mineralien berühmt geworden, die er in seiner Systema naturae vorstellte. Seine ersten wissenschaftlichen Reisen unternahm er innerhalb Schwedens. Sie schlugen sich in großen, detaillierten Berichten nieder: die Reisen nach Lappland (Nordschweden) 1732, nach Dalarna 1734 und nach Skåne 1749. Carl von Linnés Größe als Botaniker, Naturhistoriker und Arzt wurde erst von der Nachwelt richtig gewürdigt. Er nahm allein die Erfahrung als Ausgangspunkt und brachte damit das Prinzip der induktiven Ableitung in die Naturwissenschaften ein.

Anders Jonas Ångström (1814-1874) leistete auf dem Gebiet der Spektralanalyse grundlegende Pionierarbeit, die eine Voraussetzung für die gesamte moderne Spektralanalyse bildete. Er analysierte das Grundspektrum der Sonne und veröffentlichte 1868 eine Spektrallinienkarte über fast hundert dieser Grundstoffe. Er war auch der Erste, der Wellenlängen in absoluten Zahlen wiedergab und maß. Als Grundeinheit definierte er einen zehnmillionstel Millimeter. Diese Maßeinheit wurde dann 1905 nach ihm mit Å benannt.

Lars Magnus Ericsson (1846-1926) bildete 1876 zusammen mit einem Freund das Telefonunternehmen Ericsson. Man begann 1878 mit der Herstellung von Telefonen, bekam jedoch bald darauf Konkurrenz von der amerikanischen Bell Gesellschaft. Lars Magnus Ericsson war vor allem ein tüchtiger Unternehmer, aber er hatte auch selbst viele Verbesserungsvorschläge bei der Weiterentwicklung der Telefone. Er konstruierte unter anderem Telefonschaltzentralen und legte Telefonnetze an. Schon in den neunziger Jahren des 19. Jahrhunderts gründete er eine Reihe von Tochterunternehmen im Ausland, da seine Produkte internationales Interesse geweckt hatten.

Die wohl explosivste Entdeckung machte Alfred Nobel (1833-1896) als er 1866 beobachtete, dass das sonst leicht explodierende Nitroglyzerin aus einer zerbrochenen Flasche ausgelaufen und von Kieselgur absorbiert worden war, die den Behälter vor Erschütterungen schützen sollte. Er stellte fest, dass die Mischung stabil war, obwohl das Nitroglyzerin seine explosiven Eigenschaften behielt. Das Dynamit war 1866 damit erfunden. Die Dynamitfabriken schossen in ganz Europa aus dem Boden, und die Produktion stieg von 11 Tonnen im Jahr 1867 auf 66 000 Tonnen 1895.

Zu seinem Tod im Jahre 1896 war der geistreiche Chemiker Nobel stolzer Inhaber von 355 Patenten. In seinem Testament stiftete er die Nobelpreise für Physik, Chemie, Medizin/Physiologie, Literatur und für Frieden. Erstmalig wurde der Nobelpreis im Jahre 1901 verliehen.

2.Literatur

In kaum einer Bestsellerliste fehlt es an schwedischen Autoren und das insbesondere, wenn man einen Blick auf Kinder-, Kriminal- und  moderne gesellschaftskritische Literatur wirft. Jeder kennt die zeitlos schönen Kinderbücher einer Astrid Lindgren, aber auch die zahlreichen Krimis voller melancholischer Tragik und psychologischen Feinsinn haben eine feste Fangemeinde etabliert.

Astrid Lindgren, 1907-2002.

Astrid Lindgren, 1907-2002.

Eine der ersten Assoziationen mit schwedischer Literatur führt zu Astrid Lindgren (1907-2002), die als Schöpferin der Pippi Langstrumpf sowie der Kinder aus Bullerbü nicht mehr aus unseren Kinderzimmern und Schulbüchereien wegzudenken ist. Mit Karlsson auf dem Dach, Michel aus Lönneberga, Mio mein Mio, den Brüdern Löwenherz und Ronja Räubertochter hat sie sich in das kollektive Gedächtnis der Schweden eingebrannt. 2002 verstarb sie im Alter von 95 Jahren.

Aus der Feder ihrer Kollegin Selma Lagerlöf (1858-1940) stammt „Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson“. Zu anderen bekannten Werken Lagerlöfs zählen „Jerusalem“ (1901-02), „Der Ring des Generals“ (1904), „Der Fuhrmann des Todes“ (1912), „Gösta Berlings Saga“ und „Der Kaiser von Portugallien“ (1914). International am meisten gelesen wird „Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen“ (1906-07), die den Flug eines kleinen Jungen auf dem Rücken einer Wildgans von Südschweden bis nach Lappland beschreibt – eine Auftragsarbeit für ein geographisches Schullesebuch der schwedischen Grundschullehre.

1909 erhielt sie als erste Frau den Literaturnobelpreis „auf Grund des edlen Idealismus, des Phantasiereichtums und der seelenvollen Darstellung, die ihre Dichtung prägen“, wie es in der Begründung hieß. 1914 wurde Selma Lagerlöf als erste Frau zum Mitglied der Schwedischen Akademie gewählt.

Neben „Gösta Berlings Saga“ gilt „Röda rummet“ („Das rote Zimmer“, 1879) von August Strindberg (1849-1912) als erster moderner schwedischer Roman. Strindberg Maler und Fotograf bevor er sein Debüt als Schriftsteller mit dem Stück „Meister Olof“ (1872) hatte, das auch sein erstes Meisterwerk wurde. Zu seinen wichtigsten Prosaarbeiten zählen  weiterhin „Verheiratet“ (1884-86), „Die Leute auf Hemsö“ (1887), „Am offenen Meer“ (1890), „Die Beichte eines Toren“ (1895), „Inferno“ (1897) und „Schwarze Fahnen“ (1907). Aufgrund der ständigen Kontroversen um seine Person erhielt er nie den Nobelpreis und wurde auch nie in die Schwedische Akademie aufgenommen. Strindberg ist durch seine psychologische Tiefgründigkeit, seinen Sprachreichtum und die künstlerische Vielseitigkeit eine dominierende Figur in der Literatur und im kulturellen Erbe Schwedens.

Im Kriminalgenre haben sich nicht wenige schwedische Autoren auf internationalem Parkett einen Namen verschafft. Einer der populärsten ist zweifelsohne Henning Mankell (geb. 1948), bekannt als Bestsellerautor der Wallander-Romane. Folgende Titel sind nur eine Auswahl aus der Reihe, die verfilmt und unter anderem in England und Deutschland ausgestrahlt wurde: „Die Brandmauer“, „Mörder ohne Gesicht“, „Die fünfte Frau“, „Die Rückkehr des Tanzlehrers“, „Die falsche Fährte“, „Mittsommermord“, “Die weiße Löwin“.

Åke Edwardson wurde 1953 geboren ist bekannt durch seine Geschichten um Kommissar Erik Winter. Einige seiner Kriminalromane wurden mit dem Crime Writer s Award der Schwedischen Akademie ausgezeichnet. Mit Zimmer Nr.10 (2005) legte er den siebten Roman um Kommissar Winter vor.

Die Bestsellerautorin Liza Marklund (geb. 1962) webt ihre Kriminalroman stets um die Protagonistin Annika. Die ehemalige Journalistin, die eine Zeit lang in den USA und in Russland lebte, konnte bereits mit ihrem Erstlingswerk, dem „Olympischen Feuer“, die Bestsellerlisten stürmen. Der Krimi wurde in 16 Sprachen übersetzt und hat auch den deutschen Markt erobert. Als „eine Vitaminkur für den schwedischen Kriminalroman“ bezeichnete die Presse ihren Roman „Studio 6“. „Meine Bücher sind gut, denn sie sind glaubwürdig“, sagt Marklund.

Per Wahlöö (1926-1975) schrieb in Zusammenarbeit mit seiner Frau Maj Sjöwall die zehnbändige Inspektor Beck-Reihe. Maj Sjöwall, die wie ihr Mann als Journalist begann, arbeitet heute mit 66 Jahren als Übersetzerin. Die Bücher des Schriftstellerpaares Sjöwall und Wahlöö sind in über 25 verschiedenen Ländern in zahlreichen Übersetzungen erschienen.

3.Film

In der internationalen Filmgeschichte haben schwedische Regisseure und Schauspieler ihren Platz unter den unvergessenen Klassikern eingenommen.

Ingmar Bergman, 1918-2007.

Ingmar Bergman, 1918-2007.

Ingmar Bergman (geb. 1918) war nicht nur Schriftsteller, sondern auch ein gefeierter Regisseur. Im Laufe seines 60-jährigen Schaffens als Film- und Theaterregisseur hat Bergman nicht nur in Schweden Bühne und Leinwand dominiert, sondern vielleicht mehr als jeder andere das internationale Bild von Schweden und dem typisch Schwedischen sowohl visuell als auch kulturell beeinflusst. Bergmans umfangreiches Filmschaffen umfasst „Die Zeit mit Monika“ (1953), „Abend der Gaukler“ (1953), „Das Lächeln einer Sommernacht“ (1955), „Das siebente Siegel“ (1957), „Wilde Erdbeeren“ (1957), „Persona“ (1966), „Schreie und Flüstern“ (1972), „Szenen einer Ehe“ (1973), „Von Angesicht zu Angesicht“ (1976), sowie den oscarprämierten Film „Fanny und Alexander“ (1982), mit dem Bergman seine Arbeit als Filmregisseur beendete.

Seine Filme erregten in der damaligen Zeit mit ihren freizügigen Szenen in höchstem Maße Aufsehen und unterlagen mehrfach der schwedischen Zensur, sodass es Bergman wiederholt ins Ausland trieb. In den letzten Jahrzehnten konzentrierte sich Bergman auf seine Arbeit als Theaterregisseur am Königlich Dramatischen Theater in Stockholm.

Ingrid Bergman (1915-1982) gilt als eine der größten und international anerkanntesten Schauspielerinnen des vergangenen Jahrhunderts. Die Namensvetterin des großen Regisseurs spielte unter seiner Regie im Drama „Herbstsonate“ (1978) die Hauptrolle. Es war einer der größten Erfolge beider Künstler. In den 40er und 50er Jahren drehte sie sieben Filme unter der Leitung ihres Ehemanns Roberto Rossellini, unter anderem „Stromboli“ (1949). Die beiden hatten drei gemeinsame Kinder, 1957 wurde die Ehe allerdings geschieden. Berühmt geworden ist Bergman für ihre Rollen in Hollywood-Filmen wie „Casablanca“ (1942), „Das Haus der Lady Alquist“ (1944), „Spellbound – Ich kämpfe um dich“ (1945) und „Berüchtigt“ (1946). 1945 und 1957 erhielt sie den Oscar als Beste Hauptdarstellerin und wurde mit einem Stern auf dem Hollywood Walk of Fame gewürdigt.

Zarah Leander (1907-1981) begann ihre Karriere 1936 mit der Unterzeichnung eines Vertrages bei der deutschen UFA. Dort wurde Sie vor allem aufgrund ihrer außergewöhnlichen, dunklen Stimme engagiert. Von 1937 bis 1943 entstanden ihre berühmtesten Filme: „Zu neuen Ufern“ (1937), „La Habanera“ (1937), „Heimat“ (1938), „Es war eine rauschende Ballnacht“ (1939), Die große Liebe (1942, Regie: Rolf Hansen), „Der Weg ins Freie“ (1941), „Damals“ (1942), einige davon unter der Regie von Carl Froelich, dem späteren Präsidenten der Reichsfilmkammer. Sie stieg zum höchstbezahlten weiblichen Filmstar in Hitler-Deutschland auf. Zarah Leander blieb schwedische Staatsbürgerin und bezeichnete sich nach Ende des Zweiten Weltkrieges stets als unpolitische Künstlerin. Nach mehreren Krankenhausaufenthalten infolge eines Schlaganfalls starb sie am 23. Juni 1981 an einer weiteren Gehirnblutung.

Greta Garbo, eigentlich Greta Lovisa Gustafson (1905-1990), ist eine der größten Schauspielerinnen und weiblichen Ikonen aller Zeiten. Sie begann ihre Hollywood-Karriere 1926 als Stummfilmschauspielerin. Zu ihren bekanntesten Rollen zählen „Mata Hari“ (1931), „Anna Karenina“ (1935) und „Die Kameliendame“ (1936).

Max von Sydow (geb. 1929) wurde von 1948 bis 1951 am Königlichen Dramatischen Theater („Dramaten“) in Stockholm zum Schauspieler ausgebildet. Unter der Regie von Alf Sjöberg feierte er 1949 sein Filmdebüt in „Bara en Mor“ (Nur eine Mutter). 1955 zog von Sydow nach Malmö, wo er Ingmar Bergman kennen lernte. Durch die Verbindung mit Bergman wurde von Sydow international bekannt. Nachdem sich seine Arbeit bisher auf den skandinavischen Raum beschränkte, willigte er 1965 erstmals ein, in einer amerikanischen Produktion die Hauptrolle zu übernehmen. Diese war keine geringere als die des Jesus in George Stevens „Die größte Geschichte aller Zeiten“. Eine besonders bekannte Rolle war etwa der Priester im Film „Der Exorzist“. Weitere Rollen übernahm er in dem James-Bond-Film „Sag niemals nie“ sowie in „Flash Gordon“, „Minority Report“, „Die drei Tage des Condor“, „In einer kleinen Stadt“ und „Conan, der Barbar“. Für die Hauptrolle im Drama „Pelle, der Eroberer“ erhielt er 1989 eine Oscar-Nominierung.

4. Sport

Nicht nur auf wissenschaftlichem und kulturellem Gebiet finden sich Ikonen schwedischer Herkunft. Auch schwedische Top-Sportler reihen sich in unterschiedlichsten Disziplinen auf den vorderen Plätzen der Weltranglisten ein.

In der schwedischen Sportwelt gibt es eine starke Tradition, die Mannschaft stärker als den Einzelnen zu betonen. Dieses Prinzip kam nicht nur bei der Weiterentwicklung von Mannschaftssportarten wie Fußball und Eishockey sehr erfolgreich zur Anwendung, sondern auch in Einzelsportarten wie Tennis, Golf und Ski alpin, wo schwedische Trainer über Jahre hinweg eine sehr erfolgreiche Pionierarbeit auf dem Gebiet der Teamphilosophie geleistet und auch die größten Stars dahingehend geformt haben, sich als Teil der Gemeinschaft und nicht als Einzelkämpfer zu verstehen. Darin wurzeln auch die bemerkenswerten Erfolge der kleinen schwedischen Nation in diesen Sportarten.

Fußball und Hockey sind auch weiterhin die unumstrittenen Nationalsportarten Schwedens, deren Stars häufig in ausländischen Profi-Ligen spielen. Im Fußball, wo Schweden in den 90er Jahren und nach der Jahrhundertwende im Weltcup und bei Europameisterschaften wichtige Zeichen setzte, sind auch schwedische Trainer zu einem Exportschlager geworden. Ein Zeichen der Anerkennung für das Modell des schwedischen Mannschaftssports, dass Sven-Göran Eriksson zum Trainer der Nationalmannschaft der Fußballnation schlechthin –England- berufen wurde.

Einzelsportler

Tennislegende Björn Borg. Foto: crative commons, CC BY 2.0

Tennislegende Björn Borg. Foto: crative commons, CC BY 2.0

Björn Borg (geb. 1956) wird als einer der größten Tennisprofis aller Zeiten gehandelt. Er revolutionierte den Tennissport mit seiner innovativen Spieltechnik, seinem Stil auf dem Platz. Den Spitznamen „Eis Borg“ verschaffte er sich mit seinem kühlen nordischen Temperament. Indem er fünf Mal in Folge (1976-1980) auf dem Rasen von Wimbledon das Herren-Einzel für sich entschied, vollbrachte er eine der herausragendsten Leistungen der Sportgeschichte. Nachdem er insgesamt elf Grand-Slam-Titel gewann, beendete dann 1982 unerwartet seine sportliche Laufbahn.

Nicht minder bekannt wurde Stefan Edberg (geb. 1966). 1983 siegte er als Junior beim Grand Slam. Bis heute ist er der einzige, dem dies gelungen ist. Von seinen 42 Turniersiegen, gewann er siebenmal den Grand Slam. In Wimbledon triumphierte er 1988 und 1990 gegen Boris Becker und blieb für drei Jahre Nummer 1 der Weltrangliste.
Edberg war für sein äußerst faires Auftreten auf dem Platz bekannt. Nicht weniger als fünf Mal wurde er mit der ATP Sportmanship Trophy ausgezeichnet, welche später seinen Namen erhielt. 1996 beendete Edberg seine Karriere. Aufgrund seiner Verdienste für den Sport wurde er im Jahre 2004 in die International Tennis Hall of Fame aufgenommen. Die durch ihn ins Leben gerufene Stefan-Edberg-Stiftung vergibt heute Stipendien an schwedische Nachwuchsspieler.

Im Golf steht Annika Sörenstam (geb. 1970) momentan auf Platz 1 der weiblichen Golfweltrangliste. Sie gewann 2005 als zweite Golfspielerin in der Geschichte den Samsung World Championship zum fünften Mal in Folge.

Carolina Klüft (geb. 1983) ist die erfolgreichste schwedische Siebenkämpferin. Ihr bislang größter Erfolg ist der Gewinn der Goldmedaille bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen. Klüft hält den schwedischen und den Junioren-Weltrekord im Siebenkampf. In ihrer noch jungen Karriere hat sie noch keinen einzigen Siebenkampf verloren und steht momentan bei 18 Siegen in Serie. Sie ist vom europäischen Leichtathletikverband zur Leichtathletin des Jahres 2006 gekürt worden.

Ingemar Stenmark (geb. 1956) war zwischen 1973 und 1989 ein glänzender Skirennläufer. Mit insgesamt 86 Weltcup-Triumphen ist er der erfolgreichste alpine Skirennläufer seit der Einführung des Weltcups. Er ist auch bekannt als die „lebende Legende aus Tärnaby“ und neben Björn Borg der einzige Sportler, der zwei mal mit der renommierten Svenska-Dagbladet-Goldmedaille geehrt wurde (1975, 1978).

Kajsa Bergqvist (geb. 1976) ist eine schwedische Hochspringerin. Ihren internationalen Durchbruch hatte sie bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney, als sie Bronze gewann. 2001 wurde sie zunächst Hallenweltmeisterin und bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft 2001 in Edmonton gewann sie erneut die Bronzemedaille. 2004 musste sie verletzt auf die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Athen verzichten, konnte aber dann den begehrten Titel bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft 2005 in Helsinki gewinnen. Für diese Leistung wurde sie mit der Svenska-Dagbladet-Goldmedaille geehrt. Ihre persönliche Bestleistung beträgt 2,08 Meter, womit sie Heike Henkel als Hallenweltrekordhalterin ablösen konnte.

Pernilla Wiberg (geb. 1970) ist eine ehemalige Skirennläuferin und eine der erfolgreichsten Allrounderinnen aller Zeiten. 1997 bestritt sie auf spektakuläre Weise alle alpinen Disziplinen, insgesamt 32 Rennen, und kam dabei 24 Mal unter die ersten Fünf. Pernilla Wiberg war die erste schwedische Weltmeisterin und Olympiasiegerin. Im Jahr 2002 trat sie nach den olympischen Spielen in Salt Lake City zurück. Seither ist sie Co-Kommentatorin beim schwedischen Fernsehen. Wiberg ist seit 2002 Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees und wurde 1991 mit der Svenska-Dagbladet-Goldmedaille geehrt.

Anja Pärson (geb. 1981) ist mit einem Olympiasieg, sieben Weltmeistertiteln und zwei Siegen im Gesamtweltcup eine der erfolgreichsten Skirennläuferin der Gegenwart. In jeder Disziplin hat Pärson mindestens einen Titel und zwei Medaillen bei Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen gewonnen. Im Slalom, Riesenslalom und Super-G erzielte sie jeweils zwei Titel. Auch sie wurde 2006 mit der Svenska-Dagbladet-Goldmedaille geehrt.

Magdalena Forsberg (geb. 1967) war in den 90er Jahren eine erfolgreiche Biathletin. In den 90er-Jahren war sie die dominierende Athletin des Biathlon-Weltcups, den sie insgesamt sechsmal hintereinander für sich entscheiden konnte. Im Weltcup war sie noch erfolgreicher: sechsmal hintereinander konnte sie den Gesamtweltcup im Biathlon gewinnen, insgesamt gewann sie 42 Weltcuprennen. Dafür wurde sie mit dem Titel Biathletin des 20. Jahrhunderts ausgezeichnet. Sie ist mit dem schwedischen Biathleten Henrik Forsberg verheiratet.

Zlatan Ibrahimović ist in Schweden sowie international einer der besten, angesagtesten und teuersten Fußballspieler heutiger Tage. Experten sehen ihn derzeit auf dem Höhepunkt seiner Karriere und als unangefochtenen Star der schwedischen Nationalmannschaft. In den letzten fünf Jahren hat Zlatan Ibrahimović vier Mal den Preis “Guldbollen” erhalten. Damit wird in Schweden seit 1946 der Fußballer des Jahres ausgezeichnet. Eine Ehre, die vor ihm auch Henrik Larsson, Ralf Edström und den Gebrüdern Nordahl zuteil wurde.

Ibrahimović wurde am 3. Oktober 1981 geboren. Der gebürtige Malmöer ist das Kind von Einwanderern aus Bosnien und Kroatien und hat in früher Jugend in verschiedenen Clubs des Stadtteils Rosengård gespielt – darunter auch im “FBK Balkan”. Mit dem Malmöer FF debütierte Zlatan 1999 in der schwedischen Liga “Allsvenskan” und widmete sich fortan ganz dem Profi-Fußball. Dass der athletische junge Mann zu jener Zeit bereits den schwarzen Gürtel im Taekwondo inne hatte, wissen die wenigsten – und ist ein weiterer Beweis für seine sportliche Klasse.

 

5. Musik

Schwedische Pop-, Rock- und auch Jazzmusik ist sowohl innerhalb als auch außerhalb der schwedischen Grenzen bekannt. Betrachtet man den englischsprachigen Musikmarkt und setzt man die Einkünfte aus allen musikalischen Exportgeschäften in Relation zur Bevölkerung, dann ist Schweden nach den USA und Großbritannien bereits der drittgrößte Musikexporteur der Welt. Besonders auffallend sind die schwedischen Erfolge in den kommerziellen Bereichen der Popmusik, wo sich nicht nur die Musiker sondern auch die schwedischen Komponisten und Produzenten international einen Namen gemacht haben. Der eingängige schwedische Sound ist langfristig und global zu einem Erfolgsrezept geworden.

ABBA

Der Name setzt sich aus den Vornamen der Bandmitglieder Annifrid Lyngstad, Björn Ulvaeus, Benny Andersson und Agnetha Fältskog zusammen, vier Künstler, die zu Beginn zwei Paare bildeten. ABBA ist kommerziell gesehen die erfolgreichste Popgruppe aller Zeiten mit einer Reihe internationaler Hits im Laufe einer herausragenden, aber kurzen Karriere zwischen 1972 und 1983. ABBA löste sich unverhofft auf dem Höhepunkt des Erfolgs auf und hat nie wieder zusammengefunden. Wie die Beatles wurde ABBA später zu einem weltweiten Markenzeichen und einer ganzen Industrie.

Roxette

Roxette in Halmstad.

Roxette in Halmstad.

1986 brachten Per Gessle und Marie Fredriksson unter dem Projektnamen Roxette ihr Debüt „Pearls of Passion“ heraus und ergatterten prompt Platin, allerdings nur in Schweden. Auch ihre zweite LP „Look Sharp“ punktete zunächst nur im eigenen Land. Nachdem ein amerikanischer Urlauber „The Look“ an seine heimatliche Radiostation geschickt hatte, folgte rasch ein Vertrag mit EMI America und Platz eins der US-Single-Charts für den Titeltrack. Auch in Europa wurde der Song ein Hit. Es folgte 1991 das Album „Joyride“, das nahtlos an die Erfolge von „Look Sharp!“ anknüpfen konnte. Vor allem der Titeltrack und die Ballade „Spending My Time“ belegten weltweit hohe Chartpositionen. Nach ihrer vierten LP „Tourism“ und ständigen Tourneen legte das Duo 1992 zum ersten Mal eine Pause ein. 1994 erschien „Crash! Boom! Bang!“, fünf Jahre später dann „Have A Nice Day“ und „Room Service“. Per Gessle und Marie Fredriksson haben in der Zwischenzeit erfolgreich an Soloprojekten gearbeitet.
Mittlerweile sind Roxette zur zweiterfolgreichsten Popband Schwedens avanciert. Ihre eingängige Musik vereint an die Beatles angelehnte Harmonien, eine dezente Hardrock-Gitarre und die Stimme von Marie Fredriksson, die den leichten Melodien starke Emotionen verleiht.

Ace of Base

Die Popband konstituiert sich aus Ulf Ekberg, und den Geschwistern Jonas Berggren, Linn Berggren and Jenny Berggren. Ihren Durchbruch hatten sie 1993 mit „All That She Wants“. Ein Jahr später ernteten sie weltweit mit dem Album „The Sign“ Loorbeeren, es verkaufte sich 20 Millionen Mal. Weitere bekannte Titel sind „Beautiful Life“ (1995), “Life is a Flower” und „Cruel Summer“ (1998). Momentan arbeitet die Band an einem neuen Album, das Ende 2007 erscheinen soll.

Håkan Hellström

Der Göteborger Sänger wurde bekannt als Mitglied der Gruppen „Honey is Cool” (mit Karin Dreijer, nun The Knife) und „Broder Daniel”. Als Drummer bei Broder Daniel schuf er den Soundtrack zu dem oscarprämierten Film „Raus aus Åmål“ von Lukas Moodysson. Seinen großen Durchbruch schaffte er 2002 in Schweden mit dem Album „Känn ingen sorg för mig, Göteborg“. Håkan hat 2005 sein viertes Album ”Nåt gammalt, nåt nytt, nåt lånat, nåt blått“ veröffentlicht.

The Cardigans

Die Band, die sich irgendwo zwischen Hard Rock und Folk bewegt, besteht aus den Mitgliedern Peter Svensson (Gitarre), Magnus Sveningsson ( Bassgiutarre), Bengt Lagerberg (Schlagzeug), Lars-Olof „Lasse“ Johansson (Keyboards und Gitarre) und Nina Persson (Vocals). 1992 in ihrer Heimatstadt Jönköping gegründet, stiegen sie 1997 mit dem Titel „Lovefool“ aus dem Soundtrack zu „Romeo & Julia“ in die internationalen Charts auf. Das dazugehörige Album „First Band on the moon“ wurde 2,5 Millionen Mal weltweit verkauft, erreichte Platin in den USA und Japan, Gold in Großbritannien. Im Zuge dessen traten sie in TV-Shows wie Beverley Hills 90210 und der David Letterman Show auf.

Nach einigen Soloprojekten der Bandmitglieder, insbesondere Ninas “A Camp”, nahmen die Cardigans 1998 das Album „Gran Turismo“ auf. Die erste Single „My Favourite Game“ sowie “Erase/Rewind” entpuppten sich als gigantische internationale Hits. Die Titel “For what it’s worth” und “You’re the storm” aus dem Album “Long Gone Before Daylight” erhielten hervorragende Kritiken und gaben Anlass zu einer Tour durch Europa und Amerika. 2005 erschien das Album “Super Extra Gravity”.

Esbjörn Svensson Trio

E.s.t ist ein schwedisches Jazz Piano Trio, das sich 1990 aus Esbjörn Svensson (Piano), Dan Berglund (Bass) and Magnus Öström (Schlagzeug) zusammensetzt. Die drei Schweden sind international berühmt für ihren innovativen und gefühlvoll-melancholischen Jazz. Das 1999 veröffentlichte Album „From Gagarin’s Point of View” wurde von dem deutschen Label ACT aufgelegt und erschien erstmalig auch außerhalb Skandinaviens. Seit diesem Erfolg arbeitet das Trio kontinuierlich an der Integration von elektronischen sowie mechanischen Klängen in einem Jazz-Kontext. Die Alben „Seven Days of Falling, „Strange Place for Snow“, “Tuesday Wonderland” und “Viaticum” knüpften an den bisherigen Erfolg an, „Tuesday Wonderland“ erschien als jüngstes Werk 2006. Svensson hat weiterhin Alben mit Nils Landgren und mit Viktoria Tolstoy aufgenommen und wurde in Schweden 1995 und 1996 zum Jazzmusiker des Jahres gewählt.

Viktoria Tolstoy

Viktoria Tolstoy ist mit 32 Jahren bereits eine gefeierte und anerkannte internationale Jazzsängerin. Die Enkelin des russischen Schriftstellers Leo Tolstoi ist ein Naturtalent: Sie hat nie Gesangsunterricht genommen, trumpft aber mit einer starken und glasklaren Stimme auf. Ihr 2006 erschienenes Album „Pictures Of Me“ umfasst Stücke, die von Korifäen wie Jacob Karlzon, Lars Danielsson, Prince, Paul Simon, Seal und Stevie Wonder geschrieben wurden.

Nils Landgren

Nils Landgren hat gemeinsam mit Esbjörn Svensson maßgeblich die moderne schwedische Jazzlandschaft geprägt. Mit seiner roten Posaune, die ihm den Namen „Mr. Red Horn“ verschaffte, experimentiert er zwischen Folk und Funk und hat u. a. zahlreiche Abba-Songs interpretiert. Zu seinen bekanntesten Alben, in denen unterschiedliche kulturelle Stile zusammenfließen, zählen „Funk Unit“ und „Sentimental Journey” sowie „Funky Abba”.

Mando Diao

Mitte der 1990er gründeten Björn Dixgård und der erste Mando Diao-Keyboarder Daniel Haglund in Borlänge die Band Butler, die 1999 in Mando Diao umbenannt werden sollte. Eingängige Melodien im Stil der 1960er und 1970er Jahre sowie die kraftvollen Stimmen zeigen Parallelen zu The Who, The Kinks, den Rolling Stones oder den Beatles auf. „Bring em In“, ihr 2002 erschienenes Debütalbum, bescherte Mando Diao durchgehend gute Kritiken und wurde ein großer nationaler Erfolg. Im Anschluss an ihren kommerziellen Durchbruch gingen Mando Diao mit einheimischen Rockbands wie The Hellacopters oder Kent auf Tourneen in Schweden und dem skandinavischen Ausland. Ihr zweites Album „Hurricane Bar“, das im Januar 2005 erschien, stieg auf Anhieb in die Top-30 der Album-Charts ein. Das 2006 veröffentlichte Album „Ode to Ochrasy“ kam in Deutschland bis auf Platz 3 der deutschen Albumcharts und läutete ihre Europatour ein.

(Autor: Franziska Endter)

 

Alfred Nobel

Alfred Nobel ist in aller Welt als der Stifter des populären und heiß begehrten Nobelpreises bekannt. Am 21. Oktober des Jahres 1833 wurde Nobel in der schwedischen Hauptstadt Stockholm an der Ostküste geboren. Nur wenige Jahre später, 1837, zog der später als Chemiker und Erfinder agierende Mann mit seiner Familie in das russische St. Petersburg.

Carl Larsson

Schwedens bekanntester und beliebtester Maler Carl Larsson wurde am 28 Mai 1853 in Stockholms Altstadt geboren. Sein Lebenswerk ist vielfältiger und breiter gefächert als das irgendeines anderen schwedischen Malers; es umspannt kleinformatige Buchillustrationen bis monumentalste Wandmalerei, die Darstellung bäuerlichen Lebens bis zur Porträtierung schwedischer Hochprominenz.

Carl Michael Bellman

Alle Schweden kennen ihn. Viele seiner Lieder singen die Schweden noch heute: Carl Michael Bellman. Er war einer der bekanntesten und vielseitigsten Sänger und Lieddichter seiner Zeit.

Carl von Linné

Am 23. Mai wurde in aller Welt Carl Linnaeus‘ 300. Geburtstag gefeiert. Der Arzt und Naturforscher wurde 1707 in Råshult in Småland als Sohn eines Pastors geboren (gest. am 10.1.1778 in Uppsala). Er interessierte sich früh für Pflanzen, studierte Medizin an den Universitäten von Lund und Uppsala, erlangte die Doktorwürde in den Niederlanden und veröffentlichte 1735 „Systema Naturae“, das System der Natur.

Dag Hammarskjöld

Dag Hjalmar Agne Carl Hammarskjöld, geboren am 29. Juli 1905 in Jönköping, war von 1953 bis zu seinem Tod 1961 der zweite Generalsekretär der Vereinten Nationen und erfreute sich ob seiner guten Arbeit großer internationaler Wertschätzung. Der schwedische Diplomat war außerdem ab 1953 Mitglied der Schwedischen Akademie.

Raoul Wallenberg

Raoul Wallenberg ist mit Sicherheit eine der interessantesten Persönlichkeiten Schwedens. Er rettete Zehntausende ungarischer Juden vor dem sicheren Tod in Auschwitz. Sein eigenes Schicksal liegt jedoch weiter im Dunkeln – starb er bereits 1947 in Moskau oder lebte er in russischer Haft noch bis in die 1990-er Jahre?

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