Carl Larsson

Carl Larsson, Selbstportrait 1895.

Carl Larsson, Selbstportrait 1895.

Schwedens bekanntester und beliebtester Maler Carl Larsson wurde am 28 Mai 1853 in Stockholms Altstadt geboren. Sein Lebenswerk ist vielfältiger und breiter gefächert als das irgendeines anderen schwedischen Malers; es umspannt kleinformatige Buchillustrationen bis monumentalste Wandmalerei, die Darstellung bäuerlichen Lebens bis zur Porträtierung schwedischer Hochprominenz.

Sein Leben erinnert fast an das Märchen vom Bettelprinz: Larsson wuchs in Armut auf, aber durch seine Begabung und harte Arbeit wurde er einem der erfolgreichsten und anerkanntesten Künstlerpersönlichkeiten des Landes.

Da Carls Eltern aus ärmlichen Bauern- und Handwerkerfamilien kamen, rührte sein künstlerisches Talent eventuell von seinem Großvater her, der als Malerfacharbeiter im königlichen Schloss arbeitete. Sein Grundschullehrer erkannte Carls Begabung und meldete ihn zur vorbereitenden Klasse der Kunstakademie an.

Seine ersten Zeichnungen hatten vor allem Geschichten der Bibel, der schwedischen Geschichte und nordischen Mythologie zum Motiv.

1876 gewann Carl Larsson zusammen mit Ernst Josephson für das Gemälde „“Sten Sture der Ältere befreit die dänische Königin Kristina aus der Gefangenschaft“ im Kloster Vadstena“ die königliche Medaille, die für ihn die Chance auf eine verheißungsvolle Zukunft bedeutet. Nach dem Studium hat er einigen Erfolg als Buchillustrator und kann sich eine Reise nach Frankreich ermöglichen, wo er sich zwischen 1879 und 1882 in Paris aufhält und wo er sich vermehrt Freiluftstudien widmet.

Einen weitreichenden Bruch in seinem künstlerischen Stil erfährt Larsson, als er sich 1882 bei seinem Kollegen Karl Nordström im Dorf Grez sur Loing aufhält. „Die Aquarelle aus Grez öffnen sich „wie klare Fenster der Wirklichkeit und lassen das natürliche Licht hineinströmen““ (Torsten Gunnarsson). Auch für sein Privatleben ist Grez bedeutsam: hier lernt er seine zukünftige Ehefrau Karin Bergöö kennen, die ebenfalls Malerin ist. Sie heiraten im Juni 1883 in Stockholm, kehren aber nach der Hochzeit nach Grez zurück. Im August 1884 wird dort ihr erstes Kind, Tochter Suzanne, geboren.

Die monumentalen Wandfresken im Stockholmer Nationalmuseum beginnt er in Juni 1890 zu malen und bis zu ihrer Fertigstellung vergehen sechs Jahre.

Familineidyll. 1885 malt Larsson seine Frau Karin und Töchterchen Suzanne.

Familineidyll. 1885 malt Larsson seine Frau Karin und Töchterchen Suzanne.

Während Familie Larsson in Grez und später dann in Stockholm wohnte, verbrachte sie die Sommer in Sundborn, das 15 km Nordost von Falun in Dalarna liegt. Hier befand sich das Häuschen Lilla Hyttnäs, welches Karin geerbt hatte und das Carl jeden Sommer ausbaute, da die Kinderschar stetig anwuchs. Bis 1901 hatten sie sieben Kinder und nun zogen sie ganz dorthin.

Larsson bereist Italien, Deutschland und immer wieder Frankreich für technische Studien, aber seine meisten Werke erschafft er in und um sein Heim; die Seinigen sind sein Lieblingsmotiv.

Das Buch „Ett hem“ von 1899 enthält 24 Aquarelle von Lilla Hyttnäs und illustriert die Lebensumstände der Familie Larsson. Karin und Carl haben die Inneneinrichtung des Hauses, das organisch mit der Zunahme der Familienmitglieder gewachsen ist, komplett selbst entworfen und teilweise auch selbst gestaltet. Karin webt, schneidert und näht, Carl bebildert Türen, Fenster und deren Rahmen, Möbel, Wände in leuchtend bunten Ornamenten, Porträts oder Sinnsprüchen. Der Stil war einfach, einladend, fröhlich und strahlte Geborgenheit aus.

Die klare Einfachheit der zweckmäßigen Einrichtung, die farbenfrohe Gestaltung mit Anleihen aus der bäuerlichen Kultur verschmolzen zu einem harmonischen Stil, der sich in Schweden großer Beliebtheit erfreute und bis heute im schwedischen Design und Geschmack widerspiegelt.

Carl Larsson zeichnete neben vielen Porträts von Freunden (Selma Lagerlöf, August Strindberg uva.) und dem Familienidyll auch Buchillustrationen ua. für Schillers „Kabale und Liebe“, wunderschönen und liebevollen Freiluftimpressionen des Landleben Dalarnas mit allen Schönheiten der Natur und Realitäten bäuerlichen Alltages. Meisterlich versteht er den Liebreiz der Details in allen Formaten darzustellen, egal ob kleines Aquarell vom Garten oder ob vom gigantischen Wandgemälde im Treppenaufgang des Nationalmuseums.

Die nationale Einfärbung, kombiniert mit künstlerischen Offenheit für Eindrücke von außen, charakterisiert ihn als patriotistischsten Maler seiner Zeit, so Larssons Freund E. Påhlmann.

Carl Larsson starb am 22. Januar 1919.

Ausschnitt aus "Frühstück unter der großen Birke" von 1896.

Ausschnitt aus „Frühstück unter der großen Birke“ von 1896.

Reise-Tipps auf Carl Larssons Spuren:

  • Besichtigung des Hauses => Lilla Hyttnäs in Sundborn, welches im Sommerhalbjahr von Larssons Nachkommen für Besucher geöffnet wird.
  • Besuch des => Nationalmuseums in Stockholm und der ständigen Ausstellung schwedischer Maler im Obergeschoß.
  • Das => Königliche Dramatische Theater in Stockholm von 1908 weist Kunst von Carl Larsson auf: Im Foyer hat Larsson das Deckengemälde „“Entstehung der Theaterstücke““ entworfen.
  • Larsson hat auch die dekorativen Fresken im Goldfoyer der => Königlichen Oper in der Hauptstadt gemalt.
  • Weitere Innenbemalungen finden sich im => Norra Latin Conference Center (einer früheren Jungenschule) und im Bolinderska Huset neben dem Grand Hotel.
  • Die nach dem Bankier und Kunstmäzenen Ernest Thiel benannte Galerie => Thielska Galleriet in Stockholm beherbergt 25 Gemälde von Carl Larsson.

Buchtipps:

  • Larssons Welt. Gebundene Sonderausgabe von Carl Larsson und Hans-Curt Köster (März 2004)
  • Ich, Carl Larsson. Ein Buch über das Gute und das Böse von Carl Larsson, Hans-Curt Köster von Langewiesche (Gebundene Ausgabe Mai 1999)
  • Unser Haus von Carl Larsson, Oetinger Friedrich GmbH (Gebundene Ausgabe – Dez. 1986)
  • Carl Larsson. Ein Austellungsbuch von Torsten Gunnarson uva. Autoren, Bokförlaget Bra Böcker/Förlags ABWiken och författarna (1992)

 

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