Wintersport

Lappland – Die Perle Nordschwedens

Lappland. Für viele Schweden-Begeisterte immer noch ein weißer Fleck auf ihrer Landkarte. Aber dennoch für Viele ein Traumziel. Warum eigentlich? Weil es so weit oben im Norden liegt? Wegen der unendlichen Weiten? Weil es dort im Winter immer kalt und dunkel ist? Im Sommer kann man dafür nicht vernünftig schlafen, weil die Sonne nicht untergeht? Weil man dort die Nordlichter sehen kann? Wegen der wunderbaren Natur? Weil es das Land am Polarkreis ist? Es könnten alle der genannten Gründe sein. Auch wenn einige eher in das Reich der Mythen gehören.

Um euch ein wenig zu helfen und die Mythen von der Wahrheit zu unterscheiden, startet hier heute eine kleine Serie über Lappland. Natürlich, um euch zu inspirieren und euch den letzten noch fehlenden Anschub zu geben, eine Reise nach Lappland zu unternehmen.

Wo liegt eigentlich Lappland?

Aber halt… hier haben wir schon das erste Problem! Wo liegt eigentlich Lappland? Im Norden Schwedens, so viel ist klar. Oder doch nicht?

Die touristische Region Schwedisch-Lappland

Die touristische Region Schwedisch-Lappland

Genau genommen: Lappland liegt nicht im Norden Schwedens. Nur ein kleiner Teil davon. Lappland selbst erstreckt sich über vier Länder: Norwegen, Schweden, Finnland und Russland. Und ist Lappland nicht auch das Land, in dem die Lappen leben? Wohnen die nicht in ihrer Kota oder ihrem Zelt draußen im Fjäll und züchten Rentiere? Klare Antwort: Nein! Es ist das Land der Sami (Singular: Same; Plural Sami). Die Sami sind übrigens das einzige in Europa anerkannte indigene Volk. Lappe wäre für einen Sami genau so ein Schimpfwort wie Nigger für Menschen mit dunkler Hautfarbe. Das sollte man nicht nur zur Kenntnis nehmen, sondern akzeptieren.

Sápmi

Würdet ihr einen Sami fragen, ob er denn in Lappland lebt, er oder sie würde mit „Nein“ antworten. Nach samischer Definition ist ihr Einfluss- oder Einzugsgebiet „Sápmi“.

Das Land der Samen - Sápmi

Das Land der Samen – Sápmi

Und damit eindeutig nicht auf Lappland beschränkt. Die Sápmi-Region reicht in Schweden bis hinunter nach Idré entlang der norwegischen Grenze. Damit eignet sich der Lebensraum der Sami also nicht dazu, das Gebiet Lappland zu beschreiben. Konkret werden sich die nächsten Beiträge hier im Schwedenblog also mit Schwedisch-Lappland beschäftigen.

Die Region Schwedisch-Lappland

Hier in Schweden ist man sich relativ einig darüber, das Norrbottens Län und Västerbottens Län die touristische Region Schwedisch-Lappland bilden.

An der südlichen Grenze Schwedisch-Lapplands liegt Dorotea

An der südlichen Grenze Schwedisch-Lapplands liegt Dorotea

Damit bildet die südliche Grenze von Västerbottens Län auch die südliche Grenze zu Schwedisch-Lappland. Nach der Erhebung 2017 leben in Schwedisch-Lappland knapp 520.000 Einwohner, also etwa 10 Einwohner pro Km². Natürlich gibt es Regionen mit deutlich weniger Einwohnern. So hat die Kommune Kiruna nur 1,1 Einwohner pro Km², die Kommune Pajala sogar nur 0,8 Einwohner/Km². Ich hatte bisher aber immer Glück und habe 1,0 Einwohner gesehen…

Was dürft ihr erwarten?

Nach dem jetzt also geklärt ist, wo denn Schwedisch-Lappland eigentlich zu finden ist, bereite ich euch jetzt darauf vor, was in den nächsten Tagen so alles auf euch zukommt.

Ich zeige euch eine stillgelegte Kupfermine, in der die Eiszapfen nicht an der Decke, sondern auf dem Boden wachsen. Eine aktive Kupfermine besuchen wir natürlich auch. Ich zeige euch Steinritzungen am Umeälven, die ihr über Kilometer hinweg am Fluss finden könnt. Wenn ihr sie denn findet… Wir unternehmen Ausflüge in den Muddus-Nationalpark und den Stora Sjöfallet. Beide gehören zum Laponia Natur- und Kulturerbe. Außer dem bringe ich euch (theoretisch natürlich nur) das Golfspielen bei. Und ihr werdet so gut sein, dass euer Golfball über eine Stunde in der Luft bleibt. Versprochen!

Das schwedische Cape Canaveral

Ich zeige euch das schwedische Pendant zu Cape Canaveral. Wir besuchen die Region zwischen Kiruna und Riksgränsen, in der auch die „Lapporten“ liegt. Wie ich finde, eine der schönsten Gegenden Schwedens. Ich stelle euch eine samische Sängerin vor, die sich auch sehr für die Rechte der samischen Minderheit engagiert.

Im Ájtte-Museum in Jokkmokk

Im Ájtte-Museum in Jokkmokk

Etwas Kultur muss auch sein, deswegen gibt es eine Privatführung mit einem der Betreiber des Gitarren-Museums in Umeå . Dazu ein Besuch des „Ájtte“, dem Svenskt fjäll- och samemuseum.

Snöscoter und Torneälven

Und auf zwei Dinge freue ich mich persönlich ganz besonders. Zum einen eine Fahrt mit dem Snöscoter (Schneemobil) zwischen Tjautjas und Kaitum, zum anderen auf die Fahrt den Torneälven entlang. Der Torneälven wäre nicht wirklich etwas Besonderes, wäre er nicht der letzte und der nördlichste der großen Flüsse in Schweden, die ich besuchen wollte.

The Beast

The Beast

Und gäbe es denn eine Straße entlang des Flusses, wie zum Beispiel am Klarälven. Zudem rechne ich demnächst mit dem ersten Schnee. Aber ich habe ja Schneeschuhe und das MTB dabei, dazu eine vierbeinige Begleiterin und ein vierrädriges „Beast“ an meiner Seite. Da die Tour erst noch gefahren werden soll, seid ihr so zu sagen „live“ dabei… Die ersten Nordlichter waren auch schon zu sehen.

Kommentare gerne gesehen

Jetzt seid ihr natürlich alle gespannt und neugierig. Hoffe ich doch? Deswegen gibt es den ersten Beitrag schon am Samstag.

Und ich persönlich würde jetzt gerne einmal von euch wissen, ob euch das Alles auch interessiert. Schließlich will ich euch nicht quälen mit langweiligen Beiträgen. Ich freue mich über eure Kommentare bei Facebook

(Bilder & Text: Jörg Solheid/Go North-The Beast; Andere Bildquelle: Wikipedia)

 

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Ulricehamn – Westschwedens Skizentrum

Ulricehamns SkiCenter

Auf der Piste im SkiCenter von Ulricehamn. Foto: BIL /https://commons.wikimedia.org/

Ulricehamn ist ein gemütliches 10.000-Einwohner-Städtchen. Umgeben von Hügeln, Wald und Wasser. Wie geschaffen für Aktivitäten im Freien. Und das auch während der kalten Monate. Ulricehamn hat sich zu einem der größten Wintersportorte im südlichen Schweden entwickelt. Dabei richtet sich das Angebot sowohl an Familien wie auch an Leistungssportler.

Ulricehamn befindet sich zwischen Borås und Jönköping, etwa 100 km oder eine eine Autostunde von Göteborg entfernt. Eingebettet ins Südschwedische Hochland – auch Småländisches Hochland genannt – ist der Ort, der mal Bogesund hieß, am Nordostufer des Åsunden gelegen, wo der Ätran mündet. Wohlgemerkt des Åsunden in Västergötland. Nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen See in Östergötland. (mehr …)

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Bräntberget – Umeå auf Brettern und Kufen

Bräntberget

Bräntberget unter Flutlicht. Foto: Caybaybay/ https://commons.wikimedia.org/ (CC BY-SA 3.0)

Bräntberget ist ein Hügel in Umeå. Der Hügel gehört zu einer großen Grünfläche. Unter weißem Winterkleid verwandelt sich die Anlage in ein Skimekka mitten in der Stadt. Gut, ein Skigebietchen. Doch es gibt Raum für Abfahrten, Snowboarder, Rodler und Langläufer. Mit der ein oder anderen Herausforderung. Mag es auch nur ein kleiner Skihügel sein, kann er doch der Anfang einer Sportlerkarriere sein.

Umeå ist eine Sportstadt. Und das das ganze Jahr über. Ob Indoor oder – bei der prädestinierten Lage ganz natürlich – im Freien. Mit IKSU ist einer der größten Sportvereine Schwedens in der nordschwedischen Stadt zu Hause. Sport – Breiten- und Spitzensport – gehört ausdrücklich zur Kultur der Kulturhauptstadt von 2014. Das Miniskigebiet Bräntberget mitten in der Stadt ist ein Beispiel dafür. (mehr …)

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Skigebiete in Schweden: Vallåsen

Skiegebiet Vallåsen

Auf der Piste im südschwedischen Skigebiet Vallåsen. Foto: Gavin/ flickr.com (CC BY-ND 2.0)

Vallåsen ist eines der südlichsten Skigebiete Schwedens. An den Hängen des reizvollen Hallandsåsens gelegen, wird es schon mal als Dänemarks größtes Skigebiet betitelt. Das ist weniger einem kruden Geschichtsbild als vielmehr der geringen Entfernung geschuldet. Auch für „Pistensäue“ – oder die es werden wollen – aus dem norddeutschen Raum ist Vallåsen eine Möglichkeit für einen Kurztrip ins Skivergnügen.

Vallåsen liegt im südlichen Halland, bei dem kleinen Ort Våxtorp, in der Gemeinde Laholm. Das Skigebiet erstreckt auf der Nordseite des Höhenzugs Hallandsåsen. Rund eine Autostunde von Helsingborg ist es bis hierher. Die Öresundmetropolen Malmö und Kopenhagen sind nur etwa 125 km entfernt. Gerade die Nähe zu Dänemark ist in Vallåsen spürbar. Knapp die Hälfte der Gäste kommen aus dem nahen Nachbarland. Doch auch aus Malmö oder Göteborg kommen Besucher. Vielfach als Tagesgäste, die die Wintersportmöglichkeit fast vor der Haustür nutzen.

Skigebiet Vallåsen seit 1989

Das Skigebiet eröffnete 1989. Zunächst war es ein Familienbetrieb, gehört seit einiger Zeit jedoch zum Branäs-Konzern. Das Unternehmen betreibt neben Vallåsen die Skizentren Branäs, Kungsberget und Storstenshöjden.

Im Laufe der Jahre wuchs die Skianlage auf insgesamt 200.000 m² Gleitfläche. Die Pisten mit Namen wie Kopenhagen, Landskrona oder Halmstad decken alle Schwierigkeitsgrade ab. Die Gesamtlänge der Pisten erreicht gut 5 km. Die längste fast 1300 m lang, ist eine Anfängerpiste. Überhaupt kommt das Skigebiet Vallåsen mit seinen Abfahrten Anfängern und Gelegenheitsfahrern sowie Kindern entgegen. Wobei das Prädikat kinder- beziehungsweise familienfreundlich einige Investitionen in der jüngeren Vergangenheit erforderte.

Ebenfalls kräftig investiert wurde in die Schneesicherheit in dem südschwedischen Skigebiet. Bezogen auf die zu beschneiende Fläche rühmt sich Vallåsen, Nordeuropas größtes Schneekanonensystem zu haben. Dennoch bleibt die Wetterabhängigkeit.

Saison von Dezember bis März

Spielt das Wetter mit, das heißt in erster Linie sind die Temperaturen tief genug, öffnen Lifte und Pisten von Vallåsen Mitte Dezember und bleiben bis Mitte März geöffnet.

Näheres zu den Terminen wird auf der Homepage und über Facebook bekannt gegeben:
https://www.vallasen.se/
https://www.facebook.com/vallasen

 

Autor: Mathias Grohmann – mathias_grohmann@web.de

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Skigebiete in Schweden: Kåbdalis

Kabdalis April 2010

Ein Skitag in Kåbdalis, April 2010. Foto: Joakim Westerlund /flickr.com (CC BY-SA 2.0)

Kåbdalis war einmal ein kleiner Flecken im weiten Lappland. Dann, vor knapp 50 Jahren, verfiel die Familie Gunnarstedt auf die Idee einen Skilift anzulegen. Aus dem kleinen Dorf entwickelte sich ein Ski Resort. Eines der kleineren Skigebiete in Schweden. Dessen  Bedingungen nicht nur Hobbywintersportler zu überzeugen weiß.

„Das meistbesuchte Skigebiet in Norrbotten“

Klein ist Kåbdalis nach wie vor. Keine sechzig Einwohner zählt der Ort im Kernland der Sami, die ihn Goabddális nennen. Zwischen Älvsbyn und Jokkmokk, an Inlandsbahn – an deren Fertigstellung in Königs Gustav V. Beisein ein Denkmal erinnert – und E45.

Derzeit werden sich ein paar Menschen mehr im Dorf tummeln. Angelockt von Wintersport- und winterlichen Freizeitangeboten des Skigebiets. Die Bedingungen dafür gelten als ausgezeichnet. Nicht nur für Freizeitsportler – laut Eigendarstellung ist Kåbdalis „das meistbesuchte Skigebiet in Norrbotten“. Wobei angemerkt sei, dass Norrbottens län gemeint ist.

Auch im Rennkalender der FIS taucht Kåbdalis des Öfteren auf. Ebenso im Trainingsplan von Spitzenathleten.

Ein kleiner Eindruck aus dem Ski Resort:

Profis und Hobbysportlern beschert die (Höhen-)Lage – plus ausreichend Schneekanonen – des Ortes in Nordschweden schneereiche und dazu vergleichsweise milde Winter. Und eine lange Skisaison. Bis Mai sind die Pisten präpariert.

Vom Dorf Kåbdalis zum Skigebiet

Knapp 100 Jahre nachdem die ersten Gunnarstedts in Kåbdalis sesshaft wurden, brachten die Nachkommen den ersten Skilift des Dorfes zum Laufen. Die Geburt eines der nördlichsten Skigebiete in Schweden und des Familienbetriebs Kåbdalis Skidliftar AB.

Aus einer wurden vier Liftanlagen, die auf eine Höhe von rund 570 m führen – mit Ausnahme des Lifts am Barnbacke. Für Kinder geht’s nicht ganz so hoch, dafür haben sie ihren eigenen Abfahrtsbereich samt Rodelbahn.

Die anderen Abfahrten, 9 präparierte Pisten sowie 3 Off-Pisten, decken alle Schwierigkeitskategorien ab und lassen die bis zu 210 m Höhenunterschied mal schneller mal langsamer erscheinen. Hinzu kommen Snowboardbereich, Langlaufloipen – ebenso wie Pisten teils beleuchtet – und für den Ausflug per Schneemobil eine präparierte Route sowie einen Offroad-Bereich.

Kabdalis-Vuollerim

Sonnenuntergang auf dem Weg von Kåbdalis nach Vuollerim. Foto: ReginaF (Regina Schwarz) /flickr.com (CC BY 2.0)

Für einen Ausflug ohne Skier oder Schneemobil empfiehlt sich Jokkmokk, gerade wenn der Wintermarkt stattfindet. Von Kåbdalis beziehungsweise Goabddális fährt ein Shuttlebus in das 60 km entfernte Zentrum samischer Kultur in Schweden.

Alles Weitere zu dem kleinen Zentrum für Wintersport gibt es unter www.kabdalis.com.

Autor: Mathias Grohmann – mathias_grohmann@web.de

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Skigebiete in Schweden: Bjursås

Bjursas, Lisstjärnen

Auf dem Weg ins Skizentrum von Bjursås: Blick über den See Lisstjärnen. Foto: Chebab /en.wikipedia.org/

 

Bjursås gilt als schneesicher. Das erste Weiß ziert bereits die Hänge um den Ort in Dalarna. Jedoch entspringt dieses den Schneekanonen des Bjursås SkiCenters. Die Pisten wollen präpariert sein, wenn in zwei Wochen die Skisaison eröffnet wird – in Dalarnas Schweiz. (mehr …)

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Skigebiete in Schweden: Björkliden

Unterwegs in der Winterlandschaft von Björkliden. Foto: oskarlin (Oskar Karlin) /flickr.com (CC BY-SA 2.0)

Unterwegs in der Winterlandschaft von Björkliden. Foto: oskarlin (Oskar Karlin) /flickr.com (CC BY-SA 2.0)

 

Es sind nur ein paar Kilometer, die Björkliden vom nördlichsten Skigebiet Schwedens trennen. Dafür haben Einwohner und Gäste des kleinen Ortes Schwedens nördlichsten Golfplatz vor der Tür – inmitten „Europas letzter Wildnis“ – und die Gewissheit in einem der nördlichsten Skigebiete weltweit zu sein. Björkliden liegt, der Polarkreis ist längst überschritten, im Nordwesten des Landes in majestätischer Landschaft. (mehr …)

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Skigebiete in Schweden: Järvsö

"Schneegarantie", Järvsö im Winter 2010. Foto: Linus1979 (Linus Malmquist) /flickr.com (CC BY-SA 2.0)

"Schneegarantie", Järvsö im Winter 2010. Foto: Linus1979 (Linus Malmquist) /flickr.com (CC BY-SA 2.0)

 

Gerademal eine Piste gab es, als vor über 70 Jahren Järvsöbacken, das Skigebiet von Järvsö eingeweiht wurde. Mittlerweile ist um Järvsö das zwölftgrößte Skigebiet Schwedens gewachsen – in dem „Kinder Ehrengäste sind“. In der letzten Saison pilgerten rund 170.000 Urlauber und Tagesausflügler in der Wintersaison in den kleinen Ort am Ljusnan, der nicht einmal 1.500 Einwohner zählt. Dabei erlangte Järvsö abseits der Skipisten überregionalen Ruf. (mehr …)

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Das Restaurant Tusen in Ramundberget

restaurant tusen ramundberget

Das Restaurant auf dem Ramundberget sieht aus wie ein Bündel Reisig. Foto: www.ramundberget.se

Von weitem sieht es aus, als hätten die Berg-Riesen hier einen Stapel Reisig vergessen… Im Wintersportort Ramundberget erblickt man ein außergewöhnliches Gebäude, das hölzern aus dem Schnee emporragt. Das Restaurant-Gebäude „Tusen“ harmoniert mit der winterlichen Umgebung auf ganz besondere Art und Weise: Material, Form und Design schmiegen sich in die Landschaft ein. Wenn auf den Birkenstämmen der Schnee liegen bleibt, wird das Haus ein Teil der großartigen Natur  – im Fjäll an der Grenze zu Norwegen, zwischen Tänndalen und Ljungdalen.

Was wie die Holzscheite einer großen Feuerstelle aussieht, ist bei näherer Betrachtung ein gut durchdachtes Stück nordisches Bau-Design. Aus der kreisrunden Grundfläche wurde ein Kuchenstück „herausgeschnitten“, das nun einen Außen- und Eingangsbereich darstellt. Dieser ist stimmungsvoll eingerahmt von ganzen Birkenstämmen, die über die Wände hinausragen und sich schützend darüber lehnen. Die runde Form und der große „Kragen“aus Birkenholz schützen tatsächlich vor den nördlichen Winden mit seinen gefürchteten Schneewehen. Das weckt Assoziationen zu einem Tipi (Indianerzelt) oder gleich zu den traditionellen Zelten der Sami.

Per Loipe oder Seilbahn zu erreichen

Ramundsberget Eingang Restaurant

Ein Kuchenstück wurde aus dem runden Kreis geschnitten und bildet den Eingangsbereich.
Foto: Åke E:son Lindman / Murman

Das Restaurant Tusen liegt in spektakulärer Toplage des Skigebiets Ramundberget. Nahe der Gipfelstation ist es per Seilbahn Fjällgårdsbanan, per Wanderweg oder Loipe zu erreichen. Hier wird lokale Küche nach nordischer Art serviert: als leichter Lunch für die Ski-Läufer, als üppiges Abend-Menü oder als Buffet bei Konferenzen und größeren Anlässen. Dafür kann gleich das ganze Lokal gebucht werden. => Infos und Kontakt.

Die naturnahe Architektur setzt sich auch innerhalb des Restaurants fort: Birkenholz und Birkenrinde tauchen überall als Verkleidung und in Details auf. Der Kontrast zum urigen Außenbild ist jedoch deutlich: Formen, Linien und Ambiente folgen hier ganz dem modernen schwedischen Designs. Durch die runde Form des Baus hat der Gast eine tolle Panorama-Aussicht.

Versorgungssysteme nahezu autark

Interessant ist auch das Innenleben: Das Gebäude versorgt sich nämlich beinahe autonom mit einem System aus eigenem Bergwasser, Erdwärmeheizung und Mini-Kläranlage. Dass eine Pfahlgründung umgesetzt und einheimischem Holz verwendet wurde, sind weitere nachhaltige Aspekte des Ski-Restaurants. So wie die Konstruktion der Samenzelte die Natur wenig beanspruchten, so hinterlässt auch dieses Restaurant kaum einen Fußabdruck, – im wahrsten Sinne des Wortes. Laut dem verantwortlichem Architekten könnte „Tusen“ jederzeit versetzt werden, ohne dass der vorherige Standpunkt aufzufinden wäre. Das liegt an der Bauweise, die nur sehr wenig Gewicht an den Boden überträgt.

Hinter diesem smarten Konzept steht das Architekturbüro Murman aus Stockholm. Ziel der Baumeister war es, die Natur mit einzubinden und eine Sehenswürdigkeit in Harmonie mit der Umgebung zu schaffen. Beim „World Architecture Award“ in Barcelona wurde das gelungene Ergebnis mit einem Preis ausgezeichnet – passenderweise in der Kategorie Tourismus.

Weitere Informationen:

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Skigebiete in Schweden: Branäs

Über den Köpfen: die Gondelbahn von Branäs. Foto: ANDRUN1 /commons.wikimedia.org/

Über den Köpfen: die Gondelbahn von Branäs. Foto: ANDRUN1 /commons.wikimedia.org/

„Die meisten schwedischen Skigebiete, die besonders auf Kinder ausgerichtet sind, liegen im Fjäll“ heißt es auf Homepage von VisitSweden. So auch Branäs – 2012 zum sechsten Mal in Folge zum kinderfreundlichsten Skigebiet Schwedens gekrönt.

Branäs ist eines der jüngsten Wintersportgebiete in Schweden. Erst 1988 wurde der Skiort aus der „Retorte“ eröffnet. Was weder abwertend noch ein Nachteil für Winterurlauber ist.  Großzügig geplant ist Branäs eines der modernsten Skigebiete im Land und bietet beste Bedingungen auf den regelmäßig weiter ausgebauten Pisten, nicht zuletzt dank der Schneekanonen an allen Strecken. Auch die Anlagen um die Abfahrten herum wurden und werden stetig ausgebaut, insbesondere um den Bedürfnissen von Familien nachzukommen. Abgesehen von den natürlichen Gegebenheiten ist die sechsmalige Wahl zum kinderfreundlichsten Skigebiet Schwedens kein Zufall.

Winterurlaub am Klarälven

Das Skigebiet liegt rund 400 Kilometer nördlich von Göteborg im Nordzipfel Värmlands, zwischen Norwegen und Dalarna. Am Zentrum, dem Dorf Branäs bei Sysslebäck, strömt der Klarälven vorbei, Schwedens längster Fluss, der nicht im Meer mündet (sondern im Vänern).

Winterzauber in Branäs, Februar 2012:

Vom Ort überwindet eine der wenigen Gondelbahnen in Schweden die 415 Meter zum 567 Meter hohen Gipfel des Hausbergs (mit Blick auf das enge Flusstal) von Branäs. Daneben lassen sich die Abfahrten über 15 weitere Lifte erreichen. Den Berg hinab stehen 24 Wege zur Wahl, die längste Abfahrt misst drei Kilometer. Es ist eine der anspruchsvolleren Abfahrten, die vorwiegend an der Ostseite zu Tal führen. An der Rückseite geht es seichter hinab – für die kleinen Skifans oder solche die es werden wollen. Von fachkundigem Personal geschult.

Doch nicht nur eigene Abfahrten und Lifte bietet das Winterzentrum in Värmland seinen jungen Gästen. So gibt es das Kinderparadies, auch für die, die noch etwas wacklig auf den Beinen sind, die gerade 18 Monate alt/jung sind. Für diejenigen, denen Skifahren nicht mehr fremd ist, gibt es ein Kinderskirennen und was die Abendgestaltung betrifft, stehen Kinder den Erwachsenen nicht zurück. Selbst an eine entsprechende Aprés-Ski-Party wird gedacht.

Neue Ski Lodge in Branäs

Zu den bestehenden Unterkünften öffnet in diesem Winter eine neue Ski Lodge im Dorf ihre Pforten. Wer es weniger schlicht oder rustikal mag, findet hier komfortable Dreiraumwohnungen im amerikanischen Stil, ausgestattet mit Doppel- und je zwei Etagenbetten, kleiner Küche, Bad und Wohnzimmer. Dieser „Luxus“ hat natürlich seinen Preis. Je nach Buchungszeitraum reicht die Preisspanne von umgerechnet rund 250 Euro (von Donnerstag bis Sonntag) bis gut 1.000 Euro (von Sonntag bis Donnerstag).

Alles weitere zu Unterkünften und Preisen sowie weitere Informationen zum Skigebiet Branäs gibt es unter www.branas.se wie auch www.torsby.se.

Autor: Mathias Grohmann – mathias_grohmann@web.de

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