Skigebiete in Schweden: Riksgränsen

Betrieb im Skigebiet Riksgränsen, März 2007. Foto: Tommy Sollén /flickr.com (CC BY-ND 2.0)

Betrieb im Skigebiet Riksgränsen, März 2007. Foto: Tommy Sollén /flickr.com (CC BY-ND 2.0)

 

Weit im Norden Schwedens, im Reich von Nordlicht und Mitternachtssonne liegt Riksgränsen. Direkt – der Name, zu Deutsch „Reichsgrenze“, birgt es – an der Grenze zu Norwegen. Ein abgelegenes Nest, dass kaum Erwähnung fände, stünde hier nicht die Wiege des modernen Skisports, läge hier nicht Schwedens nördlichstes und damit eines der nördlichsten Skigebiete weltweit.

1.500 Kilometer von Stockholm entfernt, etwa 200 Kilometer nördlich des Polarkreises, an der E10 zwischen Kiruna und dem norwegischen Narvik und nur einen Katzensprung von der Küste entfernt befindet sich Riksgränsen. Während das nur 35 Kilometer östlich liegende Abisko die geringste Niederschlagsmenge Schwedens aufweist, zählt Riksgränsen mit rund 1.200 mm zu den niederschlagsreichsten Orten des Landes. Was in diesem nordwestlichen Zipfel von Lappland bedeutet: Schnee. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kam so viel der weißen Pracht herab, dass man das damals 500 Einwohner zählende Riksgränsen evakuierte.

Mittsommer auf Skiern

Zwar werben andere Skigebiete in Schweden mit einer „Schneegarantie“, aber selten ist der Begriff so angebracht wie in diesem Winkel von Lappland bzw. der Provinz Norrbottens län. Während anderswo sich die Saison allmählich dem Ende neigt, geht der Skizirkus in Riksgränsen erst richtig los. Die Saison beginnt Mitte Februar und reicht weit in den Juni – endet mit Midsommar. Seinen Höhepunkt erlebt der Betrieb zwischen Ostern und Ende Mai, Hauptgeschäftszeit auch für das Hotel, früher eine meteorologische Station. Dessen Gäste und nicht nur die werden es sich wahrscheinlich kaum nehmen lassen, den Gipfel oberhalb von Riksgränsen zu erglimmen und im Licht der Mitternachtssonne auf Skiern hinabzugleiten oder das Ganze per Hundeschlitten oder Schneemobil auf sich wirken zu lassen. Oder per Hubschrauber, allerdings nur auf schwedischer Seite. Zwar führen die Abfahrten teils auch durch Norwegen, aber bei den Nachbarn ist Heliskiing verboten.

6 Lifte hinauf, 15 Pisten hinab

Das eigentliche Skigebiet Riksgränsen befindet sich zwischen 522 und gut 900 Metern Höhe. Hinauf führen 6 Lifte. Hinab besteht die Wahl zwischen 15 präparierten Abfahrten: jeweils 4 der Kategorien grün und blau, 10 rote und eine schwarze. Zählt man die zahlreichen Off-Pisten, die zu Riksgränsens Reiz beitragen, kommt man auf die doppelte Zahl der Abfahrten.

Skigebiet für(s) Extreme

Es kommt also nicht von ungefähr, dass der Wintersportort 1992 Gastgeber der ersten Meisterschaften im Extremskifahren war. Seitdem finden The Scandinavian Big Mountains Ships alljährlich im Mai in Riksgränsen statt. 1995 lenkte der Snowboard-Profi Ingemar Backmann mit einem Weltrekord den Blick der Szene auf Riksgränsen. Als „Sportparadies“ erwies sich das Skigebiet schon einige Jahrzehnte früher: 1934, zwölf Jahre nachdem die Gegend mit der Fertigstellung der Erzbahn touristisch erschließbar wurde, war der Ort Schauplatz der ersten internationalen Slalom-Meisterschaften.

Wenn es nicht Skifahrer oder -wettbewerbe sind, glänzt Riksgränsen im Film – in ein paar Szenen von „Babylone A.D.“ oder als Kulisse für Tests und Fahrvorführungen der Autoindustrie.

Eigene Eindrücke von Schwedens nördlichstem Skigebiet lassen wieder vom 16.02. bis 23.06.2013 sammeln. Alles Weitere dazu unter www.riksgransen.se.

Autor(in): Mathias Grohmann – mathias_grohmann@web.de

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