E-Scooter boomen schon in Schweden

E Scooter

Die neuen Verkehrsteilnehmer – auf E-Scootern. Ein Fahrradhelm wird empfohlen, ist jedoch keine Pflicht. Foto: Voi Scooters

Während E-Scooter in Deutschland aktuell den Segen des Bundeskabinetts erhalten haben, flitzen die elektrischen Tretroller schon durch alle großen Städte Schwedens. Hier lässt sich im Frühjahr 2019 gut ablesen, was deutsche Fuß- und Radwege bald erwartet. Von „Smart“ bis „Schrott“ fallen die Urteile über die Elektro-Scooter höchst unterschiedlich aus.

Praktisch sollen sie sein, für kurze Wege in der City. Elektrisch betriebene Tretroller, die überall im Stadtgebiet frei zugänglich sind. Durch eine Smartphone-App werden sie gefunden (per GPS), entsperrt und – abgerechnet. Der mobile Dienst kostet relativ kleines Geld, als einmalige Gebühr und per Minute. Ideal, wenn man mal schnell zum Treffen muss und schon spät dran ist. Aber auch als „Zubringer“ zum Bahnhof oder zur nächsten Haltestelle sollen die Scooter den Nahverkehr sinnvoll ergänzen. Natürlich könnten auch Touristen auf dem City-Trip die Scooter bestens nutzen, um müde Füße zu entlasten…!

In Schweden haben sich bereits verschiedenste Anbieter mit ihren Scooter-Flotten etabliert:  So sind etwa die Unternehmen Voi aus Schweden, Lime aus den USA, Tier aus Deutschland und Blinkee City aus Polen am Markt. Das Prinzip ihrer Dienstleistung ist gleich, und vom Wettbewerb profitiert der Kunde. Zugleich sieht man in Göteborg, Malmö und Stockholm immer mehr E-Scooter herumfahren. Und das bisher ohne Verordnung, Zulassung oder spezieller „Fahr-Erlaubnis“: die elektrischen Tretroller befinden sich (noch) in einer rechtlichen Grauzone.

Und sie machen natürlich auch einige Probleme – vor allem in den dicht besiedelten Städten Malmö, Stockholm und Göteborg: Nicht nur, dass die neuen Verkehrsteilnehmer noch gewöhnungsbedürfig sind (und mit bis zu 20 km/h auch ziemlich schnell). Auch die schiere Anzahl macht Probleme, denn für die derzeit 1 500 Scooter-Exemplare in Stockholm gibt es keinerlei Park- oder Abstellplätze (im Gegensatz zum City-Fahrrad). Das heißt, dass die Roller nach der Fahrt überall und nirgends landen. Manchmal sorgfältig abgestellt, manchmal achtlos hingeworfen, mitten auf dem Bürgersteig: ein Ärgernis für viele Anwohner und Passanten.

Mehr Kritik gibt es in Sachen Nachhaltigkeit: Zwar stoßen die E-Scooter keinerlei Abgase aus, dafür aber sind sie ausgesprochen kurzlebig. Schwedische Medien melden, dass die meisten Voi, Limes und Tiers nach 2 bis 6 Monaten schrottreif sind! Kopfsteinplaster, Split und Schlaglöcher machen den leichten Rollern und ihrem Antrieb zu schaffen. Kaum ein elektronisches Gadget würde die Marktreife schaffen mit solch geringer Halbwertzeit. Trotzdem hat der Boom gerade erst begonnen.

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