Marinemuseum Karlskrona – „Neptun“ mit neuer U-Boot-Ausstellung

Marinmuseum Karlskrona

Marinemuseum Karlskrona vom Schulschiff „Jarramas“ aus gesehen. Foto: Marinmuseum Karlskrona (CC BY 2.0)

Am 6. Juni 2014, Schwedens Nationalfeiertag, öffneten sich im Marinemuseum Karlskrona die  Luken der „HMS Neptun“. Rund um Schwedens zweitgrößtes Museumsexponat wird Besuchern in der südschwedischen Welterbestadt 110-jährige U-Boot-Geschichte in einer neuen Ausstellung präsentiert.

Lange Jahre lag die „HMS Neptun“ im Marinehafen vor Anker. Bevor sie 2008 dem Marinemuseum Karlskrona übergeben wurde. Nach weiteren Jahren der Vorbereitung „ging“ das U-Boot der „Näcken-Klasse“ 2012 an Land. Mit einem Gewicht von 800 Tonnen, einer Breite von 6 Metern und einer Länge von 49,5 Metern ist die „Neptun“ nach der „Vasa“ im Stockholmer Vasamuseet das zweitgrößte Museumsexponat Schwedens.

U-Boot-Halle für das Marinemuseum Karlskrona

Seinen Platz fand das Unterwasserfahrzeug auf 270 Pfählen und einer einen halben Meter dicken Bodenplatte neben dem Marinemuseum Karlskrona. Der „Neptun“ zur Seite wurde die „Hajen“ („Der Hai“) gestellt. Im Vergleich ein Zwerg. Doch zeigt sich hier bereits die Entwicklung der U-Boote. Die Hajen war das erste U-Boot der schwedischen Marine.

Um die beiden Exponate herum wurde eine neue Halle errichtet. Die „Neptunhalle“. Ein futuristisch anmutender Neubau im Welterbeensemble. Verantwortlich für die Architektur zeichnet Björn Malmström HMXW Arkitekter. Das Architekturbüro aus Stockholm entwarf bereits das „alte“ Marinemuseum.

Inspiration für den Neubau gaben militärische Einrichtungen wie Bunker und Beobachtungsposten. Insbesondere ahmt die Architektur des neuen Gebäudes die Korvetten der „Visby-Klasse“ der schwedischen Marine nach. Deren Tarneigenschaften das Aufspüren durch Radargeräte verhindern (sollen).

Auf 1.400 Quadratmetern findet die neue U-Boot-Ausstellung im Marinemuseum Karlskrona auf Stumholmen Platz für bis zu 200 Besucher (gleichzeitig).

Vom Werden der neuen U-Boot-Ausstellung:

Die „Neptun“ in der schwedischen U-Boot-Affäre

Welche Aufgaben genau die „HMS Neptun“ bis zu ihrer Ausmusterung 1998 hatte, ist nach wie vor ein Geheimnis. Bekannt ist, dass zum Aufgabenfeld des Herzstücks der neuen U-Boot-Ausstellung Beobachtung und Informationsbeschaffung zählten. Im Kriegsfall Angriffe und Zerstörung feindlicher Ziele.

1980 als eines der ersten mit Computern ausgerüsteten U-Boote der schwedischen Marine in Dienst genommen, war die „Neptun“ 1981 mittendrin im Weltgeschehen. In einem Ereignis, das als „schwedische U-Boot-Affäre“ in die Geschichte eingehen sollte.

Deren Auslöser war, das ein Fischer auf  Sturkö im Schärengarten vor Blekinge morgens „vor seiner Haustür ein sowjetisches U-Boot“ vorfand. Nur wenige Kilometer von der vermeintlich besonders geschützten Marinebasis Karlskrona entfernt. Die „HMS Neptun“ sollte nun im Verbund mit anderen Einheiten der Marine ein in Zusammenhang mit Vorfall mögliches Eindringen sowjetischer Schiffe verhindern.

Mehr zu dieser und anderen Geschichten, Ereignissen und Erlebnissen 110-jähriger U-Boot-Historie zeigt die U-Boot-Ausstellung im Marinemuseum Karlskrona.

http://www.marinmuseum.se/de/

Autor(in): Mathias Grohmann – mathias_grohmann@web.de

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