Bei Top-Toy spielen Jungs mit Puppen und Mädchen schießen mit Pistolen

Gleichberechtigt bei der Hausarbeit - das lernen die kleiden Schweden von kleinauf (Bild: Top-Toy).

Nachdem es im vergangenen Jahr Beschwerden über den zu streng an den klassischen Geschlechtsrollen ausgerichteten Spielzeugkatalog gab, macht die schwedische Ladenkette Top-Toy in diesem Jahr alles anders. Jetzt stehen Jungs und Mädchen gemeinsam am rosa gehaltenen Spielzeugbügelbrett.

„Wir wollen, dass unsere Kataloge die Art, wie Mädchen und Jungen im wirklichen Leben spielen, widerspiegeln“, sagt Thomas Meng, Retail Markting Director von BR Toys und Toys’r’us in den nordeuropäischen Ländern. „Und wenn in Schweden eben beide Geschlechter mit einer Spielzeugküche spielen, werden wir das so abbilden“, so Meng weiter. Und so spielen kleine Jungs von nun an mit Plastikstaubsaugern und föhnen hingebungsvoll die Haare ihrer Spielgefährtinnen, während Mädchen den Finger am Auslöser der Laserpistole haben.

Auch Mädchen sollen sich für Schießspiele begeistern können (Bild: Top-Toy).

Top-Toy hat auch die Spielzeugkataloge in anderen skandinavischen Ländern geschlechtsneutral gestaltet, allerdings bislang nur in abgeschwächtem Maße. Die schwedische Auflage dient als Vorreiter, weil auch das Land an sich bei Fragen der geschlechtlichen Gleichstellung anderen voraus ist. So ist erst vor wenigen Monaten im Olika Verlag mit „Kivi och Monsterhund“ das erste geschlechtsneutrale Kinderbuch erschienen. Darin nutzt der Autor Jesper Lundqvist konsequent das künstliche Personalpronomen „hen“, durch das offen bleibt, ob das Kind Kivi männlich oder weiblich ist.

Autor(in): Inka Stonjek –

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