Årnäs borg

Einer Sage zufolge lag seit dem 11. Jahrhundert eine Burg auf einer Landzunge beim Vänernsee. Untersuchungen ergaben jedoch, dass diese Burg erst im 13. Jahrhundert gebaut wurde.

Sie besaß drei Wallgräben, eine Hauptburg und ein Vorburggelände mit palastähnlichen Gebäuden. Erbaut wurde dieses Prunkstück von dem Klein-Adeligen Aranæs. Ebenso residierte hier der Reichsmarschall Tygils Knutsson, der Vormund des Königs Birger Magnussons war, weshalb davon ausgegangen werden kann, dass es sich um eine Königsburg handelte. Nach seiner Hinrichtung 1306 gab es einen regen Wechsel der Eigentümer, wobei der Palast allmählich zerfiel. Im 16. Jahrhundert war Årnäs eine Ruine.


Årnäs borg

Årnäs borg

Später wurde das Gelände als Steinbruch genutzt für den Bau des Gutes Årnäs und Årnäs Bruk, in dem seit dem 19. Jahrhundert Glas hergestellt wird.

Von 1916 bis 1923 fanden archäologisch Untersuchungen auf dem Gelände statt.. Mit modernen Untersuchungsmethoden konnten große Teile des Geländes kartographiert werden. Es wurden Mauern, Gebäude und Burggräben entdeckt und für die Touristen wieder zum Vorschein gebracht. Bei späteren Untersuchungen wurde festgestellt, dass die Anlage viel größer war, als gedacht und es imposante Steinmetzarbeiten gegeben haben muss. Darunter auch ein „Steinpalast“ mit Kellergewölbe, wobei Türen und Fenster aufwendige Einfassungen aus Ziegel und Sandstein besaßen. Durch den starken Verfall und durch das abtragen der alten Ruine, um sie in das neue Gutshaus zu verbauen, ist nur noch das Kellergewölbe mit der Treppe zu betrachten.

Heutzutage gehen die Forscher davon aus, dass es eine der prächtigsten Burganlagen des Mittelalters in Skandinavien gewesen sein muss.

 

Autor(in): Sandra Benthien – sandra_benthien@freenet.de



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