Museum


Lappland – Die Perle Nordschwedens

Lappland. Für viele Schweden-Begeisterte immer noch ein weißer Fleck auf ihrer Landkarte. Aber dennoch für Viele ein Traumziel. Warum eigentlich? Weil es so weit oben im Norden liegt? Wegen der unendlichen Weiten? Weil es dort im Winter immer kalt und dunkel ist? Im Sommer kann man dafür nicht vernünftig schlafen, weil die Sonne nicht untergeht? Weil man dort die Nordlichter sehen kann? Wegen der wunderbaren Natur? Weil es das Land am Polarkreis ist? Es könnten alle der genannten Gründe sein. Auch wenn einige eher in das Reich der Mythen gehören.

Um euch ein wenig zu helfen und die Mythen von der Wahrheit zu unterscheiden, startet hier heute eine kleine Serie über Lappland. Natürlich, um euch zu inspirieren und euch den letzten noch fehlenden Anschub zu geben, eine Reise nach Lappland zu unternehmen.

Wo liegt eigentlich Lappland?

Aber halt… hier haben wir schon das erste Problem! Wo liegt eigentlich Lappland? Im Norden Schwedens, so viel ist klar. Oder doch nicht?

Die touristische Region Schwedisch-Lappland

Die touristische Region Schwedisch-Lappland

Genau genommen: Lappland liegt nicht im Norden Schwedens. Nur ein kleiner Teil davon. Lappland selbst erstreckt sich über vier Länder: Norwegen, Schweden, Finnland und Russland. Und ist Lappland nicht auch das Land, in dem die Lappen leben? Wohnen die nicht in ihrer Kota oder ihrem Zelt draußen im Fjäll und züchten Rentiere? Klare Antwort: Nein! Es ist das Land der Sami (Singular: Same; Plural Sami). Die Sami sind übrigens das einzige in Europa anerkannte indigene Volk. Lappe wäre für einen Sami genau so ein Schimpfwort wie Nigger für Menschen mit dunkler Hautfarbe. Das sollte man nicht nur zur Kenntnis nehmen, sondern akzeptieren.

Sápmi

Würdet ihr einen Sami fragen, ob er denn in Lappland lebt, er oder sie würde mit „Nein“ antworten. Nach samischer Definition ist ihr Einfluss- oder Einzugsgebiet „Sápmi“.

Das Land der Samen - Sápmi

Das Land der Samen – Sápmi

Und damit eindeutig nicht auf Lappland beschränkt. Die Sápmi-Region reicht in Schweden bis hinunter nach Idré entlang der norwegischen Grenze. Damit eignet sich der Lebensraum der Sami also nicht dazu, das Gebiet Lappland zu beschreiben. Konkret werden sich die nächsten Beiträge hier im Schwedenblog also mit Schwedisch-Lappland beschäftigen.

Die Region Schwedisch-Lappland

Hier in Schweden ist man sich relativ einig darüber, das Norrbottens Län und Västerbottens Län die touristische Region Schwedisch-Lappland bilden.

An der südlichen Grenze Schwedisch-Lapplands liegt Dorotea

An der südlichen Grenze Schwedisch-Lapplands liegt Dorotea

Damit bildet die südliche Grenze von Västerbottens Län auch die südliche Grenze zu Schwedisch-Lappland. Nach der Erhebung 2017 leben in Schwedisch-Lappland knapp 520.000 Einwohner, also etwa 10 Einwohner pro Km². Natürlich gibt es Regionen mit deutlich weniger Einwohnern. So hat die Kommune Kiruna nur 1,1 Einwohner pro Km², die Kommune Pajala sogar nur 0,8 Einwohner/Km². Ich hatte bisher aber immer Glück und habe 1,0 Einwohner gesehen…

Was dürft ihr erwarten?

Nach dem jetzt also geklärt ist, wo denn Schwedisch-Lappland eigentlich zu finden ist, bereite ich euch jetzt darauf vor, was in den nächsten Tagen so alles auf euch zukommt.

Ich zeige euch eine stillgelegte Kupfermine, in der die Eiszapfen nicht an der Decke, sondern auf dem Boden wachsen. Eine aktive Kupfermine besuchen wir natürlich auch. Ich zeige euch Steinritzungen am Umeälven, die ihr über Kilometer hinweg am Fluss finden könnt. Wenn ihr sie denn findet… Wir unternehmen Ausflüge in den Muddus-Nationalpark und den Stora Sjöfallet. Beide gehören zum Laponia Natur- und Kulturerbe. Außer dem bringe ich euch (theoretisch natürlich nur) das Golfspielen bei. Und ihr werdet so gut sein, dass euer Golfball über eine Stunde in der Luft bleibt. Versprochen!

Das schwedische Cape Canaveral

Ich zeige euch das schwedische Pendant zu Cape Canaveral. Wir besuchen die Region zwischen Kiruna und Riksgränsen, in der auch die „Lapporten“ liegt. Wie ich finde, eine der schönsten Gegenden Schwedens. Ich stelle euch eine samische Sängerin vor, die sich auch sehr für die Rechte der samischen Minderheit engagiert.

Im Ájtte-Museum in Jokkmokk

Im Ájtte-Museum in Jokkmokk

Etwas Kultur muss auch sein, deswegen gibt es eine Privatführung mit einem der Betreiber des Gitarren-Museums in Umeå . Dazu ein Besuch des „Ájtte“, dem Svenskt fjäll- och samemuseum.

Snöscoter und Torneälven

Und auf zwei Dinge freue ich mich persönlich ganz besonders. Zum einen eine Fahrt mit dem Snöscoter (Schneemobil) zwischen Tjautjas und Kaitum, zum anderen auf die Fahrt den Torneälven entlang. Der Torneälven wäre nicht wirklich etwas Besonderes, wäre er nicht der letzte und der nördlichste der großen Flüsse in Schweden, die ich besuchen wollte.

The Beast

The Beast

Und gäbe es denn eine Straße entlang des Flusses, wie zum Beispiel am Klarälven. Zudem rechne ich demnächst mit dem ersten Schnee. Aber ich habe ja Schneeschuhe und das MTB dabei, dazu eine vierbeinige Begleiterin und ein vierrädriges „Beast“ an meiner Seite. Da die Tour erst noch gefahren werden soll, seid ihr so zu sagen „live“ dabei… Die ersten Nordlichter waren auch schon zu sehen.

Kommentare gerne gesehen

Jetzt seid ihr natürlich alle gespannt und neugierig. Hoffe ich doch? Deswegen gibt es den ersten Beitrag schon am Samstag.

Und ich persönlich würde jetzt gerne einmal von euch wissen, ob euch das Alles auch interessiert. Schließlich will ich euch nicht quälen mit langweiligen Beiträgen. Ich freue mich über eure Kommentare bei Facebook

(Bilder & Text: Jörg Solheid/Go North-The Beast; Andere Bildquelle: Wikipedia)

 

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Das Nobel-Museum in Stockholm

Oftmals sind spontane Entschlüsse ja die besten. Ich befand mich eigentlich schon wieder auf dem Rückweg zu meiner mobilen Behausung, als mir mitten in Gamla Stan ein Transparent in die Augen fiel: Nobel Museum.

Alfred Nobel

Alfred Nobel

Zeit zur Besichtigung war noch genügend, bezahlt war der Eintritt mit dem Stockholm-Pass auch schon, und generell schadet ein Mehr an Bildung ja auch nicht. Also enterte ich kurzentschlossen das Museum. Und war zunächst etwas überrascht, dass nicht das zu sehen war, was ich eigentlich erwartet hatte. Um es vorweg zu nehmen: Eigentlich müsste dieses Museum „Nobel-Preis-Museum“ heißen. Und bei einem Blick auf die Internet-Präsenz des Museums wird das auch schnell klar (Nobelprizemuseum). Hier geht es also nicht um den guten, alten Alfred, sondern um die Gewinner des von ihm gestifteten Nobelpreises. Und zwar alle. Mit dieser Erkenntnis war auch klar, dass die verbleibende Zeit bis zur Schließung des Museums knapp werden könnte…

Fast zu übersehen

Das Nobel-Museum befindet sich mitten in der Stockholmer Altstadt Gamla Stan am Stortorget, dem Marktplatz. Es ist untergebracht im Gebäude der ehemaligen Börse.

Und außer dem bereits erwähnten Transparent wies nichts darauf hin, dass sich in dem Gebäude das Nobel-Museum befindet. Man kann es tatsächlich übersehen. Das könnte sich aber bald ändern. Nach meinen Informationen wird derzeit kräftig umgebaut. Weshalb es vom 17. September bis zum 4. Oktober einen reduzierten Eintrittspreis gibt. Am 5. Oktober öffnet außer dem eine neue Ausstellung, „For the Greatest Benefit to Humankind“.

Interessantes Ambiente

Als ich dann das Museum betrat, wurde ich doch positiv überrascht. Das Innere des Museums ist leicht abgedunkelt, was aber nicht negativ ist. Es schafft ein ganz besonderes Ambiente. Ich möchte es fast „edel“ nennen.

Der Eingang zum Nobel-Museum

Der Eingang zum Nobel-Museum

Man findet tatsächlich Informationen über jeden bisherigen Nobelpreisträger. In einem Bereich gibt es eine Art Bibliothek, in der Bücher über oder von den Preisträgern zu finden sind. Und natürlich darf man diese Bücher lesen. Es gibt Ausstellungen zu bekannten Preisträgern wie Marie Curie oder Winston Churchill. Derzeit gibt es eine spezielle Ausstellung zu Martin Luther King. Ein kleines Kino, in dem Filme über die verschiedenen Preisträger wie auch über Alfred Nobel gezeigt werden, gehört ebenfalls zum Museum. Mir gefiel besonders die permanente Ausstellung „Cultures of Creativity“.

Die Ausstellung "Cultures of Creativity"

Die Ausstellung „Cultures of Creativity“

Darin geht es einmal nicht um einzelne Personen, sondern um die Umstände, unter denen Ideen für einen Nobelpreis geschaffen werden oder wurden.

Als ich das Nobel-Museum besuchte, war es -trotz seiner Lage inmitten der Altstadt- nicht überlaufen. Das mag zum einen an der doch schon fortgeschrittenen Uhrzeit gelegen haben. Zum anderen auch daran, dass das Nobel-Museum nicht auffällig beworben wurde. Wie bereits erwähnt, könnte sich dies aber in Zukunft ändern.

Spezielle Eintrittspreise und Öffnungszeiten

Ihr erreicht das Museum in einem strammen Fußmarsch von der Centralstation in etwa dreißig Minuten. Das klappt aber nur, wenn ihr euch unterwegs nicht von den Würstchen-Verkäufern aufhalten lasst. Oder ihr nehmt die U-Bahn bis Gamla-Stan oder den Bus. Die „Hop-On-Hop-Off“-Busse bringen euch ebenfalls bis fast vor die Tür des Nobel-Museums. Vergesst private Fahrzeuge. Es sei denn, es sind Fahrräder…

Die Bibliothek im Nobel-Museum

Die Bibliothek im Nobel-Museum

Und das Gute: „Kinder“ bis 18 Jahre haben freien Eintritt. Freien Eintritt haben auch die unter euch, die im Besitz eines „Stockholm-Pass“ sind. An dieser Stelle muss ich zugeben, dass ich das Nobel-Museum wohl nicht besucht hätte ohne diesen Pass. Und das mir ganz sicher etwas entgangen wäre. Der Eintritt kostet derzeit 120 Kronen für Erwachsene. In der Woche, in der die Nobelpreisträger bekannt gegeben werden, ist der Eintritt frei. Das ist 2019 in der Woche von 7. bis zum 14. Oktober. Zudem wurde für die Zeit vom 17. September bis zum 4. Oktober der Eintrittspreis auf 60 Kronen reduziert. Die Öffnungszeiten variieren je nach Saison. Darüber informiert ihr euch am besten direkt auf der Internet-Seite des Museums. Den Link zur Internet-Seite findet ihr HIER , zum „Stockholm-Pass“ HIER.

Der Vollständigkeit halber: Es gibt natürlich in Schweden ein Museum, welches Alfred Nobel ganz allein gewidmet ist. Nur findet ihr dies nicht in Stockholm. Um es zu besichtigen, müsst ihr euch ein ganzes Stück weiter westlich bewegen. Genauer gesagt, bis nach Karlskoga im Värmland. Das sind etwa 250 Kilometer. Für Informationen zu diesem Museum klickt ihr HIER

(Text & Bilder: Jörg Solheid/Go North-The Beast)

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Ganz schön alt – Gamla Uppsala

Etwa siebzig Kilometer nördlich der schwedischen Hauptstadt Stockholm liegt Uppsala. Die meisten Schwedenfans kennen Uppsala als Universitätsstadt mit durchaus sehenswertem Stadtkern. Doch nur wenige Kilometer weiter nördlich liegt Gamla Uppsala, gemeinhin mit Alt-Uppsala übersetzt. Was auch so stimmt, denn Gamla Uppsala ist nicht, wie man vielleicht annehmen könnte, die Altstadt von Uppsala, sondern deren direkte Vorgängerin.

Ich will euch nicht mit Geschichtsdaten unnötig langweilen. Die findet ihr auch im Internet bei den üblichen Quellen. Ein paar Infos dazu müssen aber doch sein. Denn die Anfänge gehen bis in das fünfte Jahrhundert zurück.

Die Kirche mit dem Grab von Anders Celsius

Die Kirche mit dem Grab von Anders Celsius

Gamla Uppsala war religiöses und machtpolitisches Zentrum. Die ersten Schwedenkönige regierten von hier aus. Nach der Christianisierung wurde Gamla Uppsala 1164 sogar Erzbischofssitz. Erst nach dem 1240 die Bischofskirche abbrannte, wurde der Bischofssitz 1273 in das heutige Uppsala verlegt. An der Stelle des ehemaligen Bischofssitzes wurde eine sehr viel kleinere Kirche errichtet. Dort ist auch das Grab von Anders Celsius.

Am Rande von Gamla Uppsala findet ihr das riesige Gräberfeld mit etwa 3000 Gräbern aus der Eisenzeit. Außer dem mehrere große Grabhügeln, einem Tinghügel und Bootsgräber aus der Wikingerzeit. Ich erwähne diese Dinge auch nur, weil dieser Beitrag sich im Wesentlichen auf diesen geografischen Bereich konzentriert.

Wenn ihr von der Autobahn E4 kommend in Richtung Gamla Uppsala fahrt und auf dem Weg schöne, alte Häuser oder markante Bauwerke erwartet, werdet ihr enttäuscht werden. Als kleine Entschädigung dafür gibt es jedoch, in Laufentfernung vom Gamla-Uppsala-Museum, das Freilichtmuseum Disagården mit Gebäuden aus dem 16. bis 19. Jahrhundert. 

Der Eingang zum Gamla-Uppsala-Museum

Der Eingang zum Gamla-Uppsala-Museum

Das findet ihr aber nur, wenn ihr vorher nicht den kleinen Parkplatz des Museums übersehen habt. Sucht euch ein schattiges Plätzchen. Denn bei echtem Interesse werdet ihr mehrere Stunden unterwegs sein. Vielleicht auch eine gute Gelegenheit, vorher den kleinen Verkaufsstand mit frischen Beeren zu besuchen, den man dort regelmäßig finden kann. Die Beeren schmecken wirklich gut, ich kann aber nicht für den biologischen Anbau der Ware garantieren…

Das erste Hügelgrab in Gamla Uppsala. 70 Meter im Durchmesser

Das erste Hügelgrab in Gamla Uppsala. 70 Meter im Durchmesser

Schon vom Parkplatz aus kann man die bereits erwähnte Kirche und die ersten der Grabhügel sehen. Der Zugang zum Gräberfeld und zum Kirchengelände ist jederzeit möglich und frei. Der Eintritt zum Museum kostet 80 Kronen. Einmal bezahlt, könnt ihr das Museum innerhalb eines Jahres so oft besuchen, wie ihr wollt. Und ihr wollt es unbedingt besuchen! Aus meiner Sicht ist es taktisch am klügsten, zunächst das Museum zu besichtigen. Denn dort ist in den Sommermonaten der Startpunkt für Führungen durch das Museum und über das angrenzende historische Gelände. Ihr solltet die Größe des Geländes und damit auch die Dauer der Führung nicht unterschätzen. Ihr seid eine ganze Zeit unterwegs.

Das Innere des Gamla-Uppsala-Museum

Das Innere des Gamla-Uppsala-Museum

Nehmt ihr nicht an einer Führung teil, dann erhaltet ihr in jedem Fall schon die eine oder andere Information für die spätere Wanderung. Außer dem gibt es dort ein Café für eine kleine Stärkung. Das Museum hat die Form eines Wikinger-Langhauses und ist sehr hell und übersichtlich gestaltet.  Über zwei Etagen bietet es alle Informationen zu den Mythen, Sagen und archäologischen Besonderheiten von Gamla Uppsala. Und sehr interessante Artefakte. Eine Kinderecke gibt es übrigens auch.

Wenn euch die Geschichte dieses Ortes interessiert, solltet ihr wenigstens eine gute Stunde einplanen. Das Museum liegt nur wenige Meter von den großen Grabhügeln entfernt. Auf dem Weg dorthin kommt man unweigerlich am „Sockenmuseum“ vorbei. Es hat von Mai bis August an den Wochenenden geöffnet und der Eintritt ist frei. Wenn ihr nun aber glaubt, ihr könntet im „Sockenmuseum“ möglicherweise dem Geheimnis auf die Spur kommen, warum ihr immer ein Paar Socken in die Waschmaschine gebt, um am Ende nur eine Socke wieder heraus zu holen, werdet ihr enttäuscht. 

Der Eingang zum Sockenmuseum

Der Eingang zum Sockenmuseum

Im Schwedischen bedeutet „Socken“ so etwas wie Gemeinde oder Kirchspiel. Ihr steht also vor dem Gemeindemuseum. Und dieses wird daher auch vom örtlichen Heimatverein betrieben.

Hat man die Grabhügel von Gamla Uppsala erreicht, erkennt man: Die sind wirklich riesig! Die ersten drei Hügel haben alle einen Durchmesser von fünfzig bis siebzig Metern. Und eine Höhe von etwa sieben Metern. Dabei waren sie schon mal höher. Heute werden daher Besucher gebeten, die Grabhügel nicht mehr zu betreten. Mythen besagen, in den Gräbern liegen die drei Gottheiten Thor, Odin und Frey begraben. Was aber zumindest nicht auf Thor zutreffen kann. Den habe ich vor kurzem erst im Fernsehen gesehen. Archäologen glauben daher auch, es liegen drei frühe Könige aus dem Geschlecht der Ynglinger dort begraben. Ich persönlich tendiere eher dazu, den Wissenschaftlern Recht zu geben. Der vierte Hügel ist ein Tinghügel, war also eine Versammlungsstätte. Hier soll auch der spätere König von Schweden, Gustav I. Vasa, gesprochen haben. Wahrscheinlich noch, bevor er auf seiner Flucht vor den Dänen im 16. Jahrhundert so ganz nebenbei den Vasalauf erfand. 

Das Restaurant "Odinsborg"

Das Restaurant „Odinsborg“

In unmittelbarer Nähe des Gräberfeldes von Gamla Uppsala steht auch die Kirche mit dem Grab von Celsius. Die gesamte Anlage wird gut gepflegt und auch für Veranstaltungen des Heimatvereins genutzt. Habt ihr alles besichtigt, kann ich euch noch das Restaurant Odinsborg empfehlen, ganz in der Nähe der Kirche. Hier gibt es gutes Essen in gemütlicher Atmosphäre. Zu moderaten Preisen. Gamla Uppsala erreicht man mit dem Auto am besten über die E4 oder von Uppsala aus bequem und schnell mit dem Bus.

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Skissernas Museum – Von der „Geburt eines Kunstwerks“

Skissarnas museum

Der internationale Saal im Skissernas Museum in Lund. Foto: Bengt Oberger /https://commons.wikimedia.org/ (CC BY-SA 4.0)

Das Skissernas Museum im südschwedischen Lund ist in seiner Art ein einzigartiges Kunstmuseum. Für gewöhnlich zeigen Kunstausstellungen vollendete Werke, das Ergebnis künstlerischen Schaffens. Genau um diesen Schaffensprozess oder um die „Geburt eines Kunstwerks“, wie es sein Gründer nannte, dreht sich das Skissernas Museum.

Das Skissernas Museum einfach als „Skizzenmuseum“ zu übersetzen, wäre etwas zu kurz gegriffen. In vollständiger Form heißt es Museum für den künstlerischen Prozess und öffentliche Kunst. Außer Museum ist es, wie in seiner Gründungszeit, ein Archiv.

Als „Archiv für dekorative Kunst“ gegründet

Das Skissernas Museum wurde 1934 von Ragnar Josephson, seinerzeit Professor für Kunstgeschichte an der Universität Lund, begründet. Mit der Absicht den kreativen Prozess, den Weg eines Künstlers von einer Idee über den ersten Entwurf bis zum vollendeten Werk zu veranschaulichen, richtete Josephson das „Archiv für dekorative Kunst“ an der Fakultät für Kunstgeschichte ein.

Den Anfang machten gekaufte Postkarten dekorativer Kunst. Dann, angetan von der Idee, fand sich in Prinz Eugen von Schweden, der sich der Malerei widmete, erste Spender für das Archiv. Weitere Künstler spendeten oder gaben zu niedrigen Preisen ihre Entwürfe an das Archiv. Die Sammlung wuchs stetig, sodass die Universität Lund Räumlichkeiten eines ausgedienten Hochschulgebäudes zur Verfügung stellte.

Damit konnte 1941 die Sammlung erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Skissernas Museum beherbergt rund 30.000 Objekte

Das heute noch mit der Universität Lund verbundene Museum beherbergt die weltweit bedeutendste Sammlung von Skizzen, Vorstudien und Modellen. Diese Sammlung umfasst Werke beziehungsweise deren Vorstufen nationaler wie internationaler Künstler, darunter Isaac Grünewald, Sigrid Hjertén, Henri Matisse, Pablo Picasso oder die für ihre Wandbilder bekannten Mexikaner Diego Rivera und David Alfaro Siqueiros.

Zusammen genommen birgt das Skissernas Museum rund 30.000 Objekte von rund 1.000 Künstler aus 30 Ländern. Wobei die Sammlung auch weiterhin beständig wächst. Daneben archiviert das Museum schon seit seiner Gründung Korrespondenzen von Künstlern und bewahrt Beschreibungen und Fotografien, die das Werden eines Kunstwerks dokumentieren sowie rund 150.000 Artikel über öffentliche Kunst aus inländischen wie internationalen Zeitungen und Zeitschriften seit den 1930er Jahren.

Beständige bauliche Erweiterung

Mit dem stetigen Wachsen der Sammlung und der Archive einher geht die bauliche Erweiterung des Museums. So wuchs das Skissernas Museum zu einem Verbund verschiedener Gebäude aus unterschiedlichen Zeiten, wobei der älteste Teil von 1882 stammt. Dagegen wurde erst zu Beginn dieses Jahres ein moderner Anbau mit großzügigem Eingangsbereich eingeweiht.

 

 

https://www.skissernasmuseum.se/

Autor(in): Mathias Grohmann – mathias_grohmann@web.de

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Forsvik – 600 Jahre Industriegeschichte

Industriemuseum Forsviks Bruk

Industriemuseum in Forsvik: „Forsviks Bruk“. Foto: Harri Blomberg /https://commons.wikimedia.org/ (CC BY-SA 3.0)

Forsvik ist ein kleiner, etwas mehr als 300 Einwohner zählender Ort zwischen Schwedens großen Seen Vänern und Vättern. Vor Jahrhunderten schon wurde hier Mehl gemahlen. Holz-und Eisenverarbeitung kamen hinzu – und der Götakanal. Forsvik ist einer der ältesten industriellen Orte Schwedens: Forsviks Bruk beschreibt die rund 600-jährige Industriegeschichte des Ortes.

Forsvik liegt rund zehn Kilometer nordwestlich von Karlsborg, am Übergang des Sees Viken in den Bottensjö. Die Kraft des Wassers, zunächst in Form des Gefälles zwischen den beiden Gewässern bildete die Grundlage für Forsviks industrielle Geschichte, die im Mittelalter ihren Anfang fand. (mehr …)

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Moderna Museet Malmö

Moderna Museet Malmö

Das Moderna Museet Malmö, 2010. Foto: Little Gun /https://commons.wikimedia.org/

Das Moderna Museet Malmö sei eine der schönsten Ausstellungsflächen Schwedens. Eine Aussage, die sicher nicht ganz uneigennützig getroffen wird. Auf jeden Fall gehört das Museum zu den bemerkenswertesten Kultureinrichtungen Malmös und zu den bedeutendsten Museen für moderne und zeitgenössische Kunst Europas.

Das Museum für moderne und zeitgenössische Kunst in Malmö wurde 2009 eröffnet. Es ist ein Ableger des staatlichen Moderna Museet in Stockholm, oder besser der zweite Standort neben Stockholm. Denn auch wenn Malmö vom Austausch mit dem „Muttermuseum“ und dessen Sammlung – die Namen wie Dalí, Kandinsky oder Picasso beinhaltet – profitiert, so gestaltet das Moderna Museet in Malmö sein Programm in eigener Verantwortung. (mehr …)

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Gamla Linköping – Zeitreise ins alte Linköping

Hauptplatz Gamla Linköping

Gamla Linköping: Der zentrale Platz mit Post und Polizeimuseum (rechts) und einem Café (links). Foto: Clemensfranz / https://commons.wikimedia.org/ (CC BY-SA 3.0)

Gamla Linköping entführt Besucher zu einer Zeitreise. Zurück ins alte Linköping. Zurück ins südschwedische Kleinstadtleben, wie es sich um 1900 darbot. Gamla Linköping ist ein Freilichtmuseum. Eines, das mit seinen Gärten, Läden und Handwerk, Cafés und heute noch zumindest teilweise bewohnten Holzhäusern wie lebendiger historischer Stadtteil anmutet.

Rund zwei Kilometer westlich des Zentrums der Universitäts- und Industriestadt Linköping können Besucher in das Leben einer schwedischen Kleinstadt, wie es sich vor rund 100 Jahren darstellte, eintauchen. (mehr …)

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Neues Ikea-Museum

Wer noch nach interessanten Ausflugszielen für den kommenden Schwedenurlaub sucht, hat bald eine Attraktion mehr zur Auswahl. Ende Juni eröffnet im schwedischen Älmhult das weltweit erste Ikea-Museum. Begeben Sie sich mit Ikea auf eine Reise durch die Zeit.

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Schloss Kalmar

IMG_4520Die Geschichte von Schloss Kalmar beginnt im 12. Jahrhundert. Damals wurde ein Verteidigungsturm gegen Piraten und andere Feinde an dem Platz errichtet, an dem das Schloss heute steht, nämlich auf einer Halbinsel an der Ostsee, umgeben von einem heute mit Gras überwachsenen Burggraben. Zu jener Zeit wurde Kalmar offiziell zur Stadt ernannt. Unter der Regentschaft von König Magnus Barnlock wurden Ende des 13. Jahrhunderts mehrere Türme und eine Ringmauer gebaut. Durch den Eingang, der sich im großen Turm befindet, gelangte man damals wie auch heute noch ins Schloss. Bei seiner Fertigstellung war das Schloss Kalmar eines der modernsten Gebäude Schwedens.

Während mehreren Jahrhunderten war Schloss Kalmar eine mächtige Festung. Das Schloss lag dank seiner Nähe zu Dänemark strategisch günstig. Bis 1658 waren Schonen, Bleckinge und Halland dänisches Territorium, bis es von den Schweden erobert wurde.

Im Mittelalter war das wichtigste Ereignis in Kalmar die Bildung der Kalmarer Union. Im Jahr 1397 wurde innerhalb der Schlossmauern das erste Abkommen von Vertretern von Dänemark, Norwegen und Schweden unterzeichnet. Königin Margaret war die große Treiberin dieser Union. Die Absicht war, die drei Königreiche in einer einzigen Monarchie mit gemeinsamer Außenpolitik näher zusammen zu bringen. Diese starke Allianz würde ein Gegengewicht zur politisch mächtigen Gemeinschaft der deutschen Stadtstaaten der Hanse bilden. Die Union wurde erst mit der Krönung Gustav Vasas im Jahre 1523 aufgelöst.

Schloss Kalmar war der erste Aufenthaltsort für Gustav Wasa nach seiner Flucht aus Dänemark. Es gibt deswegen auch einen Brunnen und ein Monument zu seinen Ehren. In der Zeit der frühen Vasakönige wurde die mittelalterliche Festung in einen Renaissancepalast nach dem Vorbild europäischer Höfe umgebaut. Der damalige Stil wurde in vielen Teilen des Schlosses bis heute beibehalten. Die Könige dieser Zeit heuerten berühmte Künstler und Zimmerleute an, um das Schloss zu modernisieren. In der Goldenen Halle befindet sich die goldene Decke, heute einer der besterhaltenen Schätze von Schloss Kalmar.

Nach dem Friedensvertrag von Roskilde im Jahr 1658 verlor Schloss Kalmar seine Bedeutung als wichtigste militärische Bastion Südschwedens. Königlicher Besuch wurde selten und sogar die luxuriösesten Zimmer des Schlosses wurden für weniger vornehme Zwecke verwendet. So wurden einige Räume zu Verließen, Lagerräumen und sogar eine Distillerie fand dort für kurze Zeit Platz.

Das Schloss Kalmar ist ein bedeutendes Wahrzeichen der Stadt. Historisch betrachtet war es Schauplatz bedeutender internationaler Politik, höfischer Intrigen, feuriger Belagerungen und heftiger Kämpfe. Heute ist das Schloss Kalmar ein lebhafter und wandlungsfähiger Ort, der von vielen Leuten besucht wird.

Im Sommer wird das Schloss ganz in Kinderhand gegeben. Die Mädchen können sich als Prinzessinnen verkleiden und sogar eine echte treffen. Die Jungs, oder natürlich auch Mädchen können den schwarzen Ritter zum Kampf auffordern und eine Ritterprüfung mit verschiedenen Aufgaben ablegen. Am Schluss werden sie feierlich zum Ritter geschlagen und erhalten eine Urkunde und eine Kette. Auch eine spannende Schatzsuche steht auf dem Programm.

Schloss Kalmar ist also wirklich für die ganze Familie einen Besuch wert, der sich auch gerne immer wieder wiederholen lässt.

 

 

 

 

Autor(in): Karin – kainer@sfw-media.com

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Wadköping – Vom alten Örebro

Freilichtmuseum Wadköping

Freilichtmuseum Wadköping, Örebro: Idyll am Svartån. Foto: gula08/ flickr.com (CC BY-ND 2.0)

Wadköping scheint einem Bilderbuch entsprungen: Kopfsteinpflaster, alte Holzhäuser und Höfe, mal prächtig, mal geduckt und etwas windschief erscheinend. Natürlich mangelt es nicht roter Farbe. Grüne Umgebung. Ruhig fließt der Svartån vorbei. Dabei haben die Gebäude eine Menge zu erzählen – Geschichte und Geschichten des alten Örebro.

Es ist nur ein kleiner Spaziergang am Svartån entlang vom modernen Örebro ins historische Örebro, ins Freilichtmuseum Wadköping. Genauso lässt sich vom Kulturzentrum oder von einer Museumsstadt Wadköping sprechen. Wie eine kleine Stadt in der Stadt präsentieren sich Gebäude unterschiedlicher Epochen und zeigen das alte Örebro. In dem es nicht immer so idyllisch zuging, wie im heutigen Museum. (mehr …)

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