Nyköping

Nyköping, eine kleine und vielleicht eher unbekannte, aber deswegen noch lange nicht unbedeutsame Stadt in Schweden! Vor allem in mittelalterlichen Zeiten war Nyköping eine der wichtigsten Städte in ganz Schweden. Grund dafür war, dass die Stadt einen Hafen hatte, und deswegen eine der bedeutsamsten Handelsorte zu dieser Zeit.

Auch durch das Schloss „Nyköpingshus“ erlangte Nyköping Bekanntheit, residiert hier nicht zuletzt Karl IX! Erbaut wurde es von dem schwedischen König Magnus Ladulås und seinem Sohn Erik im 12. Jahrhundert. Über Jahre hinweg wurde das „Nyköpingshus“ weiter ausgebaut, bis es zu einer der stärksten Burgen im ganzen Land zählte. 1317 wurde sie zum Schauplatz des „Gastmahles von Nyköping“, bei dem sich schwedische Herzöge und Eriks Bruder, Birger, einen Machtkampf lieferten.

Nyköping

Nach dem Tod Eriks ein Jahr später, wurde die Burg fast völlig zerstört, allerdings ca. 50 Jahre später wieder aufgebaut und schlussendlich unter Karl IX zu einem Renaissanceschloss erweitert (16. Jahrhundert). Nach einem enormen Feuer 1665, bei dem die Stadt größtenteils vernichtet wurde, wurde auch „Nyköpingshus“ zerstört. Danach wurde es nicht mehr richtig aufgebaut, nur noch als Gefängnis genutzt und nun ist es Teil des „Sörmlands museum“. Auch verschiedene Feiern, wie z.B.: Valborgsmessafton (Walpurgisnacht), Feiern zum  Nationalfeiertag oder verschiedene Schulschlussfeiern, finden auch immerwieder dort statt.
Heutzutage ist Nyköping die Hauptstadt der Region Södermanland, und durch die Nähe zu Stockholm  wurde es zu einem starken Einzugsgebiet. Nyköping liegt ungefähr 100 km südlich von Stockholm an der E4 und hat seinen eigenen Flughafen, den Skavsta Airport, der bis vor ein paar Jahren ausschließlich Militärflughafen war. Doch dann entdeckte die Ryanair diesen Flughafen für sich und seit dem reisen ungemein viele Touristen preisgünstig nach Schweden!

Doch sollte man Nyköping nicht nur als Zwischenstopp auf der Reise nach Stockholm nutzen! Die liebliche Innenstadt mit den zahlreichen Restaurants, Cafés und kleineren Geschäften ist absolut sehenswert, genauso wie der Hafen, der von Mai bis September geöffnet hat und in dem sich zur Sommerzeit das Leben abspielt! An den sommerlichen Mittwochen kann man sich als Tourist schon so manchmal fragen ob man wirklich in Schweden ist oder ob man nicht doch im falschen Flieger gesessen hat und schlussendlich irgendwo in Amerika gelandet ist! Denn jeden Mittwochabend im Sommer schwirrt es in der Stadt nur so vor alten amerikanischen Autos, die alle auf dem Weg zum Hafen sind um dort ihren wöchentlichen Treff abzuhalten und sich dort zur Schau stellen! Auch unter dem Rest des Jahres treffen sich viele Autofans mit ihren Mustangs und Cadillacs an verschiedenen Plätzen in Nyköping. Wer also großes Interesse an alten Autos hat, der ist hier genau richtig!

Nyköping

Auch in der Umgebung von Nyköping lassen sich so einige interessante Plätze finden, vor allem was die Natur anbelangt. Ein beliebtes Ausflugziel für sonntägliche Spaziergänge sind die „labro änger“ ein Naturschutzgebiet am Rande der Stadt, oder auch Femöre, ein wunderschönes Fleckchen Natur an der Ostküste Schwedens, ungefähr 20 Minuten östlich von Nyköping. Auf dieser Halbinsel befindet sich auch die „Femöre Festung“, ein geheimer Küstenartilleriebunker aus der Zeit des Kalten Krieges. Erst 1998 stellte die Festung ihren Betrieb ein, 2003 dann wurde sie als Museum umfunktioniert. Nun kann man in den Sommermonaten täglich, und während des Restes des Jahres am Wochenende, eine Führung durch das 450 m lange Tunnelsystem machen, Kanonen bestaunen und nachfühlen wie es war in dieser Festung, die Platz für 70 Soldaten barg, zu leben. Auch die Wanderwege oberhalb der Erdoberfläche können sich zeigen lassen, hier kann man z.B.: zu einem Leuchtturm spazieren, der am Rande der Küste positioniert ist, und von dort aus auf das offene Meer Richtung Finnland schauen!

Noch größer und idyllischer ist das Naturreservat „Stendörren“ in der Nähe von Tystberga, ungefähr 30 Minuten nördlich von Nyköping. Einige Szenen der Inga Lindström Filme wurden hier gedreht, denn die Landschaft hier ist typisch schwedisch! Dunkelblaues Meer, dazwischen kleinere Inseln mit roten Häuschen und viel Wald, hie und da ein Schiff das durch den Schärengarten segelt…wer einmal dort war wird immer wieder hinfahren! Im Sommer kann man dort baden gehen, picknicken oder einfach herumwandern, und auch im Winter ist es ein beliebtes Ausflugziel! Der „Naturum“, ein kleines Häuschen inmitten des Gebietes, gewährt Einblicke in die reiche Natur der Ostsee und auch in die Entwicklung der Küste Södermanlands.

Nyköping

Fährt man noch ein paar Kilometer weiter nördlich, so gelangt man in das wunderschöne Städtchen „Trosa“, welches vorallem in der Weihnachtszeit an Schönheit und Gemütlichkeit kaum zu übertreffen ist! Auf Grund dessen, ist auch Trosa (genauso wie Nyköping!) ein beliebter Drehort der „Inga Lindström“ Filme! Jedes Jahr wird an diesen zwei Orten ein Grossteil der Filme gedreht, sei es im Theater von Nyköping oder am Hafen von Trosa, beides kann man auch in Realität besuchen, vielleicht nicht gerade immer bei ungetrübtem Sonnenschein, aber trotzdem verlieren die Plätze nichts von ihrer typisch-schwedisch idyllischen Art!

Nyköping ist auf jeden Fall einen Halt bei einer Schwedenreise wert, ob geschichtlich interessiert oder naturverbunden, alleine oder mit Familie unterwegs, in Nyköping findet sich immer etwas Spannendes!

(Autor: Barbara Angerer)

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