Der Schwede und seine Kaffeepause (fika)

Der Schwede trinkt gerne und reichlich Kaffee. Und seine Kaffeepause (fika) am Arbeitsplatz ist ihm heilig.
Aber weshalb erscheint das so außergewöhnlich? In Deutschland und anderswo wird ja auch Kaffeepause gemacht.
Ich schreibe diesen kleinen Artikel über die „geheiligte“ Kaffeepause aus folgendem Grund: Mona, meine Partnerin, ist beim Spazierengehen ausgerutscht und hatte sich den Oberarm gebrochen. Wir sind dann ins nächstgelegene Krankenhaus zur Notaufnahme gefahren. So weit so gut. An der Aufnahme wurden erst mal die Patientendaten aufgenommen und 150,- Kronen Selbstbeteiligung kassiert. Mona wurde derweil gebeten, Platz zu nehmen. Das Wartezimmer war leer, ab und zu gingen weiß gekleidete Frauen und Männer vorbei, lächelten freundlich und grüßten. Auf der anderen Seite des Raumes konnte man durch Fenster sehen, dass dort etwa 20 Personen an Tischen saßen und Kaffee tranken. Einige schauten auch mal durch die Fenster hinaus ins Wartezimmer, mehr geschah aber auch nicht. Es war ja schließlich Kaffeepause.
Mona hatte ziemliche Schmerzen. Aber keiner fand sich in der Lage, sich nach ihr zu erkundigen. (Das Wort Notaufnahme schien wohl nur auf dem Papier bzw. am Türschild zu existieren).

Schließlich, nach fast einer halben Stunde, keimte Hoffnung in uns und vor allem in Mona auf – die Leute standen von ihren Stühlen auf, die Türe öffnete sich, die Kaffeepause war beendet. Alle kamen nacheinander zur Türe heraus und – lächelten und grüßten freundlich. Aber keiner kam zu uns, sondern sie gingen die einzelnen Gänge entlang. Wir fragten nochmals an der Rezeption nach und bekamen zur Antwort, dass gleich ein Arzt kommen würde. Der kam dann auch, allerdings nach rund weiteren 20 Minuten Wartezeit…!
Hier in Schweden wird oft erzählt und berichtet, dass schon sehr viele Patienten in den Wartezimmern gestorben sind, eben, weil sie zu lange warten mussten, bis sie ärztlich versorgt wurden – das liegt allerdings nicht nur an der Kaffeepause, aber das ist ein anderes Thema.)

Man merkt auch anderswo deutlich, wie wichtig der Kaffee und die Kaffeepause hier in Schweden sind. Finden Seminare, Veranstaltungen, Besprechungen, Kurse und dergleichen statt, wird in den Vorankündigungen und Einladungen immer groß und fett gedruckt: „fika ingår“ (Kaffee inbegriffen). Dazu gibt es oftmals auch ein „smörgås“, ein belegtes Brötchen. Und manchmal beginnt die Veranstaltung sogar zuerst mit fika, wobei bei ganztägigen Veranstaltungen noch eine zweite und dritte folgen, von der Mittagspause ganz abgesehen. Oftmals beanspruchen „fika med smörgås“ etwa 1/3 der Veranstaltungszeit. Fazit: will man hier Kunden anlocken und gewinnen, einfach fika anbieten, fast so wie in Deutschland mit Freibier.

(Autor: Klaus Ebel)

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