Gemütliches Reisen in Schweden mit der Inlandsbahn

Inlandsbana. Aus Wikipedia. Fotograf: Gunnar1m

Inlandsbana. Aus Wikipedia. Fotograf: Gunnar1m

 

Reisen mit der Inlandsbahn. Das bedeutet zwei Tage gemütliches Reisen durch die schwedische Landschaft. Die Inlandsbana, wie sie auf Schwedisch heißt, verläuft genau genommen über ca. 1300 km von Kristinehamn im Süden bis Gällivare im Norden. Die „eigentliche Inlandsbana“, die bekannte und beliebte Strecke, die auch heute noch in Betrieb ist, ist aber Abschnitt zwischen Mora in Dalarna und Gällivare in Norrbotten.

Der Bau der Inlandsbahn begann zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Am Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Schweden zu einer Industriegesellschaft und eine Voraussetzung dafür war die Verbesserung der Verkehrswege.
Die ersten Bahnlinien in Schweden wurden bereits ab 1840 gebaut und dabei wurden zunächst die Hauptlinien angelegt. Schließlich ging man aber auch dazu über, abgelegene Gebiete mit der Eisenbahn zu erschließen. Nachdem die südlichen und nördlichen Regionen ausgebaut waren, entstand die Inlandsbahn in den Jahren von 1907 bis 1937.
Die Inlandsbahn führte durch die endlosen Wälder Schwedens. Mit der Bahn sollte das Holz transportiert werden und Sägewerke sollten entlang der Inlandsbahn errichtet werden. So werden auch heute noch Holz, Waren und auch Bodenschätze mit dieser Bahn befördert. Ab Gällivare schließt sich dann die Erzbahn an die Inlandsbahn an. Diese verbindet Gällivare und Kiruna, wo das Erz abgebaut wird, mit den Häfen in Luleå und Narvik.

Im Jahre 1990 wurde von der Regierung beschlossen, die Inlandsbahn stillzulegen. Daraufhin gab es heftige Proteste und schließlich übernahmen insgesamt 15 Anliegergemeinden die Inlandsbahn. Heute ist sie zu einer Touristenattraktion geworden.

In den Sommermonaten dient die Inlandsbahn vor allem dem Touristenverkehr. Man hat dafür heute auch spezielle Panoramawagen im Einsatz. So kann man die schwedische Landschaft auf einer gemütlichen Reise bequem vorbei ziehen lassen. Man genießt den Ausblick auf Wälder, Seen und Flüsse und die typisch schwedischen Häuschen, also die richtig schwedische Bilderbuchlandschaft. Auch in den Wintermonaten gibt es Verbindungen mit der Inlandsbahn, wenn auch nicht so häufig und nicht auf allen Strecken.

Die Inlandsbahn besteht eigentlich aus drei Abschnitten. Der südliche Abschnitt von Kristinehamn bis Mora wurde bereits in den 60iger Jahren stillgelegt. Heute fahren Touristen mit Fahraddraisinen auf den noch vorhandenen Gleisen.
Auf der mittleren Strecke zwischen Mora und Östersund fährt 2x täglich ein Zug in jeder Richtung und hier fährt man nun eigentlich durch die charakteristische schwedische Landschaft. In Östersund ist für die Reise mit der Inlandsbahn eine Übernachtung eingeplant. Und dann geht es weiter auf dem dritten, dem längsten Abschnitt, bis Gällivare. Hier ist man nochmal ca. 13 Stunden unterwegs. Diese Strecke wird täglich nur von einem Zug befahren. Der Wald wird hier nun lichter und man fährt durch Moorlandschaften. Kurz vor Jokkmokk geht es dann über den Polarkreis und weiter durch die lappländische Landschaft.

Der längste Stopp für die Passagiere der Inlandsbahn ist natürlich in Östersund, wo viele eine Übernachtung einlegen. Aber auch ansonsten wird die Fahrt unterwegs öfters unterbrochen, um Sehenswürdigkeiten anzusehen oder eine Mahlzeit einzunehmen. Die Fahrt mit der Inlandsbahn ist somit eine gemütliche, erholsame Urlaubsreise.

Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang der kleinste Bahnhof Schwedens, der sich hier an der Inlandsbahnstrecke befindet. Es handelt sich um die Station Buddnakk. Das Wartehäuschen ist hier etwa so große wie ein Toilettenhäuschen. Daneben befindet sich ein kurzer, hölzerner Bahnhof.

Die Inlandsbahn ist also nicht einfach irgendeine Bahnstrecke in Schweden, sondern eine richtig schöne, gemütliche Urlaubsfahrt für Schwedenliebhaber.

Autor(in): Heide – Heide.Walker@conductix.com

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