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Mit seinem Erstling „Jack“ um den Protagonisten Jack Råstedt gelang Lundell 1976 ein unglaublicher Erfolg. Das Buch wurde ihm förmlich aus den Händen gerissen und ist der bis heute erfolgreichste Debütroman in Schweden.

Der junge Stockholmer Jack genießt sein Leben in vollen Zügen, denn mit 30 ist der Spaß ja wahrscheinlich vorbei. Ohne Ausbildung und mit Hilfe von Gelegenheitsjobs hält er sich über Wasser. Er möchte frei sein und ist auf der Suche nach seinem Platz in, oder besser: außerhalb, der spießigen Gesellschaft. Nach unsteten Jahren mit viel Alkohol und Drogen findet er sich am Ende des Romans als angehender Musiker und Schriftsteller und zugleich am Ende einer Beziehung wieder. Auch heute noch macht das ganze Buch und insbesondere die Hauptfigur einen tiefen Eindruck auf den Leser.

„Jack“ wurde als Eintagsfliege abgetan, aber Lundell belehrte seine Kritiker eines Besseren und ist bis heute einer der erfolgreichsten Schriftsteller in Schweden. Seinen etwas unreifen Ton in „Jack“ hat er später abgelegt, aber seine sehr eindringliche Prosa ist geblieben. Auch grundlegende Themen Lundells wie die Spannung zwischen Künstlerdasein und Gesellschaft, Alkohol, Musik, das Mann-Frau-Verhältnis und Naturerleben finden sich schon in „Jack“.

Da er sich gerne und immer wieder mit den sehr zahlreichen Feministinnen in Schweden anlegt, ist Lundell für viele so etwas wie ein rotes Tuch. Per Olov Enquist zeigte sich, nachdem er sich mit „Värmen“ 2005 an sein erstes Buch von Lundell gewagt hatte, denn auch äußerst positiv überrascht und fragte sich, weshalb dieses nicht für den wichtigsten schwedischen Literaturpreis, den August-Preis, nominiert worden war. Er kam zu dem Schluss, dass dies in erster Linie der starken Feminismusbewegung geschuldet sei.

Ulf Lundell wurde 1949 in Stockholm geboren, war zweimal verheiratet und hat vier Kinder. Mittlerweile hat er zehn Romane, mehrere Gedichtsammlungen und inzwischen auch Theaterstücke geschrieben.
Auf die Frage, welche Schriftsteller für ihn als Autor die größte Bedeutung hatten, antwortete Lundell einmal: „Mark Twain und Jack Kerouac. Twain hat mich zum Lesen gebracht, Kerouac dazu, mich ans Schreiben eines Romans zu wagen.“

Mindestens genauso bekannt wie als Schriftsteller ist Lundell als Musiker. Sein bekanntestes Lied ist das Stück „Öppna landskap“, das sich in den 1980-ern viele als neue schwedische Nationalhymne wünschten.

(Autor: Björn Kohlhepp)

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