Västerbotten

Västerbotten ist eine historische Landschaft im Norden Schwedens. Sie liegt, wie schon der Name bedeutet, an der Westküste des Bottnischen Meerbusens und entspricht dem östlichen Drittel der heutigen Verwaltungsprovinz Västerbottens län.

Lappland – Die Perle Nordschwedens

Lappland. Für viele Schweden-Begeisterte immer noch ein weißer Fleck auf ihrer Landkarte. Aber dennoch für Viele ein Traumziel. Warum eigentlich? Weil es so weit oben im Norden liegt? Wegen der unendlichen Weiten? Weil es dort im Winter immer kalt und dunkel ist? Im Sommer kann man dafür nicht vernünftig schlafen, weil die Sonne nicht untergeht? Weil man dort die Nordlichter sehen kann? Wegen der wunderbaren Natur? Weil es das Land am Polarkreis ist? Es könnten alle der genannten Gründe sein. Auch wenn einige eher in das Reich der Mythen gehören.

Um euch ein wenig zu helfen und die Mythen von der Wahrheit zu unterscheiden, startet hier heute eine kleine Serie über Lappland. Natürlich, um euch zu inspirieren und euch den letzten noch fehlenden Anschub zu geben, eine Reise nach Lappland zu unternehmen.

Wo liegt eigentlich Lappland?

Aber halt… hier haben wir schon das erste Problem! Wo liegt eigentlich Lappland? Im Norden Schwedens, so viel ist klar. Oder doch nicht?

Die touristische Region Schwedisch-Lappland

Die touristische Region Schwedisch-Lappland

Genau genommen: Lappland liegt nicht im Norden Schwedens. Nur ein kleiner Teil davon. Lappland selbst erstreckt sich über vier Länder: Norwegen, Schweden, Finnland und Russland. Und ist Lappland nicht auch das Land, in dem die Lappen leben? Wohnen die nicht in ihrer Kota oder ihrem Zelt draußen im Fjäll und züchten Rentiere? Klare Antwort: Nein! Es ist das Land der Sami (Singular: Same; Plural Sami). Die Sami sind übrigens das einzige in Europa anerkannte indigene Volk. Lappe wäre für einen Sami genau so ein Schimpfwort wie Nigger für Menschen mit dunkler Hautfarbe. Das sollte man nicht nur zur Kenntnis nehmen, sondern akzeptieren.

Sápmi

Würdet ihr einen Sami fragen, ob er denn in Lappland lebt, er oder sie würde mit „Nein“ antworten. Nach samischer Definition ist ihr Einfluss- oder Einzugsgebiet „Sápmi“.

Das Land der Samen - Sápmi

Das Land der Samen – Sápmi

Und damit eindeutig nicht auf Lappland beschränkt. Die Sápmi-Region reicht in Schweden bis hinunter nach Idré entlang der norwegischen Grenze. Damit eignet sich der Lebensraum der Sami also nicht dazu, das Gebiet Lappland zu beschreiben. Konkret werden sich die nächsten Beiträge hier im Schwedenblog also mit Schwedisch-Lappland beschäftigen.

Die Region Schwedisch-Lappland

Hier in Schweden ist man sich relativ einig darüber, das Norrbottens Län und Västerbottens Län die touristische Region Schwedisch-Lappland bilden.

An der südlichen Grenze Schwedisch-Lapplands liegt Dorotea

An der südlichen Grenze Schwedisch-Lapplands liegt Dorotea

Damit bildet die südliche Grenze von Västerbottens Län auch die südliche Grenze zu Schwedisch-Lappland. Nach der Erhebung 2017 leben in Schwedisch-Lappland knapp 520.000 Einwohner, also etwa 10 Einwohner pro Km². Natürlich gibt es Regionen mit deutlich weniger Einwohnern. So hat die Kommune Kiruna nur 1,1 Einwohner pro Km², die Kommune Pajala sogar nur 0,8 Einwohner/Km². Ich hatte bisher aber immer Glück und habe 1,0 Einwohner gesehen…

Was dürft ihr erwarten?

Nach dem jetzt also geklärt ist, wo denn Schwedisch-Lappland eigentlich zu finden ist, bereite ich euch jetzt darauf vor, was in den nächsten Tagen so alles auf euch zukommt.

Ich zeige euch eine stillgelegte Kupfermine, in der die Eiszapfen nicht an der Decke, sondern auf dem Boden wachsen. Eine aktive Kupfermine besuchen wir natürlich auch. Ich zeige euch Steinritzungen am Umeälven, die ihr über Kilometer hinweg am Fluss finden könnt. Wenn ihr sie denn findet… Wir unternehmen Ausflüge in den Muddus-Nationalpark und den Stora Sjöfallet. Beide gehören zum Laponia Natur- und Kulturerbe. Außer dem bringe ich euch (theoretisch natürlich nur) das Golfspielen bei. Und ihr werdet so gut sein, dass euer Golfball über eine Stunde in der Luft bleibt. Versprochen!

Das schwedische Cape Canaveral

Ich zeige euch das schwedische Pendant zu Cape Canaveral. Wir besuchen die Region zwischen Kiruna und Riksgränsen, in der auch die „Lapporten“ liegt. Wie ich finde, eine der schönsten Gegenden Schwedens. Ich stelle euch eine samische Sängerin vor, die sich auch sehr für die Rechte der samischen Minderheit engagiert.

Im Ájtte-Museum in Jokkmokk

Im Ájtte-Museum in Jokkmokk

Etwas Kultur muss auch sein, deswegen gibt es eine Privatführung mit einem der Betreiber des Gitarren-Museums in Umeå . Dazu ein Besuch des „Ájtte“, dem Svenskt fjäll- och samemuseum.

Snöscoter und Torneälven

Und auf zwei Dinge freue ich mich persönlich ganz besonders. Zum einen eine Fahrt mit dem Snöscoter (Schneemobil) zwischen Tjautjas und Kaitum, zum anderen auf die Fahrt den Torneälven entlang. Der Torneälven wäre nicht wirklich etwas Besonderes, wäre er nicht der letzte und der nördlichste der großen Flüsse in Schweden, die ich besuchen wollte.

The Beast

The Beast

Und gäbe es denn eine Straße entlang des Flusses, wie zum Beispiel am Klarälven. Zudem rechne ich demnächst mit dem ersten Schnee. Aber ich habe ja Schneeschuhe und das MTB dabei, dazu eine vierbeinige Begleiterin und ein vierrädriges „Beast“ an meiner Seite. Da die Tour erst noch gefahren werden soll, seid ihr so zu sagen „live“ dabei… Die ersten Nordlichter waren auch schon zu sehen.

Kommentare gerne gesehen

Jetzt seid ihr natürlich alle gespannt und neugierig. Hoffe ich doch? Deswegen gibt es den ersten Beitrag schon am Samstag.

Und ich persönlich würde jetzt gerne einmal von euch wissen, ob euch das Alles auch interessiert. Schließlich will ich euch nicht quälen mit langweiligen Beiträgen. Ich freue mich über eure Kommentare bei Facebook

(Bilder & Text: Jörg Solheid/Go North-The Beast; Andere Bildquelle: Wikipedia)

 

Unser beliebter Schwedenkalender 2022 wurde diesmal in Kooperation mit dem Skandinavien-Reiseveranstalter „Polarkreis Reisen“ gestaltet. Der Kalender zeigt die Schönheit Schwedens in all ihren Facetten. Er enthält die deutschen und schwedischen Feiertage (zweisprachig!), die Geburts- und Namenstage der schwedischen Königsfamilie sowie eine Übersicht über die deutschen Ferientermine - damit Du Deinen nächsten Schwedenurlaub schon einmal planen kannst! => Weitere Infos und Bestellmöglichkeit

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Die Kirche von Tärnaby

Ähnliches FotoTärnaby hat nur etwa 500 Einwohner, liegt in der schwedischen Provinz Västerbotten und gehört zur Gemeinde Storuman im schwedischen Teil von Lappland. Der kleine Ort Tärnaby ist ein weltbekannter schwedischer Skiort, in dem u.a. die schwedischen Ski-Legenden Ingemar Stenmark und Anja Pärson aufgewachsen sind. Mit 86 Weltcupsiegen ist der Schwede Ingemar Stenmark immer noch der erfolgreichste Skirennläufer der Skigeschichte.

Die Kirche in Tärnaby ist das christliche Zentrum der Kirchgemeinde Tärna. Diese erstreckt sich ca. 40 km westlich von Tärnaby bis zur norwegischen Grenze. Erst  seit  1904 gibt es diese eigene Kirchgemeinde. Zuerst gehörte sie zu Umea, dann zu Lycksele und später noch zu Stensele.

Dies ist aber nicht die erste Kirche in der Umgebung von Tärnaby. 1720 wurde ca. 50 km östlich des Orts eine kleine Kapelle errichtet. Zu dieser Zeit war das Gebiet noch norwegisch. Als 1751 die Landesgrenzen neu gezogen wurden, verlor sie an Bedeutung und verfiel. 1971 wurde die heutige Kapelle Vila neu eingeweiht. Sie liegt nahe der norwegischen Grenze direkt an der E12

1762 wurde am Ufer des Sees Gäutan eine kleine Blockbaukirche gebaut. Sie wurde zu verschiedenen Zwecken genutzt und diente sogar als Heuschober. Als sie langsam zerfiel, wurde sie abgerissen und an ihrem ursprünglichen Platz, nämlich 5 km von Tärnaby entfernt, am „gamla kyrknäset“ 1971 wieder neu errichtet. 1989 wurde diese aber leider von einem Feuer komplett zerstört. Wieder neu aufgebaut, ist die heutige Kapelle seit 1991 wieder in Betrieb. 2014 wurden daneben zwei Grillplätze errichtet, die der Allgemeinheit zur Verfügung stehen.

Zu der Kirchgemeinde Tärna gehören noch die Kapelle Voijtjajaure, ca. 35 km von Tärnaby entfernt und die Kirche Hemavan.

Die jetzige Kirche im Dorf Tärnaby, wurde 1908 eingeweiht. 1953 wurde sie umfassend renoviert und erhielt ihr heutiges Aussehen. Sie ist eine im neugotischen Stil erbaute Holzkirche.

Zu den ältesten und kostbarsten Einrichtungen gehört die Glocke aus dem Jahr 1702 mit der Inschrift ” Lycksele Kirchenglocke ”, gegossen wurde die Glocke in der Regierungszeit (1697 – 1718) des Königs Carl XII. Sie ist eine der wenigen, die aus dem Kriegsjahr stammt. Sie kommt aus Stockholm und ist ein Geschenk der Kirchgemeinde Lycksele. Ebenfalls bekannt ist die Kirchenorgel, die von O.Grönlunds Orgelfabrik fertiggestellt wurde. Und wie ich mit eigenen Ohren gehört habe, klingt sie einfach wunderschön. Das Gemälde, das die Altarwand dominiert, zeigt das „Grosse Gastmahl“ und wurde vom bekannten Künstler Torsten Norberg gemalt. Hinter dem Altarbild befindet sich der alte Altar. Dieser wurde von Handwerkern aus der Gegend aus Holz und Speckstein gefertigt. Dieses Altarbild zeigt Jesus, der die Kinder segnet. Auch der Taufstein wurde aus Speckstein erbaut. Die beiden handgefertigten Kronleuchter stammen von der alten Dorfkirche, die 1849 erbaut wurde und 1855 an den jetzigen Standort versetzt wurde. Die Tarnäkirche ist mit einer Küche, Bibliothek und Toiletten ausgestattet und im Ganzen sehr schlicht gehalten.

Eine interessante alte Kirche im bekannten Skiort Tärnaby: Es lohnt sich unbedingt, sie einmal zu besuchen.

Autorin: Karin Imesch – imesch1006@bluewin.ch

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Das Bjuröklubb Naturschutzgebiet

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Der Steg zum Leuchtturm

Nördlich von Lövanger in der Gemeinde Skelleftea liegt ein kleines Stück Paradies, die Halbinsel Bjurön, mit seinem Naturschutzgebiet Bjuröklubb. Dieses ist über die E4 gut erreichbar oder kann auch per Boot angesteuert werden.

Die Halbinsel Bjurön ist Västerbottens östlicher Ausläufer und wurde 1976 zum Naturschutzgebiet erklärt. Verwaltet wird es vom nationalen Umweltschutzamt und gehört zu den Naturschutzgebieten mit nationalem Interesse. Es ist ein großartiges Beispiel für die einzigartige Natur und Kultur an Västerbottens Küste. Etwa vor 400 Jahren stieg das Naturreservat Bjuröklubb aus dem Meer empor und umfasst heute etwa eine Fläche von 566 Hektar. Seit der Bronzezeit gab es immer wieder temporäre Siedlungen, sogar mal eine Schule, eine Kapelle und ein kleines Lebensmittelgeschäft. Bjuröklubb war Basis für nicht weniger als 52 Fischerboote. Seit 1940 ist das Gebiet, das für die Jagd, Fischerei und Seefahrt mal sehr wichtig war, aber fast unbewohnt. (mehr …)

Unser beliebter Schwedenkalender 2022 wurde diesmal in Kooperation mit dem Skandinavien-Reiseveranstalter „Polarkreis Reisen“ gestaltet. Der Kalender zeigt die Schönheit Schwedens in all ihren Facetten. Er enthält die deutschen und schwedischen Feiertage (zweisprachig!), die Geburts- und Namenstage der schwedischen Königsfamilie sowie eine Übersicht über die deutschen Ferientermine - damit Du Deinen nächsten Schwedenurlaub schon einmal planen kannst! => Weitere Infos und Bestellmöglichkeit

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Schwedischer Käse

Prästost – ein schwedische Käse. Bild aus Wikipedia. Fotograph: Nordelch

Prästost – ein schwedische Käse. Bild aus Wikipedia. Fotograph: Nordelch

Wenn man an Käse denkt, dann denkt man zunächst einmal an Frankreich oder auch Holland. Aber auch Skandinavien hat da etwas zu bieten, und der schwedische Käse ist nicht unbekannt.

In Schweden entwickelte sich um 1500 in den Klöstern die Technik, Milch zu Käse einzudicken. So entstand der Name des klassischen schwedischen Käses: „Prästost“, auf Deutsch Priesterkäse. Etwa hundert Jahre später galt Käse als ein Essen der reichen Leute. Bei Festessen wurden riesige Käselaibe herbeigetragen, es galt der Grundsatz, je größer der Käse, desto reicher die Familie. Erst nach der Industrialisierung konnten sich auch ärmere Leute in Schweden Käse leisten.

Prästost wird vorwiegend in Småland hergestellt. Es handelt sich um einen Hartkäse aus Kuhmilch. Je nach Reifezeit bekommt er einen milderen oder auch einen kräftigeren Geschmack. Er diente früher sogar als Zahlungsmittel. Die Bauern mussten einen sogenannten Zehnt, eine Art Steuer an die Kirchen bezahlen und in Småland verwendete man für diese Abgabe den Prästost.

Für den Prästost wurden die besten Zutaten verwendet, auch Rahm wurde beigesetzt. Der heutige, industriell hergestellte Prästost ist von kleineren Löchern durchzogen, was beim ursprünglichen Käse nicht der Fall war. Verkauft wird er heute unter dem registrierten Markennamen Präst.

Spezialität der Region

Västerbotten Käse

Ein Klassiker mit regionaler Herkunftsbezeichnung. Der Västerbottensost.

Ein anderer Käse, der einem in Zusammenhang mit Schweden einfällt, ist der Västerbottensost. Wie der Name schon sagt, stammt er aus der Region Västerbotten, im Norden von Schweden. Genau genommen wird er im kleinen Ort Burträsk in der Molkerei Norrmejerier produziert. Sogar ein Museum wurde diesem Käse in seinem Heimatort gewidmet.

Es handelt sich bei diesem schwedischen Käse um einen Hartkäse, der durch ständiges Rühren und Erwärmen seinen besonderen Geschmack bekommt. Nach diesem Prozess wird ihm die Molke entzogen und er wird in Salzlake gebadet. Es folgt eine 18tägige Reifung bei 18°, wobei dem Käse das Wasser entzogen wird. Zum Schluss wird die weitere Reifung bei verringerter Temperatur (12°) und eine Luftfeuchtigkeit von 50% zum Abschluss gebracht.

Angeblich ist der Västerbotten-Käse durch ein Missgeschick, bzw. einen Zufall entstanden. Eine Angestellte der Käserei hatte ihre Arbeit vernachlässigt, wodurch der Käse unkontrolliert abgekühlt und aufgewärmt wurde, und genau das führte zu dem typischen Geschmack dieses Käses, der ihn so beliebt machte.

Gut zum gratinieren

Ein weiterer Käse, dem man bei einem Urlaub in Schweden begegnen kann, ist der Herrgårdsost, was man mit Herrenhaus-Käse übersetzen könnte. Es handelt sich um einen Schnittkäse mit einem milden, nussigen Geschmack, der aus Süd- und Mittelschweden stammt. Er wird aus Kuhmilch hergestellt, mindestens 3 Monate gereift und kommt in 12 bis 20 kg schweren Käselaiben auf den Markt, die die Form eines Wagenrads haben. Durch seinen hohen Fettgehalt eignet er sich auch zum Überbacken von Aufläufen und Gratins. Ein typisches Kennzeichen sind auch die großen Löcher, wie beim Schweizer Käse.

Ein ähnlicher Käse ist der Grevé, der in der Form jedoch etwas kleiner ist, länger reift, nämlich 10 Monate, und im Geschmack etwas milder ist. Auch er ähnelt dem Schweizer Käse, die Löcher sind jedoch etwas kleiner und er ist in der Konsistenz weicher, da ihm vor der Reifung noch Rahm zugesetzt wird. Der Grevé wurde von zwei Ingenieuren entwickelt, deren Ziel es war einen Käse ähnlich dem norwegischen Jarlsberg herzustellen, der gerade auf den Markt gekommen war und sehr beliebt war.

Brauner Käse aus Norwegen und Schweden

Baunen, karamellisierten Käse kennt man in erster Linie aus Norwegen, aus dem Gudbrandsdalen. aber auch Schweden hat etwas in der Art zu bieten. Man nennt ihn hier ganz einfach Mesost, was auf Deutsch so viel bedeutet wie Molkekäse. Auf Deutsch sagt man auch einfach Braunkäse dazu. Der schwedische Braunkäste kommt vorwiegend aus Jämtland. Er wird aus Kuh-, Ziegen- oder Schafsmilch oder auch aus einer Mischung hergestellt. Für die Herstellung wird die Milch gekocht, bis der darin enthaltene Zucker karamellisiert. Durch diesen Prozess erhält der Käse seine braune Farbe und auch seinen typischen etwas süßen Geschmack. Der Mesost hat eine feste Konsistenz, man isst ihn gerne auf Knäckebrot, oft auch zusammen mit Marmelade. Daneben gibt es aber auch noch eine streichfähige Variante des Molkekäses, den Messmör, der sicher jedem Schwedenreisenden im Supermarkt schon mal begegnet ist, der in keinem schwedischen Haushalt fehlt und der noch beliebter ist als der Mesost.

Käse Stück

Käse im Stück samt Käsehobel: Ein Muss zum schwedischen Buffet! Foto: Alexander Hall/ imagebank.sweden.se

Der Hushållsost, auf Deutsch der „Haushaltskäse“, ist der am meisten gegessene Käse in Schweden. Es handelt sich um einen milden, etwas säuerlichen, halbfesten Kuhmilch-Käse mit einem Fettgehalt von 26 % und kleinen Löchern.

Der in Schweden für die Pizza verwendete Käse ist der Gräddost, der „Rahmkäse“ mit einem entsprechend hohen Fettgehalt von 60 %, obwohl es auch fettreduzierte Varianten gibt. Er lässt sich leicht schmelzen und hat einen eher milden Geschmack. Mit Gräddost bezeichnet man aber nicht nur diese spezielle Käsesorte, sondern überhaupt ähnliche Käsesorten, die einen ähnlich hohen Fettgehalt aufweisen.

Zu erwähnen wäre noch ein im südlichen Landesteil, in der Provinz Skåne beheimateter Käse, der Kävlinge, der nach dem gleichnamigen Ort benannt ist.

Und dann wäre das noch eine Besonderheit zu nennen, der sogenannte Kaffeekäse. Er stammt aus der Tradition der Sami, die auf tagelangen Reisen mit ihren Rentieren keine Möglichkeit zum Kochen hatten. Über dem Feuer brauten sie Kaffee und legten Hartkäse hinein, der sie mit Nährstoffen versorgte

Somit sind die wichtigsten schwedischen Käsesorten genannt. Zugegeben, so viele sind es nicht und man bekommt ja in Schweden auch alle besonderen Käsearten aus den speziellen „Käseländern“, aber es lohnt sich, auch mal die schwedischen Varianten zu probieren.

Autor(in): Heide – Heide.Walker@conductix.com

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Bräntberget – Umeå auf Brettern und Kufen

Bräntberget

Bräntberget unter Flutlicht. Foto: Caybaybay/ https://commons.wikimedia.org/ (CC BY-SA 3.0)

Bräntberget ist ein Hügel in Umeå. Der Hügel gehört zu einer großen Grünfläche. Unter weißem Winterkleid verwandelt sich die Anlage in ein Skimekka mitten in der Stadt. Gut, ein Skigebietchen. Doch es gibt Raum für Abfahrten, Snowboarder, Rodler und Langläufer. Mit der ein oder anderen Herausforderung. Mag es auch nur ein kleiner Skihügel sein, kann er doch der Anfang einer Sportlerkarriere sein.

Umeå ist eine Sportstadt. Und das das ganze Jahr über. Ob Indoor oder – bei der prädestinierten Lage ganz natürlich – im Freien. Mit IKSU ist einer der größten Sportvereine Schwedens in der nordschwedischen Stadt zu Hause. Sport – Breiten- und Spitzensport – gehört ausdrücklich zur Kultur der Kulturhauptstadt von 2014. Das Miniskigebiet Bräntberget mitten in der Stadt ist ein Beispiel dafür.

Bräntberget und Skigeschichte

Bräntberget ist ein idealer Skihügel für Anfänger und Familien. Zu den Nutzern gehören auch Schulen und Vereine, wie der Umeå Holmsund Slalomklubb (UHSK). Die Mitglieder des Vereins sorgen für präparierte Pisten am Bräntberget. Auch für Freizeitwintersportler. Für die zwei Schlepplifte übernimmt die Stadt die Verantwortung.

Bräntberget liegt im Osten von Stadsliden. Einer 1,6 Quadratkilometer umfassenden Grünfläche beziehungsweise Winterlandschaft in zentraler Lage. Stadsliden wird auch „Gammlia Wald“ genannt. Im Süden des Areals befindet sich das Gammlia Freilichtmuseum. Ein Teil des Västerbottens Museum, das ebenfalls hier angesiedelt ist.

Auf dem Weg zum Bräntbergsbacken bietet sich ein Abstecher in die Geschichte der Stadt und Region an. Und in die Geschichte des Skis und Skifahrens, bevor die Bretter selbst angeschnallt werden.

Das Gelände von Stadsliden bietet sich zum Langlauf an. Es gibt Runden von knapp zwei bis zu zehn Kilometern zur Auswahl.

Am Bräntberget selbst lässt sich dann Maria Pietilä Holmner nacheifern. Sie begann ihre alpine Karriere auf dem kleinen Skiberg und startet noch heute für den UHSK.

Der Skiberg bietet einen Höhenunterschied von 48 Metern. Es stehen – beleuchtete – Pisten für Skifahrer und Snowboarder zur Verfügung. Die längste Abfahrt misst 260 Meter. Klingt nicht gerade herausfordernd?! Etwas Wagemutigere können sich an kleineren und größeren Sprüngen und anderen Freestyleelementen versuchen.

Rodelbahn Bräntberget

Seit 2013 ist der Skihügel auch ein ausgewiesenes Rodelgebiet. Die Schirmherrschaft für die Rodelbahn trägt der noch junge Umeå Rodelklubb. Und das nicht nur zum Freizeitspaß. 2014 fand die – noch inoffizielle – Schwedische Meisterschaft im Sportrodeln auf Schnee statt.

Mehr zu Bräntberget unter https://visitumea.se/en/brantberget . Weitere Möglichkeiten Umeå und Umland auf Brettern und Kufen zu entdecken sowie weitere Winterfreuden unter https://www.visitumea.se/ und https://www.umea.se/.

Autor: Mathias Grohmann – mathias_grohmann@web.de

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Skellefteå – Die „Stadt des Goldes“

Skellefteå ist eine Kleinstadt an der Küste Nordschwedens. Als Stadt noch jung, doch seit Jahrtausenden besiedelt. Eine mit Holzwirtschaft und Bergbau gewachsene Industrie- und Hafenstadt. Eine Eishockeystadt. Alljährlich für ein Sommerwochenende eine Musikstadt mit zehntausenden Besuchern. Eine Stadt 200 Kilometer südlich des Polarkreises. Am Rande einer faszinierenden Welt.

Die Industriestadt ist Skellefteå anzusehen. Doch was vielleicht an städtebaulichem Reiz fehlt, gleicht die Umgebung der an der E4, etwa auf halbem Weg zwischen Umeå und Luleå gelegenen Hafenstadt aus.

Skellefteå als Eingang zu Schwedisch Lappland

Ob Baden im Sommer oder Winterschwimmen, Angeln, Vogelbeobachtung, Touren mit dem Quad, Motor- oder Hundeschlitten, Kajak- und Wandertouren oder Skifahren. Schon von seiner Lage bietet sich Skellefteå als Ausgangspunkt für Ausflüge und Unternehmungen in eine Landschaft und Kultur an, die schon so manch Nordlandreisenden in ihren magischen Bann gezogen hat.

Als südlicher Eingang zu Schwedisch Lappland wird Skellefteå bezeichnet.

Doch nicht nur als Durchgangsstation ins nördlichste Schweden hat die Stadt am Skellefteälven Aufmerksamkeit verdient.

Schwedens „Guldstaden“

Lange vor der Stadtgründung hatte Skellefteå Bedeutung als religiöser Versammlungs- und Marktplatz. Der Ursprung des Ortes wird ins 13. Jahrhundert gelegt. 1327 wird von einem Skelepht geschrieben. Wobei die Herkunft des Namens Skellefteås bis heute nicht endgültig ist.

Dafür weiß man, dass die Besiedlungsgeschichte bis 6000 vor Christus zurückreicht. Einer der bemerkenswertesten Funde in der Gegend um Skellefteå ist der Kalvträskskidor. Der älteste Ski – mit Fragezeichen – der Welt. Heute zu sehen im Västerbottens Museum.

Zwischen 1730 und 1862 erlebte der Ort einen Entwicklungsschub. Durch wachsenden Holzhandel und Bergbau. Skellefteå wandelte sich sichtbar zur Stadt

und erhielt schließlich 1845 Stadtrecht. Dennoch blieb die ländliche Prägung bis ins 20. Jahrhundert.

Weitere Erschließungen in der mineralreichen Region beförderten das weitere Wachstum der Stadt. Waren es Ende des 19. Jahrhunderts „etwas über 1000 Einwohner“, zählte man 1950 über 12000, 1965 fast 24000 Einwohner. Ab den 1950er Jahren entwickelte sich Skellefteå zur heutigen modernen Industriestadt. Seit den 1990er Jahren entwickelt sich auch die IT-Branche zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor in der Stadt.

Die massiven Erzvorkommen brachten nicht nur heutige Touristenrouten wie Silvervägen und Guldvägen hervor. Auch ihren Beinamen Guldstaden – „Stadt des Goldes“ – verdankt Skellefteå den reichhaltigen Lagerstätten im nordschwedischen Gestein.

Eine andere Seite der industriellen und damit einhergehenden städtebaulichen Entwicklung ist das Verschwinden historischer Bebauung. Doch sind auch einige Zeugnisse des alten Skellefteå erhalten.

Skellefteås historische Schätze

Allem voran zu nennen sind Bonnstan und Nordanå. Bonnstan, die Kirchstadt. Eine der besterhaltensten  Kirchstädte des 19. Jahrhunderts, deren Existenz allerdings bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht. Die Kirchstadt spielt auch heute noch eine Rolle im religiösen wie sozialen Leben der Stadt. Kirchtag und Mittsommer werden begangen und während des Sommers ist Bonnstan Veranstaltungsort.

Zur einen Seite der Kirchstadt liegt die sehenswerte Landsförsammlings Kyrka. Das neoklassische Bauwerk birgt mit der Sakristei von 1507, Kruzifixen und der der einer Skulptur von St. Georg aus dem 15. Jahrhundert sowie der Skelleftemadonnan aus dem 12. Jahrhundert wahre Kulturschätze.

Ein paar Schritte weiter führt die Lejonströmsbron über den Skellefteälven. Es ist Schwedens älteste erhaltene Holzbrücke. 1809 standen sich hier russische und schwedische Truppen gegenüber.

Zu Bonnstans anderer Seite schließt sich das Kultur- und Erholungsgebiet Nordanå an. In der Anlage befinden sich unter anderem Kulturzentrum, das kulturhistorische Skellefteå Museum und ein kleines Museumsdorf.

Musikfestival lockt Zehntausende nach Skellefteå

Auf dem Gelände von Nordanå findet alljährlich im Juli das Trästockfestivalen statt. Die 1991 aus der Taufe gehobene Veranstaltung ist das größte kostenlose Musikfestival Schwedens. Auf den Bühnen wechseln sich bekannte Musiker und Nachwuchskünstler aus der Region ab. Neben Musik gibt es Film-, Tanz- und Theaterveranstaltungen.

In der Spitze lockte das Festival schon mal 34000 Besucher nach Skellefteå – das nicht ganz 33000 Einwohner zählt.

Ein anderes Festival der Stadt ist das Matfesten. Ein großes Volksfest rund ums Essen. Es findet am letzten Augustwochenende statt und bildet den festlichen Abgesang auf den Sommer.

http://visitskelleftea.se/

 

Autor: Mathias Grohmann – mathias_grohmann@web.de

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Die schwedischen „Landskap“ – historische Provinzen

Die 25 historischen Provinzen Schwedens. Bild aus Wikipedia

Die 25 historischen Provinzen Schwedens. Bild aus Wikipedia

In Schweden spricht man oft von „Landskap“. Man meint damit aber nicht die Landschaft im deutschen Sinne, sondern die historischen Provinzen. Früher war das Land in “Landskap“ eingeteilt, später wurden der Begriff durch Län ersetzt.
(mehr …)

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Stora Hotellet Umeå – Salzhaltiger Glamour

Stora Hotellet Umea

Das Stora Hotellet in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Handcolorierte Variante einer Aufnahme von 1930. Foto: Swedish National Heritage Board/ Riksantikvarieämbetet /commons.wikimedia.org/

Auf 120 Jahre blickt das Stora Hotellet im nordschwedischen Umeå zurück. Es war einmal das Zentrum des öffentlichen Lebens und das beste Haus der Stadt, zugleich Handelszentrum – und Seemannsmission. Hier trafen die feine Gesellschaft und weniger feine Seeleute aufeinander. Ein Kontrast, den das Hotel nach zweijähriger Renovierung in einzigartiger Manier widerspiegelt.

Nach Jahrzehnten des Verlusts einstigen Glanzes erstrahlt das 1895 gebaute Stora Hotellet, was sich mit „Grand Hotel“ übersetzen lässt, von Neuem. Im März 2014 öffnete das Traditionshaus am Umeälven im Zentrum der letztjährigen Kulturhauptstadt Umeå nach umfassender Renovierung wieder seine Pforten.

Stora Hotellet nimmt Geschichte der Seefahrt auf

Die Seefahrttradition Umeås, die Geschichte des Hotels, insbesondere die Begegnung der Gegensätze – High Society und Seeleute – waren Vorgabe und Inspiration zur Neugestaltung des Hotels.

Das Ergebnis ist ein einzigartiges Hotel mit spektakulärer Einrichtung. Irgendwo zwischen Extravaganz, Luxus, majestätischem Schiff, Kajüte, schummriger Seemannskneipe und Moderne. Es wechseln sich grobe und feine Stoffe ab, Segeltuch und Samt, alte Sessel wurden mit weichem Leder bezogen, lange Vorhänge in maritimen blau, Muscheln und Kapitänshüte sowie Kreaturen der Tiefsee – als Wandmalereien – sind zu sehen.

Über drei Etagen reicht der Kronleuchter im Treppenhaus. Gefertigt aus Seilen und glitzernden Plexiglaselementen, soll an eine Schiffstakelage erinnern, übersät mit Kristallen. In den alten Tagen soll es ein Sport der Seeleute gewesen sein, bei jedem Aufenthalt einen Kristall aus dem Kronleuchter zu stibitzen. Mit der Zeit sah dieser wohl recht ärmlich aus.

Die Zimmer und Suiten haben auch nicht einfach nur Nummern. Die Räume beziehen sich auf das Abenteuer Seefahrt, die geheimnisvollen Kräfte der See, die Leidenschaft für das Meer, die Freiheit des weiten Horizonts auf See, den Aberglauben der Seeleute aber auch auf die Sehnsucht nach Haus und Familie.

Stora Hotellet beherbergt Sammlung samischen Handwerks

Als Tagungs-, Konferenz- und Partyraum fungiert im Stora Hotellet die Næzén Bibliothek mit einer Sammlung alter wissenschaftlicher Instrumente, Bücher und Notizen. Benannt nach dem einst „nördlichsten Arzt der Welt“ Daniel Erik Næzén. Ein vielseitiger Intellektueller und Begründer der ersten Bibliothek in Umeå. Eine seiner Leidenschaften galt der Flora sowie Kunst und Kultur in Västerbotten.

An die eigentliche Bibliothek schließt sich ein zweiter Raum an – Giisa. Giisa steht im samischen für eine Art Schatztruhe: Der Raum beherbergt eine Sammlung samischer Handwerkskunst und zeigt die samische Tradition von Umeå und der Region. Auch hier der Verweis auf Næzén, der in seiner Funktion als Bezirksarzt bei seinen Reisen vielfach mit Kultur und Bräuche der Urbevölkerung in Berührung kam.

Newcomer des Jahres

Umgesetzt wurden Neueinrichtung und Design von der Göteborger Agentur Stylt, die für unverwechselbare Konzepte steht und bereits mehr als 400 Restaurants und 250 Hotels im Portfolio hat. Darunter auch das U&Me im neuen Kulturkomplex Väven unter dessem Dach auch das neue alte „Grand Hotel“ organisiert ist.

Und unverwechselbar ist es geworden, das „großartige Hotel mit salzhaltiger Vergangenheit“. So unverwechselbar, dass es im November vergangenen Jahres in der Kategorie „Newcomer“ den renommierten Boutique Hotel Award gewann. Zudem schaffte es Gotthards Krog, das nach dem ersten Hotelmanager Gotthard Zetterberg benannte Hotelrestaurant bei den European Hotel Design Awards ins Finale.

Das Stora Hotellet ist nicht nur eine Bleibe während einer Reise nach Umeå, sondern wie es die Hoteldirektorin Anna Gemrud Mörner ausdrückt ein Reiseziel für sich.

https://storahotelletumea.se/

Autor: Mathias Grohmann – mathias_grohmann@web.de

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Abschied von Umeå als Kulturhauptstadt

Das lächelnde Herz

Die Skulptur „Das lächelnde Herz“ wurde zum Logo der Kulturhauptstadt Umeå. Foto: David Hall /flickr.com (CC BY 2.0)

Zum feierlichen Abschied von Umeå als Europäische Kulturhauptstadt 2014 zog es rund 11.000 Menschen auf den Rathausplatz. Es war ein Abschied von einem Jahr der Höhepunkte und internationaler Aufmerksamkeit für die nordschwedische Stadt, die noch vor nicht ganz zwölf Monaten als „unbekannteste Kulturhauptstadt aller Zeiten“ bezeichnet wurde.

Am 13. Dezember, dem Tag der Heiligen Lucia, gab es den letzten großen Akt der Kulturhauptstadt Umeå. Bei bunter Lichtershow „Northern Light“ mit Künstlern aus Umeå, Sápmi und anderen Regionen Schwedens hieß es Abschied nehmen von einem aufregenden Jahr im Norden Schwedens. Im Laufe des Abends wurde das „Kulturzepter“ an die Kulturhauptstädte 2015, das belgische Mons und das tschechische Plzeň, übergeben.

„Umeå hat sich zu einer europäischen Stadt gewandelt“

Das Kulturhauptstadtjahr hat Umeå verändert. Es entstanden Hotel und Museen neu beziehungsweise wurden renoviert, die Bahnhöfe saniert, Parks angelegt, neue Veranstaltungsorte kamen hinzu. Während des Staatsbesuchs des schwedischen Königspaares konnte die Stadt im Norden Europas mit der Ausstellung Ljus från norr (Das Licht aus dem Norden) im Gare de Lyon – einem der bedeutendsten Bahnhöfe Europas und Sehenswürdigkeit von Paris – auf sich aufmerksam machen. Die Open-Air-Inszenierung der Richard-Strauss-Oper „Elektra“ durch die NorrlandsOperan konnte die Kritiker in Spanien begeistern.

Dass Umeå seinen Bekanntheitsgrad mit dem Kulturhauptstadtjahr zeigen auch die Zahlen. Bis September konnten 20 Prozent mehr Übernachtungen verbucht werden. Den größten Anteil der bis dahin gezählten Übernachtungsgäste trugen mit 84 Prozent die Schweden selbst.

Allein von Juni bis August übernachteten in den Hotels und Jugendherbergen der nordschwedischen „Hauptstadt“ fast 140.000 Gäste. Davon waren 27 Prozent ausländische Touristen. Laut schwedischem Statistikamt eine Steigerung von 58 Prozent gegenüber 2013 und mehr ausländische Besucher als je zuvor.

Die Bürgermeisterin von Umeå Marie-Louise Rönnmark sieht in dem vergangenen Jahr „einen großen Auftrieb für den Norden“. Fredrik Lundeberg, der künstlerische Direktor, sieht die Stadt „von einer lokalen zu einer europäischen Stadt gewandelt.“ In der pulsierenden Stadt, die mit ihrer aus über 150 verschiedenen Ländern Bevölkerung schon vor dem Kulturhauptstadtjahr eine reiche Kulturszene aufweisen konnte, habe das Jahr alle mitgerissen, so Lundeberg. „Jeder spricht darüber, jeder hat eine Beziehung dazu.“

Auch Kulturministerin Alice Bah Kuhnke zeigte sich nach ihrem Besuch beeindruckt von Offenheit und Engagement in der Stadt.

Auch wenn es für den künstlerischen Direktor „frustrierend sein wird“ wenn das Kulturhauptstadtjahr vorbei ist und „es sich etwas leer anfühlt“, heißt es für Umeå den Schub mitzunehmen. Lundeberg sieht die Herausforderung darin, „die Mentalität beizubehalten“. Dabei mahnt er an, dass man nicht nur auf guten Willen und Leidenschaft bauen könne. Sondern „man muss das auch finanzieren können“.

Es die Frage der Nachhaltigkeit. Alice Bah Kuhnke sieht in dem Kulturhauptstadtjahr „erst den Anfang“. Die Stadt habe eine Richtung. Der Schwerpunkt der Arbeit liege auf der Zukunft.

 

Autor: Mathias Grohmann – mathias_grohmann@web.de

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Väven – Neues Kulturzentrum in Umeå

Kulturzentrum Väven

Kulturzentrum Väven in Umeå, März 2014. Foto: Mikael Lindmark /commons.wikimedia.org/ (CC BY-SA 3.0)

Väven steht für Tanz, Theater, Musik, Film, Literatur, Geschichte, öffentliche Einrichtungen und mehr. Ein Gewebe unterschiedlicher Bereiche kulturellen und öffentlichen Lebens – „Väven“ bedeutet übersetzt „weben“ und ist der Name für das neue Kulturzentrum – und architektonische Wahrzeichen – im Zentrum der Kulturhauptstadt Umeå.

Mit Beginn des Tjakttjadálvvie, nach samischem Kalender der Frühwinter und die „Jahreszeit der Wanderungen“ neigt sich das Kulturhauptstadtjahr 2014 im nordschwedischen Umeå dem Ende entgegen. Das mit einem Höhepunkt: Am 21. November eröffnete das neue Kulturzentrum Väven. Zwei Wochen vollgepackt mit Veranstaltungen gab es zur Premiere.

„Birkenfassade“ in der Stadt der Birken

Väven entstand nach dem Entwurf der Architekturbüros Snøhetta (aus Norwegen) und White Arkitekter. Jenes Architekturbüro, das bereits am neuen Bildmuseet von Umeå beteiligt war.

In drei Jahren Bauzeit wuchs am Ufer das Kulturzentrum, ein Komplex mit einer Fläche von 24.000 m². Ein Bauwerk – eigentlich zwei miteinander verbundene Gebäude – das die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Nicht allein wegen seiner Dimensionen.

Das Bändersystem der Fassade zeigt, leicht versetzt, einen Wechsel von weißen Schichten und dunklen Fensterbändern. Es ist ein Bezug zur vorherrschenden Baumart in der „Stadt der Birken“. Gleichzeitig lässt sich die Fassadengestaltung als Inspiration durch die Strömung des Flusses, der sich in ihr und die sich in ihm spiegelt, oder als Anlehnung an gewebten Stoff interpretieren und somit auf die Nutzungsmischung verweisen.

Ein Gewebe oder Verweben unterschiedlicher Inhalte und Nutzung soll das Kulturzentrum Väven ausmachen.

Museum für Frauengeschichte im Väven

Zu dem Gewebe gehören Theater, Kino, Galerie, die Stadtbibliothek mit mehr Raum für seine Bücher- und Mediensammlung als bislang, Konferenzräumlichkeiten, genauso wie Restaurant, Bar, Café, Bäckerei und das U&Me Hotel.

Als herausragendes „Gewebeteil“ des Väven ist das Museum für Frauengeschichte zu nennen. Es ist das einzige seiner Art in Schweden. Das Kvinnohistoriskt museum will auf 700 m² unter anderem „kämpfende, findige und brillante Frauen, die vernachlässigt oder vergessen worden sind“ in den Mittelpunkt rücken, aber auch die Gegenwart betrachten.

Väven – preisgekrönte Architektur

Kaum dass das neue Kulturzentrum in Umeå eröffnet war, gab es die erste Auszeichnung. Zwar nicht für das Museum der Frauengeschichte. Am 28. November wurde Väven der Kasper Salin Preis 2014 verliehen, der prestigeträchtigste Architekturpreis des Landes. Zudem ist Väven für den Preis der Europäischen Union für zeitgenössische Architektur 2015 nominiert.

Autor: Mathias Grohmann – mathias_grohmann@web.de

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