Der Kungsleden – der königliche Wanderweg (Teil 1)

Der Kungsleden, oder der Königspfad, wie er auf Deutsch genannt wird, erstreckt sich von Lappland bis Mittelschweden, genau genommen von Abisko bis nach Sälen in Dalarna. Wandern in der schwedischen Natur! Vor allem der nördliche Teil ist bei Wanderern sehr beliebt und entsprechend frequentiert. Die Strecke ist in verschiedene Abschnitte unterteilt, die man als Tagesetappen erwandern kann. Übernachtet wird in den Fjällstugor (Hütten) des STF (Svenska Touristföreningen, der schwedische Wanderverein) oder in den Fjällstationen.

Genau genommen besteht der Kungsleden aus zwei Abschnitten, einem nördlichen und einem südlichen. Der nördliche erstreckt sich über eine Strecke von ca. 425 km von Abisko bis Hemavan und ist der beliebtere Teil, der südliche verläuft über 350 km von Storlien in Jämtland bis Sälen in Dalarna und ist viel weniger frequentiert, auch ist diese Strecke deutlich weniger mit Hütten ausgestattet als der nördliche Abschnitt. Bis jetzt gibt es noch keine Verbindungen zwischen den beiden Abschnitten des Kungsleden.

Der nördliche Kungsleden lässt sich bequem in Tageswanderungen einteilen und ist sowohl für Anfänger als auch für erfahrene Wanderer empfehlenswert. In geeigneten Abständen befinden sich die Unterkünfte entlang des Kungsleden. Das können unbewirtschaftete Hütten sein, wobei in der Sommersaison normalerweise ein Hüttenwirt anwesend ist, oder Fjällstationen, also eine Art Gebirgshotel. In den Fjällstation gibt es sowohl Einzel-und Doppelzimmer als auch Massenlager. Die Hütten sind meistens einfach und für Selbstversorger vorgesehen, es gibt keinen Strom und kein fließendes Wasser. Sie bieten jedoch Koch- und Schlafmöglichkeiten, und es gibt darunter auch ganz komfortable Hütten, wie die bei Alesjaure. Hier kann man sich sogar nach der Wanderung in einer Sauna entspannen und in dem kleinen Café frisch gebackene Waffeln genießen. Meistens schläft man in Mehrbettzimmern, die Betten sind mit Matratzen, Kissen und Decken ausgestattet, Laken oder Schlafsack sollte man mitbringen. In vielen Hütten wird Proviant verkauft, also das notwendigste, was man unterwegs braucht, so dass man nicht alles für die ganze Tour mittragen muss.

Geöffnet sind die Hütten während der Wintersaison von Ende Februar bis Ende April/Anfang Mai und in der Sommersaison von Ende Juni bis Mitte/Ende September. Aber auch außerhalb dieser Zeit steht jeweils ein Schutzraum zur Verfügung. Seit 1994 ist es erlaubt, Hunde und Katzen auf den Kungsleden mitzunehmen, die auch in den meisten Hütten übernachten dürfen.

Der Weg ist gut markiert und im Allgemeinen einfach zu begehen. Die Sommermarkierung besteht aus roten Ringen um Baumstämme oder aus rot markierten Steinen. Die Winterstrecke weicht manchmal etwas von der Sommerstrecke ab, hier orientiert man sich an roten Kreuzen, die oben an roten Stangen befestigt sind. Im Winter verläuft der Weg häufig über zugefrorene Seen und Sümpfe. In dieser Jahreszeit kann es natürlich sehr kalt sein, aber man kommt doch gut voran, da die Hindernisse, mit denen man im Sommer rechnen muss, im Winter nicht existieren. Auch im Sommer ist der Weg im Allgemeinen gut zu begehen, die einzigen Erschwernisse oder Hindernisse zeigen sich in Form von Wasser. So kann es vorkommen, dass man einen Bach überqueren muss und es ist keine Brücke (mehr) vorhanden. Dann heißt es, durch das Wasser waten oder, soweit vorhanden, über Steine irgendwie über den Bach gelangen. Auch wird der Kungsleden gelegentlich durch einen Fluss oder einen See unterbrochen. Hier stehen dann Boote zur Verfügung, mit denen man entweder selbst über den Fluss rudert oder man lässt sich, wenn vorhanden vom Bootservice über den See bringen, den die einheimischen Samen hier zu manchen Zeiten anbieten. Muss man selbst rudern, dann funktioniert das nach dem 3-Boot Prinzip. Das heißt, wenn man Glück hat, stehen zwei Boote am Ufer und man kann einfach mit einem der beiden Boote über den See rudern. Findet man jedoch nur ein 1 Boot am Ufer vor, dann bedeutet das dreimal rudern. Auf der anderen Seite des Sees befinden sich in diesem Moment zwei Boote. Also rudert man mit diesem hier vorhandenen Boot über den See, bindet dann eines der Boote auf der anderen Seite am eigenen Boot fest und rudert wieder zurück, wo man hergekommen ist. Ein Boot lässt man nun zurück und fährt mit dem zweiten Boot anschließend ein drittes Mal über den See. Es sollte also immer mindestens 1 Boot auf einer Seeseite zur Verfügung stehen. Hält man sich nicht an diese Regel, so handelt man sehr unkollegial und die nachkommenden Wanderer haben ein echtes Problem.

Am meisten begangen wird die Strecke zwischen Abisko und Kvikkjokk bzw. Abisko und Kebnekaise bis Nikkaluokta, Strecken, die je nachdem in etwa ein bis zwei Wochen zu bewältigen sind. Hier verläuft der Weg oberhalb der Baumgrenze. Von Abisko bis Abiskojaure bewegt man sich größtenteils über ein Sumpfgebiet und läuft zu Anfang oft über Holzplanken, um die empfindliche Flora nicht zu zerstören. Die zweite Etappe bis zur Alesjaurestuga verläuft dann am See Alesjaure entlang und von Alesjaure geht es anschließend über den Tjäkta-Pass, wo die Gegend rauer wird und man eine große Strecke über Geröllhalden zurücklegen muss. Anschließend folgen kleinere Etappen bis zu den Hütten Sälka und weiter bis Singi. Hier muss man sich nun entscheiden, ob man zum Kebnekaise, dem höchsten Berg Lapplands weiterläuft (ob man ihn nun besteigen möchte oder nicht) und in der Kebnekaise Fjällstation die nächste Übernachtung plant, mit der anschließenden Etappe bis Nikkaluokta (von hier kann man dann den Bus nach Kiruna nehmen) oder ob man die Strecke fortsetzt bis Saltoluokta, wobei man dann unterwegs bei Teusajaure einen See überqueren muss, oder eventuell bis nach Kvikkjokk . Bei Saltoluokta und bei Kvikkjokk hat man dann wieder Anschluss an das Inlands-Bussystem. Der Kungsleden aber läuft weiter nach Jäkkvik (immer noch in Lappland), Ammarnäs (hier nun bereits in Västerbotten) bis Hemavan. Auch hier liegen in Tagesabschnitten oder auch kürzer genügend Hütten zur Übernachtung oder einfach nur für eine Pause.

Autor(in): Heide – Heide.Walker@conductix.com

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