Skane


Ängelholm: Von Ufos und Birkenpollen

Ufo Zeichnung

Das Ufo-Phänomen in Ängelholm. Kann es so ausgesehen haben? Illustration: Dan Sternoczky, Ufo-aktuellt 1985.

Manchmal sind sie auch nicht ganz richtig, die Schweden! Ein Waldstück, das „Sibirien“ heißt; Ein Ufo in Ängelholm; Und ein Bahnwärter, der mit Pollen zum Millionär wurde. Manche Geschichten sind einfach zu verquer, um wahr zu sein. Aber weil eine Ufo-Skulptur noch heute den Wald „Sibirienskogen“ in Ängelholm ziert und zur Touristen-Attraktion geworden ist, muss ein Körnchen Wahrheit in diesem lokalen Märchen stecken… Am besten, wir erzählen die Geschichte von Anfang an…

Ängelholm, das südschwedische Städtchen an der Bucht Skälderviken gilt als die „Riviera“ von Skåne. Doch von Luxus und Strandleben war keine Rede in den Nachkriegsjahren, als hier noch die Luftwaffe stationiert war. Eine Saftfabrik und eine Ziegelei brachten die Menschen in Lohn und Brot. Und dann war da noch die wichtige Eisenbahnverbindung, die genau am Meer entlang führte bis zum Öresund.

Bahnwärter Gösta, die Natur und das Bandyspiel

Lichtung Ufo Ängelholm

Auf dieser Lichtung sah Gösta die Außerirdischen.. Foto: pollenkungen.com/gosta-carlsson/

Als Bahnwärter war der Ängelholmer Gösta Carlsson beschäftigt. An seinem Beruf liebte Gösta am meisten den Weg von und zur Arbeit. Denn da ging es mit dem Fahrrad durch die noch dichten Wälder direkt hinter der Strandlinie, wo er Vögel und Pflanzen beobachten konnte, – seine eigentliche Leidenschaft. Auch hielt er gerne an, wenn der lokale Bandyclub Rögle spielte: Bandy, das urschwedische Winterspiel auf Eis, das schon durch seinen unverschämten Flächenverbrauch von der Größe und Weite Schwedens zeugt.

Gösta fuhr also auch am 18. Mai 1946 mit dem Rad nach Hause: wie immer durch den Wald, der landläufig nur „Sibirien“ genannt wurde. Noch heute führt die Straße „Sibirienvägen“ zu dem Ort, an dem vor über 70 Jahren das Unfassbare geschah…

Der Bahnwärter sah nämlich ein gleißendes Leuchten zwischen den Baumwipfeln. Seine erster Gedanke: „Sieht aus wie ein fliegender Tivoli!“ Sein zweiter Gedanke: „Oder ein abgeschossenes Flugzeug“… Gösta steuerte sein Rad zu der Stelle hin. Auf einer Lichtung im Sibirienwald will Gösta dann ein Raumschiff gesehen haben! Die klassische fliegende Untertasse in Ellipseform, die bei ihrer Landung tiefe Abdrücke im Waldboden hinterließ. Rund um das 10 Meter hohe Ufo stand immer dieses helle, unwirkliche Licht. – Und Außerirdische, wie Gösta später felsenfest behaupten wird.

In allen Berichten über dieses Ereignis – und nach Göstas Aussagen selbst! – war der Augenzeuge an jenem Abend komplett nüchtern und Zeit seines Lebens Mitglied der schwedischen Nüchterheitsbewegung! Aber unabhängig davon sollte die Begegnung mit den Außerirdischen ihre Spuren hinterlassen: In Göstas Leben und in Ängelholms Gemeinschaft!

Sternenstaub oder Birkenpollen?

Gösta Carlsson "Pollenkönig

Fortan wurde Gösta Carlsson zum „Pollenkönig“. Foto: AB Cernelle

Denn nachdem er voller Ehrfurcht und Verwirrung nach Hause kam, sah Gösta, dass er vollends mit goldgelben Staub bedeckt war! Doch dies war nicht etwa Sternenstaub aus einer anderen Welt. Naturkenner Gösta merkte erleichtert, dass die fliegende Untertasse nur eine Menge Birkenpollen im Frühlingswald aufgewirbelt hatte. Eine profane Erklärung, die Gösta dennoch als Zeichen sah: Denn fortan widmete er sein Leben den Pollen und der Medizin, – und er war überzeugt, dass die Außerirdischen ihm die Eingebung für seine Naturarznei „Cernitol“ gegeben hatten.

Reklame aus den 60er-Jahren für Göstas Produkt. Foto: AB Cernelle

Gösta Carlsson wurde in Ängelholm nämlich als „Pollenkönig“ bekannt! Er quittierte seinen Job bei der Bahn, um einen Pollenextrakt zu entwickeln. In den 50er-Jahren legte er den Grundstein für den Arzneimittelkonzern => „Cernelle“ – noch heute ein Riese auf dem Markt für Nahrungsergänzungsmittel und Naturarzneien. Sein Pollenextrakt „Cernitol“ wurde erfolgreich gegen Prostata-Leiden vermarktet, – auch wenn die staatlichen Aufsichtsbehörden stets Zweifel an der Wirksamkeit des Präparats hatte. Gösta Carlsson aber war überzeugt und dankte Zeit seines Lebens den Außerirdischen für diesen Erfolg, der ihn zum Multi-Millionär machte.

Erst 1971 ließ Gösta die Bombe platzen

Er hatte aber nicht den Ruf eines verschrobener Pollen- und Kräuterhexers inne (der zudem ein Ufo gesehen hatte!). Gösta Carlsson gab Ängelholm einen großen Teil seiner Inspiration zurück und war in der Gemeinde als großzügiger Stifter aktiv.

Ufo Monument Ängelholm

Das Ufo-Monument heutzutage. Foto: Ängelholm Touristbüro

Schon in den 60er Jahren ließ er eine Eishalle in Ängelholm bauen und wurde der starke Mann im Eissport-Club „Rögle BK“. Die spielten zu jener Zeit schon in der 1. Eishockey-Liga und sind bis heute eine starke Mannschaft.

Erst als Gösta schon „ein gemachter Mann“ in Ängelholm war, ging er mit seiner unglaublichen Geschichte an die Öffentlichkeit. Er erzählte endlich von dem Ufo, dass er 1946 gesehen hatte. Leider gab es keinen Bildbeweis… Aber 1972 errichtete Gösta Carlsson das Ufo-Monument in Ängelholm. Ein Modell des Flugobjekts, wie er es in Erinnerung hatte, steht seither im „Sibirienwald“ und gibt uns Rätsel auf.

Gösta Carlsson starb 2003 im Alter von 85 Jahren in einem Ängelholmer Seniorenheim.

Tipp für Besucher: Nahe des Ufo-Monuments am „Sibirienvägen“ gibt es einen Waldparkplatz. Außerdem liegt unweit, direkt am Strand,  => „Rabocka Camping“

=> Weitere Informationen

=> Mehr Bilder zu Gösta Carlsson ungewöhnlicher Geschichte

Autorin: Katja Singer – Katja-Singer(at)gmx.de

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Skissernas Museum – Von der „Geburt eines Kunstwerks“

Skissarnas museum

Der internationale Saal im Skissernas Museum in Lund. Foto: Bengt Oberger /https://commons.wikimedia.org/ (CC BY-SA 4.0)

Das Skissernas Museum im südschwedischen Lund ist in seiner Art ein einzigartiges Kunstmuseum. Für gewöhnlich zeigen Kunstausstellungen vollendete Werke, das Ergebnis künstlerischen Schaffens. Genau um diesen Schaffensprozess oder um die „Geburt eines Kunstwerks“, wie es sein Gründer nannte, dreht sich das Skissernas Museum.

Das Skissernas Museum einfach als „Skizzenmuseum“ zu übersetzen, wäre etwas zu kurz gegriffen. In vollständiger Form heißt es Museum für den künstlerischen Prozess und öffentliche Kunst. Außer Museum ist es, wie in seiner Gründungszeit, ein Archiv.

Als „Archiv für dekorative Kunst“ gegründet

Das Skissernas Museum wurde 1934 von Ragnar Josephson, seinerzeit Professor für Kunstgeschichte an der Universität Lund, begründet. Mit der Absicht den kreativen Prozess, den Weg eines Künstlers von einer Idee über den ersten Entwurf bis zum vollendeten Werk zu veranschaulichen, richtete Josephson das „Archiv für dekorative Kunst“ an der Fakultät für Kunstgeschichte ein.

Den Anfang machten gekaufte Postkarten dekorativer Kunst. Dann, angetan von der Idee, fand sich in Prinz Eugen von Schweden, der sich der Malerei widmete, erste Spender für das Archiv. Weitere Künstler spendeten oder gaben zu niedrigen Preisen ihre Entwürfe an das Archiv. Die Sammlung wuchs stetig, sodass die Universität Lund Räumlichkeiten eines ausgedienten Hochschulgebäudes zur Verfügung stellte.

Damit konnte 1941 die Sammlung erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Skissernas Museum beherbergt rund 30.000 Objekte

Das heute noch mit der Universität Lund verbundene Museum beherbergt die weltweit bedeutendste Sammlung von Skizzen, Vorstudien und Modellen. Diese Sammlung umfasst Werke beziehungsweise deren Vorstufen nationaler wie internationaler Künstler, darunter Isaac Grünewald, Sigrid Hjertén, Henri Matisse, Pablo Picasso oder die für ihre Wandbilder bekannten Mexikaner Diego Rivera und David Alfaro Siqueiros.

Zusammen genommen birgt das Skissernas Museum rund 30.000 Objekte von rund 1.000 Künstler aus 30 Ländern. Wobei die Sammlung auch weiterhin beständig wächst. Daneben archiviert das Museum schon seit seiner Gründung Korrespondenzen von Künstlern und bewahrt Beschreibungen und Fotografien, die das Werden eines Kunstwerks dokumentieren sowie rund 150.000 Artikel über öffentliche Kunst aus inländischen wie internationalen Zeitungen und Zeitschriften seit den 1930er Jahren.

Beständige bauliche Erweiterung

Mit dem stetigen Wachsen der Sammlung und der Archive einher geht die bauliche Erweiterung des Museums. So wuchs das Skissernas Museum zu einem Verbund verschiedener Gebäude aus unterschiedlichen Zeiten, wobei der älteste Teil von 1882 stammt. Dagegen wurde erst zu Beginn dieses Jahres ein moderner Anbau mit großzügigem Eingangsbereich eingeweiht.

 

 

https://www.skissernasmuseum.se/

Autor(in): Mathias Grohmann – mathias_grohmann@web.de

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Wanås – Vom Mittelalter zu zeitgenössischer Kunst

Schloss Wanås

Schloss Wanås. (Foto: Pelle Sten [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], from Wikimedia Commons)

Strahlend weiß spiegelt sich Schloss Wanås im See, dessen Wasser einmal den Burggraben speiste. Wanås liegt in einst hart umkämpftem Gebiet, wurde niedergebrannt und neu erbaut. Der See ist heute Teil eines weitläufigen Parkgeländes. Im See ein Haus, Schwedenrot, teils versunken, im Park eine gigantische Spinne oder eine Frau, hockend, herabgelassene Hose, ohne sich von etwaigen Spaziergängern stören zu lassen: Der Schauplatz blutiger Handlungen ist ein Ort der Kunst geworden.

Wanås liegt rund 25 Kilometer von Kristianstad entfernt im nordöstlichen Skåne, einer in früheren Zeiten kriegsgeplagten Ecke. So entstand das Schloss Wanås (schwedisch: Vanås slott) auf dem, was schwedische Truppen im Dreikronenkrieg von der ursprünglichen Wasserburg aus dem 15. Jahrhundert übrig ließ. Im Schonischen Krieg erneut in Mitleidenschaft gezogen, wurde das Anwesen auf Betreiben der Baroness Lena Sofie von Putbus wieder hergerichtet. Im östlichen Giebel des Hauptgebäudes finden sich seitdem ihre Initialen wieder.

Während des 18. Jahrhunderts bis ins 19. Jahrhundert hinein folgten Umbauten und Erweiterungen, die dem Anwesen seine heutige Erscheinung verliehen. In diese Zeit fällt auch die Anlage des Schlossparks im Stil englischer Parks. Alleen wurden erschaffen, die Orangerie gebaut.

Skulpturenpark Wanås feiert 30-jähriges Jubiläum

1987 wurden rund 30 Künstler und Künstlerinnen auf Initiative Marika Wachtmeisters, deren Familie das Anwesen seit 1801 besitzt, eingeladen. Es war die Geburtsstunde des Skulpturenparks Wanås. Wobei Kunst bereits seit dem 18. Jahrhundert auf dem Schloss gesammelt wird. Darunter Werke von Rembrandt und Rubens.

Der Skulpturenpark wird von einer Stiftung geleitet. In drei Jahrzehnten stellten über 250 nationale und internationale KünstlerInnen ihre Werke in beziehungsweise speziell für Wanås aus. Die permanente Skulpturensammlung wuchs auf 70 Ausstellungsstücke. Darunter die schon erwähnte gigantische Spinne von Louise Bourgeois oder die 1996 installierten Wunschbäume von Yoko Ono.

Neben dem Skulpturenpark bieten die Nebengebäude des Schlosses Raum für eine Kunstgalerie und temporäre Ausstellungen sowie für Workshops und Bildung.

Im Jubiläumsjahr stehen die Anfänge und die Entwicklung der Kunstausstellung unter freiem Himmel im Zentrum der Betrachtung.

Kunst und Ökologie

Seit vergangenem Jahr besteht auch die Möglichkeit, in einem Hotel auf dem Schlossgelände zu nächtigen. Das Angebot im Restaurant ist von den umgebenden Wäldern und vom Bio-Bauernhof, der zu der Anlage gehört, geprägt.

Es ist die Verbindung von Geschichte, zeitgenössischer Kunst, Natur und dem Ansatz von Nachhaltigkeit und Umweltschutz, die Wanås besonders, vielleicht einzigartig macht.

Weitere Informationen bietet die Homepage (auf Schwedisch und Englisch) und dass sich nicht nur Kunstkenner in Wanås wohlfühlen können, zeigt dieser Beitrag:

http://kindamtellerrand.de/wanas-konst-skulpturen-im-schwedischen-wald-klettern-erlaubt/

 

Autor(in): Mathias Grohmann – mathias_grohmann@web.de

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Kristianstad – „Klein-Paris“ im Wasserreich

Stora torget Kristianstad

Kristianstad, Stora torg mit Rathaus (links), Stora kronohuset (rechts) und Heiliger Dreifaltigkeitskirche im Hintergrund. Foto: stillbild /flickr.com (CC BY-SA 2.0)

Kristianstad liegt im Nordosten Skånes. Eine Kleinstadt mit knapp 40.000 Einwohnern, nicht weit von der Ostseeküste. Überhaupt spielt Wasser eine zentrale Rolle für die Stadt. Das war schon zu ihrer Gründung so. Noch bedeutender war jedoch das Ringen Dänemarks und Schwedens um die Vorherrschaft im Ostseeraum. Kristianstads Geschichte beginnt, wie die vieler Orte in Skåne: dänisch. Daran erinnert nicht nur der Name der Stadt. (mehr …)

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Schwedischer Käse

Prästost – ein schwedische Käse. Bild aus Wikipedia. Fotograph: Nordelch

Prästost – ein schwedische Käse. Bild aus Wikipedia. Fotograph: Nordelch

Wenn man an Käse denkt, dann denkt man zunächst einmal an Frankreich oder auch Holland. Aber auch Skandinavien hat da etwas zu bieten, und der schwedische Käse ist nicht unbekannt.

In Schweden entwickelte sich um 1500 in den Klöstern die Technik, Milch zu Käse einzudicken. So entstand der Name des klassischen schwedischen Käses: „Prästost“, auf Deutsch Priesterkäse. Etwa hundert Jahre später galt Käse als ein Essen der reichen Leute. Bei Festessen wurden riesige Käselaibe herbeigetragen, es galt der Grundsatz, je größer der Käse, desto reicher die Familie. Erst nach der Industrialisierung konnten sich auch ärmere Leute in Schweden Käse leisten.

Prästost wird vorwiegend in Småland hergestellt. Es handelt sich um einen Hartkäse aus Kuhmilch. Je nach Reifezeit bekommt er einen milderen oder auch einen kräftigeren Geschmack. Er diente früher sogar als Zahlungsmittel. Die Bauern mussten einen sogenannten Zehnt, eine Art Steuer an die Kirchen bezahlen und in Småland verwendete man für diese Abgabe den Prästost.

Für den Prästost wurden die besten Zutaten verwendet, auch Rahm wurde beigesetzt. Der heutige, industriell hergestellte Prästost ist von kleineren Löchern durchzogen, was beim ursprünglichen Käse nicht der Fall war. Verkauft wird er heute unter dem registrierten Markennamen Präst.

Spezialität der Region

Västerbotten Käse

Ein Klassiker mit regionaler Herkunftsbezeichnung. Der Västerbottensost.

Ein anderer Käse, der einem in Zusammenhang mit Schweden einfällt, ist der Västerbottensost. Wie der Name schon sagt, stammt er aus der Region Västerbotten, im Norden von Schweden. Genau genommen wird er im kleinen Ort Burträsk in der Molkerei Norrmejerier produziert. Sogar ein Museum wurde diesem Käse in seinem Heimatort gewidmet.

Es handelt sich bei diesem schwedischen Käse um einen Hartkäse, der durch ständiges Rühren und Erwärmen seinen besonderen Geschmack bekommt. Nach diesem Prozess wird ihm die Molke entzogen und er wird in Salzlake gebadet. Es folgt eine 18tägige Reifung bei 18°, wobei dem Käse das Wasser entzogen wird. Zum Schluss wird die weitere Reifung bei verringerter Temperatur (12°) und eine Luftfeuchtigkeit von 50% zum Abschluss gebracht.

Angeblich ist der Västerbotten-Käse durch ein Missgeschick, bzw. einen Zufall entstanden. Eine Angestellte der Käserei hatte ihre Arbeit vernachlässigt, wodurch der Käse unkontrolliert abgekühlt und aufgewärmt wurde, und genau das führte zu dem typischen Geschmack dieses Käses, der ihn so beliebt machte.

Gut zum gratinieren

Ein weiterer Käse, dem man bei einem Urlaub in Schweden begegnen kann, ist der Herrgårdsost, was man mit Herrenhaus-Käse übersetzen könnte. Es handelt sich um einen Schnittkäse mit einem milden, nussigen Geschmack, der aus Süd- und Mittelschweden stammt. Er wird aus Kuhmilch hergestellt, mindestens 3 Monate gereift und kommt in 12 bis 20 kg schweren Käselaiben auf den Markt, die die Form eines Wagenrads haben. Durch seinen hohen Fettgehalt eignet er sich auch zum Überbacken von Aufläufen und Gratins. Ein typisches Kennzeichen sind auch die großen Löcher, wie beim Schweizer Käse.

Ein ähnlicher Käse ist der Grevé, der in der Form jedoch etwas kleiner ist, länger reift, nämlich 10 Monate, und im Geschmack etwas milder ist. Auch er ähnelt dem Schweizer Käse, die Löcher sind jedoch etwas kleiner und er ist in der Konsistenz weicher, da ihm vor der Reifung noch Rahm zugesetzt wird. Der Grevé wurde von zwei Ingenieuren entwickelt, deren Ziel es war einen Käse ähnlich dem norwegischen Jarlsberg herzustellen, der gerade auf den Markt gekommen war und sehr beliebt war.

Brauner Käse aus Norwegen und Schweden

Baunen, karamellisierten Käse kennt man in erster Linie aus Norwegen, aus dem Gudbrandsdalen. aber auch Schweden hat etwas in der Art zu bieten. Man nennt ihn hier ganz einfach Mesost, was auf Deutsch so viel bedeutet wie Molkekäse. Auf Deutsch sagt man auch einfach Braunkäse dazu. Der schwedische Braunkäste kommt vorwiegend aus Jämtland. Er wird aus Kuh-, Ziegen- oder Schafsmilch oder auch aus einer Mischung hergestellt. Für die Herstellung wird die Milch gekocht, bis der darin enthaltene Zucker karamellisiert. Durch diesen Prozess erhält der Käse seine braune Farbe und auch seinen typischen etwas süßen Geschmack. Der Mesost hat eine feste Konsistenz, man isst ihn gerne auf Knäckebrot, oft auch zusammen mit Marmelade. Daneben gibt es aber auch noch eine streichfähige Variante des Molkekäses, den Messmör, der sicher jedem Schwedenreisenden im Supermarkt schon mal begegnet ist, der in keinem schwedischen Haushalt fehlt und der noch beliebter ist als der Mesost.

Käse Stück

Käse im Stück samt Käsehobel: Ein Muss zum schwedischen Buffet! Foto: Alexander Hall/ imagebank.sweden.se

Der Hushållsost, auf Deutsch der „Haushaltskäse“, ist der am meisten gegessene Käse in Schweden. Es handelt sich um einen milden, etwas säuerlichen, halbfesten Kuhmilch-Käse mit einem Fettgehalt von 26 % und kleinen Löchern.

Der in Schweden für die Pizza verwendete Käse ist der Gräddost, der „Rahmkäse“ mit einem entsprechend hohen Fettgehalt von 60 %, obwohl es auch fettreduzierte Varianten gibt. Er lässt sich leicht schmelzen und hat einen eher milden Geschmack. Mit Gräddost bezeichnet man aber nicht nur diese spezielle Käsesorte, sondern überhaupt ähnliche Käsesorten, die einen ähnlich hohen Fettgehalt aufweisen.

Zu erwähnen wäre noch ein im südlichen Landesteil, in der Provinz Skåne beheimateter Käse, der Kävlinge, der nach dem gleichnamigen Ort benannt ist.

Und dann wäre das noch eine Besonderheit zu nennen, der sogenannte Kaffeekäse. Er stammt aus der Tradition der Sami, die auf tagelangen Reisen mit ihren Rentieren keine Möglichkeit zum Kochen hatten. Über dem Feuer brauten sie Kaffee und legten Hartkäse hinein, der sie mit Nährstoffen versorgte

Somit sind die wichtigsten schwedischen Käsesorten genannt. Zugegeben, so viele sind es nicht und man bekommt ja in Schweden auch alle besonderen Käsearten aus den speziellen „Käseländern“, aber es lohnt sich, auch mal die schwedischen Varianten zu probieren.

Autor(in): Heide – Heide.Walker@conductix.com

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Malmö Opera – Ein Meisterwerk

Malmö Opera

Malmö Opera mit dem Tragos-Brunnen von Nils Sjögren. Foto: Seier+Seier/ https://commons.wikimedia.org/ (CC BY 2.0)

Malmö Opera, die Oper von Malmö, bietet ein breit gefächertes Programm. Ob klassische Oper, Operette, Kammerkonzerte, Musical, Tanz oder zeitgenössisches Musiktheater. Fast täglich wird eine Veranstaltung geboten. Doch auch ohne Aufführung lohnt ein Besuch des Opernhauses von Malmö. Es gilt als Meisterwerk funktionalistischer Architektur und wartet mit einem der größten Konzertsäle Nordeuropas auf.

Die Malmö Opera nahm und nimmt eine hervorgehobene Stellung ein. Sowohl im Kulturbetrieb wie auch in der Architektur der Öresundmetropole. (mehr …)

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Die Zitadelle Landskrona – Gärten, Geister und ein betrunkener Elch

Die Zitadelle von Landskrona

Die Zitadelle Landskrona bei Nacht, 2012. Foto: Francois Polito/ https://commons.wikimedia.org/ (CC BY-SA 3.0)

Die Zitadelle von Landskrona galt einst als flächenmäßig größte Festungsanlage Europas. Heute gilt sie als eine der besterhaltenen Skandinaviens und ist ein monumentales Wahrzeichen der Hafen- und Industriestadt am Öresund. Die Zitadelle hat in ihren 450 Jahren eine bewegte Geschichte erlebt. Und wie es bei alten Gemäuern so ist, birgt Landskronas Zitadelle manch Kurioses. (mehr …)

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Dunkers Kulturhus – Kultur zwischen Stadt und Meer

Dunkers Kulturhus

Dunkers Kulturhus von der Seeseite gesehen. Im Hintergrund weitere moderne Architektur in Helsingborgs Norra Hamn. Foto: Guillaume Baviere (Giåm)/ flickr.com (CC BY 2.0)

Dunkers Kulturhus ist das kulturelle Zentrum Helsingborgs und ein architektonischer Höhepunkt der Stadt wie der Region am Öresund.

Zur einen Seite tummeln sich Hasen, zur anderen Seite der Sund. Dessen Wellen im Dach des Kulturhauses weiterzuverlaufen scheinen. Daneben Oberlichter, die wie Periskope emporragen. Nun mag diese Dachkonstruktion vielleicht nicht ganz so imposant wie die des weltberühmten Opernhauses von Sydney erscheinen. Und doch gibt es eine Verbindung beider Häuser. (mehr …)

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Kattegattleden – Radwandern in Schwedens Südwesten

 

Mellbystrand

Entlang des Kattegattleden bieten sich weite Sandstrände, wie Mellbystrand … Foto: Zejo /http://commons.wikimedia.org/

Im kommenden Frühjahr eröffnet sich mit dem Kattegattleden Pedalrittern eine neue Möglichkeit die Küste in Schwedens Südwesten zu erfahren. Entlang Naturschönheiten und kultureller Sehenswürdigkeiten – und immer nah am Meer – entsteht zwischen Helsingborg und Göteborg Schwedens erster „Nationaler Touristenradweg“. (mehr …)

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