Schwedens Beerenwelt Teil 1

Die Moltebeere. Aus Wikipedia

 

Wie man weiß, ist Schweden dafür bekannt, dass es hier noch Bären gibt! Aber nicht nur Bären, sondern auch Beeren, denn vor allem die Beerenwelt von Schweden ist sehr vielfältig. Hier findet man Beeren, von denen hat man bei uns noch gar nicht gehört.

Aber beginnen wir mit den bekannten Sorten. Die wohl beliebtesten Beeren in Schweden sind die Blåbär, die Heidelbeeren, die in ganz Schweden verbreitet sind und sogar etwa 17 % der Landfläche bedecken. Hier braucht man eigentlich nicht viel dazu zu sagen, die kleinen blauen Beeren kennt jedermann. Nicht verwechseln sollte man sie mit den amerikanischen Blaubeeren. Die Blueberries in Amerika entsprechen nicht den schwedischen oder den deutschen Heidelbeeren. Dies Variante heißt in Amerika Bilberry oder Huckleberry.
Heidelbeeren blühen in Schweden von Mai bis Juni und können im Juli und August geerntet werden.
Sie können roh, z.B. in Müsli oder Milchprodukten (z.B. in Filmjölk) gegessen werden, gerne werden sie aber zu Desserts, Kuchen, Pies, Saft, Marmelade und auch zu Wein oder Blaubeersuppe verarbeitet. Die Blaubeersuppe ist ein beliebtes Dessert, das kalt oder warm gegessen wird. Traditionell wird sie beim berühmten Vasalauf angeboten.

Die Brombeere, auf Schwedisch Björnbär, ist ebenfalls sehr beliebt. Da Brombeeren jedoch eher in einem milderen Klima gedeihen, findet man sie in Schweden eher in südlicheren Gefilden und hier vorwiegend in den Küstenlandschaften von Kattegat und Skagerack und an der Ostseeküste nicht weiter nördlich als Stockholm. Sie reift in Schweden eher im Spätsommer und wird ebenfalls in Kuchen, und Desserts verwendet und zu leckeren Marmeladen oder auch zu Likör verarbeitet.

Eine weitere, auch bei uns bekannte Beere ist natürlich die Himbeere, auf Schwedisch Hallon.
Wie auch die Brombeere wächst die Himbeere an einem Strauch. Sie wächst wild in ganz Schweden, wird aber auch angebaut. Bevorzugt findet man sie in halbschattigen Lagen, also gerne an Waldlichtungen und Waldrändern. Die Himbeeren sind bereits im Juni reif, können aber bis Juli/August geerntet werden. Die Beeren schmecken einfach so vom Strauch am besten, werden aber ebenfalls gerne zu Marmelade oder Saft verarbeitet. Eine beliebte Marmeladenvariante ist das „Drottningssylt“, das zur Hälfte aus Himbeeren und zur Hälfte aus Heidelbeeren besteht.

Dann gibt es natürlich auch in Schweden rote und schwarze Johannisbeeren, röda och svarta vinbär, mit denen man häufig Marmelade oder Gelee zubereitet und die man, wie alle bisher genannten Beeren, natürlich auch roh essen kann. Aus den schwarzen Johannisbeeren stellt man den Cassis-Likör her. Erwähnenswert ist auch, dass vor allem die schwarzen Beeren sehr viel Vitamin C enthalten. Auch Johannisbeeren werden in überall in Schweden angebaut, die roten wachsen wild von Jämtland bis hoch in den Norden, die schwarzen findet man am dichtesten in Mittelschweden, wachsen aber auch von Skåne im Süden bis hoch in den Norden. Die weiße Johannisbeere ist eine Mutation der roten, hier fehlt der rote Farbstoff. Die Blütezeit liegt im Mai/Juni und reif sind die Beeren im Juli.

Kirschen heißen auf Schwedisch Körsbär, zählt man hier also auch zu den Beeren, obwohl es sich im botanischen Sinn gar nicht um eine Beere handelt. Und genauso kennt man die Sauerkirsche, die Surkörsbär.

Die Stachelbeere, auf Schwedisch Krusbär genannt, ist dagegen wieder eine richtige Beere. Der Name setzt sich aus krus und bär zusammen, wobei sich krus auf krusig = lockig bezieht, und das rührt daher, dass die Blätter der Stachelbeere lockig oder gekräuselt aussehen, wobei man im Deutschen eher auf die Stacheln Bezug nimmt, wenn man von der Stachelbeere spricht. In Schweden sind sie im Süden bis hoch nach Dalsland verbreitet. Es gibt gelbe, rote und grüne Beeren und im Geschmack variieren sie von sauer im Anfangsstadium bis süß, wenn sie richtig reif sind.

Die Preiselbeere, die zur Gattung der Heidelbeere gehört, heißt auf Schwedisch Lingon. In Deutschland nennt man sie auf Kronsbeere oder Moosbeere. Die großen Kulturpreiselbeeren dagegen, die in Amerika Cranberry heißen, sind eine andere Sorte. Sie schmecken auch anders, eher noch etwas herber und säuerlicher. Preiselbeeren können in Schweden von August bis September geerntet werden. Sie werden selten angebaut, sondern wachsen hauptsächlich wild und zwar im gemäßigten Klima bis weit in den Norden. Dank des Jedermannsrechts darf jeder die Beeren pflücken. Preiselbeeren dienen häufig als Beilage zu Wildgerichten oder auch zu Köttbullar. Aufgrund ihres säuerlichen, herben Geschmacks werden sie selten roh gegessen, die einzige Ausnahme sind die „rårörda lingon“. Hier werden Preiselbeeren mit Zucker verrührt und dann ähnlich wie Preiselbeermarmelade oder –gelee verwendet. Durch ihren hohen Gehalt an Benzoesäue sind sie jedoch auch in diesem Zustand und mit wenig Zucker relativ lange haltbar. Preiselbeeren sind sehr gesund und der Genuss der Beeren oder ihres Saftes soll vor Blasenentzündungen schützen. Ein heißer Lingonsaft in der kalten Jahreszeit hilft, den Körper wieder aufzuwärmen.

Jordgubbe ist das schwedische Wort für Erdbeere.Die Erdbeere ist eigentlich keine Beere, sondern eine Sammelfrucht. Dazu gehören übrigens auch die Brombeeren und die Himbeeren. Die eigentlichen Früchte der Erdbeere sind die gelblichen Nüsschen auf der Oberfläche. Nach Schweden kam die Erdbeere Ende des 18. Jahrhunderts. Es gibt verschiedene Sorten, die frühen Beeren sind schon im Juni reif, die späteren werden dann im Juli geerntet.

Eine Variante der Erdbeere ist die Walderdbeere, deutlich kleiner als die Gartenerdbeere, dafür im Geschmack viel aromatischer. In Schweden nennt man sie Smultron. Sie wächst vorwiegend in waldigen Gebieten, an Waldrändern und Lichtungen. Ihre Vorkommen in Schweden erstreckt sich so ziemlich über das ganze Land, außer dem äußersten Norden. Neben der wilden Form gibt es auch einige Kultursorten, die jedoch etwas größer sind und im Geschmack nicht an die wildwachsende Walderdbeere herankommen.

In einem zweiten Teil über die Beerenwelt folgen dann weitere skandinavische Beeren.

Autor(in): Heide – Heide.Walker@conductix.com

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