Jämtland

Wasserfall ohne Wasser – Der „Döda Fallet“

Heute einmal ein Beispiel, wie man als Verursacher einer Katastrophe bekannt und berühmt werden kann. Auch wenn der Betroffene hier nur am Rande erwähnt werden soll.

Willkommen am Döda Fallet

Willkommen am Döda Fallet

Fährt man, von Östersund im Jämtland kommend, den Rijksvägen 87 (RV 87) in südöstlicher Richtung, erreicht man unweigerlich das kleine Städtchen Hammarstrand. Dort findet man, neben anderen kleineren Sehenswürdigkeiten, die Statue von „Vildhussen“. Frei übersetzt bedeutet dies „Wilder Huss“. Eigentlich hiess der gute Mann aber Magnus Huss. Und er ist der Verursacher der eingangs erwähnten Katastrophe.

Die Statue von Magnus Huss

Was ist also passiert? Um die Frage zu beantworten, hilft es enorm, die Vorgeschichte zu kennen und zu wissen, zu welcher Zeit sich Alles abgespielt hat. Wir begeben uns zurück in die neunziger Jahre des 18. Jahrhunderts. Zu dieser Zeit gab es noch den Beruf des Flössers. Unbestätigte Gerüchte behaupten, aus diesem Beruf hätte sich später das Surfen entwickelt. Dies ist aber sehr umstritten.

Damals wie Heute war die Holzwirtschaft ein nicht unbedeutender Teil der schwedischen Wirtschaft. Um die Holzstämme schnell zu transportieren, hat man sich natürlicher Ressourcen bedient, den Flüssen. In diesem Fall spielt der Indalsälven die Hauptrolle.

Zu jener Zeit speiste der Indalsälven den Ragundasee. Der Ablauf des Ragundasees war der Gedungsen (auch Storforsen), ein 35 Meter hoher Wasserfall. Die meisten Holzstämme wurden an dieser Stelle durch die Wucht des Wasserfalls wie Streichhölzer zerbrochen. Das war für die Flösser und erst recht für die Kaufleute, die mit dem Holz handelten, ein unhaltbarer Zustand. Ich kann nur vermuten, dass auch der Kaufmann Magnus Huss sein Geld mit dem Holzhandel verdiente. Warum sonst hätte er sich dieser Sache annehmen sollen? Sicher nicht wegen der einhundert Kronen, die man ihm anbot, um eine Lösung zu finden. Auch wenn einhundert Kronen zu der Zeit schon noch etwas mehr wert waren als Heute.

Damals floss westlich des Ragundasees ein kleiner Bach. Huss hatte nun die geniale Idee, eine Verbindung graben zu lassen, die den See mit dem Bach verbinden sollte. Nach dem Öffnen der Rinne würde sich das Wasser aus dem See durch seine natürliche Kraft einen eigenen Kanal am Wasserfall vorbei graben und somit das gefahrlose Flössen möglich sein. Soweit der Plan.

Im Frühling 1796 waren die Arbeiten fast beendet. Die Öffnung der Rinne sollte am 7. Juni stattfinden.

Der ehemalige „Gedungsen“, heute der „Döda Fallet“

Dummerweise begann in jenem Jahr die Schneeschmelze und damit auch der Eisabgang etwas später als in den Jahren zuvor. Wer schon einmal bei einem Eisabgang dabei war, der weiss auch, welche enormen Kräfte dabei wirken, besonders auf Brückenpfeiler oder Staumauern. Die noch bestehende dünne Wand zwischen der neu gegrabenen Rinne und dem Ragundasee wurde jedenfalls in der Nacht vom 6. auf den 7. Juni durch die Eis- und Wassermassen durchbrochen.

Enorme Wassermassen suchten sich ihren Weg durch die neu geschaffene Rinne und verbreiterten diese Rinne dabei immer mehr. Der Indalsälven schuf sich mit einer bis zu 15 Metern hohen Flutwelle einen neuen Weg durch das Ragundatal. Höfe und kleinere Siedlungen wurden weggespült. Der Ragundasee wurde innerhalb weniger Stunden geleert. Der Gedungsen bekam kein Wasser mehr. Sein Rauschen verstummte und er wurde zum „Döda Fallet“, zum „Toten Wasserfall“. Wie durch ein Wunder gab es bei dieser Katastrophe kein einziges Menschenleben zu beklagen.

Die weggespülten Erdmassen schufen das Delta des Indalsälven, etwas nördlich von Sundsvall. Auf einer der Aufspülungen liegt heute der Flughafen der Stadt.

Nicht ganz erschlossen hat sich mir, warum man Magnus Huss nun das Denkmal in Hammarstrand gewidmet hat. War es wegen der Flössbarmachung des Indalsälven oder wegen der gleichzeitig durchgeführten Flurbereinigung? Oder gar als abschreckendes Beispiel?

Sei es, wie es sei. Am damaligen Gedungsen, dem heutigen „Döda Fallet“, etwa 13 Kilometer südöstlich von Hammarstrand am RV 87, findet man ein kleines, aber feines Veranstaltungszentrum für Theater und Musik. Und ein nettes Restaurant.

Die Freilichtbühne am "Döda Fallet"

Die Freilichtbühne am „Döda Fallet“

Die Stelle, an der früher der Gedungsen ins Ragundatal stürzte, ist heute durch Holzstege- und treppen gut zu erkunden. Man erhält ein gutes Gefühl dafür, wie es hier von dem 6. Juni 1796 wohl ausgesehen haben mag. Auch kann man vom Veranstaltungszentrum leicht zum Indalsälven wandern, der an sich schon in seinem gesamten Verlauf eine Erkundung wert ist. Aber dazu mehr in einem anderen Beitrag.

Unser beliebter Schwedenkalender 2022 wurde diesmal in Kooperation mit dem Skandinavien-Reiseveranstalter „Polarkreis Reisen“ gestaltet. Der Kalender zeigt die Schönheit Schwedens in all ihren Facetten. Er enthält die deutschen und schwedischen Feiertage (zweisprachig!), die Geburts- und Namenstage der schwedischen Königsfamilie sowie eine Übersicht über die deutschen Ferientermine - damit Du Deinen nächsten Schwedenurlaub schon einmal planen kannst! => Weitere Infos und Bestellmöglichkeit

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Der thailändische Pavillon von Utanede

Thailändischer Pavillon Utanede

King Chulalongkorn’s Memorial Building. Der thailändische Pavillon von Utanede. Foto: Carlstaffanholmer /https://commons.wikimedia.org/

Utanede ist ein Dorf im östlichsten Zipfel Jämtlands. Den Indalsälven zur einen, den Riksväg 86 zur anderen Seite. 146 Einwohner leben in dem zur Gemeinde Ragunda gehörenden Ort. Es gibt jede Menge Birken, Land- und Energiewirtschaft und etwas Industrie in der Umgebung und immer weniger Menschen. Die Landschaft hat ihre Reize, doch wohl kaum jemand würde hier südostasiatische Architektur und eines der bemerkenswertesten Bauwerke Schwedens vermuten: den thailändischen Pavillon von Utanede. (mehr …)

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Schwedischer Käse

Prästost – ein schwedische Käse. Bild aus Wikipedia. Fotograph: Nordelch

Prästost – ein schwedische Käse. Bild aus Wikipedia. Fotograph: Nordelch

Wenn man an Käse denkt, dann denkt man zunächst einmal an Frankreich oder auch Holland. Aber auch Skandinavien hat da etwas zu bieten, und der schwedische Käse ist nicht unbekannt.

In Schweden entwickelte sich um 1500 in den Klöstern die Technik, Milch zu Käse einzudicken. So entstand der Name des klassischen schwedischen Käses: „Prästost“, auf Deutsch Priesterkäse. Etwa hundert Jahre später galt Käse als ein Essen der reichen Leute. Bei Festessen wurden riesige Käselaibe herbeigetragen, es galt der Grundsatz, je größer der Käse, desto reicher die Familie. Erst nach der Industrialisierung konnten sich auch ärmere Leute in Schweden Käse leisten.

Prästost wird vorwiegend in Småland hergestellt. Es handelt sich um einen Hartkäse aus Kuhmilch. Je nach Reifezeit bekommt er einen milderen oder auch einen kräftigeren Geschmack. Er diente früher sogar als Zahlungsmittel. Die Bauern mussten einen sogenannten Zehnt, eine Art Steuer an die Kirchen bezahlen und in Småland verwendete man für diese Abgabe den Prästost.

Für den Prästost wurden die besten Zutaten verwendet, auch Rahm wurde beigesetzt. Der heutige, industriell hergestellte Prästost ist von kleineren Löchern durchzogen, was beim ursprünglichen Käse nicht der Fall war. Verkauft wird er heute unter dem registrierten Markennamen Präst.

Spezialität der Region

Västerbotten Käse

Ein Klassiker mit regionaler Herkunftsbezeichnung. Der Västerbottensost.

Ein anderer Käse, der einem in Zusammenhang mit Schweden einfällt, ist der Västerbottensost. Wie der Name schon sagt, stammt er aus der Region Västerbotten, im Norden von Schweden. Genau genommen wird er im kleinen Ort Burträsk in der Molkerei Norrmejerier produziert. Sogar ein Museum wurde diesem Käse in seinem Heimatort gewidmet.

Es handelt sich bei diesem schwedischen Käse um einen Hartkäse, der durch ständiges Rühren und Erwärmen seinen besonderen Geschmack bekommt. Nach diesem Prozess wird ihm die Molke entzogen und er wird in Salzlake gebadet. Es folgt eine 18tägige Reifung bei 18°, wobei dem Käse das Wasser entzogen wird. Zum Schluss wird die weitere Reifung bei verringerter Temperatur (12°) und eine Luftfeuchtigkeit von 50% zum Abschluss gebracht.

Angeblich ist der Västerbotten-Käse durch ein Missgeschick, bzw. einen Zufall entstanden. Eine Angestellte der Käserei hatte ihre Arbeit vernachlässigt, wodurch der Käse unkontrolliert abgekühlt und aufgewärmt wurde, und genau das führte zu dem typischen Geschmack dieses Käses, der ihn so beliebt machte.

Gut zum gratinieren

Ein weiterer Käse, dem man bei einem Urlaub in Schweden begegnen kann, ist der Herrgårdsost, was man mit Herrenhaus-Käse übersetzen könnte. Es handelt sich um einen Schnittkäse mit einem milden, nussigen Geschmack, der aus Süd- und Mittelschweden stammt. Er wird aus Kuhmilch hergestellt, mindestens 3 Monate gereift und kommt in 12 bis 20 kg schweren Käselaiben auf den Markt, die die Form eines Wagenrads haben. Durch seinen hohen Fettgehalt eignet er sich auch zum Überbacken von Aufläufen und Gratins. Ein typisches Kennzeichen sind auch die großen Löcher, wie beim Schweizer Käse.

Ein ähnlicher Käse ist der Grevé, der in der Form jedoch etwas kleiner ist, länger reift, nämlich 10 Monate, und im Geschmack etwas milder ist. Auch er ähnelt dem Schweizer Käse, die Löcher sind jedoch etwas kleiner und er ist in der Konsistenz weicher, da ihm vor der Reifung noch Rahm zugesetzt wird. Der Grevé wurde von zwei Ingenieuren entwickelt, deren Ziel es war einen Käse ähnlich dem norwegischen Jarlsberg herzustellen, der gerade auf den Markt gekommen war und sehr beliebt war.

Brauner Käse aus Norwegen und Schweden

Baunen, karamellisierten Käse kennt man in erster Linie aus Norwegen, aus dem Gudbrandsdalen. aber auch Schweden hat etwas in der Art zu bieten. Man nennt ihn hier ganz einfach Mesost, was auf Deutsch so viel bedeutet wie Molkekäse. Auf Deutsch sagt man auch einfach Braunkäse dazu. Der schwedische Braunkäste kommt vorwiegend aus Jämtland. Er wird aus Kuh-, Ziegen- oder Schafsmilch oder auch aus einer Mischung hergestellt. Für die Herstellung wird die Milch gekocht, bis der darin enthaltene Zucker karamellisiert. Durch diesen Prozess erhält der Käse seine braune Farbe und auch seinen typischen etwas süßen Geschmack. Der Mesost hat eine feste Konsistenz, man isst ihn gerne auf Knäckebrot, oft auch zusammen mit Marmelade. Daneben gibt es aber auch noch eine streichfähige Variante des Molkekäses, den Messmör, der sicher jedem Schwedenreisenden im Supermarkt schon mal begegnet ist, der in keinem schwedischen Haushalt fehlt und der noch beliebter ist als der Mesost.

Käse Stück

Käse im Stück samt Käsehobel: Ein Muss zum schwedischen Buffet! Foto: Alexander Hall/ imagebank.sweden.se

Der Hushållsost, auf Deutsch der „Haushaltskäse“, ist der am meisten gegessene Käse in Schweden. Es handelt sich um einen milden, etwas säuerlichen, halbfesten Kuhmilch-Käse mit einem Fettgehalt von 26 % und kleinen Löchern.

Der in Schweden für die Pizza verwendete Käse ist der Gräddost, der „Rahmkäse“ mit einem entsprechend hohen Fettgehalt von 60 %, obwohl es auch fettreduzierte Varianten gibt. Er lässt sich leicht schmelzen und hat einen eher milden Geschmack. Mit Gräddost bezeichnet man aber nicht nur diese spezielle Käsesorte, sondern überhaupt ähnliche Käsesorten, die einen ähnlich hohen Fettgehalt aufweisen.

Zu erwähnen wäre noch ein im südlichen Landesteil, in der Provinz Skåne beheimateter Käse, der Kävlinge, der nach dem gleichnamigen Ort benannt ist.

Und dann wäre das noch eine Besonderheit zu nennen, der sogenannte Kaffeekäse. Er stammt aus der Tradition der Sami, die auf tagelangen Reisen mit ihren Rentieren keine Möglichkeit zum Kochen hatten. Über dem Feuer brauten sie Kaffee und legten Hartkäse hinein, der sie mit Nährstoffen versorgte

Somit sind die wichtigsten schwedischen Käsesorten genannt. Zugegeben, so viele sind es nicht und man bekommt ja in Schweden auch alle besonderen Käsearten aus den speziellen „Käseländern“, aber es lohnt sich, auch mal die schwedischen Varianten zu probieren.

Autor(in): Heide – Heide.Walker@conductix.com

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Die schwedischen „Landskap“ – historische Provinzen

Die 25 historischen Provinzen Schwedens. Bild aus Wikipedia

Die 25 historischen Provinzen Schwedens. Bild aus Wikipedia

In Schweden spricht man oft von „Landskap“. Man meint damit aber nicht die Landschaft im deutschen Sinne, sondern die historischen Provinzen. Früher war das Land in “Landskap“ eingeteilt, später wurden der Begriff durch Län ersetzt.
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Das Ungeheuer vom Storsjön

Bild: Abbild des Storsjöodjuret auf dem Runenstein von Frösön. Bild aus Wikipedia. Fotograf: Andreaze

Bild: Abbild des Storsjöodjuret auf dem Runenstein von Frösön. Bild aus Wikipedia. Fotograf: Andreaze

Jeder kennt das Ungeheuer von Loch Ness. Aber wer kennt das Ungeheuer vom Storsjön? Es ist tatsächlich so, auch Schweden hat sein Ungeheuer, das in einem See sein Unwesen treibt.

Der Storsjön (wörtlich: der große See) in der Provinz Jämtland ist der fünftgrößte See Schwedens. Dem Volksglauben nach soll in diesem See ein Ungeheuer beheimatet sein, das Storsjöodjuret – das Untier des Storsjön. Wie beim Ungeheuer von Loch Ness gibt es bis heute immer wieder Berichte von Leuten, die das Ungeheuer angeblich gesehen haben. Meistens wird von einer riesigen Seeschlange berichtet, die etwa sechs Meter lang sein soll. Der Kopf soll dem Kopf eines Hundes oder einer Katze ähneln. Am Hals des Tieres sind Flossen zu erkennen. Bei den Farben gehen die Meinungen auseinander, von grau, über grün bis rot. Die Geräusche, die das Tier macht, werden als heulend, zischend oder klappernd beschrieben.

Erwähnt wurde das Tier bereits 1635 in folkloristischen Erzählungen. Einer Sage nach, die der Pfarrer Mogens Pedersen aufzeichnete, sollen zwei Trolle, Jata und Kata über mehrere Wochen und Monate in zwei großen Kochtöpfen etwas gekocht haben. Sie fügten immer neue Zutaten hinzu und warteten, was daraus wird. Eines Tages fing es in einem der Töpfe an zu brodeln und mit einem lauten Knall sprang ein schlangenähnliches Wesen aus dem Topf und verschwand im See. Es wuchs und wuchs und war schließlich so groß, dass es sich in den eigenen Schwanz beißen konnte. Es versetze die Bevölkerung in Angst und Schrecken. Ein Zauberspruch sollte vor dem Monster schützen. Dieser Zauber wurde in einem Runenstein verewigt, den man auf der Insel Frösön im Storsjön aufgestellt hat. Der sogenannte Runenstein von Frösön zeigt eine Schlange, die sich in den Schwanz beißt und eben diese Schlange deutete man später als das Ungeheuer des Sees. Dieser Runenstein, der übrigens der größte ist, den man im Norden gefunden hat, und das Ungeheuer vom Storsjön sollen also seit Urzeiten in geheimnisvoller Weise miteinander verbunden sein.

Erst ab ca. 1890 wurde es dann angeblich vom Ufer aus gesichtet. Die Anwohner des Sees unternahmen mehrere Versuche, dieses Lebewesen zu fangen und hatten hierzu auch die Genehmigung des schwedischen Königs Oskar II bekommen. Auch die Stadt Östersund stellte Gelder zur Verfügung und investierte in eine spezielle Schere, mit deren Hilfe man hoffte, das Ungeheuer einzufangen. Diese Schere kann man sich heute in Jamtli, dem bekannten Freiluftmuseum in Östersund ansehen. Ob mit oder ohne diese Schere, alle Versuche, das Ungeheuer einzufangen, blieben bis heute erfolglos.

Etwa 100 Jahre später erstellte die Regierung der Provinz Jämtland eine Verordnung, die es verbot Lebewesen, die der Beschreibung des Storsjöodjuret ähnelten, zu fangen oder zu töten, und auch Eier, Brut oder Nester des Tieres aus dem See zu entfernen. Man hat dieses Tier also unter Artenschutz gestellt, obwohl es bisher keinen Beweis für seine Existenz gibt. Die Verordnung trat 1986 in Kraft, wurde jedoch 2006 wieder aufgehoben.

Auf Englisch nennt man das Tier auch Storsie, in Anlehnung an Nessie, das Ungeheuer vom Loch Ness. Und es hat sogar einen wissenschaftlich klingenden lateinischen Namen: Hydrogiganta Monstruidae Jemtlandicum.

Für die Region ist das Storsjö-Ungeheuer ein Anziehungspunkt. Nicht nur die Natur Jämtlands zieht Reisende und Urlauber an, sondern viele Schaulustige kommen auch aufgrund des Ungeheuers. Vielleicht hat man Glück und bekommt es tatsächlich zu sehen.

Man hat sogar spezielle Aussichtspunkte um den See herum angelegt. Mit Webcams versucht man ebenfalls das Tier auf diesem Wege „einzufangen“. Im August 2008 meinte ein Filmteam das Tier auf einem Film verewigt zu haben, der auf Youtube veröffentlicht wurde. Aber eigentlich zeigte der Film nur eine rote Färbung, woraus man schloss, dass sich an dieser Stelle etwas Warmes im See befand.

Ein besonderer Fund vom Juni 1895, der bis heute in einem Glasbehälter im Jämtland Museum aufbewahrt wird, gibt jedoch zu denken. Am Seeufer wurde eine Art Embryo gefunden, das man aber keiner heute lebenden Tierart zuordnen kann.

Die besten Aussichten, das Wesen zu erspähen soll man in den Sommermonaten haben. Es soll sich vor allem in den südlichen und östlichen Teilen des Sees herumtreiben. Also, beim nächsten Urlaub in Schweden, am Strorsjön, einfach mal die Augen offen halten.

Autorin: Heide – Heide.Walker@conductix.com

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Dalarna – die Bilderbuchlandschaft Schwedens

Landschaft in Dalarna am Siljansee Fotograf: Heide

Landschaft in Dalarna am Siljansee
Fotograf: Heide

Schweden hat viele schöne Regionen, aber gerade Dalarna wird häufig als die Bilderbuchlandschaft bezeichnet. Hier findet man Schweden, wie man es sich vorstellt – eben wie es in Bilderbüchern oft beschrieben wird.

Dalarna liegt so ziemlich in der Mitte Schwedens, etwa 3 Stunden nordwestlich von Stockholm. Übersetzt heißt Dalarna „die Täler“, und genau so ist Dalarna auch geprägt, man findet hier viele Hügel und Täler. Inmitten von Dalarna liegt der Siljansee. Hier um diesen See findet das traditionelle Leben Schwedens statt, hier wird auch gerne gefeiert,  ganz besonders an Midsommar. Aber auch viele Musik- und Tanzveranstaltungen werden hier geboten, so findet jedes Jahr „Musik vid Siljan“ und das Folklorefestival „Rättviksdansen“ statt. Ein besonderes Event ist auch die „Classic Car Week“, ein Oldtimertreffen. Und nicht zu vergessen, der berühmte Wasalauf, an dem jedes Jahr Tausende von Skilangläufer teilnehmen, um die etwa 90 km lange Strecke von Sälen nach Mora zurückzulegen.
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Die schwedischen Fäbodar

Küche und Wohnraum in einer Fäbod. Karl Tovåsen. Bild: Heide

Küche und Wohnraum in einer Fäbod. Karl Tovåsen. Bild: Heide

Überall in Schweden und ganz speziell in Dalarna begegnet man den Fäbodar. Ein Besuch auf einer schwedischen Fäbod ist immer wieder ein Erlebnis, man fühlt sich zurückversetzt in frühere Zeiten, in die Natur und lernt schwedische Traditionen aus der Vergangenheit kennen. Aber was ist denn nun genau eine Fäbod?
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Der Vergnügungspark Jamtli in Östersund

 

Alltagsleben in Jamtli. Foto: Heide

Alltagsleben in Jämtli. Foto: Heide

Jamtli in Östersund – das ist gleichzeitig Vergnügungspark, Freiluftmuseum und Tierpark. Ein ähnlicher Freizeitpark wie Skansen in Stockholm und auch einen Besuch wert.
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Schwedens Beerenwelt Teil 1

Die Moltebeere. Aus Wikipedia

Wie man weiß, ist Schweden dafür bekannt, dass es hier noch Bären gibt! Aber nicht nur Bären, sondern auch Beeren, denn vor allem die Beerenwelt von Schweden ist sehr vielfältig. Hier findet man Beeren, von denen hat man bei uns noch gar nicht gehört.

Aber beginnen wir mit den bekannten Sorten. Die wohl beliebtesten Beeren in Schweden sind die Blåbär, die Heidelbeeren, die in ganz Schweden verbreitet sind und sogar etwa 17 % der Landfläche bedecken. Hier braucht man eigentlich nicht viel dazu zu sagen, die kleinen blauen Beeren kennt jedermann. Nicht verwechseln sollte man sie mit den amerikanischen Blaubeeren. Die Blueberries in Amerika entsprechen nicht den schwedischen oder den deutschen Heidelbeeren. Dies Variante heißt in Amerika Bilberry oder Huckleberry. Heidelbeeren blühen in Schweden von Mai bis Juni und können im Juli und August geerntet werden.
Sie können roh, z.B. in Müsli oder Milchprodukten (z.B. in Filmjölk) gegessen werden, gerne werden sie aber zu Desserts, Kuchen, Pies, Saft, Marmelade und auch zu Wein oder Blaubeersuppe verarbeitet. Die Blaubeersuppe ist ein beliebtes Dessert, das kalt oder warm gegessen wird. Traditionell wird sie beim berühmten Vasalauf angeboten.

Die Brombeere, auf Schwedisch „Björnbär“, ist ebenfalls sehr beliebt. Da Brombeeren jedoch eher in einem milderen Klima gedeihen, findet man sie in Schweden eher in südlicheren Gefilden und hier vorwiegend in den Küstenlandschaften von Kattegat und Skagerack und an der Ostseeküste nicht weiter nördlich als Stockholm. Sie reift in Schweden eher im Spätsommer und wird ebenfalls in Kuchen, und Desserts verwendet und zu leckeren Marmeladen oder auch zu Likör verarbeitet.

Eine weitere, auch bei uns bekannte Beere ist natürlich die Himbeere, auf Schwedisch „Hallon“. Wie auch die Brombeere wächst die Himbeere an einem Strauch. Sie wächst wild in ganz Schweden, wird aber auch angebaut. Bevorzugt findet man sie in halbschattigen Lagen, also gerne an Waldlichtungen und Waldrändern. Die Himbeeren sind bereits im Juni reif, können aber bis Juli/August geerntet werden. Die Beeren schmecken einfach so vom Strauch am besten, werden aber ebenfalls gerne zu Marmelade oder Saft verarbeitet. Eine beliebte Marmeladenvariante ist das „Drottningssylt“, das zur Hälfte aus Himbeeren und zur Hälfte aus Heidelbeeren besteht.

Dann gibt es natürlich auch in Schweden rote und schwarze Johannisbeeren, röda och svarta vinbär, mit denen man häufig Marmelade oder Gelee zubereitet und die man, wie alle bisher genannten Beeren, natürlich auch roh essen kann. Aus den schwarzen Johannisbeeren stellt man den Cassis-Likör her. Erwähnenswert ist auch, dass vor allem die schwarzen Beeren sehr viel Vitamin C enthalten. Auch Johannisbeeren werden in überall in Schweden angebaut, die roten wachsen wild von Jämtland bis hoch in den Norden, die schwarzen findet man am dichtesten in Mittelschweden, wachsen aber auch von Skåne im Süden bis hoch in den Norden. Die weiße Johannisbeere ist eine Mutation der roten, hier fehlt der rote Farbstoff. Die Blütezeit liegt im Mai/Juni und reif sind die Beeren im Juli.

Kirschen heißen auf Schwedisch „Körsbär“, zählt man hier also auch zu den Beeren, obwohl es sich im botanischen Sinn gar nicht um eine Beere handelt. Und genauso kennt man die Sauerkirsche, die „Surkörsbär“.

Die Stachelbeere, auf Schwedisch „Krusbär“ genannt, ist dagegen wieder eine richtige Beere. Der Name setzt sich aus krus und bär zusammen, wobei sich krus auf krusig = lockig bezieht, und das rührt daher, dass die Blätter der Stachelbeere lockig oder gekräuselt aussehen, wobei man im Deutschen eher auf die Stacheln Bezug nimmt, wenn man von der Stachelbeere spricht. In Schweden sind sie im Süden bis hoch nach Dalsland verbreitet. Es gibt gelbe, rote und grüne Beeren und im Geschmack variieren sie von sauer im Anfangsstadium bis süß, wenn sie richtig reif sind.

Die Preiselbeere, die zur Gattung der Heidelbeere gehört, heißt auf Schwedisch „Lingon“. In Deutschland nennt man sie auf Kronsbeere oder Moosbeere. Die großen Kulturpreiselbeeren dagegen, die in Amerika Cranberry heißen, sind eine andere Sorte. Sie schmecken auch anders, eher noch etwas herber und säuerlicher. Preiselbeeren können in Schweden von August bis September geerntet werden. Sie werden selten angebaut, sondern wachsen hauptsächlich wild und zwar im gemäßigten Klima bis weit in den Norden. Dank des Jedermannsrechts darf jeder die Beeren pflücken. Preiselbeeren dienen häufig als Beilage zu Wildgerichten oder auch zu Köttbullar. Aufgrund ihres säuerlichen, herben Geschmacks werden sie selten roh gegessen, die einzige Ausnahme sind die „rårörda lingon“. Hier werden Preiselbeeren mit Zucker verrührt und dann ähnlich wie Preiselbeermarmelade oder –gelee verwendet. Durch ihren hohen Gehalt an Benzoesäue sind sie jedoch auch in diesem Zustand und mit wenig Zucker relativ lange haltbar. Preiselbeeren sind sehr gesund und der Genuss der Beeren oder ihres Saftes soll vor Blasenentzündungen schützen. Ein heißer Lingonsaft in der kalten Jahreszeit hilft, den Körper wieder aufzuwärmen.

„Jordgubbe“ ist das schwedische Wort für Erdbeere. Die Erdbeere ist eigentlich keine Beere, sondern eine Sammelfrucht. Dazu gehören übrigens auch die Brombeeren und die Himbeeren. Die eigentlichen Früchte der Erdbeere sind die gelblichen Nüsschen auf der Oberfläche. Nach Schweden kam die Erdbeere Ende des 18. Jahrhunderts. Es gibt verschiedene Sorten, die frühen Beeren sind schon im Juni reif, die späteren werden dann im Juli geerntet.

Eine Variante der Erdbeere ist die Walderdbeere, deutlich kleiner als die Gartenerdbeere, dafür im Geschmack viel aromatischer. In Schweden nennt man sie Smultron. Sie wächst vorwiegend in waldigen Gebieten, an Waldrändern und Lichtungen. Ihre Vorkommen in Schweden erstreckt sich so ziemlich über das ganze Land, außer dem äußersten Norden. Neben der wilden Form gibt es auch einige Kultursorten, die jedoch etwas größer sind und im Geschmack nicht an die wildwachsende Walderdbeere herankommen.

In einem zweiten Teil über die Beerenwelt findet Ihr weitere skandinavische Beeren: => Schwedische Beerenwelt, Teil 2

Autorin: Heide – Heide.Walker@conductix.com

Unser beliebter Schwedenkalender 2022 wurde diesmal in Kooperation mit dem Skandinavien-Reiseveranstalter „Polarkreis Reisen“ gestaltet. Der Kalender zeigt die Schönheit Schwedens in all ihren Facetten. Er enthält die deutschen und schwedischen Feiertage (zweisprachig!), die Geburts- und Namenstage der schwedischen Königsfamilie sowie eine Übersicht über die deutschen Ferientermine - damit Du Deinen nächsten Schwedenurlaub schon einmal planen kannst! => Weitere Infos und Bestellmöglichkeit

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Jämtland – Die Republik im Königreich

Wildes Jämtland: Im Vålådalens Naturreservat, Kulturland der Samen. Foto: Ökologix /commons.wikimedia.org

Wildes Jämtland: Im Vålådalens Naturreservat, Kulturland der Samen. Foto: Ökologix /commons.wikimedia.org

Schweden ist Königreich. Ganz Schweden? Wer nach Jämtland einreisen möchte, sollte besser den Pass bereithalten und mit „Wegezöllen“ rechnen. Kommunalpolitiker sind selbst vor „Entführungen“ nicht gefeit. In der nordschwedischen Provinz herrschen eigene Regeln, republikanische Umtriebe. Jedoch gibt die „Befreiungsbewegung“ Entwarnung: „Es gibt keinen Grund zur Sorge.“

Weite, klare Gewässer, saubere Luft, Wald, Berge, Kulturlandschaft. Jämtland hat, wovon so manch Schwedenurlauber träumt. Wären da nicht die Schikanen der JRA, der „Jämtland Republican Army“. „Sogenannte Entführungen, Maut, Pass- und Visakontrollen und anderer Unfug“ gehören zum Handwerk dieser quasi-militärischen Organisation, die die „Jamtelagen“, die Gesetze der Republik Jämtland durchsetzt – in Form von Erklärungen. Gewalt ist nicht das Thema der Sezessionisten.

Die Republik Jämtland kann man als Spaß und PR-Kampagne betrachten, aber nicht ohne Ernst.

1963: Proklamation der Republik

Vor ungefähr 9.000 Jahren zogen die ersten Menschen in die heutige Provinz Jämtland, umrahmt von Norwegen, Lappland, Ångermanland, Härjedalen und Medelpad. Felszeichnungen künden von den frühen Jahren.

Im Laufe der Geschichte war die Landschaft bäuerliche Republik, kam unter norwegische, zu Unionszeiten unter dänische und mit dem Frieden von Brömsebro 1645 – zusammen mit Härjedalen – unter schwedische Herrschaft. So richtig warm sind die Jämtar mit dem Königreich nicht geworden. Das norwegische Trøndelag war historisch, kulturell und sprachlich immer näher. Dies sowie die frühere Selbstverwaltung sind die einen Beweggründe des republikanischen Treibens. Andere lieferte die schwedische Politik. Die Republik war ein Protest gegen den schwedischen Zentralismus und die Wirtschafts- und Industriepolitik, die Jämtland entvölkerte. Gut 110.000 Einwohner leben heute auf rund 38.000 km², eine der am dünnsten besiedelten Regionen Europas.

1963 war es so weit: Der Künstler Yngve Gamlin proklamierte während des Kulturfestivals Storsjöyran – dem „Fest der Freiheit“ – in Östersund die Republik Jämtland – die Republik innerhalb des Königreichs. Er war der erste Präsident. Anerkennung fand das Anliegen beim Rudern in Harpsund mit Premierminister Erlander. Auf Gamlin folgte Moltas Erikson, ebenfalls ein Künstler, der der Republik nach der Ruhe der 70er Jahre neues Leben einhauchte. Mittlerweile besteht die Republik 50 Jahre, an der „Spitze der Freiheitsbewegung“ steht seit mehr 20 Jahren Unterhaltungskünstler Ewert Ljusberg als dritter Präsident. Nach wie vor geht es weniger um eine Abspaltung von Schweden, als vielmehr um Erhalt und Förderung jämtländischer Kultur, Sprache und Lebensweise. Selbstverständlich gehören die eigene Flagge in den Farben Blau, Weiß und Grün, eigene Flaggentage und das Jämtlandlied, die „Nationalhymne“ dazu. Alljährlich von 20.000 Menschen und mehr im Rahmen des Storsjöyran in Östersund lautstark dargeboten.

Östersund – Das Zentrum Jämtlands

Östersund ist der größte Ort Jämtlands. Obwohl die Provinz zu Nordschweden zählt, liegt das Herz der „republikanischen Bewegung“ ziemlich mittig im Königreich, wo sich E45 (Inlandsvägen) und E14 treffen, direkt am Storsjön, dem größten See und von alters her Zentrum menschlichen Lebens in Jämtland, der Gefahr des „Storsjö-Ungeheuers“ zum Trotz.

Regelmäßig macht die Biathlonelite in Östersund Station. Wobei die Athleten weniger die Zeit haben dem imposanten Rathaus, dem Länsmuseum oder dem Jamtli Historieland einen Besuch abzustatten. Sehenswert ist auch die Insel Frösön mit Schwedens nördlichstem Runenstein und Zoo.

Von Jämtlands „Metropole“ Richtungs Westen, ins Fjäll hinein, kommen das Wintersportmekka von Åre und Duved. Im Westen der Landschaft liegt auch der mächtige Wasserfall Tännforsen. Im Norden der Hällingsåfallet und im Osten der Döda fall.

Mehr Sehenswertes und Informationen zu Jämtland, der Republik im Königreich gibt es unter https://jht.se/.

 

Autor: Mathias Grohmann – mathias_grohmann@web.de

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