Gustav Vasa

Schweden und seine Geschichte

Ganz schön alt – Gamla Uppsala

Etwa siebzig Kilometer nördlich der schwedischen Hauptstadt Stockholm liegt Uppsala. Die meisten Schwedenfans kennen Uppsala als Universitätsstadt mit durchaus sehenswertem Stadtkern. Doch nur wenige Kilometer weiter nördlich liegt Gamla Uppsala, gemeinhin mit Alt-Uppsala übersetzt. Was auch so stimmt, denn Gamla Uppsala ist nicht, wie man vielleicht annehmen könnte, die Altstadt von Uppsala, sondern deren direkte Vorgängerin.

Ich will euch nicht mit Geschichtsdaten unnötig langweilen. Die findet ihr auch im Internet bei den üblichen Quellen. Ein paar Infos dazu müssen aber doch sein. Denn die Anfänge gehen bis in das fünfte Jahrhundert zurück.

Die Kirche mit dem Grab von Anders Celsius

Die Kirche mit dem Grab von Anders Celsius

Gamla Uppsala war religiöses und machtpolitisches Zentrum. Die ersten Schwedenkönige regierten von hier aus. Nach der Christianisierung wurde Gamla Uppsala 1164 sogar Erzbischofssitz. Erst nach dem 1240 die Bischofskirche abbrannte, wurde der Bischofssitz 1273 in das heutige Uppsala verlegt. An der Stelle des ehemaligen Bischofssitzes wurde eine sehr viel kleinere Kirche errichtet. Dort ist auch das Grab von Anders Celsius.

Am Rande von Gamla Uppsala findet ihr das riesige Gräberfeld mit etwa 3000 Gräbern aus der Eisenzeit. Außer dem mehrere große Grabhügeln, einem Tinghügel und Bootsgräber aus der Wikingerzeit. Ich erwähne diese Dinge auch nur, weil dieser Beitrag sich im Wesentlichen auf diesen geografischen Bereich konzentriert.

Wenn ihr von der Autobahn E4 kommend in Richtung Gamla Uppsala fahrt und auf dem Weg schöne, alte Häuser oder markante Bauwerke erwartet, werdet ihr enttäuscht werden. Als kleine Entschädigung dafür gibt es jedoch, in Laufentfernung vom Gamla-Uppsala-Museum, das Freilichtmuseum Disagården mit Gebäuden aus dem 16. bis 19. Jahrhundert. 

Der Eingang zum Gamla-Uppsala-Museum

Der Eingang zum Gamla-Uppsala-Museum

Das findet ihr aber nur, wenn ihr vorher nicht den kleinen Parkplatz des Museums übersehen habt. Sucht euch ein schattiges Plätzchen. Denn bei echtem Interesse werdet ihr mehrere Stunden unterwegs sein. Vielleicht auch eine gute Gelegenheit, vorher den kleinen Verkaufsstand mit frischen Beeren zu besuchen, den man dort regelmäßig finden kann. Die Beeren schmecken wirklich gut, ich kann aber nicht für den biologischen Anbau der Ware garantieren…

Das erste Hügelgrab in Gamla Uppsala. 70 Meter im Durchmesser

Das erste Hügelgrab in Gamla Uppsala. 70 Meter im Durchmesser

Schon vom Parkplatz aus kann man die bereits erwähnte Kirche und die ersten der Grabhügel sehen. Der Zugang zum Gräberfeld und zum Kirchengelände ist jederzeit möglich und frei. Der Eintritt zum Museum kostet 80 Kronen. Einmal bezahlt, könnt ihr das Museum innerhalb eines Jahres so oft besuchen, wie ihr wollt. Und ihr wollt es unbedingt besuchen! Aus meiner Sicht ist es taktisch am klügsten, zunächst das Museum zu besichtigen. Denn dort ist in den Sommermonaten der Startpunkt für Führungen durch das Museum und über das angrenzende historische Gelände. Ihr solltet die Größe des Geländes und damit auch die Dauer der Führung nicht unterschätzen. Ihr seid eine ganze Zeit unterwegs.

Das Innere des Gamla-Uppsala-Museum

Das Innere des Gamla-Uppsala-Museum

Nehmt ihr nicht an einer Führung teil, dann erhaltet ihr in jedem Fall schon die eine oder andere Information für die spätere Wanderung. Außer dem gibt es dort ein Café für eine kleine Stärkung. Das Museum hat die Form eines Wikinger-Langhauses und ist sehr hell und übersichtlich gestaltet.  Über zwei Etagen bietet es alle Informationen zu den Mythen, Sagen und archäologischen Besonderheiten von Gamla Uppsala. Und sehr interessante Artefakte. Eine Kinderecke gibt es übrigens auch.

Wenn euch die Geschichte dieses Ortes interessiert, solltet ihr wenigstens eine gute Stunde einplanen. Das Museum liegt nur wenige Meter von den großen Grabhügeln entfernt. Auf dem Weg dorthin kommt man unweigerlich am „Sockenmuseum“ vorbei. Es hat von Mai bis August an den Wochenenden geöffnet und der Eintritt ist frei. Wenn ihr nun aber glaubt, ihr könntet im „Sockenmuseum“ möglicherweise dem Geheimnis auf die Spur kommen, warum ihr immer ein Paar Socken in die Waschmaschine gebt, um am Ende nur eine Socke wieder heraus zu holen, werdet ihr enttäuscht. 

Der Eingang zum Sockenmuseum

Der Eingang zum Sockenmuseum

Im Schwedischen bedeutet „Socken“ so etwas wie Gemeinde oder Kirchspiel. Ihr steht also vor dem Gemeindemuseum. Und dieses wird daher auch vom örtlichen Heimatverein betrieben.

Hat man die Grabhügel von Gamla Uppsala erreicht, erkennt man: Die sind wirklich riesig! Die ersten drei Hügel haben alle einen Durchmesser von fünfzig bis siebzig Metern. Und eine Höhe von etwa sieben Metern. Dabei waren sie schon mal höher. Heute werden daher Besucher gebeten, die Grabhügel nicht mehr zu betreten. Mythen besagen, in den Gräbern liegen die drei Gottheiten Thor, Odin und Frey begraben. Was aber zumindest nicht auf Thor zutreffen kann. Den habe ich vor kurzem erst im Fernsehen gesehen. Archäologen glauben daher auch, es liegen drei frühe Könige aus dem Geschlecht der Ynglinger dort begraben. Ich persönlich tendiere eher dazu, den Wissenschaftlern Recht zu geben. Der vierte Hügel ist ein Tinghügel, war also eine Versammlungsstätte. Hier soll auch der spätere König von Schweden, Gustav I. Vasa, gesprochen haben. Wahrscheinlich noch, bevor er auf seiner Flucht vor den Dänen im 16. Jahrhundert so ganz nebenbei den Vasalauf erfand. 

Das Restaurant "Odinsborg"

Das Restaurant „Odinsborg“

In unmittelbarer Nähe des Gräberfeldes von Gamla Uppsala steht auch die Kirche mit dem Grab von Celsius. Die gesamte Anlage wird gut gepflegt und auch für Veranstaltungen des Heimatvereins genutzt. Habt ihr alles besichtigt, kann ich euch noch das Restaurant Odinsborg empfehlen, ganz in der Nähe der Kirche. Hier gibt es gutes Essen in gemütlicher Atmosphäre. Zu moderaten Preisen. Gamla Uppsala erreicht man mit dem Auto am besten über die E4 oder von Uppsala aus bequem und schnell mit dem Bus.

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Schloss Gripsholm, die Perle am Mälaren

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Blick durch den Torbogen

Das wunderschöne, romantische Schloss Gripsholm liegt am Mälarensee in Mariefred in der Gemeinde Strängnäs. Spätestens seit 1931 kennt man das Märchenschloss auch in Deutschland, denn in diesem Jahr schrieb Kurt Tucholsky die gleichnamige Liebesgeschichte. Schloss Gripsholm gehört zu den besondersten Sehenswürdigkeiten Skandinaviens. Malerisch erhebt es sich aus dem Wasser und leuchtet mit seinen Backsteintürmen in der Sonne. Das Schloss ist ein großer Teil der schwedischen Geschichte. Schließlich galt es ca. 500 Jahre als die königliche Residenz.

Zur Geschichte: Das heutige Schloss Gripsholm steht an einer Stelle, an der vorher eine Burg stand. Diese wurde 1383 von einem schwedischen Großgrundbesitzer mit dem Adelsgeschlecht Grip erbaut. Man platzierte sie strategisch günstig auf einer kleinen Insel. Da Insel auf Schwedisch „holmen“ heißt, ergab sich der Name Gripsholm. Nach dessen Tod ging die Burg an die dänische Königin Margarethe I. über. Sie überließ sie einem Grafen. Im Jahr 1400 wurde die Burg von einem deutschen Vogt angezündet. Die Burg wurde wieder aufgebaut und blieb bis 1472 im Besitz der dänischen Krone. Sten Sture, der die Burg danach erwarb, schenkte sie 20 Jahre später dem Kloster Mariefred, das er einst gestiftet hatte. Dort wurden, nach seinem angeblichen Mord, zuerst auch seine sterblichen Überreste begraben. Später überführte man diese in die Domkirche Strängnäs.

Im Jahr 1525 verlegte Gustav I. Wasa seinen Wohnsitz nach Gripsholm und ließ das Schloss aufrüsten und ausbauen. Von den vier Türmen, die man anbaute und in denen er in einem lebte, gibt es immer noch ursprüngliche Teile zu sehen. Da damals Mangel an Baumaterialien bestand, liess Gustav Wasa das Kloster Vårfruberga abreissen, dieses lag in der gleichen Gemeinde. Nach dessen Tod 1560 führte Erik XIV, der Sohn von Gustav Wasa I und seiner Gemahlin Katharina von Sachsen-Lauenburg, das Schloss weiter und wurde König von Schweden. Da das Schloss als Verteidigungsburg ungeeignet war, brauchte man es zeitweise als Gefängnis. Erik ließ sogar seinen Halbbruder Johann und dessen Frau wegen Hochverrats dort einsperren. Als er dem Aufstand des Volkes 1573 nicht entgegenwirken konnte, revanchierte sich Johann, setzte Erik als König ab und sperrte ihn mit seiner Familie in den Kerker. Somit wurde Johann III von Schweden neuer König. Erik starb 1577 an einer angeblichen Vergiftung. Unter Karl IX dem fünften Sohn von Gustav Wasa I wurden die Burggebäude nochmals neu umgestaltet und es entstand auch ein Theater.

Die letzten großen Umbauten fanden im Jahre 1890 statt. Man versuchte damals, die vorherigen Umbauten wieder rückgängig zu machen und das Schloss in seinen ursprünglichen Zustand des Jahres 1600 zurückzubauen. Das gelang aber nur teilweise.

Seit 1870 wird das Schloss vor allem als Museum gebraucht, aber auch die Königliche Familie nutzt es für offizielle Anlässe immer noch.

Trotz der vielen Umbauten können Besucher heute in etwa 60 zugänglichen Räumen große Schlossgeschichte erleben. Ob verschiedene Möbelstücke oder auch Kunstwerke, es gibt einiges zu bestaunen. Die riesige Porträtsammlung von ca. 4500 Gemälden ist in Schweden einzigartig. Der Schlosspark mit seinen Dammhirschen ist ebenfalls sehr sehenswert und lädt zum Verweilen ein. Anbei gibt es noch ein Café und eine Schlossboutique mit vielen Souvenirs und Mitbringseln.

Schloss Gripsholm mit seiner königlichen Vergangenheit ist einen Besuch mehr als wert.

 

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Mora – die besondere Kleinstadt am Siljansee

Die Kirche von Mora Fotograf: Heide

Die Kirche von Mora
Fotograf: Heide

In der schwedischen Provinz Dalarna, am Siljansee liegt ein netter kleiner Ort mit etwa 11.000 Einwohnern. Hier findet man noch das traditionelle, ländliche Schweden und für Besucher, die besten Voraussetzungen für einen erholsamen und abwechslungsreichen Urlaub.

Als Endstation des jährlichen Ski-Langlaufrennens „Vasalauf“ ist Mora weltbekannt geworden. Und schließlich entschied sich hier ein wichtiger Teil schwedischer Geschichte, als Gustav Vasa die Dalarner 1520 zum Widerstand gegen die Dänen aufrief!
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Anders Zorn – der Maler aus Dalarna

Zorn 1908 Bild aus Wikipedia

Zorn 1908
Bild aus Wikipedia

Die Kleinstadt Mora in Dalarna am Siljansee ist stolz auf ihren Maler, Grafiker und Bildhauer, Anders Zorn. Man hat ihm ein Museum gewidmet, den Zorngården. Hier können sein Haus, sein Geburtshaus und seine Werke besichtigt werden.
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Schwedens Geschichte: Beginn der schwedischen Expansionspolitik

Reval im Jahre 1561

Im Zuge seiner Expansionspolitik errang Schweden die Herrschaft über Reval. Die Abbildung zeigt die Stadt im Jahr der Eroberung, 1561. Aus: Baltischer Kulturhistorischen Bilder-Atlas 1886 /commons.wikimedia.org/

Nach Auflösung der Kalmarer Union war Schwedens Geschichte von der Begründung und dem Aufstieg der Vasa-Dynastie geprägt. Dominierten zunächst die inneren Probleme die Politik, zeichnet sich in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts ein Wandel ab – der Beginn der schwedischen Expansionspolitik im Ostseeraum.

War es für die Stabilisierung des schwedischen Königreichs nach dem Ausscheiden aus der Kalmarer Union äußeren Frieden zu schaffen, zeichnete sich unter Gustav Vasas Nachfolgern schon bald ein Wandel in der Außenpolitik ab. Wobei die Bruderkämpfe um Gustav Vasas Erbe nicht ohne Folgen auf die außenpolitischen Konstellationen blieben. (mehr …)

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Schwedens Geschichte: Kampf um Gustav Vasas Erbe

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Gustav Vasas ältester Sohn und direkter Thronfolger: König Erik XIV. von Schweden. Gemälde von Steven van der Meulen, 1561. Aus: Hearn, Karen, ed. Dynasties: Painting in Tudor and Jacobean England 1530-1630. New York: Rizzoli, 1995. ISBN 0-8478-1940-X /commons.wikimedia.org/

Gustav Vasas Vermächtnis war ein nach innen und außen befriedetes, reformiertes und zentralisiertes Reich – sowie die Erbmonarchie. Thronfolgekonflikte, die Schwedens Geschichte seit Jahrhunderten begleiten, schloss diese nicht aus. Wie Gustav Vasas Erben bewiesen.   

Gustav Vasas Sohn Erik erbt Thron

Gustav I. Vasa bestimmte in seinem Testament, der „letzten Rede“ von 1560, seinen ältesten Sohn Erik zum König. König Erik XIV. Zugleich versah er seine anderen Söhne mit eigens geschaffenen Herzogtümern – unter Eriks Oberherrschaft. Das barg Konfliktpotenzial. Die Herzogtümer entpuppten sich als Machtbasen gegen die königliche Zentralmacht.

Konflikt mit Johan III.

In den „Artikeln von Arboga“ von 1561 erneuerte Erik seinen Anspruch auf Herrschaft über die Herzogtümer. Das brachte ihn in Konflikt mit Johan, Gustav Vasas zweitgeborenem Sohn und Herzog von Finnland, der Eriks Anspruch nicht anerkannte.

Zugespitzt wurde die Fehde durch Johans Heirat mit Katarina Jagiellonica, der Schwester des polnischen Königs – und Katholikin. Damit nicht genug wurde beider Sohn Sigismund in Polen katholisch erzogen. Eine mögliche Rekatholisierung Schwedens wollte der calvinistisch eingestellte Erik im Keim ersticken und setzte seinen Bruder 1563 auf Schloss Gripsholm fest.

Damit brachte Erik wiederum den Hochadel gegen sich auf, dem an einer Schwächung des Königs gelegen war. Mit dessen Hilfe gelang es Johan 1568, nun Erik festzusetzen und sich den Thron anzueignen. Die Unterstützung des Hochadels hatte eine Erweiterung der Adelsprivilegien zum Preis.

Mit der Herrschaft Johans III. setzten die von Erik befürchteten gegenreformatorischen Bestrebungen ein. Das rief Johans und Eriks jüngeren Bruder Karl, Herzog von Södermanland, auf den Plan. Mit der Thronbesteigung Johans III. Sohns Sigismund eskalierte der Konflikt.

Siebenjähriges schwedisch-polnisch-litauisches Reich

Johan III. starb 1592. Da war Sigismund bereits König von Polen und Großfürst von Litauen und wurde nun aufgrund der Erbansprüche König von Schweden. Damit entstand ein schwedisch-polnisch-litauisches Großreich. Zugleich schien mit Sigismund III. Vasa als König die Rekatholisierung Schwedens kaum noch aufzuhalten.

Die Beschlüsse der Kirchensynode von Uppsala 1593 – die uneingeschränkte Geltung der Kirchenordnung Laurentius Petris von 1571 und des „Augsburger Bekenntnisses“ von 1530 – sollten dem Einhalt gebieten. Dem verweigerte sich Sigismund. Er lenkt erst angesichts des bewaffneten Aufmarschs seines Onkels Karl während der Beerdigungszeremonien für Johan III. ein. Zugleich ließ sich Karl zum Reichsverweser ernennen.

Eine Steigerung erfuhr der Konflikt mit dem – von Sigismund nicht genehmigten – Reichstag in Söderköping 1595, der den Herzog von Södermanland befugte, med råds råde, „mit dem Rat des Rates“ in Schweden zu regieren. In den Ständen bildete sich eine Karl- und eine Sigismund-Partei.

Nach gebrochenen Versprechen und bewaffneten Auseinandersetzungen setzte ein Reichstag 1599 Sigismund schließlich als König ab. Karl rechnete mit den Anhängern des gestürzten Königs ab. Im Jahr 1600 hielt er Gericht, das als „Blutbad von Linköping“ in die Geschichte einging.

Polen-Litauen zählte nun zu den Gegnern Schwedens. Herzog Karl regierte erneut als Reichsverweser, wurde 1604 zum König von Schweden ernannt und 1607 gekrönt. Er trat als Karl IX. das Gustav Vasas Erbe an.

Autor: Mathias Grohmann – mathias_grohmann@web.de

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Schwedens Geschichte: Aufstieg der Vasa-Dynastie – Schweden wird Erbmonarchie

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Das Königliche Wappen der Vasa-Dynastie. In der Mitte die Ährengarbe – schwedisch: vase – des Familienwappens. Bild: Fry1989/ commons.wikimedia.org/ (CC BY-SA 3.0)

Gustav I. Vasa legte die Grundlagen für den Aufstieg der Vasa-Dynastie und für den schwedischen Nationalstaat: Er festigte das schwedische Königreich – und die Position der Zentralgewalt – nach innen und außen. Durch Reformation und Reformen. Dieses Vermächtnis suchte er seinen Nachkommen als „Erbherren“ zu sichern.

Der Gewinn inneren und äußeren Friedens – mit harter Hand und Zugeständnissen – ermöglichte weitere rechtliche und administrative Reformen. In die zweite Hälfte der Herrschaftszeit Gustavs I. fallen die Einführung von Grundbüchern, die Einrichtung einer königlichen Kammer und Kanzlei, die Aufstellung eines stehenden Heeres sowie der Auf- und Ausbau von Burgen. Maßnahmen zum Ausbau und Erhalt staatlicher Kontrolle sowie innerer wie äußerer Sicherheit.

„Erbeinigung“ sichert der Vasa-Dynastie den Thron

Einen weiteren Schritt zum Aufbau eines starken Staates und einer starken Zentralmacht sah Gustav Vasa in der Erbmonarchie. Der Reichstag von Västerås 1544 legte fest, dass der König und seine Nachkommen als „Erbherren“ von Schweden anzuerkennen seien. Eine fundamentale Entscheidung in Schwedens Geschichte. Die „Erbeinigung von Västerås“ beendete das rund 500 Jahre dauernde Wahlkönigtum in Schweden.

Grab Gustav Vasa in Uppsala

Grab Gustavs I. Vasa, dem ersten König der Vasa-Dynastie, im Dom zu Uppsala. Foto: Skippy13 /commons.wikimedia.org/ (CC BY-SA 2.0)

Formal war die Thronfolge klar geregelt. Thronfolgekämpfe schloss das jedoch nicht aus. Wie sich bei Gustavs  Söhnen schnell zeigen sollte.

Gustav Vasas „letzte Rede“

In seinen letzten Tagen bestimmte König Gustav I. seinen ältesten Sohn Erik zu seinem Nachfolger. Gleichzeitig machte er in seinem Testament, der sogenannten letzten Rede, seine anderen Söhne zu Herzögen mit jeweils eigenen Herrschaftsgebieten – unter Eriks XIV. Herrschaft. Am 29. September 1560 verstarb König Jösta, wie Gustav I. zu Lebzeiten genannt wurde, in Stockholm. Seine Gebeine liegen in der Vasagruft im Dom zu Uppsala.

Autor: Mathias Grohmann – mathias_grohmann@web.de

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Riddarholmen

Blick auf Riddarholmen. Foto: Henrik Trygg / imagebank.sweden.se

Blick auf Riddarholmen. Foto: Henrik Trygg / imagebank.sweden.se

Riddarholmen, die Insel der Ritter, ist eine mit außergewöhnlichen Gebäuden und allgemein etwas ruhigere Insel von Stockholm und direkt am Riddarfjärden gelegen. Aus dem nordwestlichen Bereich der Stockholmer Altstadt erreicht man den Übergang nach Riddarholmen. Zuvor passiert man noch den Riddarhustorget und das Riddarhuset.  Hier wurde eine Statue Gustav Vasas errichtet, auf der anderen Seite befindet sich ein Abbild des ehemaligen schwedischen Reichskanzlers Axel Oxenstiernas. Riddarholmen ist von der stark frequentierten Centralbron abgetrennt über eine kleine Brücke zu erreichen.

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Schwedens Geschichte: Aufstieg der Vasa-Dynastie – Äußerer Frieden

Gustav I. und Vasa Kristian III. in Brömsebro

Treffen Gustavs I. Vasa und des dänische Königs Kristian III. in Brömsebro 1541. Bild: Reproduktion eines verschollenen Gemäldes aus einer fünfteiligen Serie, welche die „Triumphe Gustavs I. Vasa“ zeigt. Die Gemälde entstanden während dessen Herrschaft. /commons.wikimedia.org/

Äußerer Frieden war – neben der inneren Befriedung – eine der drängenden Aufgaben nach dem Ausscheiden Schwedens aus der Kalmarer Union und der Thronbesteigung Gustav Vasas. Um das schwedische Königtum und den Staat zu stärken, musste vor allem  Revancheansprüchen Dänemarks entgegengetreten werden. Auf längere Sicht konnte nur ein Ausgleich mit dem benachbarten Königreich die schwedischen Grenzen – und die Vasa-Dynastie – sichern.

Zunächst bestimmte das angespannte Verhältnis zu Dänemark die schwedische Außenpolitik. Ebenso das Verhältnis zur Hanse, in der Schweden zunächst einen Allianzpartner fand. Mit hansischer Hilfe brach Schweden mit der Kalmarer Union und konnte Gustav Vasa seine Herrschaft sichern, befand sich aber auch in einer Abhängigkeit.

Gustav I. Vasa verliert Blekinge und Gotland

Etwas entschärft wurde der schwedisch-dänische Umgang durch die Absetzung des dänischen Königs Kristian II. 1523, der sich mit dem „Stockholmer Blutbad“ in Schweden den Beinamen Tyrann erwarb.

Dennoch musste Gustav I. dem neuen dänischen König Fredrik I. (1523 bis 1533) 1524 nach Vermittlung der Hanse Blekinge und Gotland abtreten. Die Landschaften wurden zu Unionszeiten den schwedischen Reichsverwesern unterstellt. Nach Fredriks Tod taumelte Dänemark in einen mehrjährigen Thronfolgekrieg. In dieser „Grafenfehde“ schlug sich der schwedische König auf die Seite Kristians III. (1536 bis 1559), Fredriks Sohn. Glühender Lutheraner und erklärter Gegner der Hanse.

Frieden mit dem Erzfeind

Mit dem Sieg des schwedisch-dänischen Aufgebots über das Hanse-Heer wurde eine mögliche Rückkehr Kristians II. verhindert. Für Schweden noch bedeutender: Seine Ostseehäfen wurden von der Hanse unabhängig und die Streitigkeiten mit dem Nachbarn wurden einstweilen beigelegt.

Im Vertrag von Brömsebro, ein Ort im äußersten Nordosten von Blekinge, an der Grenze zu Småland, fanden Dänemark – nach wie vor in Union mit Norwegen – und Schweden 1541 sogar zu einer Allianz zusammen, die einen 50 Jahre anhaltenden Frieden bringen sollte. Ein Jahrhundert später kam es in Brömsebro abermals zu einem Friedensschluss zwischen den beiden nordischen Reichen.

Abgesehen von einem Grenzkonflikt mit Moskau in Karelien (1555 – 1557) hatte Gustav I. Vasa außenpolitisch weitgehend Frieden. Innenpolitisch wurde ihm der Dackefejden gefährlich. Nach dessen Niederschlagung – mit dänischer Unterstützung – herrschte auch im Inneren Ruhe. Eine Ruhe, die der König für weitere Reformen nutzte.

Autor: Mathias Grohmann – mathias_grohmann@web.de

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Schwedens Geschichte: Aufstieg der Vasa-Dynastie – Innerer Frieden

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Tagungsort des „Reformationsreichstages“ 1527: Schloss Västerås. Foto: Användare:Chrizz /commons.wikimedia.org/ (CC BY-SA 3.0)

Die Sicherung der Position Gustav Vasas und im Folgenden der Aufstieg der Vasa-Dynastie ging mit dem Aufbau eines starken Staates einher. Ein Mittel zur Stärkung des schwedischen Königtums nach dem Ausscheiden aus der Kalmarer Union war die Reformation. Doch galt es weiterhin, sich gegen die innere Opposition durchzusetzen.

Gustav Vasa gewann einen großen Teil des Adels mit Kirchenland

Der Weg zum inneren Frieden führte über den schwedischen Adel. Die allgemeine Säkularisation der Kirchengüter im Zuge des „Reformationsreichstags“ von Västerås 1527 versetzte König Gustav I. Vasa in einen Vorteil gegenüber dem Adel. Gleichzeitig erkaufte sich der Monarch auf dem Reichstag die Loyalität eines großen Teils des Adels. Er vergab Teile des gerade „verstaatlichten“ Kirchenlandes an mehrere Adelsfamilien.

Doch nicht alle Adligen ließen sich mit Donationen auf Gustavs Seite ziehen. Wobei eine generell ablehnende Haltung gegenüber einem unabhängigen Schweden unter einem Vasa-König hineinspielte. Diese Ablehnung gepaart mit einer (zunächst) dänenfeindlichen Politik Gustavs I. und dessen Durchsetzung der Reformation in Schweden ließ die Opposition sich immer wieder zu Verschwörungen und Aufständen verbünden.

Einer der bekanntesten war der Västgötaherrarnas uppror, der „Aufstand der Västgötaherren“ oder auch als „Aufstand im Västergötland“ bezeichnet. Der sich 1529 von Småland ausbreitende Aufruhr drohte ein Flächenbrand zu werden. Mit Schwert, aber auch mit Zugeständnissen wurde der Aufstand schnell niedergeschlagen.

Weitere Geschenke Gustav Vasas und letztlich die sichtbar werdenden Vorteile eines souveränen Schwedens in wirtschaftlicher, rechts-, sozial- und außenpolitischer Hinsicht trugen zum inneren Frieden bei. Nach und nach lenkte der oppositionelle Adel, sammelte sich hinter dem König und erkannte den Herrschaftsanspruch der Vasa-Dynastie an.

Autor: Mathias Grohmann – mathias_grohmann@web.de

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