Göteborgs Stadtangestellte testen den Sechs-Stunden-Tag

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In einem einjährigen Experiment soll die Arbeitszeit der städtischen Angestellten in Göteborg auf sechs Stunden täglich gekürzt werden, – bei vollem Lohn. Dies hat der Stadtrat mit einer Mehrheit aus Sozialdemokraten, Grünen und Linkspartei beschlossen. Der Vorstoß zum Sechs-Stunden-Tag kommt vom Parteichef der Göteborger „Vänsterpartiet“, Mats Pilhem, der sich davon erhöhte Effektivität, weniger Krankheitstage und ein allgemein angenehmeres Arbeitsklima erhofft. Ob dies sich der kürzere Arbeitstag allerdings in Krone und Öre für die schwedische Krankenkasse auszahlt, soll nicht genauer untersucht werden.

An dem Versuch können Abteilungen der Stadtverwaltung sowie kommunal betriebene Einrichtungen wie Pflegeheime teilnehmen. Gerade in der schwedischen Alten- und Behindertenpflege wird über hohe Arbeitsbelastung geklagt, – gleichzeitig steigt der Bedarf an Pflegepersonal. „Wir brauchen mehr Hände, nicht weniger!“, sagt der Lokalpolitiker David Lega von den Christdemokraten. Die Opposition in Göteborg hält den Vorstoß für wenig durchdacht, mit einer Finanzierung auf wackeligen Füßen: „So geht man nicht mit Steuergeldern um“, schimpfte Helene Odenjung von der „Volkspartei“.

Medien aus aller Welt interessierten sich am Tag nach dem Beschluß für das Sechs-Stunden-Experiment in Göteborg. In den Berichten herrscht das Bild des produktiven Schwedens vor, das sich soziale Wohltaten wie Arbeitszeitverringerung einfach leisten kann. Dabei ist der Sechs-Stunden-Tag freilich nur auf den Kreis der öffentlich Angestellten begrenzt. In den meisten privaten Unternehmen hingegen gibt es Überstunden wie andernorts in Europa auch.

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