Warten auf den Fisch

Quelle: Wikipedia

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Eisangeln ist ein ganz besonderes Erlebnis. An einem stillen Wintertag raus aufs Eis wandern, auf einem zugefrorenen See sitzen, auf den Fisch warten und dabei den Geräuschen des Eises lauschen: Es knarrt, grollt, brummt und singt, manchmal knallt es dumpf. Rundum nichts als weiße Weite. Und plötzlich ein Ruck an der Angel.

Das Prinzip des Eisangelns ist einfach: Mit einem speziellen Eisbohrer wird ein Loch ins Eis gebohrt, durch das Loch lässt man Angelschnur und Köder hinab (als Angel wird meist das sog. pimpelspö verwendet) und dann heißt es warten…

Gefischt werden vor allem Barsche. Diese halten sich gerne am Grund des Sees auf, daher ist es hilfreich, wenn man die Gewässertiefe kennt. Ein Barsch kommt selten allein, hat einer angebissen, sollte man es an der gleichen Stelle noch mehrmals versuchen. Gegen Ende des Winters beißt auch schon mal ein Hecht an.

Immer wieder kommt es beim Eisangeln leider durch Leichtsinn zu tragischen Unfällen. Beim Gang aufs Eis sollte man daher immer die nötigen Sicherheitsvorkehrungen treffen: Gehen Sie nie alleine los, halten Sie auf dem Eis jedoch Sicherheitsabstand. Prüfen Sie immer wieder die Dicke des Eises; ein, besser zwei Dezimeter Kerneis sollten es mindestens sein. An einem sonnigen Tag kann eine morgens noch stabile Eisdecke mittags lebensgefährlich dünn geworden sein. Auch durch Strömungen kann sich die Dicke des Eises rasch verändern. Spezielle Eishaken (isdubbar) hängt man sich an einer Schnur um den Hals, mit ihnen kann man sich im Fall eines Einbruchs aus dem Wasser hieven. Außerdem sollte man richtig warm angezogen sein, auf dem Eis ist man dem Wind ungeschützt ausgesetzt. Ein langes Seil, sowie wasserfest verpackte Extrakleidung gehören mit zur Ausrüstung.

Dazu noch ein Klappstuhl und eine Thermoskanne mit heißem Kaffee. Und dann los in die weiße Weite, die Stille genießen, die nur hin und wieder vom Knarren des Eises unterbrochen wird, und warten, bis der Erste anbeißt.

In Schweden kennt übrigens jeder die Geschichte des Bekannten eines Kollegen, der trotz Anglerglück leer ausging, weil der Fisch viel größer als das gebohrte Loch war…

Autor(in): Christina – c.baier@speedmail.se

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