Schwarzsuppe am Martinsdag

Svartsoppa, Vorspeise zum Gansessen in Skåne. Bild aus Wikipedia. Fotograf: Tanzania.

Svartsoppa, Vorspeise zum Gansessen in Skåne. Bild aus Wikipedia. Fotograf: Tanzania.

Auch in Schweden gedenkt man am 11. November dem heiligen St. Martin und hier vor allem mit dem traditionellen Gansessen, das vor allem in Skåne verbreitet ist. In den anderen Regionen Schwedens wurde dieser Tag zwar in früheren Zeiten auch gefeiert, heute ist der Brauch aber eben vor allem noch in Skåne beheimatet.

Die Martinszüge und das Martinssingen sind in Schweden nicht so an der Tagesordnung wie man das in Deutschland kennt. Das Martinsganessen dagegen schon. Das hat in Skåne wirklich Tradition.
Das hängt auch damit zusammen, dass es eben in Skåne viele Gänse gibt, die dann im November richtig gut gemästet sind und dann geschlachtet werden können. Viele bereiten ihre Martinsgans zu Hause zu, viele gehen aber gerne ins Restaurant, um dort das traditionelle Martinsgansmenü zu genießen. Gegessen wird das Gericht jedoch nicht am eigentlichen Martinstag, sondern am Vorabend, dem „Martinsafton“, also dem 10. November.

Ein klassisches Gänseessen beginnt in Skåne mit einer speziellen Vorspeise, der sogenannten Svartsoppa. Darauf folgt der Gänsebraten selbst und anschließend ein Dessert das traditionell aus Apfelkuchen mit Vanillesauce besteht.

Was aber genau ist nun diese Svartsoppa? Übersetzt auf Deutsch heißt das ganz einfach „Schwarzsuppe“. Und ziemlich schwarz sieht die Suppe auch aus. Zubereitet wird sie aus Gänseblut und Gänsebrühe, dazu kommen Sirup, Wein, Cognac, Essig und Fruchtpüree und gewürzt wird mit Nelken, Ingwer und anderen Gewürzen. Manche meinen auch sie schmeckt wie eine Mischung aus Blutwurst und Lebkuchenteig. Dazu werden Äpfel und Backpflaumen gereicht und manchmal auch Gänseklein und Gänseleberpastete.

Die Kombination des Gänsebratens mit der Svartsoppa als Vorspeise und dem anschließenden Apfelkuchen als Dessert hat der Gastwirt des Piperska Muren, einem Lokal für festliche Veranstaltungen in Stockholm kreiert.

Aber die Svartsoppa gab es schon vorher und unabhängig vom Martinsgansmenü. Schon in früheren Zeiten aß man diese Suppe, als deftiges rustikales Essen auf dem Land.

Zugegeben, ein Gericht aus Gänseblut ist vielleicht nicht jedermanns Sache, aber wer es doch gerne probieren möchte, hier ein Rezept:

40 cl Gänseblut
5 cl Essig
2 TL Mehl
1,8 l Bouillon
15 cl pürierte Backpflaumen und/oder getrocknete Aprikosen
5 cl schwarzes Johannisbeergelee
2 EL brauner Zucker oder Sirup
1 TL Thymian
1 TL schwarzer Pfeffer
1 TL Nelken
1 TL Piment
1 TL Ingwer
1 TL Zimt
10 cl Rotwein
3-4 TL dunkler Portwein oder Sherry
2 TL Cognac

Blut, Essig und Mehl verrühren. Bouillon mit den Gewürzen erhitzen und 15 Minuten köcheln lassen. Die Blutmischung langsam einrühren und dabei immer kräftig rühren; die Mischung darf nicht kochen. Suppe vom Herd nehmen und falls nötig durch einen Sieb gießen. Zucker, Wein und Cognac hinzufügen. Abschmecken. Nach Belieben mit den gekochten Backpflaumen, Aprikosen und/oder einem Stück Apfel garnieren.
Alternativ zu Gänseblut, falls man dieses nicht bekommt, kann auch Schweinblut verwendet werden.

Autor(in): Heide – Heide.Walker@conductix.com

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