Die Folgen nach der Naturkatastrophe im Göljån-Tal

Im Nordwesten Dalarnas, nahe der norwegischen Grenze, zeigen sich eindrucksvoll die Folgen einer enormen Flutkatastrophe, die sich dort Ende August 1997 ereignete. Vom 30. bis 31. August 1997 wurden die östlichen Teile des Fulufjället von einem schweren Gewitter heimgesucht. Mit einem einfachen Messgerät wurde am oberhalb des Fulufjäll gelegen Rösjö innerhalb von 24 Stunden eine Rekordniederschlagsmenge von 276 mm gemessen, die höchste je in Schweden gemessene Niederschlagsmenge überhaupt. Etwas weiter südlich entlang der Ostseite des Fjälls fielen geschätzte 300-400 mm Regen. Dort befindet sich unter anderem das Göljån-Tal, in dem durch die anfallenden Wassermassen auch die größten Verwüstungen angerichtet wurden.

Der langanhaltende Starkregen führte damals zu großen Bergstürzen und Überschwemmungen. Die Wassermassen des kleinen Flusses Göljån stiegen an diesem Tag auf das 500-fache an und durch die bis zu 6 Meter hohe Flutwelle wurden ca. 10.000 m² Holz abgeknickt, umgeworfen und zu großen Holzstauungen gestapelt.

Die Natur erholte sich in der Folgezeit mit großer Geschwindigkeit. Nur wenige Wochen nach dem Unwetter eroberten sich Pflanzen und Tiere ihren Lebensraum zurück; vom Aussterben bedrohte Arten kehrten in das abgelegene Tal zurück und siedelten sich zwischen den enormen Mengen an Totholz wieder an. Was in dem Göljån-Tal im August 1997 noch wie das Ende anmutete, entpuppte sich als Neuanfang für die Natur, auch Dank der schwedischen Regierung, die diese einzigartige Landschaft unter Schutz stellte. Heute, nur 24 Jahre später, kann man zum Teil nur noch erahnen, wie diese Gegend kurz nach dem damaligen Unwetter ausgesehen haben könnte.

Das Göljån-Tal erreicht man auf einer gutbefestigten Schotterstraße von der Straße 311 aus. Diese befährt man bis zu einem Parkplatz am Ende des Weges. Einen guten Überblick über das Zentrum der Verwüstungen hat man von dem kleinen Aussichtsturm, den man nach einem kurzen Fußmarsch vom Parkplatz aus erreicht. Im nur wenige Kilometer entfernten Besucherzentrum (naturum) des Fulufjälls kann man sich dann auch noch zusätzlich über die damaligen Ereignisse informieren, z.B. wird dort auch ein Film gezeigt.

Autorin: Ramona Heuckendorf – joergasmus@hotmail.com

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