Das Restaurant Tusen in Ramundberget

In Ramundberget, einem Wintersportort, erblickt man ein außergewöhnliches Gebäude, das hölzern aus dem Schnee emporragt. Zusammen mit der winternen Umgebung harmoniert dieses Restaurantgebäude auf eine ganz besondere Art und Weise: Material, Form und Design schmiegen sich in die Landschaft ein. Eine Bilderstrecke zum Skirestaurant Tusen kann hier betrachtet werden, mehr Detailbilder hier. Aus der kreisrunden Grundfläche wurde ein Kuchenstück herausgeschnitten, der nun einen Außenbereich, eingerahmt mit Birkenstämmen, darstellt. Die runde Form schützt vor den nordischen Winden und dem Schnee. Die Fassade des Gebäudes wurde mit Birken aus der direkten Umgebung verkleidet. Dabei neigen sich die Stämme nach innen, ragen aber über das Flachdach hinaus. Assoziationen zu einem Tipi (Indianerzelt) oder zu den traditionellen Zelten der Samen werden gerufen.

Auch innerhalb des Restaurants wurden Birkenholz und Birkenrinde als Verkleidung verwendet. Dabei kontrastiert es mit dem urig erscheinenden Außenbild: Formen, Linien und Ambiente in der Tradition modernen schwedischen Designs. Innen ist eine Panoramaaussicht durch die runde Form des Restaurants möglich.

Das Gebäude versorgt sich beinahe autonom: Es besteht ein System mit eigenem Bergwasser, eine Erdwärmeheizung und Mini-Kläranlage. Dass eine Pfahlgründung umgesetzt und einheimischem Holz verwendet wurde, sind weitere nachhaltige Aspekte des Skirestaurants. So wie die Konstruktion der Samenzelte die Natur wenig beanspruchten, so hinterlässt auch dieses Restaurant kaum einen Fußabdruck – im wahrsten Sinne des Wortes. Laut des Architekten Murman könnte es jederzeit versetzt werden, ohne dass der vorherige Standpunkt aufzufinden wäre. Das liegt an der Bauweise, die nur sehr wenig Gewicht an den Boden überträgt.

Ein Ziel der beiden Architekten hans Murman und Ulla Alberts war es, die Natur mit einzubinden, sodass es eine Sehenswürdigkeit in Harmonie mit der Natur ist. Auf den Birkenstämmen bleibt der Schnee besser liegen, sodass das Gebäude noch mehr in das Landschaftsbild integriert wird.

All dies und auch der schwedische Modernismus wurden im November 2009 beim dem World Architecture Award in Barcelona  mit einem Preis ausgezeichnet.

Autor(in): Tanja Brodbeck – tanja.brodbeck@yahoo.de

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