Natur




Zwei schöne Ausflugsziele in Alingsås

Hej! Mein Name ist Josefine und ich betreibe den Blog Frau Schweden. Heute habe ich wieder die Ehre, hier als Gastbloggerin zu schreiben! Dieses Mal über die Gegend um Alingsås. Eine Stadt, die in der Provinz Västergötland liegt und echt schön ist. Vor allem, wenn man, so wie ich, alte Häuser liebt. Hier wimmelt es von bunten Holzhäusern mit schönen Schreinerarbeiten, die mit Würde gealtert sind.

Der beste Weg, diese zu sehen, ist natürlich eine Tour mit der alten Eisenbahn zwischen Anten und Gräfsnäs mit der fast hundert Jahre alten Dampflokomotive. Das Personal war in zeittypische Uniformen gekleidet und das Bahnhofshaus in Anten ist komplett bewahrt. Meine Kinder liebten es und schauten genau zu, wie wir auf halbem Weg anhielten, um die Lokomotive mit Wasser zu füllen, und staunten, wie rauchig und staubig eine Zugfahrt früher war.

In Gräfsnäs angekommen, ist der Schlosspark ein beliebtes Ausflugsziel und für die Kinder gibt es eine spannende Burgruine aus dem 16. Jahrhundert zu entdecken. Dann sahen die Kinder zu, wie der Zug mit Hilfe einer Drehscheibe gedreht wurde und wir fuhren zurück in Richtung Anten. Dort angekommen ging es weiter mit dem Auto nach Alingsås.

Wir waren natürlich nach der Reise erschöpft und mussten unsere Energiedepots auffüllen. Für das gibt es keinen besseren Ort als die Ökobäckerei & Café Nolbygård. Sie haben die besten Kanelbullar, die ich je gegessen habe, nettes Personal und ein schönes altes Haus mit zugehörigem Garten, von dem man sich inspirieren lassen kann. Verpasst auch nicht das Baudenkmal-Geschäft Haus zu Haus (byggnadsvårdsbutiken Hus till Hus), das neben dem Café liegt. Es ist ein Paradies für alle Nostalgiker. Ich habe auch über meinen letzten Besuch in Alingsås auf meinem Blog darüber geschrieben, den Beitrag könnt ihr hier finden.

Ein Ausflug nach Anten-Gräfsnäs Järnväg ist das perfekte Sommervergnügen an einem leicht bewölkten Tag. Unsere Gesellschaft war zwischen 3 und 60 Jahre alt und alle waren gleichermaßen begeistert, sowohl von der „Zeitreise“ mit der Eisenbahn als auch von Nolbygårds Zimtschnecken.

Danke Schwedenstube, dass ich hier gastbloggen durfte, ich hoffe wir sehen uns bald wieder. ♡

Liebe Grüße Josefine

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Schwedisch Lernen

„Schwedisch lernen: Schwedisch-Sprachkurs“ bedient sich der erfolgreichen Langzeitgedächtnis-Lernmethode. Abwechslungsreiche Aufgaben Tag für Tag und eine große Auswahl an Lernmethoden motivieren und vertiefen das Gelernte spielend. Diskutiere nach dem Tagespensum mit Gleichgesinnten und tausche Dich aus in unseren Foren und der Insider-Lerngemeinschaft. So kannst Du innerhalb kürzester Zeit Schwedisch lernen und Dich fließend auf Schwedisch unterhalten.






Lapplands schwarzes Loch – Die Aitik-Grube

Schwarze Löcher erwartet man normalerweise in den unendlichen Weiten des Weltraums. Es gibt sie aber auch in den unendlichen Weiten Lapplands. Nur sind sie dort von Menschen gemacht. In diesem Beitrag geht es um die Kupfermine Boliden-Aitik, etwa 16 Kilometer von Gällivare in Norrbotten entfernt. Gällivare nennt sich selbst auch „The Mining Capital“ (Die Minen-Hauptstadt). Denn außer der Aitik-Mine gibt es dort auch noch eine Eisenerz-Mine der LKAB. In der Aitik-Mine wird Kupfer im Tagebau gefördert, womit schon einmal erklärt ist, warum es sich um ein Loch handelt.

Ich weiß, ihr erwartet von mir, dass ich die Schönheiten und Eigenarten der schwedischen Landschaften, hier Lappland, in höchsten Tönen preise. Und euch auch natürlich den einen oder anderen Tipp für einen tollen Ausflug oder zu einer Sehenswürdigkeit gebe. Heute muss ich euch aber darauf hinweisen, dass es mir in diesem Beitrag etwas schwer fällt, dies zu tun. Außer dem kann dieser Beitrag Spuren von Sarkasmus aufweisen. Ihr werdet sie erkennen.

Besichtigung erwünscht!

Trotz dem habe ich hier schon einmal den ersten Tipp für euch: Man kann die Aitik-Mine besichtigen. Und das solltet ihr auch tun. Insbesondere diejenigen unter euch, die auf große Maschinen und PS-starke „Boliden“ stehen. Denn davon gibt es in der Mine eine ganze Menge. Gigantismus spielt in der Aitik ohnehin eine große Rolle. Damit ihr aber wisst, worüber ich eigentlich schreibe, habe ich hier einen Screenshot von GoogleMaps für euch, den ich etwas aufbereitet habe. Jeder, der schon einmal versucht hat, nach GoogleMaps zu navigieren, weiß auch, dass die Bilder nicht immer aktuell sind. So leider auch hier.

Ein Überblick

Ihr erkennt auf dem Bild einen See, türkisfarben. Dieser See hat in seinem größten Ausmaß etwa 800 Meter Durchmesser. Gleich darüber erkennt ihr ein von mir hinzugefügtes Vieleck in Gelb. Zusammen mit dem türkisfarbenen See sind dies die derzeitigen Ausmaße des Sees. Der See ist etwa 80 Meter tief. Ich komme später noch einmal darauf zurück. Oben links auf diesem Bild, gelb unterstrichen, liegt Malmberget, gleich darunter Gällivare. Rechts am Bildrand geht es über die E10 nach Luleá, am oberen Bildrand nach Kiruna, ebenfalls über die E10. Am linken Bildrand führt die E45 (Inlandsvägen) in Richtung Jokkmokk. Dies nur zur Verdeutlichung, wo auf einer Landkarte von Schweden wir uns befinden.

Bis zu 400 Meter tief

Aber zurück zur Aitik-Mine. Von der E10 kommend erreicht ihr die Einfahrt zur Mine über eine etwa einen Kilometer lange Straße. Dort ist auch das Besucherzentrum, von dem aus die Besichtigung der Mine startet. Euer Guide fährt mit euch zunächst auf den Boden eine der Gruben.

Trucks am Boden der kleineren Grube

Trucks am Boden der kleineren Grube

...und hier ein Truck beladen. Höhe des Fahrzeugs etwa 7 Meter

…und hier ein Truck beladen. Höhe des Fahrzeugs etwa 7 Meter

 

 

Dort ist erstaunlich wenig los, erwartet man doch ein geschäftiges Treiben in einer solchen Mine. Das liegt in diesem Fall daran, dass diese Grube nur noch wenig ertragreich ist. Nichts desto weniger wird hier immer noch geschürft. Das Geld jedoch wird in einer anderen Grube verdient, die etwa zwei Kilometer Luftlinie von dieser Grube entfernt auf der anderen Seite des Minengeländes liegt. Das Loch dort ist auch wesentlich tiefer, etwa 400 Meter Tiefe wird es erreichen…

Der Ausflug in die kleinere Grube dient auch eher dazu, um den Besuchern die Grösse der eingesetzten Maschinen vor Augen zu führen. Die Mulden der eingesetzten Trucks können bis zu 50 Tonnen Gestein transportieren. Und selten benötigt der Bagger, der die Mulde füllt, mehr als zwei Schaufelfüllungen dazu.

Der Bohrer für die Sprengladung aus der Ferne...

Der Bohrer für die Sprengladung aus der Ferne…

...und hier aus der Nähe

…und hier aus der Nähe

Müssen die Mulden zur Reparatur nach Gällivare transportiert werden oder werden neue angeliefert, muss die E10 gesperrt werden, da kein anderes Fahrzeug an den Transportern vorbeifahren könnte. Das habe ich selbst schon ein paar Mal erleben müssen. Wesentlich interessanter finde ich es jedoch, wenn einem auf der Straße ganze Häuser entgegen kommen, doch das ist eine andere Geschichte…

Weiterverarbeitung vor Ort

In der kleineren Grube werden natürlich immer noch Sprengungen durchgeführt. Zum Bohren der Sprenglöcher werden spezielle Bohrmaschinen eingesetzt, die die Sprenglöcher exakt auf die gewünschte Tiefe bringen und später auch die Sprengladungen einsetzen. Wenn es dann rummst, sollte man möglichst weit entfernt sein. Da die Sprengungen meistens im unteren Teil der Grube stattfinden, wandert der Schall durch die Grubenwände mehrfach hin und her. Was zur Folge hat, dass selbst etliche Minuten nach der Sprengung noch immer die Sprenggeräusche zu hören sind.

Die Trucks transportieren das Sprenggut zu einem Mahlwerk, dessen Schacht knapp 40 Meter hoch ist. Es gibt mehrere dieser Mahlwerke, die letztlich das Sprenggut, also die abgesprengten Felsen, auf die erforderliche Größe zerkleinern. Zwischen den einzelnen Mahlwerken wird das Material über lange Förderbänder transportiert.

Einer der Abraumbagger

Einer der Abraumbagger

Die eigentliche Gewinnung des Kupfers erfolgt in einem Bereich, der Besuchern nicht zugänglich ist. Dort befindet sich auch der Eingangs dieses Beitrages erwähnte See. Dieser See wird durch eine Staumauer von der Umgebung, die nicht mehr zur Mine gehört, abgetrennt. Im Jahr 2000 brach diese Staumauer und der Inhalt des Sees, der zu diesem Zeitpunkt glücklicherweise kleiner und nicht so tief war, wie er Heute ist, flutete die Umgebung.

Links der "alte" See, rechts die Erweiterung

Links der „alte“ See, rechts die Erweiterung

Dammbruch im Jahr 2000

Daraufhin wurde Boliden, Eigentümer der Aitik-Mine, dazu verdonnert, dafür Sorge zu tragen, dass ein solches Ereignis nicht wieder eintreten kann und entsprechende Warneinrichtungen zu erstellen, falls doch noch mal etwas „schiefgehen“ sollte. Nach Angaben von Boliden wurde diesen Anweisungen auch Folge geleistet,

Ein Warnschild für den Fall eines Dammbruches. Zusammenfassung: Fahrt ja so schnell es geht in Richtung Kiruna

Ein Warnschild für den Fall eines Dammbruches. Zusammenfassung: Fahrt ja so schnell es geht in Richtung Kiruna!

nicht ohne den See während dieser Arbeiten erheblich zu vergrößern und zu vertiefen. Wer mit offenen Augen zwischen Gällivare und der Aitik-Mine unterwegs ist, wird Türme ausmachen, die mit Signallautsprechern bestückt sind. Sie sollen die Bevölkerung im Falle eines erneuten Dammbruches warnen. Ich habe bisher drei solcher Türme ausmachen können.

Nun ist ein Abbau von Kupfer im Tagebau nur dann attraktiv, so lange die Förderung Gewinn abwirft. Auch wenn während der Führung darauf hingewiesen wird, dass man an der jetzigen Stelle noch etwa 30 Jahre lang fördern könnte, wird sich die Aitik-Mine in den nächsten Jahren erheblich vergrößern. Die Vorarbeiten dazu haben bereits begonnen. Die schraffierte Fläche auf dem ersten Bild zeigt die geplante Erweiterung, zumindest einen Teil davon. Ihr könnt unschwer erkennen, dass ein Teil der E10 in diesem Bereich liegt. Sie wird verlegt werden. Arbeiten dazu kann man bereits entlang der E10 in Richtung Kiruna beobachten. Eine derzeit noch relativ unbekannte Parallelstrasse zwischen der Baustelle und dem Dörfchen Dokkas wird sehr wahrscheinlich die neue Trasse der Straße werden.

Innerhalb des schraffierten Bereiches seht ihr auch den rot-gelben Stern. An dieser Stelle stehe ich häufiger mal für ein Wochenende

Zusammenfluss von Lina- und Vasaara-Älv. Rot-gelber Stern auf der Karte

Zusammenfluss von Lina- und Vasaara-Älv. Rot-gelber Stern auf der Karte

mit „The Beast“ und fische. Dort ist der Zusammenfluss des Vasaara-Älven und des Lina-Älven. In unmittelbarer Nähe steht einer der erwähnten Signaltürme. Diese Stelle wird es so in absehbarer Zeit nicht mehr geben. Im weiteren Verlauf des Lina-Älven, etwa 60 Kilometer flussabwärts, gibt es den Lina-Fallet, ein Touristen-Magnet. Welchen Einfluss die Erweiterung der Aitik auf den Fluss und den Wasserfall haben wird, lässt sich derzeit noch gar nicht abschätzen. Bislang war die Lina ein Geheimtipp für Kanuten und Kajakfahrer.

Unabsehbare Auswirkungen durch Erweiterung

Aber die Erweiterung hat schon „Grünes Licht“ aus Stockholm und Gällivare bekommen. Was dazu führte, dass dieses Vorhaben weit vor der geplanten Zeit bekannt wurde, „Gällivare-Leaks“ so zu sagen… Dies wiederum führte dazu, dass spekulativ Land aufgekauft wurde, von Leuten, die es sich leisten konnten. Denn Boliden muss das benötigte Land für die Erweiterung erst einmal erwerben. Große Teile des schraffierten Gebietes befinden sich aber schon in Boliden-Besitz.

Im Hintergrund die Aitik-Mine. Das Foto wurde vom Dundret-Skigebiet bei Gällivare aufgenommen. Blauer Punkt auf der Karte

Im Hintergrund die Aitik-Mine. Das Foto wurde vom Dundret-Skigebiet bei Gällivare aufgenommen. Blauer Punkt auf der Karte

Mich persönlich erstaunt es, dass offenbar Niemand diese Erweiterung infrage stellt. Abgesehen von einer einzigen Sami-Vereinigung. Da aber bei allen bisherigen Prozessen gegen staatliche oder private Minen die Sami noch nicht ein einziges Mal erfolgreich waren, ist das Ergebnis vorhersehbar. Insbesondere in Gällivare…

Nichts desto weniger: Schaut euch die Mine an, wenn ihr in der Gegend seid. Ein Besuch ist gut dazu geeignet, sich selber einen Eindruck zu verschaffen. Und wenn ihr noch etwas wartet, müsst ihr vielleicht gar nicht so weit in den Norden Lapplands fahren. Jokkmokk wird wohl auch auf längere Sicht nicht von einem „Schwarzen Loch“ verschont bleiben. Und in Lycksele im südlichen Lappland ist ebenfalls eine Mine in Planung. Dort hat der zuständige Bürgermeister bereits deutlich zu erkennen gegeben, dass ihn die Rechte der indigenen Bevölkerung nicht interessieren, „die werden sich anpassen müssen“. Diese Aussage kann man zum Glück mit einer auch im deutschen Fernsehen ausgestrahlten Dokumentation belegen.

Also kommt nach Lappland und geht in die unberührte Natur… So lange es sie noch gibt.

(Text & Fotos: Jörg Solheid/Go North-The Beast)

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Schwedisch Lernen

„Schwedisch lernen: Schwedisch-Sprachkurs“ bedient sich der erfolgreichen Langzeitgedächtnis-Lernmethode. Abwechslungsreiche Aufgaben Tag für Tag und eine große Auswahl an Lernmethoden motivieren und vertiefen das Gelernte spielend. Diskutiere nach dem Tagespensum mit Gleichgesinnten und tausche Dich aus in unseren Foren und der Insider-Lerngemeinschaft. So kannst Du innerhalb kürzester Zeit Schwedisch lernen und Dich fließend auf Schwedisch unterhalten.






Der Muddus Nationalpark – Ursprüngliche Natur

Nachdem ich euch in meinem letzten Beitrag unter Tage getrieben habe (=> Nautanen – versteckt im Wald), bleiben wir heute an der Oberfläche. Wir besuchen eines der wenigen Gebiete, die von Entwässerung, Kahlschlag und Wegebau verschont blieben. Und deshalb noch die ursprüngliche Natur des Nordens zeigen. Es ist auch durchaus nicht übertrieben, von Urwald zu sprechen. Die Rede ist vom Muddus-Nationalpark.

Hier geht´s zum Muddus, Urtimjaur

Hier geht´s zum Muddus, Urtimjaur

Ein kleiner Teil im Süden des Nationalparks ist für Wanderer und Naturliebhaber zugänglich gemacht worden. Es gibt drei Eingänge, die den Zugang zum Muddus ermöglichen. Da wäre zunächst der Eingang Skájdde (Skaite). Den ersten Hinweis zu diesem Eingang findet ihr in Ligga zwischen Jokkmokk und Porjus. Ligga liegt, die E45 nordwärts fahrend, kurz hinter einem Staudamm auf der linken Seite der E45. An dieser Stelle erinnert ihr euch daran, was ich in meinem letzten Beitrag über Hinweisschilder schrieb…

Zum Eingang Skájdde führt euch eine etwa 12 Kilometer lange Straße.

Der Eingang Skajdde

Der Eingang Skajdde

Es gibt zwei weitere Eingänge, die beide über die Straße zwischen Messaure und Nattavaara zu erreichen sind. Es sind dies Sárggavárre (Sarkavare) und Urttimjávrre (Urtimjaur). Messaure erreicht ihr von Jokkmokk aus, nach dem ihr ein kurzes Stück der E45 nordwärts gefolgt seid und dann der Beschilderung nach Nattavaara folgt. Kommt ihr aus Richtung Luleá oder Boden, verlasst ihr bei Vuollerim den Rv97 und fahrt bis Porsi. Ab dort einfach dem Fluss Luleälven folgen, ihr gelangt dann automatisch nach Messaure. Diese Route ist meiner Meinung nach die landschaftlich schönste. Ab Messaure weiter in Richtung Nattavaara.

An dieser Schotterstraße findet ihr dann auch wieder Hinweisschilder in den Muddus. Die Straße lädt euch auch ein, etwas zu „entschleunigen“. Egal, ob ihr den Weg von der E45 oder dem Rv97 wählt, es ist jeweils noch ein gutes Stück Weg zu fahren bis Messaure.

"The Beast" am Eingang Skájdde

„The Beast“ am Eingang Skájdde

Welchen dieser drei Eingänge ihr wählt, hängt von eurer Kondition ab und davon, was ihr euch im Muddus ansehen wollt. Um das zu klären, empfehle ich euch einen Besuch bei „Destination Jokkmokk“, der Touristeninfo in Jokkmokk. Die wissen dort, was sie tun… Zudem gibt es dort einen guten Kaffee und freies Internet.

Ich persönlich bevorzuge den Eingang Skájdde.

Abgesehen davon, dass der Weg dorthin ebenfalls am Luleälven entlang führt, ist der Parkplatz dort im Sommer schattig und im Winter geräumt.

Ein naturgeschaffenes Kunstwerk im Muddus Nationalpark

Ein naturgeschaffenes Kunstwerk im Muddus Nationalpark

Die Schwierigkeitsgrade der Trails durch den Muddus reichen von einfach bis sehr schwer. Sie können nach Belieben kombiniert werden, was dazu führen kann, dass ihr mit einem Tag Zeit nicht auskommen werdet. Das macht aber nichts, denn das Übernachten im Muddus ist erlaubt und erwünscht. Es gibt mehrere Hütten, die für eine Übernachtung ausgestattet sind. Wo genau diese zu finden sind, sagt euch der Lageplan, den ihr bei Destination Jokkmokk bekommen habt.

Proviant und Bären

Rastplatz mit Aussicht auf den Muddus Fallet

Ihr dürft natürlich auch im Freien campieren. Dafür reicht im Sommer auch ein Tarp. Egal für welche Option ihr euch entscheidet, euren Proviant lagert ihr natürlich so, dass man ihn nicht „erschnüffeln“ kann. Die Bären dort haben eine gute Nase. Die halten sich

Rastplatz mit Aussicht auf den Muddus Falletnormalerweise aber eher im nördlichen Teil des Nationalparks Muddus auf. Wobei hier die Betonung auf „normalerweise“ liegt. Im Winter ist das ohnehin kein Problem, da liegen die Tierchen auf der faulen Haut. Man kann den Muddus auch im Winter begehen. Wer das aber möchte, sollte neben einer guten Kondition auch über eine brauchbare Karte und einen Kompass verfügen. Und über die Fähigkeiten, sie zu benutzen. Was so im Übrigen auch für alle anderen Nationalparks gilt. Solltet ihr dennoch den Weg verlieren, keine Panik. Denn spätestens nach zwei Tagen Wanderung in eine Himmelsrichtung kommt ihr wieder in die Zivilisation zurück…

Ein paar Infos noch zur Wanderung im Winter. Abgesehen davon, dass man für eine Wanderung im Winter deutlich mehr Zeit benötigt, ist die Zeit des Tageslichtes stark begrenzt. Es gibt nur wenige Stunden ausreichend Licht für eine Wanderung. Habt also Licht dabei, zum Beispiel Headlamps.

Trail im Muddus - Im Sommer

Trail im Muddus – Im Sommer

Zudem gaukelt euch der Schnee falsche Sicherheit vor und kann euch vom vorgegebenen Trail wegführen, weil man möglicherweise glaubt, der Weg wäre einfacher. Dass man auf jeden seiner Schritte achtet, ist klar. Nur im Winter solltet ihr eure Augen auch nach Oben richten, denn von den Bäumen herunterfallender Schnee kann richtig schmerzhaft sein und eure Tour beenden.

Unerwartete Begegnungen

Im Winter besteht allerdings auch die Chance auf Begegnungen der „Dritten Art“. Solltet ihr plötzlich in der Dämmerung Rentiere erkennen, die einen Schlitten hinter sich herziehen, lasst eure Wunschzettel aber in der Hosentasche… Auch heißt keines der Rentiere Rudolph, meines Wissens nach. Ihr seid dann Dirk begegnet, der mit seinen Gästen eine seiner berühmten Touren durch den Muddus macht.

Auch den Auerhahn kann man im Muddus finden

Auch den Auerhahn kann man im Muddus finden

Er ist einer der ganz wenigen, die das dürfen. Und wenn man sich schon mitten in der Wildnis trifft, dann ignoriert man sich nicht, sondern wechselt mindestens ein paar nette Worte und trinkt vielleicht einen über dem Lagerfeuer gekochten Kaffee zusammen. Wenn ihr lange genug zusammen sitzt, besteht durchaus die Chance auf Aurora borealis

Deutlich einfacher zu begehen und vor allen Dingen erheblich farbenfroher ist der Muddus natürlich in den Sommermonaten. Außer dem kann man dann den Muddus-Fallet schon sehr viel früher hören, als man ihn sieht.  Den Trail dorthin kann ich euch empfehlen. Wer viel Zeit hat, geht um das Tal, in den der Wasserfall abfällt, herum und besucht den Aussichtsturm ganz in der Nähe des Muddus-Fallet. Er bietet euch eine spektakuläre Aussicht. Dort gibt es auch eine der bereits erwähnten Übernachtungsmöglichkeiten. Es gibt vier Übernachtungshütten: Muddusfallet mit acht Betten, Mudduslooppal mit sechs Betten, Manson mit drei Betten und Nammates mit drei Betten.

Die Folgen eines Waldbrandes

Auf dem Weg zum Wasserfall passiert ihr auch die Region des Muddus, die durch einen Brand im Jahr 2006 sehr in Mitleidenschaft gezogen wurde. Noch heute kann man die Auswirkungen des Brandes, der wohl durch einen Blitzschlag ausgelöst wurde, an manchen Stellen deutlich erkennen.

Hinweisschild auf den Waldbrand von 2006

Hinweisschild auf den Waldbrand von 2006

Darauf wird auch durch Infotafeln an den Eingängen zum Muddus hingewiesen. Im Sommer sind natürlich wieder die Braunbären aktiv. Dazu der Hinweis weiter oben. Auch Seeadler sind im und um den Muddus herum heimisch, Elche so wie so. Zur richtigen Zeit könnt ihr dort auch viele Kraniche beobachten. Eingerichtet wurde der Muddus Nationalpark 1942. Aber nicht zum Schutze der urwaldähnlichen Landschaft, sondern zum Schutz der Singschwäne, die zu der Zeit stark gefährdet waren. Heute gehört der Muddus zum Laponia Weltkulturerbe.

Zusammengefasst: Im Winter ist der Muddus ein echtes Abenteuer und nicht ganz ungefährlich. Im Sommer ein Augenöffner und für Naturliebhaber ein Erlebnis. Egal zu welcher Jahreszeit: Vor dem Besuch unbedingt bei „Destination Jokkmokk“ vorbei schauen (HIER) ! In persona, bitte! Und wer gerne mit dem Rentierschlitten in den Muddus möchte, schaut (HIER) . Diese Touren gibt es natürlich nur im Winter und sollten rechtzeitig gebucht werden.

Im nächsten Blog-Beitrag wird es um die „Schwarzen Löcher“ Lapplands gehen. Und ich verspreche, ihr müsst auf den Beitrag nicht so lange warten wie auf diesen…

(Bilder & Text: Jörg Solheid/Go North-The Beast)

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Schwedisch Lernen

„Schwedisch lernen: Schwedisch-Sprachkurs“ bedient sich der erfolgreichen Langzeitgedächtnis-Lernmethode. Abwechslungsreiche Aufgaben Tag für Tag und eine große Auswahl an Lernmethoden motivieren und vertiefen das Gelernte spielend. Diskutiere nach dem Tagespensum mit Gleichgesinnten und tausche Dich aus in unseren Foren und der Insider-Lerngemeinschaft. So kannst Du innerhalb kürzester Zeit Schwedisch lernen und Dich fließend auf Schwedisch unterhalten.






Lappland – Die Perle Nordschwedens

Lappland. Für viele Schweden-Begeisterte immer noch ein weißer Fleck auf ihrer Landkarte. Aber dennoch für Viele ein Traumziel. Warum eigentlich? Weil es so weit oben im Norden liegt? Wegen der unendlichen Weiten? Weil es dort im Winter immer kalt und dunkel ist? Im Sommer kann man dafür nicht vernünftig schlafen, weil die Sonne nicht untergeht? Weil man dort die Nordlichter sehen kann? Wegen der wunderbaren Natur? Weil es das Land am Polarkreis ist? Es könnten alle der genannten Gründe sein. Auch wenn einige eher in das Reich der Mythen gehören.

Um euch ein wenig zu helfen und die Mythen von der Wahrheit zu unterscheiden, startet hier heute eine kleine Serie über Lappland. Natürlich, um euch zu inspirieren und euch den letzten noch fehlenden Anschub zu geben, eine Reise nach Lappland zu unternehmen.

Wo liegt eigentlich Lappland?

Aber halt… hier haben wir schon das erste Problem! Wo liegt eigentlich Lappland? Im Norden Schwedens, so viel ist klar. Oder doch nicht?

Die touristische Region Schwedisch-Lappland

Die touristische Region Schwedisch-Lappland

Genau genommen: Lappland liegt nicht im Norden Schwedens. Nur ein kleiner Teil davon. Lappland selbst erstreckt sich über vier Länder: Norwegen, Schweden, Finnland und Russland. Und ist Lappland nicht auch das Land, in dem die Lappen leben? Wohnen die nicht in ihrer Kota oder ihrem Zelt draußen im Fjäll und züchten Rentiere? Klare Antwort: Nein! Es ist das Land der Sami (Singular: Same; Plural Sami). Die Sami sind übrigens das einzige in Europa anerkannte indigene Volk. Lappe wäre für einen Sami genau so ein Schimpfwort wie Nigger für Menschen mit dunkler Hautfarbe. Das sollte man nicht nur zur Kenntnis nehmen, sondern akzeptieren.

Sápmi

Würdet ihr einen Sami fragen, ob er denn in Lappland lebt, er oder sie würde mit „Nein“ antworten. Nach samischer Definition ist ihr Einfluss- oder Einzugsgebiet „Sápmi“.

Das Land der Samen - Sápmi

Das Land der Samen – Sápmi

Und damit eindeutig nicht auf Lappland beschränkt. Die Sápmi-Region reicht in Schweden bis hinunter nach Idré entlang der norwegischen Grenze. Damit eignet sich der Lebensraum der Sami also nicht dazu, das Gebiet Lappland zu beschreiben. Konkret werden sich die nächsten Beiträge hier im Schwedenblog also mit Schwedisch-Lappland beschäftigen.

Die Region Schwedisch-Lappland

Hier in Schweden ist man sich relativ einig darüber, das Norrbottens Län und Västerbottens Län die touristische Region Schwedisch-Lappland bilden.

An der südlichen Grenze Schwedisch-Lapplands liegt Dorotea

An der südlichen Grenze Schwedisch-Lapplands liegt Dorotea

Damit bildet die südliche Grenze von Västerbottens Län auch die südliche Grenze zu Schwedisch-Lappland. Nach der Erhebung 2017 leben in Schwedisch-Lappland knapp 520.000 Einwohner, also etwa 10 Einwohner pro Km². Natürlich gibt es Regionen mit deutlich weniger Einwohnern. So hat die Kommune Kiruna nur 1,1 Einwohner pro Km², die Kommune Pajala sogar nur 0,8 Einwohner/Km². Ich hatte bisher aber immer Glück und habe 1,0 Einwohner gesehen…

Was dürft ihr erwarten?

Nach dem jetzt also geklärt ist, wo denn Schwedisch-Lappland eigentlich zu finden ist, bereite ich euch jetzt darauf vor, was in den nächsten Tagen so alles auf euch zukommt.

Ich zeige euch eine stillgelegte Kupfermine, in der die Eiszapfen nicht an der Decke, sondern auf dem Boden wachsen. Eine aktive Kupfermine besuchen wir natürlich auch. Ich zeige euch Steinritzungen am Umeälven, die ihr über Kilometer hinweg am Fluss finden könnt. Wenn ihr sie denn findet… Wir unternehmen Ausflüge in den Muddus-Nationalpark und den Stora Sjöfallet. Beide gehören zum Laponia Natur- und Kulturerbe. Außer dem bringe ich euch (theoretisch natürlich nur) das Golfspielen bei. Und ihr werdet so gut sein, dass euer Golfball über eine Stunde in der Luft bleibt. Versprochen!

Das schwedische Cape Canaveral

Ich zeige euch das schwedische Pendant zu Cape Canaveral. Wir besuchen die Region zwischen Kiruna und Riksgränsen, in der auch die „Lapporten“ liegt. Wie ich finde, eine der schönsten Gegenden Schwedens. Ich stelle euch eine samische Sängerin vor, die sich auch sehr für die Rechte der samischen Minderheit engagiert.

Im Ájtte-Museum in Jokkmokk

Im Ájtte-Museum in Jokkmokk

Etwas Kultur muss auch sein, deswegen gibt es eine Privatführung mit einem der Betreiber des Gitarren-Museums in Umeå . Dazu ein Besuch des „Ájtte“, dem Svenskt fjäll- och samemuseum.

Snöscoter und Torneälven

Und auf zwei Dinge freue ich mich persönlich ganz besonders. Zum einen eine Fahrt mit dem Snöscoter (Schneemobil) zwischen Tjautjas und Kaitum, zum anderen auf die Fahrt den Torneälven entlang. Der Torneälven wäre nicht wirklich etwas Besonderes, wäre er nicht der letzte und der nördlichste der großen Flüsse in Schweden, die ich besuchen wollte.

The Beast

The Beast

Und gäbe es denn eine Straße entlang des Flusses, wie zum Beispiel am Klarälven. Zudem rechne ich demnächst mit dem ersten Schnee. Aber ich habe ja Schneeschuhe und das MTB dabei, dazu eine vierbeinige Begleiterin und ein vierrädriges „Beast“ an meiner Seite. Da die Tour erst noch gefahren werden soll, seid ihr so zu sagen „live“ dabei… Die ersten Nordlichter waren auch schon zu sehen.

Kommentare gerne gesehen

Jetzt seid ihr natürlich alle gespannt und neugierig. Hoffe ich doch? Deswegen gibt es den ersten Beitrag schon am Samstag.

Und ich persönlich würde jetzt gerne einmal von euch wissen, ob euch das Alles auch interessiert. Schließlich will ich euch nicht quälen mit langweiligen Beiträgen. Ich freue mich über eure Kommentare bei Facebook

(Bilder & Text: Jörg Solheid/Go North-The Beast; Andere Bildquelle: Wikipedia)

 

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„Schwedisch lernen: Schwedisch-Sprachkurs“ bedient sich der erfolgreichen Langzeitgedächtnis-Lernmethode. Abwechslungsreiche Aufgaben Tag für Tag und eine große Auswahl an Lernmethoden motivieren und vertiefen das Gelernte spielend. Diskutiere nach dem Tagespensum mit Gleichgesinnten und tausche Dich aus in unseren Foren und der Insider-Lerngemeinschaft. So kannst Du innerhalb kürzester Zeit Schwedisch lernen und Dich fließend auf Schwedisch unterhalten.






Brattfallet und Halgåleden – Kleinodien im Värmland

Heute nehme ich euch mit zu einer kleinen Perle im Värmland. Das Värmland und das angrenzende Dalarna sind den Schwedenfans sicher ein Begriff. Sind sie doch für die meisten Besucher der Inbegriff einer schwedischen Landschaft. Viele, die über das Värmland weiter in Richtung Norden wollen, fahren dazu über die E45/E16. Und kreuzen dabei zwangsweise den Klarälven über die Brücke bei Stöllet.

An der Brücke über den Klarälven in Stöllet

An der Brücke über den Klarälven in Stöllet

Grob gesagt, links hinter der Brücke geht es Richtung Norwegen, rechts Richtung Hagfors und Karlstad, geradeaus nach Mora und zum Siljan. An dieser Stelle sei kurz erwähnt, dass die Aussage, die Straßen seien alle mit Falunród angemalt worden, nur ein Gerücht ist… Hinter der Brücke müsstet ihr euch eigentlich rechts halten, um zum Brattfallet zu gelangen. Kann man so machen, macht man aber nicht. Denn als Schwedenkenner seid ihr natürlich nicht die eher langweilige Route über die E45/E16 gefahren, sondern ab Karlstad den Rv62. Diese Route führt euch zum größten Teil direkt am Klarälven entlang und ist um ein Vielfaches schöner. Man muss nicht unbedingt zum Brattfallet wollen, wenn man den Rv 62 befährt. Ihr dürft das auch gerne machen, um einfach nur die Landschaft zu genießen.

Infos sammeln in Hagfors

Brattfallet und den Trail. Bild geliehen in Hagfors

Die Gegend um den Brattfallet und den Trail. Bild geliehen in Hagfors

Wenn ihr aber zum Brattfallet und dem Halgåleden wollt, dann solltet ihr auf eurem Weg die Tourist-Info in Hagfors besuchen. Dort gibt es einen Kaffee und obendrein alle Infos, die ihr braucht. Wenn ihr den Begriff „Halgåleden“ erwähnt, wird man euch zu festem, gutem Schuhwerk raten. Nicht ohne Grund. Natürlich gibt es auch eine Internetseite (https://www.visithagfors.se/sv/turistinformationen). Nach eurem Besuch der Touristinfo fahrt ihr noch ein Stück den Klarälven hinauf und kommt nach Ekshärad. Dort überquert ihr die einzige Brücke im Ort. Der Campingplatz, der euch ins Auge fällt, bietet übrigens auch Kanutouren an. An der nächsten Kreuzung findet ihr den ersten Hinweis auf den Brattfallet. An derselben Kreuzung sind auch die „Erlebnis-Profis“ stationiert. Dort könnt ihr Freizeit- und Outdoor-Aktivitäten buchen. Von dieser Kreuzung sind es noch etwa 14 Kilometer den Klarälven aufwärts bis zum Brattfallet.

Nur wenige Meter vom Brattfallet entfernt findet ihr einen Wanderparkplatz mit Informationen über die Landschaft, den Brattfallet selbst sowie über den Halgåleden. Ein Tipp: Lest sie euch durch. Erst recht dann, wenn ihr den Halgåleden gehen wollt. Sie sind hilfreich. Wer mit dem Brattfallet einen Wasserfall wie den Tannforsen erwartet hat, der wird hier enttäuscht. Aber selbst der Tannforsen kann es nicht mit der Landschaft aufnehmen, in die der Brattfallet eingebettet ist. Erst recht nicht im Herbst.

Der Halgåleden-Trail

Direkt um den Brattfallet herum führt ein kurzer Trekkingpfad. Er dürfte weniger als zwei Kilometer lang sein, bringt euch aber zu den Stromschnellen oberhalb des Wasserfalls.

Am Brattfallet

Am Brattfallet

Der Brattfallet gehört zum Fluss Halgå, der über die Jahrtausende tiefe Schluchten in die Landschaft gegraben hat. Das südliche Ende des Flusses, einschließlich dem Brattfallet, wird touristisch erschlossen durch den Halgåleden. Der weiter oben erwähnte kurze Trekkingpfad ist Teil des insgesamt etwa sieben Kilometer langen Trails. Er führt euch in seinen Abstechern bis an den Klarälven heran.

Rotes Gestein im Brattfallet

Rotes Gestein im Brattfallet

Der Trekkingpfad ist nichts für Anfänger, dies als Hinweis. Und bestimmt nicht für Turnschuh-Touristen, auch wenn ich mit dieser Bemerkung möglicherweise dem Einen oder Anderen auf die Turnschuhe trete. Der Pfad ist gut markiert. Er führt an manchen Teilen direkt bis an die Schluchten heran,

die völlig ungesichert sind. Er gewährt euch grandiose Aussichten in das Klarälven-Tal und in die Schluchten. Noch ein Tipp: Wenn ihr vom Brattfallet in südliche Richtung geht, kommt nach einiger Zeit der Hinweis „Halgå bruk“. Ihr solltet diesem Hinweis folgen, auch wenn er vom eigentlichen Halgåleden weg führt. Nach dem ihr eine kleine Hängebrücke überquert habt, erreicht ihr eine Art Freilichtmuseum, auch wenn der Begriff so eigentlich nicht stimmt. Die alten Häuser, die ihr findet, nennt man „Halgå bruk“. Ich bezeichne es hier mal als Industrie-Denkmal.

Vier Stunden veranschlagen

Blick in eine kleine Schlucht des Flusses Halgár

Blick in eine kleine Schlucht des Flusses Halgár

Für den Trail werden etwa vier Stunden veranschlagt. Ich selbst habe, mit Pausen, knappe fünf Stunden benötigt. Mit Hund. Die Einstufung ist „schwer“. Wobei das sicher noch nach unten verhandelbar ist. Wem das Alles noch nicht genug war für den Tag, der fährt nach Bewältigung des Trails nach Stöllet. Das ist, zur Erinnerung, der anfangs erwähnte Ort an der Brücke über den Klarälven. Dort gibt es einen Campingplatz, von dem aus man Floßfahrten unternehmen kann. Die Flösse baut man natürlich selbst…

Die Informationen auf der Touristik-Seite der Hagfors-Kommun findet ihr HIER , über den Halgåleden und Brattfallet HIER und HIER und Infos zu „Halgå bruk“  HIER (in Schwedisch).

(Bilder & Text: Jörg Solheid/Go North-The Beast)

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Schwedisch Lernen

„Schwedisch lernen: Schwedisch-Sprachkurs“ bedient sich der erfolgreichen Langzeitgedächtnis-Lernmethode. Abwechslungsreiche Aufgaben Tag für Tag und eine große Auswahl an Lernmethoden motivieren und vertiefen das Gelernte spielend. Diskutiere nach dem Tagespensum mit Gleichgesinnten und tausche Dich aus in unseren Foren und der Insider-Lerngemeinschaft. So kannst Du innerhalb kürzester Zeit Schwedisch lernen und Dich fließend auf Schwedisch unterhalten.






Auf die (Nadel)spitze getrieben – Sveriges Geografiska Mittpunkt

Ich bin wieder einmal auf einer meiner vielen Touren in Schweden unterwegs. Da erinnert mich mit lautem Scheppern der Auspuff daran, dass mein Reisefahrzeug doch schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat. Zur Notreparatur steuere ich das einzige Geschäft an, welches an diesem späten Freitagnachmittag noch geöffnet hat. Nur treibt mich diese unvorhergesehene Reparatur in Sundsvall weit vom ursprünglich angedachten Kurs ab.

Sveriges Geografiska Mittpunkt

Sveriges Geografiska Mittpunkt

Also das Beste daraus gemacht und daran erinnert, dass ich vor über zwanzig Jahren hier ganz in der Nähe schon einmal im Wald unterwegs war. Damals, um den Geografischen Mittelpunkt Schwedens zu finden. Außerdem interessierte es mich, wie es dort wohl heute aussehen würde.

Seinerzeit war „Sveriges Geografiska Mittpunkt“, wie es korrekt heißen muss, ein Aussichtspunkt auf einem baumbewachsenen Hügel. Eine hölzerne Treppe führte hinauf zu einem hölzernen Steg. Als Highlight gab es einen ebenfalls hölzernen Aussichtsturm. Und ein pyramidenförmiges Dreieck auf dem Boden, welches dem Besucher anzeigte: Hier ist „Sveriges Geografiska Mittpunkt“.

Von Sundsvall aus fahre ich zunächst etwa sechzig Kilometer auf der E14 in Richtung Östersund, bis das Dorf Torpshammar am Ufer des Flusses Ljungan erreicht ist. Dort gibt es den ersten Hinweis, welchen Weg man Richtung „Sveriges Geografiska Mittpunkt“ einzuschlagen hat. Der Ljungan wird überquert und ich folge einer asphaltierten Straße, die mich direkt in die Wälder führt. Nach weiteren zehn Kilometern geht die Asphaltstraße in eine Schotterstraße über. In Schweden nicht ungewöhnlich. Erst dann, wenn Äste und Gestrüpp weit in die Straße hineinragen und Blumen in der Mitte wachsen, sollte man sich Gedanken machen. Also weiter auf der Straße in Richtung Süden. Der Zustand dieser Straße war allerdings stark verbesserungswürdig. Und nach weiteren fünf Kilometern kam der Punkt, an dem ich mir Gedanken machte…

Warnschild Skvader

Warnschild Skvader

Auf dem Rückweg kommt mir in den Sinn, dass es in dieser Gegend auch Tiere geben soll wie zum Beispiel den Skvader, einer Kreuzung aus Hase und Auerhahn. Das schwedische Gegenstück des in Deutschland bekannten Wolpertingers. Das einzig jemals gefangene Exemplar findet man im Freilichtmuseum „Norra Berget“ in Sundsvall. Nur ein Tipp: Falls ihr es einmal besichtigen solltet, schaut sehr genau hin…

Ich erreiche eine Kreuzung und bin mir sehr sicher, die war vorhin noch nicht da. Auch entdecke ich eine hölzerne Tafel am Straßenrand, die wohl einmal ein Hinweisschild war. Nur sind die Zeichen nicht mehr erkennbar. Nach weiteren vier Kilometern auf dieser Straße ist er dann doch erreicht: „Sveriges Geografiska Mittpunkt“.

Parkplatz bei Sveriges Geografiska Mittpunkt

Parkplatz bei Sveriges Geografiska Mittpunkt

Immerhin, der Hügel selbst ist noch da. Sonst erinnert nur noch wenig an den „Mittpunkt“ von Damals. Den Aussichtsturm gibt es nicht mehr. Dafür gibt es ein Café, geöffnet von Mitte Juni bis Mitte August. Ich bin also zu früh hier. Während der Öffnungszeiten soll dieses Café sehr gut besucht sein. Der Hügel selbst ist fast baumlos. Dafür hat man eine grandiose Aussicht.

Aussicht von Sveriges Geografiska Mittpunkt

Aussicht von Sveriges Geografiska Mittpunkt

Bei gutem Wetter soll man von dort den Bottnischen Meerbusen sehen können. Auffällig ist auch, dass es sehr große freie Flächen in den umgebenden Wäldern gibt. Diese Flächen sind durch einen Orkan entstanden und nicht durch Abholzung, wie ich zunächst vermutete. Auch das pyramidenförmige Dreieck, welches „Sveriges Geografiska Mittpunkt“ genau anzeigt, ist noch da.

Interessant ist die Vorgehensweise, mit der dieser geografische Punkt ermittelt wurde. Man nahm eine zweidimensionale Landkarte, schnitt die Inseln Öland und Gotland aus, klebte sie an die Landmasse an und balancierte den Mittelpunkt mit Hilfe einer Nadel aus, die man unter die Karte hielt. Als die Karte ausbalanciert war, stach man die Nadel durch die Karte. Der Punkt, den die Nadel durchstach, war der 465 Meter hohe „Flataklocken“, exakt der Punkt, an dem man Heute das Dreieck findet.

Tafel Sveriges Geografiska Mittpunkt

Sveriges Geografiska Mittpunkt

Der Vollständigkeit halber sei hier erwähnt, dass noch ein zweiter Ort für sich in Anspruch nimmt, „Sveriges Geografiska Mittpunkt“ zu sein. Es ist dies der Ort Ytterhogdal, welcher sehr viel weiter westlich in Schweden liegt. Zur Ermittlung wurde eine gedachte Linie zwischen dem nördlichsten und südlichsten sowie dem westlichsten und östlichsten Punkt Schwedens gezogen. Am Schnittpunkt dieser Linien liegt Ytterhogdal. Das wissen jedoch nur die wenigsten. Vielleicht hätte man in Ytterhogdal auch eine Nadel benutzen und Öland und Gotland nur an einer passenden Stelle der Landkarte ankleben sollen.

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Wanås – Vom Mittelalter zu zeitgenössischer Kunst

Schloss Wanås

Schloss Wanås. (Foto: Pelle Sten [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], from Wikimedia Commons)

Strahlend weiß spiegelt sich Schloss Wanås im See, dessen Wasser einmal den Burggraben speiste. Wanås liegt in einst hart umkämpftem Gebiet, wurde niedergebrannt und neu erbaut. Der See ist heute Teil eines weitläufigen Parkgeländes. Im See ein Haus, Schwedenrot, teils versunken, im Park eine gigantische Spinne oder eine Frau, hockend, herabgelassene Hose, ohne sich von etwaigen Spaziergängern stören zu lassen: Der Schauplatz blutiger Handlungen ist ein Ort der Kunst geworden.

Wanås liegt rund 25 Kilometer von Kristianstad entfernt im nordöstlichen Skåne, einer in früheren Zeiten kriegsgeplagten Ecke. So entstand das Schloss Wanås (schwedisch: Vanås slott) auf dem, was schwedische Truppen im Dreikronenkrieg von der ursprünglichen Wasserburg aus dem 15. Jahrhundert übrig ließ. Im Schonischen Krieg erneut in Mitleidenschaft gezogen, wurde das Anwesen auf Betreiben der Baroness Lena Sofie von Putbus wieder hergerichtet. Im östlichen Giebel des Hauptgebäudes finden sich seitdem ihre Initialen wieder.

Während des 18. Jahrhunderts bis ins 19. Jahrhundert hinein folgten Umbauten und Erweiterungen, die dem Anwesen seine heutige Erscheinung verliehen. In diese Zeit fällt auch die Anlage des Schlossparks im Stil englischer Parks. Alleen wurden erschaffen, die Orangerie gebaut.

Skulpturenpark Wanås feiert 30-jähriges Jubiläum

1987 wurden rund 30 Künstler und Künstlerinnen auf Initiative Marika Wachtmeisters, deren Familie das Anwesen seit 1801 besitzt, eingeladen. Es war die Geburtsstunde des Skulpturenparks Wanås. Wobei Kunst bereits seit dem 18. Jahrhundert auf dem Schloss gesammelt wird. Darunter Werke von Rembrandt und Rubens.

Der Skulpturenpark wird von einer Stiftung geleitet. In drei Jahrzehnten stellten über 250 nationale und internationale KünstlerInnen ihre Werke in beziehungsweise speziell für Wanås aus. Die permanente Skulpturensammlung wuchs auf 70 Ausstellungsstücke. Darunter die schon erwähnte gigantische Spinne von Louise Bourgeois oder die 1996 installierten Wunschbäume von Yoko Ono.

Neben dem Skulpturenpark bieten die Nebengebäude des Schlosses Raum für eine Kunstgalerie und temporäre Ausstellungen sowie für Workshops und Bildung.

Im Jubiläumsjahr stehen die Anfänge und die Entwicklung der Kunstausstellung unter freiem Himmel im Zentrum der Betrachtung.

Kunst und Ökologie

Seit vergangenem Jahr besteht auch die Möglichkeit, in einem Hotel auf dem Schlossgelände zu nächtigen. Das Angebot im Restaurant ist von den umgebenden Wäldern und vom Bio-Bauernhof, der zu der Anlage gehört, geprägt.

Es ist die Verbindung von Geschichte, zeitgenössischer Kunst, Natur und dem Ansatz von Nachhaltigkeit und Umweltschutz, die Wanås besonders, vielleicht einzigartig macht.

Weitere Informationen bietet die Homepage (auf Schwedisch und Englisch) und dass sich nicht nur Kunstkenner in Wanås wohlfühlen können, zeigt dieser Beitrag:

http://kindamtellerrand.de/wanas-konst-skulpturen-im-schwedischen-wald-klettern-erlaubt/

 

Autor(in): Mathias Grohmann – mathias_grohmann@web.de

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Skellefteå – Die „Stadt des Goldes“

Skellefteå Museum

Das Skellefteå Museum im Kultur- und Erholungsgebiet Nordanå. Foto: Jlundqvi/ https://commons.wikimedia.org/ (CC BY 3.0)

Skellefteå ist eine Kleinstadt an der Küste Nordschwedens. Als Stadt noch jung, doch seit Jahrtausenden besiedelt. Eine mit Holzwirtschaft und Bergbau gewachsene Industrie- und Hafenstadt. Eine Eishockeystadt. Alljährlich für ein Sommerwochenende eine Musikstadt mit zehntausenden Besuchern. Eine Stadt 200 Kilometer südlich des Polarkreises. Am Rande einer faszinierenden Welt.

Die Industriestadt ist Skellefteå anzusehen. Doch was vielleicht an städtebaulichem Reiz fehlt, gleicht die Umgebung der an der E4, etwa auf halbem Weg zwischen Umeå und Luleå gelegenen Hafenstadt aus. (mehr …)

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Mitternachtssonne

In Nordschweden können Angler dank der Mitternachtssonne auch spätabends noch die Angel auswerfen (Foto: Staffan Widstrand/ imagebank.sweden.se).

In Nordschweden können Angler dank der Mitternachtssonne auch spät abends noch die Angel auswerfen (Foto: Staffan Widstrand/ imagebank.sweden.se).

Die Mitternachtssonne fasziniert immer wieder Reisende und ist nicht selten der Anlass, seinen Sommerurlaub in Schweden zu verbringen. Wann und wo ihr das Naturspektakel erleben könnt, sagen wir euch hier. Denn Schweden ist groß.

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Antamåla rör – Mystik der Eiszeit

Antamåla rör. Bild: Hannes Hofer

Wer die Landschaft der schwedischen Provinz Småland kennt, der weiß, dass es inmitten der üppigen Wälder, verstreuten Seen und von Kühen besiedelten Wiesen vor allem eines gibt: Steine. Steine, die seit der Eiszeit die schwedische Landschaft prägen.

Antamåla rör – das ist die Bezeichnung für eine Steinansammlung, die jedoch von ganz außergewöhnlicher Erscheinung ist, als es die vereinzelten mannshohen Steine sind, denen man immer wieder in den Wäldern begegnet. Wenige Kilometer von Vissefjärda entfernt, unweit des Örtchens Eremitemåla, befindet sich die 150 Meter lange und 50 Meter breite Ansammlung von runden Steinen, deren Höhe an die 11 Meter erreicht. (mehr …)

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