Natur


Lappland – Die Perle Nordschwedens

Lappland. Für viele Schweden-Begeisterte immer noch ein weißer Fleck auf ihrer Landkarte. Aber dennoch für Viele ein Traumziel. Warum eigentlich? Weil es so weit oben im Norden liegt? Wegen der unendlichen Weiten? Weil es dort im Winter immer kalt und dunkel ist? Im Sommer kann man dafür nicht vernünftig schlafen, weil die Sonne nicht untergeht? Weil man dort die Nordlichter sehen kann? Wegen der wunderbaren Natur? Weil es das Land am Polarkreis ist? Es könnten alle der genannten Gründe sein. Auch wenn einige eher in das Reich der Mythen gehören.

Um euch ein wenig zu helfen und die Mythen von der Wahrheit zu unterscheiden, startet hier heute eine kleine Serie über Lappland. Natürlich, um euch zu inspirieren und euch den letzten noch fehlenden Anschub zu geben, eine Reise nach Lappland zu unternehmen.

Wo liegt eigentlich Lappland?

Aber halt… hier haben wir schon das erste Problem! Wo liegt eigentlich Lappland? Im Norden Schwedens, so viel ist klar. Oder doch nicht?

Die touristische Region Schwedisch-Lappland

Die touristische Region Schwedisch-Lappland

Genau genommen: Lappland liegt nicht im Norden Schwedens. Nur ein kleiner Teil davon. Lappland selbst erstreckt sich über vier Länder: Norwegen, Schweden, Finnland und Russland. Und ist Lappland nicht auch das Land, in dem die Lappen leben? Wohnen die nicht in ihrer Kota oder ihrem Zelt draußen im Fjäll und züchten Rentiere? Klare Antwort: Nein! Es ist das Land der Sami (Singular: Same; Plural Sami). Die Sami sind übrigens das einzige in Europa anerkannte indigene Volk. Lappe wäre für einen Sami genau so ein Schimpfwort wie Nigger für Menschen mit dunkler Hautfarbe. Das sollte man nicht nur zur Kenntnis nehmen, sondern akzeptieren.

Sápmi

Würdet ihr einen Sami fragen, ob er denn in Lappland lebt, er oder sie würde mit „Nein“ antworten. Nach samischer Definition ist ihr Einfluss- oder Einzugsgebiet „Sápmi“.

Das Land der Samen - Sápmi

Das Land der Samen – Sápmi

Und damit eindeutig nicht auf Lappland beschränkt. Die Sápmi-Region reicht in Schweden bis hinunter nach Idré entlang der norwegischen Grenze. Damit eignet sich der Lebensraum der Sami also nicht dazu, das Gebiet Lappland zu beschreiben. Konkret werden sich die nächsten Beiträge hier im Schwedenblog also mit Schwedisch-Lappland beschäftigen.

Die Region Schwedisch-Lappland

Hier in Schweden ist man sich relativ einig darüber, das Norrbottens Län und Västerbottens Län die touristische Region Schwedisch-Lappland bilden.

An der südlichen Grenze Schwedisch-Lapplands liegt Dorotea

An der südlichen Grenze Schwedisch-Lapplands liegt Dorotea

Damit bildet die südliche Grenze von Västerbottens Län auch die südliche Grenze zu Schwedisch-Lappland. Nach der Erhebung 2017 leben in Schwedisch-Lappland knapp 520.000 Einwohner, also etwa 10 Einwohner pro Km². Natürlich gibt es Regionen mit deutlich weniger Einwohnern. So hat die Kommune Kiruna nur 1,1 Einwohner pro Km², die Kommune Pajala sogar nur 0,8 Einwohner/Km². Ich hatte bisher aber immer Glück und habe 1,0 Einwohner gesehen…

Was dürft ihr erwarten?

Nach dem jetzt also geklärt ist, wo denn Schwedisch-Lappland eigentlich zu finden ist, bereite ich euch jetzt darauf vor, was in den nächsten Tagen so alles auf euch zukommt.

Ich zeige euch eine stillgelegte Kupfermine, in der die Eiszapfen nicht an der Decke, sondern auf dem Boden wachsen. Eine aktive Kupfermine besuchen wir natürlich auch. Ich zeige euch Steinritzungen am Umeälven, die ihr über Kilometer hinweg am Fluss finden könnt. Wenn ihr sie denn findet… Wir unternehmen Ausflüge in den Muddus-Nationalpark und den Stora Sjöfallet. Beide gehören zum Laponia Natur- und Kulturerbe. Außer dem bringe ich euch (theoretisch natürlich nur) das Golfspielen bei. Und ihr werdet so gut sein, dass euer Golfball über eine Stunde in der Luft bleibt. Versprochen!

Das schwedische Cape Canaveral

Ich zeige euch das schwedische Pendant zu Cape Canaveral. Wir besuchen die Region zwischen Kiruna und Riksgränsen, in der auch die „Lapporten“ liegt. Wie ich finde, eine der schönsten Gegenden Schwedens. Ich stelle euch eine samische Sängerin vor, die sich auch sehr für die Rechte der samischen Minderheit engagiert.

Im Ájtte-Museum in Jokkmokk

Im Ájtte-Museum in Jokkmokk

Etwas Kultur muss auch sein, deswegen gibt es eine Privatführung mit einem der Betreiber des Gitarren-Museums in Umeå . Dazu ein Besuch des „Ájtte“, dem Svenskt fjäll- och samemuseum.

Snöscoter und Torneälven

Und auf zwei Dinge freue ich mich persönlich ganz besonders. Zum einen eine Fahrt mit dem Snöscoter (Schneemobil) zwischen Tjautjas und Kaitum, zum anderen auf die Fahrt den Torneälven entlang. Der Torneälven wäre nicht wirklich etwas Besonderes, wäre er nicht der letzte und der nördlichste der großen Flüsse in Schweden, die ich besuchen wollte.

The Beast

The Beast

Und gäbe es denn eine Straße entlang des Flusses, wie zum Beispiel am Klarälven. Zudem rechne ich demnächst mit dem ersten Schnee. Aber ich habe ja Schneeschuhe und das MTB dabei, dazu eine vierbeinige Begleiterin und ein vierrädriges „Beast“ an meiner Seite. Da die Tour erst noch gefahren werden soll, seid ihr so zu sagen „live“ dabei… Die ersten Nordlichter waren auch schon zu sehen.

Kommentare gerne gesehen

Jetzt seid ihr natürlich alle gespannt und neugierig. Hoffe ich doch? Deswegen gibt es den ersten Beitrag schon am Samstag.

Und ich persönlich würde jetzt gerne einmal von euch wissen, ob euch das Alles auch interessiert. Schließlich will ich euch nicht quälen mit langweiligen Beiträgen. Ich freue mich über eure Kommentare bei Facebook

(Bilder & Text: Jörg Solheid/Go North-The Beast; Andere Bildquelle: Wikipedia)

 

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Brattfallet und Halgåleden – Kleinodien im Värmland

Heute nehme ich euch mit zu einer kleinen Perle im Värmland. Das Värmland und das angrenzende Dalarna sind den Schwedenfans sicher ein Begriff. Sind sie doch für die meisten Besucher der Inbegriff einer schwedischen Landschaft. Viele, die über das Värmland weiter in Richtung Norden wollen, fahren dazu über die E45/E16. Und kreuzen dabei zwangsweise den Klarälven über die Brücke bei Stöllet.

An der Brücke über den Klarälven in Stöllet

An der Brücke über den Klarälven in Stöllet

Grob gesagt, links hinter der Brücke geht es Richtung Norwegen, rechts Richtung Hagfors und Karlstad, geradeaus nach Mora und zum Siljan. An dieser Stelle sei kurz erwähnt, dass die Aussage, die Straßen seien alle mit Falunród angemalt worden, nur ein Gerücht ist… Hinter der Brücke müsstet ihr euch eigentlich rechts halten, um zum Brattfallet zu gelangen. Kann man so machen, macht man aber nicht. Denn als Schwedenkenner seid ihr natürlich nicht die eher langweilige Route über die E45/E16 gefahren, sondern ab Karlstad den Rv62. Diese Route führt euch zum größten Teil direkt am Klarälven entlang und ist um ein Vielfaches schöner. Man muss nicht unbedingt zum Brattfallet wollen, wenn man den Rv 62 befährt. Ihr dürft das auch gerne machen, um einfach nur die Landschaft zu genießen.

Infos sammeln in Hagfors

Brattfallet und den Trail. Bild geliehen in Hagfors

Die Gegend um den Brattfallet und den Trail. Bild geliehen in Hagfors

Wenn ihr aber zum Brattfallet und dem Halgåleden wollt, dann solltet ihr auf eurem Weg die Tourist-Info in Hagfors besuchen. Dort gibt es einen Kaffee und obendrein alle Infos, die ihr braucht. Wenn ihr den Begriff „Halgåleden“ erwähnt, wird man euch zu festem, gutem Schuhwerk raten. Nicht ohne Grund. Natürlich gibt es auch eine Internetseite (https://www.visithagfors.se/sv/turistinformationen). Nach eurem Besuch der Touristinfo fahrt ihr noch ein Stück den Klarälven hinauf und kommt nach Ekshärad. Dort überquert ihr die einzige Brücke im Ort. Der Campingplatz, der euch ins Auge fällt, bietet übrigens auch Kanutouren an. An der nächsten Kreuzung findet ihr den ersten Hinweis auf den Brattfallet. An derselben Kreuzung sind auch die „Erlebnis-Profis“ stationiert. Dort könnt ihr Freizeit- und Outdoor-Aktivitäten buchen. Von dieser Kreuzung sind es noch etwa 14 Kilometer den Klarälven aufwärts bis zum Brattfallet.

Nur wenige Meter vom Brattfallet entfernt findet ihr einen Wanderparkplatz mit Informationen über die Landschaft, den Brattfallet selbst sowie über den Halgåleden. Ein Tipp: Lest sie euch durch. Erst recht dann, wenn ihr den Halgåleden gehen wollt. Sie sind hilfreich. Wer mit dem Brattfallet einen Wasserfall wie den Tannforsen erwartet hat, der wird hier enttäuscht. Aber selbst der Tannforsen kann es nicht mit der Landschaft aufnehmen, in die der Brattfallet eingebettet ist. Erst recht nicht im Herbst.

Der Halgåleden-Trail

Direkt um den Brattfallet herum führt ein kurzer Trekkingpfad. Er dürfte weniger als zwei Kilometer lang sein, bringt euch aber zu den Stromschnellen oberhalb des Wasserfalls.

Am Brattfallet

Am Brattfallet

Der Brattfallet gehört zum Fluss Halgå, der über die Jahrtausende tiefe Schluchten in die Landschaft gegraben hat. Das südliche Ende des Flusses, einschließlich dem Brattfallet, wird touristisch erschlossen durch den Halgåleden. Der weiter oben erwähnte kurze Trekkingpfad ist Teil des insgesamt etwa sieben Kilometer langen Trails. Er führt euch in seinen Abstechern bis an den Klarälven heran.

Rotes Gestein im Brattfallet

Rotes Gestein im Brattfallet

Der Trekkingpfad ist nichts für Anfänger, dies als Hinweis. Und bestimmt nicht für Turnschuh-Touristen, auch wenn ich mit dieser Bemerkung möglicherweise dem Einen oder Anderen auf die Turnschuhe trete. Der Pfad ist gut markiert. Er führt an manchen Teilen direkt bis an die Schluchten heran,

die völlig ungesichert sind. Er gewährt euch grandiose Aussichten in das Klarälven-Tal und in die Schluchten. Noch ein Tipp: Wenn ihr vom Brattfallet in südliche Richtung geht, kommt nach einiger Zeit der Hinweis „Halgå bruk“. Ihr solltet diesem Hinweis folgen, auch wenn er vom eigentlichen Halgåleden weg führt. Nach dem ihr eine kleine Hängebrücke überquert habt, erreicht ihr eine Art Freilichtmuseum, auch wenn der Begriff so eigentlich nicht stimmt. Die alten Häuser, die ihr findet, nennt man „Halgå bruk“. Ich bezeichne es hier mal als Industrie-Denkmal.

Vier Stunden veranschlagen

Blick in eine kleine Schlucht des Flusses Halgár

Blick in eine kleine Schlucht des Flusses Halgár

Für den Trail werden etwa vier Stunden veranschlagt. Ich selbst habe, mit Pausen, knappe fünf Stunden benötigt. Mit Hund. Die Einstufung ist „schwer“. Wobei das sicher noch nach unten verhandelbar ist. Wem das Alles noch nicht genug war für den Tag, der fährt nach Bewältigung des Trails nach Stöllet. Das ist, zur Erinnerung, der anfangs erwähnte Ort an der Brücke über den Klarälven. Dort gibt es einen Campingplatz, von dem aus man Floßfahrten unternehmen kann. Die Flösse baut man natürlich selbst…

Die Informationen auf der Touristik-Seite der Hagfors-Kommun findet ihr HIER , über den Halgåleden und Brattfallet HIER und HIER und Infos zu „Halgå bruk“  HIER (in Schwedisch).

(Bilder & Text: Jörg Solheid/Go North-The Beast)

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Auf die (Nadel)spitze getrieben – Sveriges Geografiska Mittpunkt

Ich bin wieder einmal auf einer meiner vielen Touren in Schweden unterwegs. Da erinnert mich mit lautem Scheppern der Auspuff daran, dass mein Reisefahrzeug doch schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat. Zur Notreparatur steuere ich das einzige Geschäft an, welches an diesem späten Freitagnachmittag noch geöffnet hat. Nur treibt mich diese unvorhergesehene Reparatur in Sundsvall weit vom ursprünglich angedachten Kurs ab.

Sveriges Geografiska Mittpunkt

Sveriges Geografiska Mittpunkt

Also das Beste daraus gemacht und daran erinnert, dass ich vor über zwanzig Jahren hier ganz in der Nähe schon einmal im Wald unterwegs war. Damals, um den Geografischen Mittelpunkt Schwedens zu finden. Außerdem interessierte es mich, wie es dort wohl heute aussehen würde.

Seinerzeit war „Sveriges Geografiska Mittpunkt“, wie es korrekt heißen muss, ein Aussichtspunkt auf einem baumbewachsenen Hügel. Eine hölzerne Treppe führte hinauf zu einem hölzernen Steg. Als Highlight gab es einen ebenfalls hölzernen Aussichtsturm. Und ein pyramidenförmiges Dreieck auf dem Boden, welches dem Besucher anzeigte: Hier ist „Sveriges Geografiska Mittpunkt“.

Von Sundsvall aus fahre ich zunächst etwa sechzig Kilometer auf der E14 in Richtung Östersund, bis das Dorf Torpshammar am Ufer des Flusses Ljungan erreicht ist. Dort gibt es den ersten Hinweis, welchen Weg man Richtung „Sveriges Geografiska Mittpunkt“ einzuschlagen hat. Der Ljungan wird überquert und ich folge einer asphaltierten Straße, die mich direkt in die Wälder führt. Nach weiteren zehn Kilometern geht die Asphaltstraße in eine Schotterstraße über. In Schweden nicht ungewöhnlich. Erst dann, wenn Äste und Gestrüpp weit in die Straße hineinragen und Blumen in der Mitte wachsen, sollte man sich Gedanken machen. Also weiter auf der Straße in Richtung Süden. Der Zustand dieser Straße war allerdings stark verbesserungswürdig. Und nach weiteren fünf Kilometern kam der Punkt, an dem ich mir Gedanken machte…

Warnschild Skvader

Warnschild Skvader

Auf dem Rückweg kommt mir in den Sinn, dass es in dieser Gegend auch Tiere geben soll wie zum Beispiel den Skvader, einer Kreuzung aus Hase und Auerhahn. Das schwedische Gegenstück des in Deutschland bekannten Wolpertingers. Das einzig jemals gefangene Exemplar findet man im Freilichtmuseum „Norra Berget“ in Sundsvall. Nur ein Tipp: Falls ihr es einmal besichtigen solltet, schaut sehr genau hin…

Ich erreiche eine Kreuzung und bin mir sehr sicher, die war vorhin noch nicht da. Auch entdecke ich eine hölzerne Tafel am Straßenrand, die wohl einmal ein Hinweisschild war. Nur sind die Zeichen nicht mehr erkennbar. Nach weiteren vier Kilometern auf dieser Straße ist er dann doch erreicht: „Sveriges Geografiska Mittpunkt“.

Parkplatz bei Sveriges Geografiska Mittpunkt

Parkplatz bei Sveriges Geografiska Mittpunkt

Immerhin, der Hügel selbst ist noch da. Sonst erinnert nur noch wenig an den „Mittpunkt“ von Damals. Den Aussichtsturm gibt es nicht mehr. Dafür gibt es ein Café, geöffnet von Mitte Juni bis Mitte August. Ich bin also zu früh hier. Während der Öffnungszeiten soll dieses Café sehr gut besucht sein. Der Hügel selbst ist fast baumlos. Dafür hat man eine grandiose Aussicht.

Aussicht von Sveriges Geografiska Mittpunkt

Aussicht von Sveriges Geografiska Mittpunkt

Bei gutem Wetter soll man von dort den Bottnischen Meerbusen sehen können. Auffällig ist auch, dass es sehr große freie Flächen in den umgebenden Wäldern gibt. Diese Flächen sind durch einen Orkan entstanden und nicht durch Abholzung, wie ich zunächst vermutete. Auch das pyramidenförmige Dreieck, welches „Sveriges Geografiska Mittpunkt“ genau anzeigt, ist noch da.

Interessant ist die Vorgehensweise, mit der dieser geografische Punkt ermittelt wurde. Man nahm eine zweidimensionale Landkarte, schnitt die Inseln Öland und Gotland aus, klebte sie an die Landmasse an und balancierte den Mittelpunkt mit Hilfe einer Nadel aus, die man unter die Karte hielt. Als die Karte ausbalanciert war, stach man die Nadel durch die Karte. Der Punkt, den die Nadel durchstach, war der 465 Meter hohe „Flataklocken“, exakt der Punkt, an dem man Heute das Dreieck findet.

Tafel Sveriges Geografiska Mittpunkt

Sveriges Geografiska Mittpunkt

Der Vollständigkeit halber sei hier erwähnt, dass noch ein zweiter Ort für sich in Anspruch nimmt, „Sveriges Geografiska Mittpunkt“ zu sein. Es ist dies der Ort Ytterhogdal, welcher sehr viel weiter westlich in Schweden liegt. Zur Ermittlung wurde eine gedachte Linie zwischen dem nördlichsten und südlichsten sowie dem westlichsten und östlichsten Punkt Schwedens gezogen. Am Schnittpunkt dieser Linien liegt Ytterhogdal. Das wissen jedoch nur die wenigsten. Vielleicht hätte man in Ytterhogdal auch eine Nadel benutzen und Öland und Gotland nur an einer passenden Stelle der Landkarte ankleben sollen.

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Wanås – Vom Mittelalter zu zeitgenössischer Kunst

Schloss Wanås

Schloss Wanås. (Foto: Pelle Sten [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], from Wikimedia Commons)

Strahlend weiß spiegelt sich Schloss Wanås im See, dessen Wasser einmal den Burggraben speiste. Wanås liegt in einst hart umkämpftem Gebiet, wurde niedergebrannt und neu erbaut. Der See ist heute Teil eines weitläufigen Parkgeländes. Im See ein Haus, Schwedenrot, teils versunken, im Park eine gigantische Spinne oder eine Frau, hockend, herabgelassene Hose, ohne sich von etwaigen Spaziergängern stören zu lassen: Der Schauplatz blutiger Handlungen ist ein Ort der Kunst geworden.

Wanås liegt rund 25 Kilometer von Kristianstad entfernt im nordöstlichen Skåne, einer in früheren Zeiten kriegsgeplagten Ecke. So entstand das Schloss Wanås (schwedisch: Vanås slott) auf dem, was schwedische Truppen im Dreikronenkrieg von der ursprünglichen Wasserburg aus dem 15. Jahrhundert übrig ließ. Im Schonischen Krieg erneut in Mitleidenschaft gezogen, wurde das Anwesen auf Betreiben der Baroness Lena Sofie von Putbus wieder hergerichtet. Im östlichen Giebel des Hauptgebäudes finden sich seitdem ihre Initialen wieder.

Während des 18. Jahrhunderts bis ins 19. Jahrhundert hinein folgten Umbauten und Erweiterungen, die dem Anwesen seine heutige Erscheinung verliehen. In diese Zeit fällt auch die Anlage des Schlossparks im Stil englischer Parks. Alleen wurden erschaffen, die Orangerie gebaut.

Skulpturenpark Wanås feiert 30-jähriges Jubiläum

1987 wurden rund 30 Künstler und Künstlerinnen auf Initiative Marika Wachtmeisters, deren Familie das Anwesen seit 1801 besitzt, eingeladen. Es war die Geburtsstunde des Skulpturenparks Wanås. Wobei Kunst bereits seit dem 18. Jahrhundert auf dem Schloss gesammelt wird. Darunter Werke von Rembrandt und Rubens.

Der Skulpturenpark wird von einer Stiftung geleitet. In drei Jahrzehnten stellten über 250 nationale und internationale KünstlerInnen ihre Werke in beziehungsweise speziell für Wanås aus. Die permanente Skulpturensammlung wuchs auf 70 Ausstellungsstücke. Darunter die schon erwähnte gigantische Spinne von Louise Bourgeois oder die 1996 installierten Wunschbäume von Yoko Ono.

Neben dem Skulpturenpark bieten die Nebengebäude des Schlosses Raum für eine Kunstgalerie und temporäre Ausstellungen sowie für Workshops und Bildung.

Im Jubiläumsjahr stehen die Anfänge und die Entwicklung der Kunstausstellung unter freiem Himmel im Zentrum der Betrachtung.

Kunst und Ökologie

Seit vergangenem Jahr besteht auch die Möglichkeit, in einem Hotel auf dem Schlossgelände zu nächtigen. Das Angebot im Restaurant ist von den umgebenden Wäldern und vom Bio-Bauernhof, der zu der Anlage gehört, geprägt.

Es ist die Verbindung von Geschichte, zeitgenössischer Kunst, Natur und dem Ansatz von Nachhaltigkeit und Umweltschutz, die Wanås besonders, vielleicht einzigartig macht.

Weitere Informationen bietet die Homepage (auf Schwedisch und Englisch) und dass sich nicht nur Kunstkenner in Wanås wohlfühlen können, zeigt dieser Beitrag:

http://kindamtellerrand.de/wanas-konst-skulpturen-im-schwedischen-wald-klettern-erlaubt/

 

Autor(in): Mathias Grohmann – mathias_grohmann@web.de

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Skellefteå – Die „Stadt des Goldes“

Skellefteå Museum

Das Skellefteå Museum im Kultur- und Erholungsgebiet Nordanå. Foto: Jlundqvi/ https://commons.wikimedia.org/ (CC BY 3.0)

Skellefteå ist eine Kleinstadt an der Küste Nordschwedens. Als Stadt noch jung, doch seit Jahrtausenden besiedelt. Eine mit Holzwirtschaft und Bergbau gewachsene Industrie- und Hafenstadt. Eine Eishockeystadt. Alljährlich für ein Sommerwochenende eine Musikstadt mit zehntausenden Besuchern. Eine Stadt 200 Kilometer südlich des Polarkreises. Am Rande einer faszinierenden Welt.

Die Industriestadt ist Skellefteå anzusehen. Doch was vielleicht an städtebaulichem Reiz fehlt, gleicht die Umgebung der an der E4, etwa auf halbem Weg zwischen Umeå und Luleå gelegenen Hafenstadt aus. (mehr …)

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Mitternachtssonne

In Nordschweden können Angler dank der Mitternachtssonne auch spätabends noch die Angel auswerfen (Foto: Staffan Widstrand/ imagebank.sweden.se).

In Nordschweden können Angler dank der Mitternachtssonne auch spät abends noch die Angel auswerfen (Foto: Staffan Widstrand/ imagebank.sweden.se).

Die Mitternachtssonne fasziniert immer wieder Reisende und ist nicht selten der Anlass, seinen Sommerurlaub in Schweden zu verbringen. Wann und wo ihr das Naturspektakel erleben könnt, sagen wir euch hier. Denn Schweden ist groß.

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Antamåla rör – Mystik der Eiszeit

Antamåla rör. Bild: Hannes Hofer

Wer die Landschaft der schwedischen Provinz Småland kennt, der weiß, dass es inmitten der üppigen Wälder, verstreuten Seen und von Kühen besiedelten Wiesen vor allem eines gibt: Steine. Steine, die seit der Eiszeit die schwedische Landschaft prägen.

Antamåla rör – das ist die Bezeichnung für eine Steinansammlung, die jedoch von ganz außergewöhnlicher Erscheinung ist, als es die vereinzelten mannshohen Steine sind, denen man immer wieder in den Wäldern begegnet. Wenige Kilometer von Vissefjärda entfernt, unweit des Örtchens Eremitemåla, befindet sich die 150 Meter lange und 50 Meter breite Ansammlung von runden Steinen, deren Höhe an die 11 Meter erreicht. (mehr …)

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Angeln in Småland und die Befreiung von Hast und Hektik

 

Foto: Hannes Hofer

Nur noch ein paar Schritte. Über moosbewachsene Steine und umgestürzte Baumstümpfe führt der Weg ans Ufer mit einem atemberaubenden Blick auf den spiegelglatten See. Mich beschleicht das Gefühl, dass ich einen der Orte gefunden habe, nach dem so viele ihr Leben lang suchen. Ich setze mich auf einen Stein direkt am Ufer, wo das Wasser den Boden zu verschlucken scheint. Jetzt fehlt nur noch der obligatorische Sonnenuntergang, denke ich.

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Das Abenteuer „Skåneleden“

Altes Bauerngebäude in Skåne. Foto: Hannes Hofer

Altes Bauerngebäude in Skåne. Foto: Hannes Hofer

Schweden, das Land der vielen Seen und Wälder, ist für viele Naturfreunde ein wahres Paradies. Also warum nicht einfach mal den Alltag hinter sich lassen und ab in die grüne Wildnis. Wenn der Arbeitsstress zu viel wird oder einen das Sofa nicht mehr loslässt und das tägliche Fernsehprogramm zum Gefängnis wird, dann wird es Zeit für ein bisschen Abenteuer! (mehr …)

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Warten auf den Fisch

Quelle: Wikipedia

Quelle: Wikipedia

Eisangeln ist ein ganz besonderes Erlebnis. An einem stillen Wintertag raus aufs Eis wandern, auf einem zugefrorenen See sitzen, auf den Fisch warten und dabei den Geräuschen des Eises lauschen: Es knarrt, grollt, brummt und singt, manchmal knallt es dumpf. Rundum nichts als weiße Weite. Und plötzlich ein Ruck an der Angel.

Das Prinzip des Eisangelns ist einfach: Mit einem speziellen Eisbohrer wird ein Loch ins Eis gebohrt, durch das Loch lässt man Angelschnur und Köder hinab (als Angel wird meist das sog. pimpelspö verwendet) und dann heißt es warten…

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