Insel

Smögen – Buntes Treiben mit ursprünglichem Charme

Smögen

Smögen. Foto: Bengt Nyman/ flickr.com (CC BY 2.0)

Smögen ist Farbenfrohsinn und karger Fels, Fischkutter und Segeljacht, ursprünglicher Charme und Trubel, Postkartenidyll und Partymeile. Der kleine Ort auf der gleichnamigen Schäreninsel an der Küste von Bohuslän zählt zu den besterhaltenen Fischerdörfern. Und zu den bel(i)ebtesten.

Rund 1.300 Einwohner leben ständig auf der Insel. Während der Sommermonate steigt die Zahl rapide. Unzählige Besucher locken Insel und Ort an. Wie für viele andere Fischerdörfer ist auch für Smögen der Tourismus längst zum unverzichtbaren Standbein geworden. (mehr …)

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Die langen Kerle von Öland

Leuchtturm Långe Jan

Am südlichen Ende von Öland: Der Långe Jan. Foto: Kevin Cho/ https://commons.wikimedia.org/ (CC BY-SA 4.0)

Die langen Kerle von Öland sind Wächter und Orientierungspunkte. Manchmal schwankend, doch immer Achtung gebietend versehen sie ihren Dienst. Längst sind die langen Kerle Wahrzeichen der Sonneninsel in der Ostsee. Allen voran der Långe Erik und der Långe Jan.

Man muss einfach zu ihnen aufblicken. Majestätisch bauen sich die langen Kerle an den Küsten Ölands auf. Der Långe Erik (deutsch: Langer Erik) und der Långe Jan (deutsch: Langer Jan) sind im wahrsten Sinne des Wortes die herausragendsten Exemplare.

Der eine steht an der Nordspitze der Ostseeinsel, wo der starke Ostwind schon manch Schiff in flaches Gewässer trieb und auf Grund laufen ließ. Der andere markiert die Südspitze von Öland, wo gefährliche Riffs lauern. An diesen Unwägbarkeiten vorbei geleiten die langen Kerle – der ein nahezu, der andere bereits über zwei Jahrhunderte – Schiffe mit ihrem weithin sichtbaren Leuchtfeuer.

Wahrzeichen im Norden von Öland

Im äußersten Norden von Öland, auf der Insel Stora grundet, steht der Långe Erik. Mit seinen 32,1 m geleitet der Leuchtturm seit 1845 Schiffe durch die tückische See. 13,8 Seemeilen, rund 26 km weit reicht sein Leuchtfeuer.

Ursprünglich gab der Leuchtturm drei Personen Beschäftigung, die mit ihren Familien am Fuße des aus Kalkstein gemauerten Turmes lebten. 1976 wurde auf unbemannten Betrieb umgestellt.

Mittlerweile ist der lange Erik eines der bekanntesten Wahrzeichen von Öland und im Sommer für Besucher geöffnet. Gegen Eintritt führen 138 Stufen zum

Leuchtturm Långe Erik

Der Långe Erik an der Nordspitze von Öland. Foto: David Castor/ https://commons.wikimedia.org/

Aussichtsbalkon in 28 m Höhe. Belohnung ist der Blick über den Norden Ölands und vielleicht eine Ahnung über die Gefahren für die Schifffahrt. Bei starkem Wind bewegt sich die Spitze des Leuchtturms bis zu 60 cm.

Schwedens höchster Leuchtturm

Auf der Landzunge im Süden von Öland thront der „große Bruder“ von Erik. Der Långe Jan. Er ist einige Jahre älter und überragt mit 41,6 m sein Pendant im Norden um einiges. Der lange Jan ist Schwedens höchster Leuchtturm. Um auf dieses stattliche Maß zu kommen, brauchte Jan einige Jahre. Als 1785 sein Licht erstmals erstrahlte, brachte es das Bauwerk auf „nur“ 36 m.

Bereits ein Jahrhundert zuvor gab es Pläne für einen Leuchtturm an Ölands Südzipfel. Doch erst 1784, andere Angaben nennen das Jahr 1778, wurde mit dem Bau begonnen. Vorlage waren Zeichnungen von Carl Johan Cronstedt.

Das Baumaterial für den im Durchmesser 12 m messenden Turm lieferte die Sankt-Johannes-Kapelle des Fischerdorfes Kyrkhamn. Im Zuge der Reformation wurde die Kirche zerstört. Heute erinnert ein Steinkreuz an das Gotteshaus.

Seit 1980 arbeitet auch der Långe Jan automatisiert. Sein Licht trägt 26 Seemeilen weit, fast 50 km.

Wie sein „kleiner Bruder“ im Norden ist auch der lange Kerl im Süden Ölands für Besucher zugänglich. Diesmal müssen ein paar Stufen mehr genommen werden. 197 sind es bis zur Aussichtsplattform mit Blick über den Süden der Insel und den Kalmarsund.

Die Gebäude zu Fuße des langen Jan gehören zur Vogelwarte Ottenby.

 

 

Autor: Mathias Grohmann – mathias_grohmann@web.de

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Stora Karlsö – Zur „Esche des Linné“

Tordalken auf Stora Karlsö

Bevölkern Stora Karlsö zu Tausenden: Tordalken, auch Pinguine des Nordens genannt. Foto: neekoh.fi/ flickr.com (CC BY 2.0)

Stora Karlsö begrüßt Besucher mit mächtigen, steilen Felswänden. Teils ragen sie bis zu 45 Meter aus dem Wasser. Entstanden aus Korallenriffen. Zu einer Zeit als Gotland noch am Äquator lag. 400 Millionen Jahre später ist diese zu Stein gewordene Unterwasserwelt ein „Naturkleinod des Nordens“.

Die Insel Stora Karlsö liegt etwa 6,5 Kilometer westlich von Gotland. Gerade zweieinhalb Quadratkilometer groß, zählt das aus zwei Korallenriffen des Urmeeres entstandene Kalksteingebilde zu den herausragenden Naturschutzgebieten Schwedens. Dass die Insel zu einem solchen wurde, ist einer Pionierleistung zu verdanken. (mehr …)

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Öregrund und die Insel Gräsö

S (1030)Das malerische Öregrund liegt in der Provinz Uppsala län und hat ca. 1600 Einwohner. Da der Ort vor allem im Sommer von vielen Touristen bevölkert wird, verdoppelt sich zu dieser Zeit die Einwohnerzahl und aus dem ruhigen Städtchen wird eine lebendige „ Kleinstadt“.

Öregrund wurde ursprünglich als Vorort von Östhammar erbaut und ist vor allem für die wunderschönen und gut erhaltenen alten Holzhäuser bekannt. Das Stadtzentrum wurde schon von einigen Grossbränden heimgesucht. Trotzdem stammt die Mehrheit der Gebäude noch aus dem 18. und 19. Jahrhundert und es ist eine Freude, sie anzuschauen. Auch die schöne Steinkirche und das Rathaus aus dem 19. Jahrhundert sind ein Besuch wert. (mehr …)

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Insel Visingsö

DSC05847Visingsö ist die grösste Insel im schwedischen See Vättern. Sie liegt ca. 30 Kilometer nördlich von Jönköping und 6 Kilometer westlich von Gränna. Die Insel Visingsö misst ca. 25 km Quadratkilometer, ist 14 km lang und an der breitesten Stelle 3 km breit.

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Norrbyskär und die Norrbyskären – Inselidyll von nationalem Interesse

Ehemalige Arbeiterwohnung an der Långgrundgatan.

Im Musterort Norrbyskär: Ehemalige Arbeiterwohnung an der Långgrundgatan, auf der Insel Långgrundet. Foto: Atteism /commons.wikimedia.org/

In Norrbyskär zu leben galt einst als Privileg, die Norrbyskären „bedeuteten die Welt“: Ende des 19. Jahrhunderts entstand auf ein paar unbewohnten Inseln im Bottnischen Meerbusen eine der größten Sägewerksanlagen Europas. Gleichzeitig wurde eine neue Gemeinde gegründet. Eine Modellgemeinde für Arbeiter und Angestellte, die „ideale Gesellschaft im Ozean“ sollte entstehen. Ein industrielles und kulturelles Erbe, dessen Erhalt von nationalem Interesse ist. Und ein beliebtes, eines der bedeutendsten Touristenziele in der Region.

Die Inselgruppe Norrbyskären liegt 40 Kilometer südlich der Kulturhauptstadt 2014 Umeå.  Etwa eine Viertelstunde dauert die Fährüberfahrt von dem Örtchen Norrbynan der Küste von Ångermanland, zur Anlegestelle auf Stuguskär, einer der größeren Inseln des Archipels im südlichen Kvarken.

Insgesamt zählen die Norrbyskären gut 70 Inseln und Inselchen, die sich vom Eis geformt vor rund 10.000 Jahren herausbildeten. Und noch heute verändert sich das Antlitz dieser Schären beständig. Zum einen wegen der anhaltenden Landhebung. Zum anderen erobert die Natur zurück, was ihr einst die industrielle Blüte nahm.

Die „ideale Gesellschaft“ von Norrbyskär

1890 kaufte Frans Kempe, einer der Begründer der Mo och Domsjö AB (heute Holmen AB), zur Erweiterung seines Unternehmens die menschenleeren Inseln in der Ostsee. Innerhalb eines Jahrzehnts entstanden eines der modernsten Sägewerke Europas – ein dampfgetriebenes Sägewerk – und die Gemeinde Norrbyskär nach Kempes Vorstellung einer idealen Gesellschaft.

Dabei reichten die Leistungen der Sägewerksgesellschaft von der Wiege bis zur Bahre: Hebammen, medizinische Versorgung, Renten- und Krankenversicherung, kostenlose Wohnungen samt Flächen für Gemüseanbau und elektrischem Licht, eine für damalige Verhältnisse gute Schule, Badehaus, Freizeiteinrichtungen. Der Preis für den hohen Lebensstandard und hohe Gehälter waren die Abhängigkeit  der Arbeitnehmer und Kontrolle beziehungsweise strikte Vorschriften die Lebensweise betreffend. Frans Kempes regierte „seine“ Inseln autokratisch. Dazu zählte auch das Verbot gewerkschaftlicher oder politischer Aktivitäten.

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Freizeitgestaltung in Norrbyskär: Die Kegelbahn. Foto: Bengt A Lundberg, Swedish National Heritage Board /commons.wikimedia.org/ (CC BY 3.0)

Seine Hochzeit erlebte Norrbyskär in den 1920er Jahren. Mit der Wirtschaftskrise begann der Niedergang. 1952 schloss das Sägewerk und so jäh wie die Gemeinde von Norrbyskär aufblühte, verging sie wieder. Von den einst 1.400 Inselbewohnern blieb keiner. Die letzten Familien zogen in den 1960er Jahren weg. Spätere Neuansiedlungen scheiterten. Unter anderem auch daran, dass der Fährbetrieb eingestellt wurde.

Von der Industriebrache zur Sommerfrische

1977 erwarb die Gemeinde Umeå die Norrbyskären. Und seit den 1980er Jahren erlebt die Inselwelt von April bis September erneut eine Blüte – als Touristenziel und Sommeridyll. Zudem beleben alljährlich Künstler und ihre Werke den Archipel. Im Jahr 2014 diente die Inselkulisse im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres Umeå 2014 Fotografien, Gemälden und textiler Kunst. Mit Giessie, dem samischen Sommer, beginnt die Ausstellung „Vingar“.

Neben Kunst erwartet Besucher auf den Inseln rund um Norrybskär eine Mischung aus Industrie- und Kulturgeschichte und Natur. Was von der einstigen Sägewerksgemeinde noch nicht gänzlich verfallen oder verschwunden war, zeigt sich wieder hergerichtet. Ob die alten Arbeiterhäuser, die wie an einer Schnur aufgereiht sind, heute als Domizil für Sommerfrischler, das Anwesen des Fabrikdirektors, heute als Hotel und Restaurant oder die alte Maschinenhalle, in der das Norrbyskärs museum eingerichtet wurde. Das Museum berichtet – sowohl im Museum selbst, als auch auf einem historischen Pfad – vom Leben in der Sägewerksgemeinde auf den nordschwedischen Inseln.

Zu diesem Leben gehört auch, dass kaum ein Flecken unberührt blieb. Doch mit dem Niedergang der Sägewerksgesellschaft eroberte sich die Natur Flächen zurück. So lassen sich beispielsweise im Erlenwald auf Tannskär zwischen den Bäumen die Spuren des früheren Hobelwerks entdecken. Zudem finden sich Küstenlaubwälder „von höchstem Naturwert“.

Wertgeschätzt wird das Inselreich um Norrbyskär mit seiner außergewöhnlichen industriellen und kulturellen Vergangenheit auch als Reichsinteresse. Auch filmisch wird der besonderen Geschichte der Norrbyskären und der mit ihr verbundenen Menschen gedacht:

1994 erschien das Doku-Drama von Runar Ekberg „Skären som var världen“, zu deutsch „Schären, die die Welt bedeuteten“.

Mehr zur Vergangenheit und Gegenwart des Archipels unter:

https://visitnorrbyskar.se/

https://www.norrbyskar.se/

Autor: Mathias Grohmann – mathias_grohmann@web.de

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Holmön – Schwedens sonnigste Insel

Holmön Vegetation

Vegetation am Ufer von Holmön. Foto: Mikael Lindmark /commons.wikimedia.org/ (CC BY-SA 2.5)

Gotland oder Öland. Falsch. Holmön heißt Schwedens sonnigste Insel. Doch nicht nur für seinen Sonnenreichtum ist das Eiland bekannt: Holmön ist Tor und Zentrum der Holmöarna, einer abwechslungs- und artenreichen Inselwelt im Bottnischen Meerbusen. Zur Natur kommt Kultur. So findet alljährlich das Visfestival auf Holmön statt. In diesem Jahr feiert das renommierte Song Festival seinen 20. Geburtstag – mit einem Sonderkonzert in der Kulturhauptstadt Umeå.

Holmön und Umeå trennen rund 30 km. Eine 45-minütige Seereise von Norrfjärden, nördlich der Kulturhauptstadt 2014, bis Byviken. Dem Fähr- und Jachthafen auf Holmön. Ausgangspunkt für Erkundungen der Inselwelt Holmöarna vor der Küste von Västerbotten.

Naturschutzgebiet Holmöarna

Über eine Länge von 26 km erstrecken sich die Holmöarna. Von Trappudden im Norden von Holmön über Ängesön, Grossgrunden bis Holmögadd im Süden. Auf Holmögadd wurde nicht nur das erste Leuchtfeuer dieser Seeregion eingerichtet. Noch heute wird vom Leuchtturm aus der Seewetterbericht gesendet. Und es ist die Wetterstation auf dieser südlichsten Insel der Holmöarna auf die sich „Schwedens sonnigste Insel“ beruft. In den vergangenen 150 Jahren wurde eine ungewöhnlich hohe Zahl von Sonnenstunden gemessen.

Von Holmögadd scheint Finnland zum Greifen nah. Der Archipel liegt an der schmalsten Stelle des Bottnischen Meerbusens, dem Kvarken – zwischen schwedischem und finnischem Festland liegen gerade mal 80 km. Eine Region in der Ostsee, die ihr Antlitz – wie die Höga kusten – durch die postglaziale Landhebung stetig verändert.

Die Landhebung ist es auch, die den Inseln der Holmöarna ganz unterschiedliche Charaktere gibt – Fichten- und Laubwald, Moore, Geröllfelder, Steppenheiden, Landzungen und Buchten, Seen und Meer. Lebensraum und Zuggebiet für Vögel. Seit 1980 ein geschütztes Gebiet. Nahezu die komplette Schärenwelt der Holmöarna ist Naturschutzgebiet.

Holmön ist die Hauptinsel der Holmöarna

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An der Westküste von Holmön: Berguddens fyrplats. Foto: Jopparn /commons.wikimedia.org/ (CC BY-SA 3.0)

Ein Teil der Vogelwelt aus über 280 Arten lässt sich von Bergudden, einem Fels mit Leuchtturm im Westen von Holmön beobachten. Nördlich des Kaps liegt mit Kammen das größte Geröllfeld der Insel. Geröllfelder zeigen sich auch ganz im Norden der Insel. Dazu die Klippen von Trappudden. Die Ebenen dominieren Fichten, dazwischen Seen, die einmal Ostsee waren. Aber auch dem Moor abgewonnenes Kulturland zeichnet die Insel aus.

Zum Teil werden die landwirtschaftlichen Flächen von den Bewohnern der Insel heute noch genutzt. Derzeit leben etwa 75 Menschen auf Holmön. Viele von ihnen auf einem der etwa 20 Gehöfte von Holmö. Das Dorf mit Kirche, Schule, Lebensmittelladen und Bibliotheksservice und Feuerwache ist das Zentrum der Inselgruppe. Es zieht sich in lockerer Bebauung entlang des Wegs von der Bucht von Byviken, an der  Hafen, Badestelle, Restaurant und Touristeninformation liegen, gen Süden nach Angesön.

Holmön ist die erschlossenste Insel der Holmöarna, zwar nicht die größte, aber doch die Hauptinsel.

Im Sommer steigt die Bevölkerungszahl gut auf das zehnfache. Besucher können die Insel am besten zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden. Oder mit dem Kajak von See aus. Eine weitere Möglichkeit des Perspektivwechsels ist die Fahrt mit der Kopie einer Schaluppe nach Stora Fjäderägg.

Die kleine Insel nordöstlich von Holmön birgt die Vogelwarte, einen weiteren Leuchtturm, der von Gefahren für die Schifffahrt zeugt, und eine Jugendherberge im Leuchtturmwärterhaus.

Wie gefährlich die See rund um die Holmöarna sein kann und welche Rolle die Schaluppe, Boote und Schiffe allgemein für das Leben auf dem Archipel spielen erzählt das Bootsmuseum auf Holmön. Es ist gleich beim Hafen von Byviken.

Visfestival auf Holmön

Vom Leben auf Holmön können auch Lieder, vor allem Balladen berichten, die im Laufe der Jahrhunderte entstanden. Die lange Tradition der Volksmusik ist der Boden und findet Fortführung im Holmön Visfestival. Seit der Premiere 1994 hat sich das Sängerfest zu einem festen Bestandteil im Inselsommer und kulturellen Leben der Region entwickelt. Es gilt als eines der vielseitigsten und bedeutendsten Festivals seiner Art in Skandinavien.

Anlässlich des Jubiläums im Kulturhauptstadtjahr 2014 macht das Visfestival für ein Sonderkonzert einen Ausflug ins Zentrum von Umeå. Die 20. Auflage der Musikveranstaltung findet wie gewohnt am letzten Juliwochenende auf Holmön statt.

Alles weitere zu Schwedens sonnigster Insel unter www.visitholmon.com und www.visitumea.se.

Autor: Mathias Grohmann – mathias_grohmann@web.de

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Die „Festung“ Karlskrona

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Teil des inneren Verteidigungsrings von Karlskrona: Das Pulvermagazin auf Ljungskär, westlich von Trossö. Foto: Boatbuilder /commons.wikimedia.org/ (CC BY-SA 3.0)

 

Mit der Gründung der Marinebasis gediehen die Pläne zum Ausbau der „Festung“ Karlskrona. Nicht alle Pläne wurden verwirklicht – teils aus Geld- oder Zeitmangel, teils in Friedenszeiten zurückgestellt. Dennoch entstand im Laufe der Jahre und Jahrhunderte ein Verteidigungsring um Marinebasis und Stadt. Großteils erhalten sind die Festungsanlagen Bestandteil des Weltkulturerbes „Marinestadt Karlskrona“. (mehr …)

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Stadtbummel durch Karlskrona: Die Insel Stumholmen

Blick auf Stumholmen

Die Insel Stumholmen von Trossö aus gesehen. Foto: Marinmuseum /flickr.com (CC BY 2.0)

Für 300 Jahre war die Insel Stumholmen militärisches Sperrgebiet. Seit zwei Jahrzehnten ist das Eiland „zivilisiert“. Karlskrona erwuchs östlich des Stadtzentrums ein neuer Stadtteil, der sich beim Stadtbummel erkunden lässt: Wohnen, Geschäfte, Freizeit und Kultur im historischen Erbe. Ein Teil dieses Erbes beherbergt das Marinemuseum. Welches wie die ganze Insel Stumholmen ein bedeutender Bestandteil des Welterbes „Marinestadt Karlskrona“ ist.

Die Insel Stumholmen lässt sich ohne Mühe in einen Stadtbummel durch Karlskrona einbeziehen. Rund 1 km, etwa fünf Minuten zu Fuß sind es vom Stortorget, die Kyrkogatan entlang. Die letzten Meter von Trossö nach Stumholmen führen über eine Brücke. Wer mit dem Auto anreist, findet in der Nähe Parkmöglichkeiten. Stumholmen ist autofreies Gebiet. Wobei es Ausnahmen für Menschen mit Einschränkungen sowie die gut 270 Bewohner der Insel gibt.

Bis 1993 militärisches Gebiet

Karlskrona_Stumholmen_Kronobageriet

Heute Wohngebäude: „Kronobageriet“, die königliche Bäckerei auf Stumholmen. Im Hintergrund (rechter Bildrand) die frühere Kleiderwerkstatt. Foto: Henrik Sendelbach /commons.wikimedia.org/ (CC BY-SA 3.0)

Eines der ersten Gebäude nach dem Überqueren der Stumholm-Brücke ist die Kronobageriet, die königliche Bäckerei direkt am Ufer. In dem Bauwerk aus den 1730er Jahren wurde einst Knäckebrot für die Seefahrer und Kommissbrot für die Zivilbevölkerung gebacken. Die Bäckerei ist eines der Gebäude, die während der umfassenden Sanierung in den 1990er Jahren zu Wohngebäuden umfunktioniert wurden.

Zu dieser Sanierung und Restaurierung kam es im Zuge des Rückzugs der schwedischen Marine. Nach dreihundertjähriger Militärgeschichte – Stumholmen erhielt im Festungsplan von 1683 die Rolle als Produktions- und Versorgungsinsel – wurde „eine qualitätsbewusste Umwandlung einer historischen Umgebung“ durchgeführt und die Insel im Rahmen einer Baumesse 1993 ziviler Stadtteil von Karlskrona.

Das zeigt sich spätestens ein paar Schritte hinter der ehemaligen Bäckerei. Am alten Wachhaus. Eines der wenigen erhaltenen Wachhäuser Schwedens aus dem 18. Jahrhundert. Anders als am Wachhaus vom Marinehafen können Besucher hier einfach vorbei spazieren bzw. bummeln. Beispielsweise zum Südende der Bastionsgatan. Zur Bastion Kungshall mit dem Kungshalls magasin.

Kanonendonner von Stumholmen

Die Bastion Kungshall war ebenfalls bereits 1683 vorgesehen und bald errichtet. Für ein Jahrhundert diente sie als Verteidigungsbollwerk. Ende des 18. Jahrhunderts wurden ein kleineres Magazin und das große Kungshallmagazin zur Lagerung von Pökelwaren, Fleisch, Gewürzen und mit einer Schlachterei ausgestattet errichtet.

Hin und wieder erschallt heute noch der Kanonendonner von der Bastion. Es ist eine von festen Batterien in Schweden, die zu nationalen Feiertagen Ehrensalute abfeuern. Daneben bietet sich von der Bastion ein Blick zum Marinehafen und auf Teile der Befestigungsanlagen im Schärengarten.

„Ein historisches Gebäude ohne Gegenstück“

Andere geschichtsträchtige Gebäude auf Stumholmen sind die Bootsmannkaserne aus dem 19. Jahrhundert, das Fässerlager, das Gefängnis, die Kleiderwerkstatt aus dem Jahr 1921. Der Bau wurde zum Vorbild europaweit und ist heute ebenfalls Wohnhaus.

Eines der bemerkenswertesten Bauwerke auf der Insel wie ganz Karlskronas ist der Slup- och barkasskjulet, der Schaluppen- und Barkassenschuppen. Wie es heißt „ein historisches Gebäude ohne Gegenstück, was die Funktion und Konstruktion betrifft.“ Errichtet wurde dieses architektonische Kleinod 1787 als Winterlager von Barkassen und Schaluppen. Den kleineren Booten der schwedischen Marine. Heute dient das Bauwerk als Ausstellungsraum des Marinemuseums, als Schulungsraum für Schiffbaukurse. Nach wie vor auch als Aufbewahrungs- und Wartungsgebäude sowie zur Fertigung von Barken, Jollen und Schaluppen.

Schaluppen- und Barkassenschuppen

Der Schaluppen- und Barkassenschuppen mit der „eierkartonartigen“ Dachkonstruktion und Blick auf den Schärengarten von Karlskrona. Foto: Marinmuseum /flickr.com (CC BY 2.0)

Die Besonderheit des Schuppens ist die Dachkonstruktion. Sie erinnert an einen Eierkarton, wenn auch an einen quadratischen. Es ist die Lösung des 18. Jahrhunderts ein 3.600 qm großes Gebäude zu bedecken.

Ebenfalls zum Marinemuseum gehört eine der beiden Flugzeughallen, jedoch nicht für Besucher zugänglich. Doch die in den 1920er Jahren errichteten Hangars 3 und 4 sind auch von außen imponierend. Zumal es die einzigen erhaltenen Holzhangars in Schweden sind, die schon die Aufmerksamkeit von Charles Lindbergh bei seinem Aufenthalt in Karlskrona 1933 fanden.

Nicht minder eindrucksvoll ist das Mitte des 18. Jahrhunderts erbaute Hauptgebäude des 1997 eingeweihten Marinemuseums. Auf einem Pier erstreckt sich der Bau „ins“ Wasser und strahlt über die See. Nicht nur äußerlich besitzt das Museum Strahlkraft. Als eine von drei zentralen Einrichtungen des Museumsnetzwerkes „Das militärhistorische Erbe Schwedens“ genießt es überregionale Bedeutung – und ist einen eigenen Beitrag wert.

Zum Sommer 2014 soll die U-Boot-Halle des Museums eröffnen. Ein modernes Gebäude im historischen Umfeld und ein „garantiert außergewöhnliches Erlebnis“. Möglicherweise ist dann ein Tag für die Insel Stumholmen inklusive eines Besuchs des Marinemuseums viel zu kurz. Es lockt ja noch der – kinderfreundliche – Strand. Währenddessen können die Eindrücke vom bisherigen Stadtbummel durch Karlskrona sacken und die nächsten Ziele gekürt werden.

Eine Übersicht des Welterbes auf der Insel Stumholmen bietet www.karlskrona.se/varldsarvet-orlogsstaden-karlskrona/. Was es im Marinemuseum zu entdecken und erforschen gibt zeigt www.marinmuseum.se.

Autor: Mathias Grohmann – mathias_grohmann@web.de

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Von Stockholm nach Drottningholm auf dem Wasser

Foto: Susanne

Foto: Mit der Prins Carl Philip nach Drottningholm/Stockholm

Eine Sight-Seeing-Tour der besonderen Art kann man von Stockholm aus machen, nämlich auf dem Wasserweg nach Drottningholm. Die Tour beginnt unterhalb des Stadshuset auf alten Dampfern. Man kann sehr schön an Deck sitzen und sich den Fahrtwind um die Nase wehen lassen oder es sich unter Deck gemütlich machen. Es ist für jeden etwas dabei. Die Fahrt geht nun vorbei an der Insel Långholmen, die heute eine grüne Oase mit Badestränden ist. Jahrhundertelang war sie ein Ort, wo Einrichtungen für die Züchtigung und Zwangsarbeit von Männern und Frauen gebaut wurden. Später wurde hieraus das größte Gefängnis des Landes und war bis 1975 auch in Gebrauch. Heute ist es in eine Jugenherberge umgewandelt worden.

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