Greta Thunberg segelt in die USA

fridays for future Greta Thunberg

Greta Thunberg mobilisert die Massen. Ihr stärkstes Argument: Der Klimawandel macht keine Pause und keine Ferien. Foto: www.fridaysforfuture.se

Greta Thunberg und ihr Schulstreik für das Klima haben weltweit Aufsehen erregt. Die junge Schwedin ist zur Frontfigur für die Klimabewegung geworden. Doch bei Sitzstreiks vor dem schwedischen Parlament will Greta es nicht belassen. Für eine Reise zum Klima-Gipfel der UN in New York will sie jetzt im Segelboot über den Atlantik fahren! Kapitän des Segeltörns ist der deutsche Profi-Segler Boris Herrmann.

Das Mädchen aus Stockholm war erst 15 als sie im August 2018 mit ihrer Aktion begann. Da setzte sie sich mit einem selbstgebastelten Plakat vor den schwedischen Reichstag in Stockholm und rief den „Schulstreik für das Klima“ aus. Viele Jugendliche an ihrer und anderen schwedischen Schulen folgten ihrem Beispiel. Und seither wurde an vielen Freitagen während der Schulzeit für bessere Klimaschutzmaßnahmen demonstriert. Die zentrale Forderung war stets, das Klima-Abkommen von Paris einzuhalten und die Erderwärmung zu stoppen.

Greta Thunberg Time Magazin

Das „Time Magazine“ hat Greta Thunberg auf die Liste der 100 einflussreichsten Menschen gesetzt. Foto: Time Magazine, Mai 2019.

Die Bewegung schwappte auch auf andere Länder über, wo die schulfreien Freitage „Fridays for future“ genannt wurden. Die Manifestationen mit vielen tausend Teilnehmern fanden ihren Höhepunkt im weltweiten Aktionstag am 15. März 2019. Allein in Deutschland gingen laut Veranstaltern rund 300.000 Demonstranten für das Klima auf die Straße. Selbst in Australien folgten an jedem Tag 150.000 Klimaschützer dem Klima-Aufruf aus dem fernen Schweden.

Der große Zuspruch der „Fridays for Future“ hat zeigt, dass Gretas Engagement genau den Nerv vieler Menschen trifft. Doch ihr zartes Alter, samt die Möglichkeit, Massen zu bewegen, hat dem Teenager stets auch Argwohn und Kritik entgegen gebracht. Anfeindungen in sozialen Medien, auch persönlicher Art, sind für Greta an der Tagesordnung. Dass Thunberg aus einer relativ prominenten schwedischen Familie stammt, macht die Sache nicht besser: Ihr Vater, Svante Thunberg, ist Schauspieler. Ihre Mutter, Malena Ernmann, ist Opernsängerin. So wird immer wieder spekuliert, dass Greta Thunberg als Marionette einer groß angelegten PR-Kampagne fungiert.

Reisen – am liebsten fossilfrei

Greta segelboot

Greta auf großer Fahrt: Über den Atlantik segelt die Umweltaktivistin u.a. mit dem deutschen Sportsegler Boris Herrmann. Foto: www.instagram.com/gretathunberg/

Immerhin lebt Greta Thunberg, wie sie lehrt. Oder anders ausgedrückt: Greta Thunberg zeigt am eigenen Leib, wie jeder einzelne das Klima schonen kann. Als Vegetarierin, in Flohmarkt-Klamotten ohne Schnickschnack und auf Reisen am liebsten abgasfrei. Zugfahrten durch ganz Europa hat sie schon auf sich genommen, um die CO2-Bilanz nicht mit Flügen zusätzlich zu belasten.

Jetzt will Greta in die USA, wo das Thema Klimawandel ebenfalls ein heißes Eisen ist. Für diese Expedition hat sich nun ein Segelsport-Team angeboten, das Greta über den Atlantik mitnehmen will. Das Segelboot Malizia II ist außer mit Segeln mit Solarzellen und Unterwasser-Turbinen ausgestattet, sodass es gänzlich emissionsfrei betrieben werden kann. 3000 Seemeilen muss die 16-jährige so zurücklegen, bevor sie auf dem UN-Klimagipfel am 23. September sprechen kann.

Eigentlich sollte Greta Thunberg im Herbst 2019 das schwedische Gymnasium besuchen. Doch sie hat sich nach der 9. Klasse ein „Sabbatsjahr“ genommen, um ihren Kampf fürs Klima weiter voranzutreiben. Fehlenden Ernst für die Sache kann man ihr also wirklich nicht vorwerfen. Schließlich meint Greta selbst, dass uns im Kampf gegen die Erderwärmung die Zeit davon läuft. Was ist da schon ein Schuljahr?

Mehr Infos:

=> Fridays for future

=> Gretas Segeltörn auf Instagram

=> Bericht im „Segel Reporter“

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