Fantasievolle Glaskunst in der Transjö Glashytta

Ausflugsziele, Kunst

Als Liebhaber von schwedischem Glas führte uns der Weg vergangenen Sommer wieder nach Småland ins schwedische „Glasriket“. Auf der Straße 28 von Kosta nach Süden, Richtung Eriksmåla verweist ein kleines Schild auf die Transjö Glashütte. Warum nicht auch hier mal einen Blick hineinwerfen, so dachten wir, und bogen nach links ab. Nach einer kurzen Fahrt durch den Wald kamen wir zu einem Schwedenhäuschen in idyllischer Lage. Keine weiteren Besucher weit und breit, und leider war die Tür zum Ausstellungsraum geschlossen.

Doch schon allein das Grundstück war schön anzusehen und lud zu einem Spaziergang ein. Überall im Garten und am vorbeifließenden Bach waren kleine Glasobjekte in leuchtenden Farben platziert, die sich im Wasser spiegelten und eine Ruhe und Harmonie ausströmten. Was wir durch die Fenster im Innenraum an Kunstwerken erkennen konnten, faszinierte uns.

Plötzlich strich uns eine Katze um die Beine und ein Mann näherte sich uns mit einem Schlüssel in der Hand. Ich fragte ihn auf Schwedisch, ob ihm die Katze gehöre und nachdem er unser Autokennzeichen gesehen hatte, antwortete er in perfektem Deutsch, und wir kamen ins Gespräch. Somit konnten wir nun während unseres Besuchs einiges über diese kleine, aber interessante Glashütte erfahren.

Lars, einer der vier hier tätigen Glaskünstler stammt auch Norwegen, ist aber in Süddeutschland aufgewachsen, daher und auch weil seine Frau eine Deutsche ist, rühren seine perfekten Deutschkenntnisse. Gelernt hat er das Glasbläserhandwerk zunächst in der berühmten Kosta Boda Glashütte und seit 2007 ist er bei den beiden Glasbläsermeistern Jan-Erik Ritzman und Sven-Åke Carlsson, den Inhabern der Transjö Glashütte angestellt.

Zusammen mit seinem Kollegen Dan Clausen, der das Glasblasen in Dänemark gelernt und ebenfalls bei Kosta Boda sowie in diversen anderen Glashütten in Schweden und anderen europäischen Ländern gearbeitet hat und ebenfalls hier in Transjö angestellt ist, bietet er eigene Werke auch unter dem Namen Magma Art Glass an.

Aber zurück zu Transjö. Wir betraten den Ladenraum und waren von den Objekten in diesen intensiven Farbtönen, die wir hier sahen, begeistert. Hier wird Kunstglas produziert, also keine Alltagsgegenstände, die man im Schwedischen als Bruksglas (Gebrauchsglas) bezeichnet. Das hier ist eine Explosion von Farben in fantasievollen Gestaltungen. Wunderschöne Blau- oder Türkistöne laufen ineinander. Kunstvolle Vasen und Schalen werden präsentiert, aber auch exklusive Dekorationsstücke. Alles wird in limitierten Auflagen hergestellt und ausschließlich vor Ort in diesem kleinen Laden verkauft.

Inzwischen hatte es sich die Katze zwischen den teuren Glasobjekten auf einem Fensterbrett bequem gemacht. Und darüber stand die Glasskulptur, die mir schon beim Betreten der Räume ins Auge gesprungen war, und eigentlich war von Anfang an klar, dass ich das Geschäft nicht ohne dieses wunderschöne Objekt verlassen würde. Ich musste nur den Preis noch mit meinem Gewissen vereinbaren. Es handelte sich um einen liegenden Halbmond in leuchtenden Türkis- und Grüntönen und in der Mitte saß eine Glaskugel.

Der Hersteller dieses Meisterwerks ist einer beiden Glasmeister und Gründer der Transjö Glashütte, Sven-Åke Carlsson. Bereits 1982 hatten er und Jan-Erik Ritzman, die zuvor beide in der Kosta Boda Glashütte tätig gewesen waren und sich schon lange kannten, die Transjö Glashütte auf dem Gelände der ehemaligen und in den 50er Jahren niedergelegten Transjö Glasbruk eröffnet, um ihr Handwerk in der eigenen Umgebung zu präsentieren. Beide hatten im Laufe ihres Lebens in vielen Ländern, darunter auch in den USA, die Kunst des Glasbearbeitung gelehrt. Ritzmann war der erste Europäer, der den Amerikanern die Kunst des Glasblasens beibrachte. Hier in Transjö zeigen nun beide, was sie können, unterstützt von Lars und Dan, die mit ihren eigenen Ideen das Sortiment abrunden.

Leider konnten wir zu unserem Besuchszeitpunkt nicht beim Glasblasen zusehen, da der Ofen aus wirtschaftlichen Gründen nicht in Betrieb war. Den Künstlern bot sich in dieser Zeit die Möglichkeit, ihre Werke in der befreundeten Glashütte von Bergdala zu produzieren. Auch Lars machte davon Gebrauch. Somit hatten wir Glück gehabt, das er gerade vor Ort war, wir somit einiges über Transjö erfahren durften und hier einiges bewundern und vor allem auch ein faszinierendes Meisterwerk erwerben konnten.

Autorin: Heide Walker – heide.walker@web.de

1 Kommentar

  1. Bettina Urbigkeit

    Wir haben die Glashütte vor Jahren durch Zufall entdeckt und waren genauso fasziniert. Inzwischen erfreuen wir uns immer wieder an den Vasen und der Schale die wir bei mehreren Besuchen erworben haben. Wer ausgefallene Glaskunst sucht ist hier genau richtig.

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