Per Anders Fogelström – ein Schriftsteller und seine Stadt

Per Anders Fogelström – ein Schriftsteller und seine Stadt

Per Anders Fogelström war ein schwedischer Schriftsteller und Gesellschaftskritiker. Er wurde am 22. August 1917 in Stockholm geboren und starb am 23. Juni 1998. In vielen seiner Romane schildert er das Leben in Stockholm um die Jahrhundertwende, die Situation der Arbeiterklasse und die Verwandlung Stockholms von einer armen Kleinstadt in eine moderne Großstadt.

Fogelström wurde im Stockholmer Stadtteil Södermalm geboren und wuchs hier auf. Vor seiner Geburt lebten seine Eltern in Russland, sein Vater arbeitete dort für einen schwedischen Verlag, die Eltern mussten aber während der Revolution fliehen und kamen so nach Stockholm zurück, bevor deren Sohn Per Anders 1917 geboren wurde. Zurück in Stockholm verließ sein Vater jedoch die Familie und wanderte nach Amerika aus. Der Verlust des Vaters, die Verzweiflung der allein gelassenen Mutter und auch die Umgebung in der er aufwuchs prägten sein Leben und auch sein Schriftstellerdasein.

Fogelström hat eine enorme Anzahl Bücher über seine Heimatstadt Stockholm geschrieben.

Seine „Stadserie“ beginnt mit dem Roman „Mina drömmars stad“ (Stadt meiner Träume) im Jahre 1960. Hier schildert er das Leben der armen Bevölkerung im Stockholmer Stadtteil Södermalm von 1860-1890. In Södermalm lebten die armen Leute; einer davon, Henning, ist die Hauptfigur dieser ersten Stockholmerzählung. Er kommt als 15jähriger nach Stockholm, um Arbeit zu suchen, lernt Lotten kennen, verliebt sich in sie und gründet mit ihr eine Familie. Mit der Familie ihres besten Freundes Tummen leben sie zusammen in Åsöberget im Stadtteil Södermalm, in ärmlichen Verhältnissen.  Das Leben ist hart, aber Henning meistert sein Dasein und fühlt sich in Stockholm zu Hause.

In den folgenden Romanen lernt der Leser Hennings Nachkommen kennen. Es folgen „Barn av sin stad“ (1962), „Minns du den stad“ (1964), „En förvandlad stad“ (1966) und „Stad in världen“ (1968).

Später folgt die „Barnserie“ mit 3 Romanen, welche sich eigentlich früher in der Zeit, also vor „Mina drömmars stad“ abspielen.

Auch wenn seine Romane die Armut und das Elend widerspiegeln, so lassen die meisten doch auch einen optimistischen Aspekt erkennen. Da er selbst in Södermalm aufgewachsen war, kannte er die traurige Situation der Bewohner und es war ihm wichtig, das Leben dieser Menschen zu schildern, das anders war als in den übrigen Stadtteilen Stockholms. Spätere Generationen sollten wissen, wie es wirklich war. Schon als Student vermittelte er seinen Klassenkameraden, die alle aus reichem Haus kamen, die Atmosphäre seines Stadtteils, wo die Menschen zwar arm waren, aber doch zufrieden.

Einige seiner Werke wurden auch im Fernsehen gezeigt bzw. im Stockholmer Theater aufgeführt.

Neben seiner Tätigkeit als Schriftsteller war Fogelström außerdem ein Gesellschaftskritiker, der sich für den Frieden einsetzte. Darüber hinaus erforschte er die Geschichte Stockholms.

Die Sammlung seiner Werke nimmt heute im Stockholmer Stadsmuseum etwa eine Länge von 80 m in Anspruch. Er zählt zweifellos zu den großen Schriftstellern Schwedens.

Autor(in): Heide – Heide.Walker@conductix.com

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