Der schwedische Schriftsteller Hjalmar Bergman

 

Hjalmar Bergmann. Foto aus Wikipedia. Fotograf unbekannt.

Hjalmar Bergmann. Foto aus Wikipedia. Fotograf unbekannt.

Hjalmar Bergman, geboren 1883 in Örebro, gestorben 1931 in Berlin, war ein schwedischer Schriftsteller und Dramatiker, der in seinen Romanen das Leben in der Kleinstadt schilderte, wobei seine eigene Heimatstadt, Örebro als Vorlage diente.

Hjalmar Bergman wuchs in Örebro zusammen mit zwei Schwestern auf. Seine Kindheit war etwas problematisch, in der Schule wurde er wegen seiner Fettleibigkeit gehänselt. Diese Erfahrungen hinterließen ihre Spuren und beeinflussten sein späteres Leben und Denken.

Nach seinem Studium in Uppsala, verbrachte er zunächst einige Zeit in Florenz, wo er Kunst, Sprachwissenschaft und Literatur studierte und seinen ersten Roman verfasste, „Maria, Jesu moder“, der jedoch nicht sehr erfolgreich war. Durch die Kontakte seines Vaters mit dem Schriftsteller und Theaterdirektor August Strindberg lernte er dessen Tochter Stina kennen und heirate sie 1908. Die beiden reisten mehrere Jahre durch Europa, behielten aber auf Segelholmen in Stockholm ein Haus als Anlaufstelle. Dort verbrachten sie häufig den Sommer und dort schrieb er auch viele seiner Romane.

Mit seinem zweiten Roman „Hans nåds testamente“ verzeichnete er einen kleineren Erfolg. Über seinen Schwager Per Lindberg kam er mit der Theaterszene in Europa in Kontakt. Ein anderer Schwager besaß einen Verlag und half ihm, seine Bücher zu veröffentlichen. Seine Frau Stina war seine Sekretärin und sie unterstützte ihn in jeder Hinsicht beim Aufbau seiner Kariere und der Vermarktung seiner Bücher.

Es folgten weitere Romane in der Reihe der sogenannten Bergslagsromaner. Dazu gehört auch sein Werk „Makurells i Wadköping“, mit dem er 1919 den Durchbruch schaffte.
Er schrieb Romane, Novellen, Theaterstücke, Filmdrehbücher. Viele seiner Werke sind durch seine Erfahrungen in der Kindheit geprägt. Sein Stil ist häufig von viel Mitgefühl gekennzeichnet, aber oft auch ironisch. Auch spiegeln sich in seinen Erzählungen die Orte wider, in denen er aufgewachsen ist. So hat z.B. die fiktive Stadt Wadköping viele Ähnlichkeiten mit Örebro und Västerås. Makurell i Wadköping ist immer noch eines der wichtigsten Werke von Hjalmar Bergman. Es wurde auch verfilmt und als Theaterstück aufgeführt. Auch viele andere Romane spielen in dem fiktiven Ort Wadköping und viele Figuren aus seinen Romanen kommen in mehreren seiner Werke vor.

Als weitere erfolgreiche Romane sind zu nennen: Vi Bookar, Krokar och Rothar (1912), Knutsmässo marknad (1914-16), Farmor och vår herre (1921) und Jag, Ljung och Medardus (1923). Seine Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Er gilt als einer der größten Schriftsteller Schwedens. Sein letztes großes Werk war Clownen Jac, das 1930 veröffentlicht wurde.

In Örebro befindet sich das Hjalmar Bergman Museum, wo man alles über ihn erfahren kann, über seine problematische Kindheit und über den erfolgreichen Schriftsteller und seine Literatur. Das Museum befindet sich in Övre Vallbygården, einem Stadtteil von Örebro.
Den Ort Wadköping gibt es übrigens auch, und zwar in Form eines Freiluftmuseums. Dieses befindet sich ebenfalls in Örebro. Hier sind alte Häuser aus Örebro ausgestellt und man kann erfahren, wie das Leben hier in früheren Zeiten war.

Privat war Hjalmar Bergman ein sehr labiler Mensch, der immer mehr dem Alkohol verfiel. Nichtsdestotrotz war er in der Lage, seine Romane zu verfassen. Er schrieb auch viele Filmmanuskripte und verbrachte auch einige Monate in Hollywood. Dabei lernte er den Schauspieler Gösta Ekman kennen, dem er seinen letzten Roman, Clownen Jac widmete. Im Jahre 1931 starb er in Berlin, vermutlich infolge von Alkohol in Kombination mit einer Überdosis Morphin.

Autor(in): Heide – Heide.Walker@conductix.com

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