Samen




Stockholm mit Kindern – Teil 2: Vasa-Museum und Nordisches Museum

Hej! Mein Name ist Josefine und ich betreibe den Blog Frau Schweden und habe heute wieder die Ehre, hier als Gastbloggerin zu schreiben und zwar Teil 2 von unserem Stockholm-mit-Kindern-Bericht! So schön, dass letztes Mal so Viele reingeschaut haben.

Ich lebe mit meiner Familie an der schwedischen Westküste, aber jetzt besuchte ich mit meinen beiden ältesten Kindern (7 und 8 Jahre) meinen Bruder in Stockholm. Stockholm ist eine relativ einfache Stadt, um mit Kindern zu reisen. In den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren Kinder unter 7 Jahren kostenlos und an den Wochenenden sogar auch die Kinder zwischen 7 und 11 Jahren. 

Als wir an diesem Samstag im Februar aufwachten, war das schöne Wetter vom Vortag weg, und Stockholms Himmel war voll mit schweren Wolken. Mit anderen Worten, ein perfekter Tag für einen Museumsbesuch. Nach einem herzhaften Frühstück bei meinem Bruder stiegen wir in den Bus zurück nach Djurgården. Da gibt es nämlich einen alten Favoriten, das Vasa-Museum.

Vasa-Museum

Das Museum enthält das Kriegsschiff Vasa, das auf seiner Jungfernfahrt im August 1628 in Stockholms Bucht kenterte und sank. Nach 333 Jahren auf dem Meeresgrund wurde das riesige Kriegsschiff geborgen und die Reise konnte fortgesetzt werden. Heute ist Vasa das am besten erhaltene Schiff aus dem 17. Jahrhundert und das Vasa-Museum ist das meistbesuchte Museum Skandinaviens. Meine Mutter erzählte mir, dass man, als sie in den 1960er Jahren dort war, das Schiff besteigen durfte und es ständig mit Wasser gespült wurde. Heute steht es in einem eigens errichteten Gebäude mit perfekter Luftfeuchtigkeit in angemessener Entfernung zu den Besuchern. Ich war schon mehrmals im Museum, und schon als Kind war ich immer fasziniert von der Geschichte rund um das Schiff, mit den Machtkämpfen und Fehleinschätzungen die zum Untergang von Vasa führten.

Nun wollte ich natürlich auch meinen eigenen Kindern das Schiff zeigen und obwohl sie meine Faszination vielleicht nicht vollständig geteilt haben, so fing das Schiff während des gesamten Besuchs wirklich ihre Aufmerksamkeit.

Wir folgten dem Familienweg, der uns mit einer kleinen Karte rund um das Museum zu insgesamt neun Stationen führte. Dort erhielten wir Anweisungen und kleine Aufgaben zum Nachdenken. Bei diesem kleinen Modell standen wir eine Weile und studierten lange Vasas Interieur. Der Familienweg ist eine gute Möglichkeit, das Interesse der Kinder am Leben zu halten und gleichzeitig selber viel über das Schiff zu lernen.

Neu für mich war die Ausstellung Face to Face. Man fertigte Masken an, die man mit den Schädel der Opfer als Ausgangspunkt produzierte. So hatten wir die Gelegenheit, die Crew der Vasa zu treffen. Es war so interessant, über die Menschen an Bord zu lesen, wie ihr Leben aussah, was sie aßen und mit was sie arbeiteten. Meine Tochter, die sieben Jahre alt ist, fand jedoch, dass die Skelettteile und Masken sehr beängstigend waren, so dass wir schneller durch die Ausstellung laufen mussten, als ich es mir gewünscht hätte. Hoffe, dass auch ihr das Vasa-Museum besuchen möchtet, es hat wirklich eine besondere Anziehungskraft, die man nicht verpassen möchte.

Nordisches Museum

Gleich neben dem Vasa-Museum befindet sich das prächtige Gebäude im Nordischen Renaissance-Stil, nämlich das Nordische Museum.

Es ist Schwedens größtes kulturhistorisches Museum und erzählt, wie die Menschen in den nordischen Ländern lebten, aßen, sich kleideten und ihre Traditionen feierten ab dem 16. Jahrhundert bis heute. Das Museum, dessen Bau 19 Jahre dauerte, wurde 1907 eingeweiht und ist mit seiner burgartigen Renaissance-inspirierten Architektur ein absoluter Traum.

Ein Paradies für einen Volkskunst- und Kulturnerd wie mich! Hier ist das sogenannte Schwedische Volksheim aus den 1930er Jahren ausgestellt. Schön, dass es in den Sammlungen viel gab, was die Kinder von ihrer eigenen Kindheit erkennen. Wie zum Beispiel den Tanz um den Mittsommerbaum, etwas, das uns durch die Generationen folgt. Auch hier gingen wir den Familienweg und bekamen kleine lustige Aufgaben im Museum, zum Beispiel lösten wir das Rätsel um die vermisste Marzipanfigur. ♡

Die Ausstellung über die Arktis: „Während das Eis schmilzt“ erregte das Interesse und Engagement der Kinder. Es gab viele schwierige Fragen, die ich nach bestem Vermögen zu beantworten versuchte.

Schweden hat seine eigene Urbevölkerung, das indigene Volk, die Samen. Darüber wollten die Kinder auch viele Dinge wissen. Denk dir Mama, sagte mein Sohn, vorher wussten wir mehr über Indianer als über unsere eigenen Ureinwohner.  ♡

Und verpasst nicht den Bereich mit der Spielstube. Hier können die Kinder so tun, als wären sie Bauernkinder aus dem Jahre 1890. Hier wollten sie lange spielen, und ich hatte nichts dagegen. Ich konnte nämlich eine Menge Inspiration sammeln für unser kleines Sommerhäuschen, das wir gerade renovieren. Unglaublich gut gemacht mit Sorgfalt für jedes Detail.

Das Museum hat auch ein sehr schönes Instagram-Konto, wo sie Bilder aus ihrer riesigen Sammlung teilen. Sie schaffen es, sowohl gemeinnützig als auch interessant in nur wenigen Sätzen zu sein. Das Nordische Museum war ein wirklicher Erfolg für uns.

Schaut euch auch den Artikel über Skansen und Junibacken an für weitere Tipps für Stockholm mit Kindern. Falls ihr mehr über mein Leben in Schweden lesen möchtet, findet ihr das auf meinem Blog Frau Schweden.

Danke Schwedenstube, dass ich hier gastbloggen durfte, wir sehen uns hoffentlich bald wieder. ♡

Liebe Grüße Josefine

Bilder Nordisches Museum: mit freundlicher Genehmigung von Nordiska Museet
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: Frau Schweden
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Schwedisch Lernen

„Schwedisch lernen: Schwedisch-Sprachkurs“ bedient sich der erfolgreichen Langzeitgedächtnis-Lernmethode. Abwechslungsreiche Aufgaben Tag für Tag und eine große Auswahl an Lernmethoden motivieren und vertiefen das Gelernte spielend. Diskutiere nach dem Tagespensum mit Gleichgesinnten und tausche Dich aus in unseren Foren und der Insider-Lerngemeinschaft. So kannst Du innerhalb kürzester Zeit Schwedisch lernen und Dich fließend auf Schwedisch unterhalten.






Lapplands schwarzes Loch – Die Aitik-Grube

Schwarze Löcher erwartet man normalerweise in den unendlichen Weiten des Weltraums. Es gibt sie aber auch in den unendlichen Weiten Lapplands. Nur sind sie dort von Menschen gemacht. In diesem Beitrag geht es um die Kupfermine Boliden-Aitik, etwa 16 Kilometer von Gällivare in Norrbotten entfernt. Gällivare nennt sich selbst auch „The Mining Capital“ (Die Minen-Hauptstadt). Denn außer der Aitik-Mine gibt es dort auch noch eine Eisenerz-Mine der LKAB. In der Aitik-Mine wird Kupfer im Tagebau gefördert, womit schon einmal erklärt ist, warum es sich um ein Loch handelt.

Ich weiß, ihr erwartet von mir, dass ich die Schönheiten und Eigenarten der schwedischen Landschaften, hier Lappland, in höchsten Tönen preise. Und euch auch natürlich den einen oder anderen Tipp für einen tollen Ausflug oder zu einer Sehenswürdigkeit gebe. Heute muss ich euch aber darauf hinweisen, dass es mir in diesem Beitrag etwas schwer fällt, dies zu tun. Außer dem kann dieser Beitrag Spuren von Sarkasmus aufweisen. Ihr werdet sie erkennen.

Besichtigung erwünscht!

Trotz dem habe ich hier schon einmal den ersten Tipp für euch: Man kann die Aitik-Mine besichtigen. Und das solltet ihr auch tun. Insbesondere diejenigen unter euch, die auf große Maschinen und PS-starke „Boliden“ stehen. Denn davon gibt es in der Mine eine ganze Menge. Gigantismus spielt in der Aitik ohnehin eine große Rolle. Damit ihr aber wisst, worüber ich eigentlich schreibe, habe ich hier einen Screenshot von GoogleMaps für euch, den ich etwas aufbereitet habe. Jeder, der schon einmal versucht hat, nach GoogleMaps zu navigieren, weiß auch, dass die Bilder nicht immer aktuell sind. So leider auch hier.

Ein Überblick

Ihr erkennt auf dem Bild einen See, türkisfarben. Dieser See hat in seinem größten Ausmaß etwa 800 Meter Durchmesser. Gleich darüber erkennt ihr ein von mir hinzugefügtes Vieleck in Gelb. Zusammen mit dem türkisfarbenen See sind dies die derzeitigen Ausmaße des Sees. Der See ist etwa 80 Meter tief. Ich komme später noch einmal darauf zurück. Oben links auf diesem Bild, gelb unterstrichen, liegt Malmberget, gleich darunter Gällivare. Rechts am Bildrand geht es über die E10 nach Luleá, am oberen Bildrand nach Kiruna, ebenfalls über die E10. Am linken Bildrand führt die E45 (Inlandsvägen) in Richtung Jokkmokk. Dies nur zur Verdeutlichung, wo auf einer Landkarte von Schweden wir uns befinden.

Bis zu 400 Meter tief

Aber zurück zur Aitik-Mine. Von der E10 kommend erreicht ihr die Einfahrt zur Mine über eine etwa einen Kilometer lange Straße. Dort ist auch das Besucherzentrum, von dem aus die Besichtigung der Mine startet. Euer Guide fährt mit euch zunächst auf den Boden eine der Gruben.

Trucks am Boden der kleineren Grube

Trucks am Boden der kleineren Grube

...und hier ein Truck beladen. Höhe des Fahrzeugs etwa 7 Meter

…und hier ein Truck beladen. Höhe des Fahrzeugs etwa 7 Meter

 

 

Dort ist erstaunlich wenig los, erwartet man doch ein geschäftiges Treiben in einer solchen Mine. Das liegt in diesem Fall daran, dass diese Grube nur noch wenig ertragreich ist. Nichts desto weniger wird hier immer noch geschürft. Das Geld jedoch wird in einer anderen Grube verdient, die etwa zwei Kilometer Luftlinie von dieser Grube entfernt auf der anderen Seite des Minengeländes liegt. Das Loch dort ist auch wesentlich tiefer, etwa 400 Meter Tiefe wird es erreichen…

Der Ausflug in die kleinere Grube dient auch eher dazu, um den Besuchern die Grösse der eingesetzten Maschinen vor Augen zu führen. Die Mulden der eingesetzten Trucks können bis zu 50 Tonnen Gestein transportieren. Und selten benötigt der Bagger, der die Mulde füllt, mehr als zwei Schaufelfüllungen dazu.

Der Bohrer für die Sprengladung aus der Ferne...

Der Bohrer für die Sprengladung aus der Ferne…

...und hier aus der Nähe

…und hier aus der Nähe

Müssen die Mulden zur Reparatur nach Gällivare transportiert werden oder werden neue angeliefert, muss die E10 gesperrt werden, da kein anderes Fahrzeug an den Transportern vorbeifahren könnte. Das habe ich selbst schon ein paar Mal erleben müssen. Wesentlich interessanter finde ich es jedoch, wenn einem auf der Straße ganze Häuser entgegen kommen, doch das ist eine andere Geschichte…

Weiterverarbeitung vor Ort

In der kleineren Grube werden natürlich immer noch Sprengungen durchgeführt. Zum Bohren der Sprenglöcher werden spezielle Bohrmaschinen eingesetzt, die die Sprenglöcher exakt auf die gewünschte Tiefe bringen und später auch die Sprengladungen einsetzen. Wenn es dann rummst, sollte man möglichst weit entfernt sein. Da die Sprengungen meistens im unteren Teil der Grube stattfinden, wandert der Schall durch die Grubenwände mehrfach hin und her. Was zur Folge hat, dass selbst etliche Minuten nach der Sprengung noch immer die Sprenggeräusche zu hören sind.

Die Trucks transportieren das Sprenggut zu einem Mahlwerk, dessen Schacht knapp 40 Meter hoch ist. Es gibt mehrere dieser Mahlwerke, die letztlich das Sprenggut, also die abgesprengten Felsen, auf die erforderliche Größe zerkleinern. Zwischen den einzelnen Mahlwerken wird das Material über lange Förderbänder transportiert.

Einer der Abraumbagger

Einer der Abraumbagger

Die eigentliche Gewinnung des Kupfers erfolgt in einem Bereich, der Besuchern nicht zugänglich ist. Dort befindet sich auch der Eingangs dieses Beitrages erwähnte See. Dieser See wird durch eine Staumauer von der Umgebung, die nicht mehr zur Mine gehört, abgetrennt. Im Jahr 2000 brach diese Staumauer und der Inhalt des Sees, der zu diesem Zeitpunkt glücklicherweise kleiner und nicht so tief war, wie er Heute ist, flutete die Umgebung.

Links der "alte" See, rechts die Erweiterung

Links der „alte“ See, rechts die Erweiterung

Dammbruch im Jahr 2000

Daraufhin wurde Boliden, Eigentümer der Aitik-Mine, dazu verdonnert, dafür Sorge zu tragen, dass ein solches Ereignis nicht wieder eintreten kann und entsprechende Warneinrichtungen zu erstellen, falls doch noch mal etwas „schiefgehen“ sollte. Nach Angaben von Boliden wurde diesen Anweisungen auch Folge geleistet,

Ein Warnschild für den Fall eines Dammbruches. Zusammenfassung: Fahrt ja so schnell es geht in Richtung Kiruna

Ein Warnschild für den Fall eines Dammbruches. Zusammenfassung: Fahrt ja so schnell es geht in Richtung Kiruna!

nicht ohne den See während dieser Arbeiten erheblich zu vergrößern und zu vertiefen. Wer mit offenen Augen zwischen Gällivare und der Aitik-Mine unterwegs ist, wird Türme ausmachen, die mit Signallautsprechern bestückt sind. Sie sollen die Bevölkerung im Falle eines erneuten Dammbruches warnen. Ich habe bisher drei solcher Türme ausmachen können.

Nun ist ein Abbau von Kupfer im Tagebau nur dann attraktiv, so lange die Förderung Gewinn abwirft. Auch wenn während der Führung darauf hingewiesen wird, dass man an der jetzigen Stelle noch etwa 30 Jahre lang fördern könnte, wird sich die Aitik-Mine in den nächsten Jahren erheblich vergrößern. Die Vorarbeiten dazu haben bereits begonnen. Die schraffierte Fläche auf dem ersten Bild zeigt die geplante Erweiterung, zumindest einen Teil davon. Ihr könnt unschwer erkennen, dass ein Teil der E10 in diesem Bereich liegt. Sie wird verlegt werden. Arbeiten dazu kann man bereits entlang der E10 in Richtung Kiruna beobachten. Eine derzeit noch relativ unbekannte Parallelstrasse zwischen der Baustelle und dem Dörfchen Dokkas wird sehr wahrscheinlich die neue Trasse der Straße werden.

Innerhalb des schraffierten Bereiches seht ihr auch den rot-gelben Stern. An dieser Stelle stehe ich häufiger mal für ein Wochenende

Zusammenfluss von Lina- und Vasaara-Älv. Rot-gelber Stern auf der Karte

Zusammenfluss von Lina- und Vasaara-Älv. Rot-gelber Stern auf der Karte

mit „The Beast“ und fische. Dort ist der Zusammenfluss des Vasaara-Älven und des Lina-Älven. In unmittelbarer Nähe steht einer der erwähnten Signaltürme. Diese Stelle wird es so in absehbarer Zeit nicht mehr geben. Im weiteren Verlauf des Lina-Älven, etwa 60 Kilometer flussabwärts, gibt es den Lina-Fallet, ein Touristen-Magnet. Welchen Einfluss die Erweiterung der Aitik auf den Fluss und den Wasserfall haben wird, lässt sich derzeit noch gar nicht abschätzen. Bislang war die Lina ein Geheimtipp für Kanuten und Kajakfahrer.

Unabsehbare Auswirkungen durch Erweiterung

Aber die Erweiterung hat schon „Grünes Licht“ aus Stockholm und Gällivare bekommen. Was dazu führte, dass dieses Vorhaben weit vor der geplanten Zeit bekannt wurde, „Gällivare-Leaks“ so zu sagen… Dies wiederum führte dazu, dass spekulativ Land aufgekauft wurde, von Leuten, die es sich leisten konnten. Denn Boliden muss das benötigte Land für die Erweiterung erst einmal erwerben. Große Teile des schraffierten Gebietes befinden sich aber schon in Boliden-Besitz.

Im Hintergrund die Aitik-Mine. Das Foto wurde vom Dundret-Skigebiet bei Gällivare aufgenommen. Blauer Punkt auf der Karte

Im Hintergrund die Aitik-Mine. Das Foto wurde vom Dundret-Skigebiet bei Gällivare aufgenommen. Blauer Punkt auf der Karte

Mich persönlich erstaunt es, dass offenbar Niemand diese Erweiterung infrage stellt. Abgesehen von einer einzigen Sami-Vereinigung. Da aber bei allen bisherigen Prozessen gegen staatliche oder private Minen die Sami noch nicht ein einziges Mal erfolgreich waren, ist das Ergebnis vorhersehbar. Insbesondere in Gällivare…

Nichts desto weniger: Schaut euch die Mine an, wenn ihr in der Gegend seid. Ein Besuch ist gut dazu geeignet, sich selber einen Eindruck zu verschaffen. Und wenn ihr noch etwas wartet, müsst ihr vielleicht gar nicht so weit in den Norden Lapplands fahren. Jokkmokk wird wohl auch auf längere Sicht nicht von einem „Schwarzen Loch“ verschont bleiben. Und in Lycksele im südlichen Lappland ist ebenfalls eine Mine in Planung. Dort hat der zuständige Bürgermeister bereits deutlich zu erkennen gegeben, dass ihn die Rechte der indigenen Bevölkerung nicht interessieren, „die werden sich anpassen müssen“. Diese Aussage kann man zum Glück mit einer auch im deutschen Fernsehen ausgestrahlten Dokumentation belegen.

Also kommt nach Lappland und geht in die unberührte Natur… So lange es sie noch gibt.

(Text & Fotos: Jörg Solheid/Go North-The Beast)

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Schwedisch Lernen

„Schwedisch lernen: Schwedisch-Sprachkurs“ bedient sich der erfolgreichen Langzeitgedächtnis-Lernmethode. Abwechslungsreiche Aufgaben Tag für Tag und eine große Auswahl an Lernmethoden motivieren und vertiefen das Gelernte spielend. Diskutiere nach dem Tagespensum mit Gleichgesinnten und tausche Dich aus in unseren Foren und der Insider-Lerngemeinschaft. So kannst Du innerhalb kürzester Zeit Schwedisch lernen und Dich fließend auf Schwedisch unterhalten.






Der Muddus Nationalpark – Ursprüngliche Natur

Nachdem ich euch in meinem letzten Beitrag unter Tage getrieben habe (=> Nautanen – versteckt im Wald), bleiben wir heute an der Oberfläche. Wir besuchen eines der wenigen Gebiete, die von Entwässerung, Kahlschlag und Wegebau verschont blieben. Und deshalb noch die ursprüngliche Natur des Nordens zeigen. Es ist auch durchaus nicht übertrieben, von Urwald zu sprechen. Die Rede ist vom Muddus-Nationalpark.

Hier geht´s zum Muddus, Urtimjaur

Hier geht´s zum Muddus, Urtimjaur

Ein kleiner Teil im Süden des Nationalparks ist für Wanderer und Naturliebhaber zugänglich gemacht worden. Es gibt drei Eingänge, die den Zugang zum Muddus ermöglichen. Da wäre zunächst der Eingang Skájdde (Skaite). Den ersten Hinweis zu diesem Eingang findet ihr in Ligga zwischen Jokkmokk und Porjus. Ligga liegt, die E45 nordwärts fahrend, kurz hinter einem Staudamm auf der linken Seite der E45. An dieser Stelle erinnert ihr euch daran, was ich in meinem letzten Beitrag über Hinweisschilder schrieb…

Zum Eingang Skájdde führt euch eine etwa 12 Kilometer lange Straße.

Der Eingang Skajdde

Der Eingang Skajdde

Es gibt zwei weitere Eingänge, die beide über die Straße zwischen Messaure und Nattavaara zu erreichen sind. Es sind dies Sárggavárre (Sarkavare) und Urttimjávrre (Urtimjaur). Messaure erreicht ihr von Jokkmokk aus, nach dem ihr ein kurzes Stück der E45 nordwärts gefolgt seid und dann der Beschilderung nach Nattavaara folgt. Kommt ihr aus Richtung Luleá oder Boden, verlasst ihr bei Vuollerim den Rv97 und fahrt bis Porsi. Ab dort einfach dem Fluss Luleälven folgen, ihr gelangt dann automatisch nach Messaure. Diese Route ist meiner Meinung nach die landschaftlich schönste. Ab Messaure weiter in Richtung Nattavaara.

An dieser Schotterstraße findet ihr dann auch wieder Hinweisschilder in den Muddus. Die Straße lädt euch auch ein, etwas zu „entschleunigen“. Egal, ob ihr den Weg von der E45 oder dem Rv97 wählt, es ist jeweils noch ein gutes Stück Weg zu fahren bis Messaure.

"The Beast" am Eingang Skájdde

„The Beast“ am Eingang Skájdde

Welchen dieser drei Eingänge ihr wählt, hängt von eurer Kondition ab und davon, was ihr euch im Muddus ansehen wollt. Um das zu klären, empfehle ich euch einen Besuch bei „Destination Jokkmokk“, der Touristeninfo in Jokkmokk. Die wissen dort, was sie tun… Zudem gibt es dort einen guten Kaffee und freies Internet.

Ich persönlich bevorzuge den Eingang Skájdde.

Abgesehen davon, dass der Weg dorthin ebenfalls am Luleälven entlang führt, ist der Parkplatz dort im Sommer schattig und im Winter geräumt.

Ein naturgeschaffenes Kunstwerk im Muddus Nationalpark

Ein naturgeschaffenes Kunstwerk im Muddus Nationalpark

Die Schwierigkeitsgrade der Trails durch den Muddus reichen von einfach bis sehr schwer. Sie können nach Belieben kombiniert werden, was dazu führen kann, dass ihr mit einem Tag Zeit nicht auskommen werdet. Das macht aber nichts, denn das Übernachten im Muddus ist erlaubt und erwünscht. Es gibt mehrere Hütten, die für eine Übernachtung ausgestattet sind. Wo genau diese zu finden sind, sagt euch der Lageplan, den ihr bei Destination Jokkmokk bekommen habt.

Proviant und Bären

Rastplatz mit Aussicht auf den Muddus Fallet

Ihr dürft natürlich auch im Freien campieren. Dafür reicht im Sommer auch ein Tarp. Egal für welche Option ihr euch entscheidet, euren Proviant lagert ihr natürlich so, dass man ihn nicht „erschnüffeln“ kann. Die Bären dort haben eine gute Nase. Die halten sich

Rastplatz mit Aussicht auf den Muddus Falletnormalerweise aber eher im nördlichen Teil des Nationalparks Muddus auf. Wobei hier die Betonung auf „normalerweise“ liegt. Im Winter ist das ohnehin kein Problem, da liegen die Tierchen auf der faulen Haut. Man kann den Muddus auch im Winter begehen. Wer das aber möchte, sollte neben einer guten Kondition auch über eine brauchbare Karte und einen Kompass verfügen. Und über die Fähigkeiten, sie zu benutzen. Was so im Übrigen auch für alle anderen Nationalparks gilt. Solltet ihr dennoch den Weg verlieren, keine Panik. Denn spätestens nach zwei Tagen Wanderung in eine Himmelsrichtung kommt ihr wieder in die Zivilisation zurück…

Ein paar Infos noch zur Wanderung im Winter. Abgesehen davon, dass man für eine Wanderung im Winter deutlich mehr Zeit benötigt, ist die Zeit des Tageslichtes stark begrenzt. Es gibt nur wenige Stunden ausreichend Licht für eine Wanderung. Habt also Licht dabei, zum Beispiel Headlamps.

Trail im Muddus - Im Sommer

Trail im Muddus – Im Sommer

Zudem gaukelt euch der Schnee falsche Sicherheit vor und kann euch vom vorgegebenen Trail wegführen, weil man möglicherweise glaubt, der Weg wäre einfacher. Dass man auf jeden seiner Schritte achtet, ist klar. Nur im Winter solltet ihr eure Augen auch nach Oben richten, denn von den Bäumen herunterfallender Schnee kann richtig schmerzhaft sein und eure Tour beenden.

Unerwartete Begegnungen

Im Winter besteht allerdings auch die Chance auf Begegnungen der „Dritten Art“. Solltet ihr plötzlich in der Dämmerung Rentiere erkennen, die einen Schlitten hinter sich herziehen, lasst eure Wunschzettel aber in der Hosentasche… Auch heißt keines der Rentiere Rudolph, meines Wissens nach. Ihr seid dann Dirk begegnet, der mit seinen Gästen eine seiner berühmten Touren durch den Muddus macht.

Auch den Auerhahn kann man im Muddus finden

Auch den Auerhahn kann man im Muddus finden

Er ist einer der ganz wenigen, die das dürfen. Und wenn man sich schon mitten in der Wildnis trifft, dann ignoriert man sich nicht, sondern wechselt mindestens ein paar nette Worte und trinkt vielleicht einen über dem Lagerfeuer gekochten Kaffee zusammen. Wenn ihr lange genug zusammen sitzt, besteht durchaus die Chance auf Aurora borealis

Deutlich einfacher zu begehen und vor allen Dingen erheblich farbenfroher ist der Muddus natürlich in den Sommermonaten. Außer dem kann man dann den Muddus-Fallet schon sehr viel früher hören, als man ihn sieht.  Den Trail dorthin kann ich euch empfehlen. Wer viel Zeit hat, geht um das Tal, in den der Wasserfall abfällt, herum und besucht den Aussichtsturm ganz in der Nähe des Muddus-Fallet. Er bietet euch eine spektakuläre Aussicht. Dort gibt es auch eine der bereits erwähnten Übernachtungsmöglichkeiten. Es gibt vier Übernachtungshütten: Muddusfallet mit acht Betten, Mudduslooppal mit sechs Betten, Manson mit drei Betten und Nammates mit drei Betten.

Die Folgen eines Waldbrandes

Auf dem Weg zum Wasserfall passiert ihr auch die Region des Muddus, die durch einen Brand im Jahr 2006 sehr in Mitleidenschaft gezogen wurde. Noch heute kann man die Auswirkungen des Brandes, der wohl durch einen Blitzschlag ausgelöst wurde, an manchen Stellen deutlich erkennen.

Hinweisschild auf den Waldbrand von 2006

Hinweisschild auf den Waldbrand von 2006

Darauf wird auch durch Infotafeln an den Eingängen zum Muddus hingewiesen. Im Sommer sind natürlich wieder die Braunbären aktiv. Dazu der Hinweis weiter oben. Auch Seeadler sind im und um den Muddus herum heimisch, Elche so wie so. Zur richtigen Zeit könnt ihr dort auch viele Kraniche beobachten. Eingerichtet wurde der Muddus Nationalpark 1942. Aber nicht zum Schutze der urwaldähnlichen Landschaft, sondern zum Schutz der Singschwäne, die zu der Zeit stark gefährdet waren. Heute gehört der Muddus zum Laponia Weltkulturerbe.

Zusammengefasst: Im Winter ist der Muddus ein echtes Abenteuer und nicht ganz ungefährlich. Im Sommer ein Augenöffner und für Naturliebhaber ein Erlebnis. Egal zu welcher Jahreszeit: Vor dem Besuch unbedingt bei „Destination Jokkmokk“ vorbei schauen (HIER) ! In persona, bitte! Und wer gerne mit dem Rentierschlitten in den Muddus möchte, schaut (HIER) . Diese Touren gibt es natürlich nur im Winter und sollten rechtzeitig gebucht werden.

Im nächsten Blog-Beitrag wird es um die „Schwarzen Löcher“ Lapplands gehen. Und ich verspreche, ihr müsst auf den Beitrag nicht so lange warten wie auf diesen…

(Bilder & Text: Jörg Solheid/Go North-The Beast)

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Schwedisch Lernen

„Schwedisch lernen: Schwedisch-Sprachkurs“ bedient sich der erfolgreichen Langzeitgedächtnis-Lernmethode. Abwechslungsreiche Aufgaben Tag für Tag und eine große Auswahl an Lernmethoden motivieren und vertiefen das Gelernte spielend. Diskutiere nach dem Tagespensum mit Gleichgesinnten und tausche Dich aus in unseren Foren und der Insider-Lerngemeinschaft. So kannst Du innerhalb kürzester Zeit Schwedisch lernen und Dich fließend auf Schwedisch unterhalten.






Lappland – Die Perle Nordschwedens

Lappland. Für viele Schweden-Begeisterte immer noch ein weißer Fleck auf ihrer Landkarte. Aber dennoch für Viele ein Traumziel. Warum eigentlich? Weil es so weit oben im Norden liegt? Wegen der unendlichen Weiten? Weil es dort im Winter immer kalt und dunkel ist? Im Sommer kann man dafür nicht vernünftig schlafen, weil die Sonne nicht untergeht? Weil man dort die Nordlichter sehen kann? Wegen der wunderbaren Natur? Weil es das Land am Polarkreis ist? Es könnten alle der genannten Gründe sein. Auch wenn einige eher in das Reich der Mythen gehören.

Um euch ein wenig zu helfen und die Mythen von der Wahrheit zu unterscheiden, startet hier heute eine kleine Serie über Lappland. Natürlich, um euch zu inspirieren und euch den letzten noch fehlenden Anschub zu geben, eine Reise nach Lappland zu unternehmen.

Wo liegt eigentlich Lappland?

Aber halt… hier haben wir schon das erste Problem! Wo liegt eigentlich Lappland? Im Norden Schwedens, so viel ist klar. Oder doch nicht?

Die touristische Region Schwedisch-Lappland

Die touristische Region Schwedisch-Lappland

Genau genommen: Lappland liegt nicht im Norden Schwedens. Nur ein kleiner Teil davon. Lappland selbst erstreckt sich über vier Länder: Norwegen, Schweden, Finnland und Russland. Und ist Lappland nicht auch das Land, in dem die Lappen leben? Wohnen die nicht in ihrer Kota oder ihrem Zelt draußen im Fjäll und züchten Rentiere? Klare Antwort: Nein! Es ist das Land der Sami (Singular: Same; Plural Sami). Die Sami sind übrigens das einzige in Europa anerkannte indigene Volk. Lappe wäre für einen Sami genau so ein Schimpfwort wie Nigger für Menschen mit dunkler Hautfarbe. Das sollte man nicht nur zur Kenntnis nehmen, sondern akzeptieren.

Sápmi

Würdet ihr einen Sami fragen, ob er denn in Lappland lebt, er oder sie würde mit „Nein“ antworten. Nach samischer Definition ist ihr Einfluss- oder Einzugsgebiet „Sápmi“.

Das Land der Samen - Sápmi

Das Land der Samen – Sápmi

Und damit eindeutig nicht auf Lappland beschränkt. Die Sápmi-Region reicht in Schweden bis hinunter nach Idré entlang der norwegischen Grenze. Damit eignet sich der Lebensraum der Sami also nicht dazu, das Gebiet Lappland zu beschreiben. Konkret werden sich die nächsten Beiträge hier im Schwedenblog also mit Schwedisch-Lappland beschäftigen.

Die Region Schwedisch-Lappland

Hier in Schweden ist man sich relativ einig darüber, das Norrbottens Län und Västerbottens Län die touristische Region Schwedisch-Lappland bilden.

An der südlichen Grenze Schwedisch-Lapplands liegt Dorotea

An der südlichen Grenze Schwedisch-Lapplands liegt Dorotea

Damit bildet die südliche Grenze von Västerbottens Län auch die südliche Grenze zu Schwedisch-Lappland. Nach der Erhebung 2017 leben in Schwedisch-Lappland knapp 520.000 Einwohner, also etwa 10 Einwohner pro Km². Natürlich gibt es Regionen mit deutlich weniger Einwohnern. So hat die Kommune Kiruna nur 1,1 Einwohner pro Km², die Kommune Pajala sogar nur 0,8 Einwohner/Km². Ich hatte bisher aber immer Glück und habe 1,0 Einwohner gesehen…

Was dürft ihr erwarten?

Nach dem jetzt also geklärt ist, wo denn Schwedisch-Lappland eigentlich zu finden ist, bereite ich euch jetzt darauf vor, was in den nächsten Tagen so alles auf euch zukommt.

Ich zeige euch eine stillgelegte Kupfermine, in der die Eiszapfen nicht an der Decke, sondern auf dem Boden wachsen. Eine aktive Kupfermine besuchen wir natürlich auch. Ich zeige euch Steinritzungen am Umeälven, die ihr über Kilometer hinweg am Fluss finden könnt. Wenn ihr sie denn findet… Wir unternehmen Ausflüge in den Muddus-Nationalpark und den Stora Sjöfallet. Beide gehören zum Laponia Natur- und Kulturerbe. Außer dem bringe ich euch (theoretisch natürlich nur) das Golfspielen bei. Und ihr werdet so gut sein, dass euer Golfball über eine Stunde in der Luft bleibt. Versprochen!

Das schwedische Cape Canaveral

Ich zeige euch das schwedische Pendant zu Cape Canaveral. Wir besuchen die Region zwischen Kiruna und Riksgränsen, in der auch die „Lapporten“ liegt. Wie ich finde, eine der schönsten Gegenden Schwedens. Ich stelle euch eine samische Sängerin vor, die sich auch sehr für die Rechte der samischen Minderheit engagiert.

Im Ájtte-Museum in Jokkmokk

Im Ájtte-Museum in Jokkmokk

Etwas Kultur muss auch sein, deswegen gibt es eine Privatführung mit einem der Betreiber des Gitarren-Museums in Umeå . Dazu ein Besuch des „Ájtte“, dem Svenskt fjäll- och samemuseum.

Snöscoter und Torneälven

Und auf zwei Dinge freue ich mich persönlich ganz besonders. Zum einen eine Fahrt mit dem Snöscoter (Schneemobil) zwischen Tjautjas und Kaitum, zum anderen auf die Fahrt den Torneälven entlang. Der Torneälven wäre nicht wirklich etwas Besonderes, wäre er nicht der letzte und der nördlichste der großen Flüsse in Schweden, die ich besuchen wollte.

The Beast

The Beast

Und gäbe es denn eine Straße entlang des Flusses, wie zum Beispiel am Klarälven. Zudem rechne ich demnächst mit dem ersten Schnee. Aber ich habe ja Schneeschuhe und das MTB dabei, dazu eine vierbeinige Begleiterin und ein vierrädriges „Beast“ an meiner Seite. Da die Tour erst noch gefahren werden soll, seid ihr so zu sagen „live“ dabei… Die ersten Nordlichter waren auch schon zu sehen.

Kommentare gerne gesehen

Jetzt seid ihr natürlich alle gespannt und neugierig. Hoffe ich doch? Deswegen gibt es den ersten Beitrag schon am Samstag.

Und ich persönlich würde jetzt gerne einmal von euch wissen, ob euch das Alles auch interessiert. Schließlich will ich euch nicht quälen mit langweiligen Beiträgen. Ich freue mich über eure Kommentare bei Facebook

(Bilder & Text: Jörg Solheid/Go North-The Beast; Andere Bildquelle: Wikipedia)

 

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Schwedisch Lernen

„Schwedisch lernen: Schwedisch-Sprachkurs“ bedient sich der erfolgreichen Langzeitgedächtnis-Lernmethode. Abwechslungsreiche Aufgaben Tag für Tag und eine große Auswahl an Lernmethoden motivieren und vertiefen das Gelernte spielend. Diskutiere nach dem Tagespensum mit Gleichgesinnten und tausche Dich aus in unseren Foren und der Insider-Lerngemeinschaft. So kannst Du innerhalb kürzester Zeit Schwedisch lernen und Dich fließend auf Schwedisch unterhalten.






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Schwedisch Lernen

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Sapmi – das Land der Samen

Sapmi, das Land der Samen auf der Landkarte Bild aus Wikipedia. Fotograf: Rogper

Sapmi, das Land der Samen auf der Landkarte
Bild aus Wikipedia. Fotograf: Rogper

Die Samen sind ein indigenes Volk, das nördlich des Polarkreises beheimatet ist. Sie bezeichnen ihr Siedlungsgebiet als Sapmi oder auch Sáme Ätnam, was so viel heißt wie das Land der Samen. Dazu gehören der Norden von Schweden, Norwegen, Finnland, Karelien sowie die russische Kola-Halbinsel. Im Süden erstreckt sich das Gebiet bis Dalarna, bzw. auf norwegischer Seite bis zur Hedmark.

Genau genommen kann man sagen, Sapmi reicht im Süden soweit wie sich das Siedlungsgebiet der Rentiere erstreckt. Die Samen, welche früher Lappen genannt wurden (in Anlehnung an ihre Heimat Lappland) waren schon immer eng mit der Rentierwirtschaft verbunden. Noch heute leben ca. 15 % rein von der Rentierzucht. So ist also Sapmi die Heimat der Samen und der Rentiere.

Es handelt sich nicht um einen eigenständigen Staat, auch wenn sich das die indigene Bevölkerung, selbst wenn sie heute nur noch ca. 4 % ausmacht, wünschen würde. Sapmi erstreckt sich über mehrere Staaten: Norwegen, Schweden, Finnland und Russland. Die Samen haben seit Beginn des 20. Jahrhunderts ein starkes Nationalbewusstsein entwickelt. 1980 haben sie in Tromsö ein Programm vorgelegt, in dem sie erklärten, dass sie sich als einheitliches Volk verstehen, mit ihrer eigenen Geschichte, ihren eigenen Traditionen, ihrer Kultur und ihrer Sprache. Und sie haben seit 1986 sogar eine eigene Flagge, die heute auch anerkannt wird. Sie zeigt die traditionellen Farben der Sami: rot, blau, grün und gelb. Der Kreis in der Mitte soll die Sonne (roter Halbkreis) und den Mond (blauer Halbkreis) symbolisieren.

Auch wenn die Sami kein eigenes Land haben, so haben sie doch inzwischen ein eigenes Parlament im norwegischen Karasjok, dessen Rechte jedoch stark eingeschränkt sind. Auch hat jedes Land der Sapmi-Region ein eigenes Sami-Parlament mit unterschiedlich starken Rechten, wobei Norwegen die meisten, Russland die wenigsten Rechte hat. Bereits 1989 hat Norwegen ein eigenes Sami-Parlament gebildet. 1993 folgte Schweden mit ihrem Sametinget. Norwegen hat 1990 als einziges europäisches Land in einer Übereinkunft den indigenen Völkern und damit den Samen einen Anspruch auf ihre Grundrechte garantiert. 1992 erkannten Norwegen und Finnland und 2002 Schweden die samischen Sprachen als offizielle Landessprachen an.

Da sich Sapmi über mehrere Länder erstreckt, hat das „Land“ auch gleich mehrere Hauptstädte: Kautokeino in Norwegen, Inari in Finnland, Lowosero in Russland und Kiruna in Schweden.

Nachdem die Sami lange Zeit unterdrückt und benachteiligt waren, so haben sie doch in den letzten Jahren einiges erreicht, was ihre Rechte und ihre Anerkennung angeht. Auch die frühere Bezeichnung Lappen wurde in diesem Zusammenhang nicht mehr verwendet. Dieser Begriff ist in der Zwischenzeit negativ behaftet, gilt schon fast als Beleidigung. Die Sami verstehen sich als ein einheitliches Volk und werden auch als solches anerkannt. Ihre Heimat, ihr einheitliches Siedlungsgebiet, das sich über mehrere Staaten erstreckt, ist unter der Bezeichnung Sapmi ein anerkannter Begriff geworden.

Trotzdem darf man nicht vergessen, dass die Samen eine Minderheit sind. Viele Samen sehen sich heute auch nicht mehr als eigenständiges Volk, sondern mischen sich unter die Bevölkerung und gehen einer Arbeit in den größeren Städten in südlicheren Landesteilen nach.

Und wie kann man nun das Sapmi-Land beschreiben?

Es liegt zum größten Teil nördlich des Polarkreises. Im westlichen Teil findet man viele Fjorde, Gletscher und Berge, wobei der höchste Berg der Kebnekaise in Schweden ist. Im Osten ist das Land flacher mit vielen Seen und Sumpfgebieten, noch weiter im Osten beginnt die Tundraregion. Das Land ist reich an Mineralien, Eisen in Schweden, Kupfer in Norwegen und Nickel sowie Apatit in Russland. Als heimische Tiere findet man Bären, Wölfe, Elche, Vielfraße und vor allem Rentiere. Auch viele Vögel wie Seeadler, Steinadler, Schneehühner oder Auerhühner sind hier zu Hause. Ein bedeutender Industriezweig ist die Fischerei. Die Nordküste bis zur Barentssee ist normalerweise eisfrei, während der nördliche Teil der Ostsee, also der Bottnische Meerbusen normalerweise im Winter zufriert.

Das Land ist dünn besiedelt, hier findet man noch Stille und Einsamkeit und auch Wildnis.

Wie schon erwähnt ist Sapmi die Heimat der Samen. In Norwegen leben etwa 50.000 bis 65.000, in Schweden zwischen 20.000 und 42.000, in Finnland etwa 10.000 bis 20.000 und in Russland ca. 2000.

In Sapmi kann man samische Radiosender empfangen, es gibt samische Schulen und sonstige Einrichtungen.

Die Sprache in Sapmi ist das Samische, das zu den uralischen Sprache zählt. Hier gibt es jedoch viele Unterschiede in den einzelnen Regionen und teilweise sind einige Sprachzweige vom Aussterben bedroht bzw. schon ausgestorben.

Viele Samen wandern heute ab in die großen Städte, wo sie einer ganz normalen Arbeit nachgehen. Auf der anderen Seite bewahren die Samen aber auch ihre Traditionen im Sapmi Land. So veranstalten sie auch weiterhin ihre Märkte, wie z.B. den traditionellen Wintermarkt in Jokkmokk, zu dem die Samen von weither anreisen, auch wenn der Markt heute auch schon touristische Züge annimmt.

Sapmi, das Land der Samen ist eine besondere Region, ein Gebiet, das eigentlich keine Landesgrenzen kennt. Der Norden Skandinaviens gehört irgendwie zusammen. Zumindest für die Samen ist das so.

Autor(in): Heide – Heide.Walker@conductix.com

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Rentiere – in Lappland zu Hause

Fast wie Santa mit seinem Rentier-Gespann... Foto: Staffan Widstrand/ imagebank.sweden.se

Fast wie Santa mit seinem Rentier-Gespann… Foto: Staffan Widstrand/ imagebank.sweden.se

Rentiere bringt man automatisch mit Lappland in Verbindung. Zu einem Urlaub in Lappland gehört es dazu, dass man auch Rentiere sehen möchte. Und das ist gar nicht so schwer.

Rentiere sind in den nördlichen Teilen sowohl Europas, Asiens als auch Nordamerikas weit verbreitet, die amerikanische Variante heißt jedoch Karibu, ein Begriff aus der Sprache der Indianer. Sogar auf den arktischen Inseln Grönland und Svalbard kommen Rentiere vor, allerdings ist die dortige Art etwas kleiner. Um der großen Kälte im Winter zu entgehen, unternehmen die Rentierherden große Wanderungen nach Süden, zum Teil über mehrere 1000 km.

Rentier in Lappland. Foto aus Wikipedia. Fotograf: Alexandre Buisse

Rentier in Lappland. Foto aus Wikipedia. Fotograf: Alexandre Buisse

Die Rentiere in Europa, also in Lappland und Nordostrussland, sind zum größten Teil domestiziert, oder genauer gesagt halbdomestiziert. Das heißt, sie sind halbwild und bewegen sich in freier Wildbahn, sind jedoch am Ohr gekennzeichnet und damit in Besitz der Samen, der Ureinwohner Lappland. Nur in der norwegischen Hardangervidda gibt es noch ein paar frei lebende Rentiere, die niemandem „gehören“.

Das Rentier, oder auch einfach nur Ren genannt, gehört zur Familie der Hirsche. Es sind Herdentiere, die sich während der großen Wanderungen im Frühjahr und Herbst in großen Herden zusammenfinden. Sie ernähren sich vorwiegend von Gräsern, Pilzen und Moosen und vor allem von der nach ihnen benannten Rentierflechte.

Und ewig grüßt das Rentier... Foto: Lola Akinmade Åkerström/ imagebank.sweden.se

Und ewig grüßt das Rentier… Foto: Lola Akinmade Åkerström/ imagebank.sweden.se

Die jungen Rentiere kommen im Mai oder Juni zur Welt. Die Größe der Tiere schwankt je nach Region, in der sie leben. Sie können eine Schulterhöhe bis 140 cm und ein Gewicht bis 300 kg erreichen. Die Farbe des Felles ist im Sommer dunkelbraun, im Winter kann es dagegen fast weiß werden. Das Fell ist sehr dicht und schützt durch die luftgefüllten Haare ideal vor Kälte. Auch tragen die Tiere einen dichten, stark isolierenden Unterpelz. Daher verwenden die Samen gerne das Fell der Rentiere als Decken zum Schutz gegen Kälte.

Als einzige Hirschart trägt bei den Rentieren auch das Weibchen ein Geweih. Die Männchen werfen ihr Geweih im Herbst ab, die Weibchen dagegen erst im Frühjahr. Rentiere werden durchschnittlich 12 bis 15 Jahre alt, teilweise aber auch älter. Ihre natürlichen Feinde sind Wolf, Luchs, Bär und Vielfraß. Nicht lebensgefährlich, aber doch sehr lästig für die Rentiere, sind die vielen Mücken in den Sommermonaten. Hierunter leiden die Rentiere nicht weniger als die Menschen.

Schon seit Urzeiten hat man in den nördlichen Regionen nicht nur Rentiere gejagt, sondern alles vom Rentier genutzt: etwa das Fell für Bekleidung, das Geweih und die Knochen zur Herstellung von Werkzeug. Und man begann schließlich auch die Tiere zu domestizieren. Welches Volk damit angefangen hatte, ist unbekannt. Für die Nenzen in Sibirien, aber auch für viele Samen in Lappland ist das Rentier die Lebensgrundlage. Früher hatten sie einzelne Rentiere als Last- und Zugtiere genutzt, später wurde die Rentierzucht intensiv mit großen Herden betrieben. Heute leben noch etwa 15 Prozent der Samen ausschließlich von der Rentierzucht, aber etwa ein Drittel aller Samen ist in irgendeiner Form mit der Rentierwirtschaft verbunden. Nach wie vor sind die Rentiere ein wichtiger Faktor der samischen Kultur.

Die halbdomestizierten Herden leben in freier Wildbahn, und die Samen folgen ihnen. Von Zeit zu Zeit werden sie zusammengetrieben, um die Kälber zu markieren und Tiere zum Schlachten auszuwählen. Dieses Zusammentreiben war früher sehr aufwändig, heute erfolgt es mit dem Motorschlitten bzw. dem Motocross-Motorrad und sogar mit dem Helikopter.

Rentiere sind also an Menschen gewöhnt, und häufig sieht man sie in Lappland am Straßenrand, ohne dass sie gleich fliehen, wenn sich ihnen ein Auto nähert. Verbreitet werden Rentiere auch in Gehegen gehalten. Sie sind mit den Menschen vertraut, man kann sich ihnen nähern und sie streicheln. Und im Winter bieten die Einheimischen häufig Rentierschlittenfahrten für Touristen an.

Durch die Jagd hat die Anzahl der Rentiere zwar abgenommen, aber es gibt weltweit noch etwa 4 Millionen wilde und etwa 3 Millionen domestizierte Rentiere, wobei die wilden hauptsächlich in Amerika leben, und die domestizierten in Lappland und Sibirien beheimatet sind. Viele Sami leben auch heute noch von der Rentierzucht und haben durch diese lange Tradition eigene Bezeichnungen für die Tiere: ein Rentiermännchen nennen sie „tjur“ oder „sarv“, ein kastriertes Männchen heißt „hierke“ oder „härk“, und ein Weibchen wird „ko“, „vaia“ oder „simla“ genannt.

Somit ist also ein Rentier kein wildes, seltenes oder kaum zu sehendes Tier wie etwa Wölfe, Luchse, Vielfraße oder Bären. Man bekommt die Rentiere in Lappland durchaus zu sehen, und das nicht nur in Tierparks oder Gehegen. Sie gehören in der lappländischen Natur zum Alltag.

Autor(in): Heide – Heide.Walker@conductix.com

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Umeå 2014 – Ein Kulturjahr in acht Jahreszeiten

Glashuset Umea

Offen für Vereine, Organisationen, Kulturschaffende und -akteure: Das Glashuset am Rådhustorget in Umeå. Foto: Forslundagymnasiet /flickr.com (CC BY-SA 2.0)

 

Nun hat das neue Jahr in Umeå offiziell begonnen – das Jahr als Europäische Kulturhauptstadt 2014 wurde eingeläutet. Drei Tage dauerten die Feierlichkeiten zum Beginn der „Jahreszeit der Pflege“. Eine Show mit Licht und Feuer zum Rhythmus samischer Trommeln bot einen Vorgeschmack auf die kommenden Monate: das Kulturhauptstadtjahr im Rhythmus der acht Jahreszeiten des samischen Kalenders.

Vergangenes Wochenende „brannte“ es erneut in Umeå. Es war kein verheerendes und Feuer wie jenes 1888, das große Teile der Stadt zerstörte. Vielmehr richtet sich mit dem neuerlichen „Brennen“ der Blick in die unmittelbare und fernere Zukunft der „Stadt der Birken“. (mehr …)

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