Orte mit acht Jahreszeiten

Wenn die umgebende Natur die einzige große Sehenswürdigkeit ist, wie fasst man das in Worte? Der kleine Ort Fjällnäs im Funäsdalen hat seine Besonderheit mit den „acht Jahreszeiten“ beschrieben. Die Fjäll-Landschaft im Härjedalen an der Grenze zu Norwegen ist über’s Jahr so vielfältig und abwechslungsreich, dass der Unterschied „Sommer – Winter“ einfach nicht ausreicht. Zumindest touristisch gesehen.

Malmagensjö, Foto: www.fjallnasreserve.com

Rentiere im Funäsdalen, Foto: Tännäskröket

– Das Jahr beginnt mit dem „Mittwinter“, der dunkelsten Zeit, in der nur die Nordlichter über das gefrorene Land tanzen. Während die Menschen Wärme, Licht und Gesellschaft suchen: in kurzen, aber intensiven Tagesausflügen – am besten auf Skiern, in der „Bastu“, beim reichhaltigen, gemeinsamen Abendessen.

– Danach kommt der „Frühlingswinter“, eine Ahnung von laueren Lüften auf einer glitzernden Schneedecke. Vor allem wird es wieder richtig hell! Ideal für lange Loipen-Ausflüge, aber auch für Naturbeobachtung: Nach einer langen Zeit des Verharrens wagen sich die Rentiere wieder auf die freie Fläche.

– Bis in den Mai hinein geht die „Eisschmelze“ vonstatten. Die Landschaft im Funäsdalen verändert sich dramatisch. Gut für den, der Zeit hat, zu beobachten: Mit den Füßen noch tief im Schnee, mit der Stirn schwitzend in der Sonne…

– Dann bricht sich die Natur Bahn: eine Jahreszeit, die sie „ewige Sonne“ nennen. Die lange Sehnsucht nach Licht wird jetzt gestillt, die Grenzen zwischen Tag und Nacht verschwimmen. Bis weit nach Mittsommer herrscht ein besonderes Zeitgefühl: Die Gastgeber in Funäsdalen erleben, wie Touristen nachts um zwei noch ein Picknick machen. Sie sind gefüllt mit Energie, die für den Rest des Jahres reicht.

– Mitte Juli kommt die „Erntezeit“, die Zeit des Genießens und Belohnens. Die Natur steht in voller Pracht, der Tisch ist gedeckt mit frischen Beeren und Pilzen. Das Leben im Überfluss ist einfach – und schön. Doch trotz dieser Fülle macht es sich bemerkbar: die hellen Tage werden jetzt schon wieder kürzer…

Bolagenstuga, Foto: www.fjallnasreserve.com

– Und dann ist er auch schon da – der „funkensprühende Herbst“. Eine Symphonie aus Farben erwartet den Besucher. Beste Zeit für Ausflüge zu Pferd, die einen zu den schönsten Schauplätzen im Funäsdalen bringen. Zeit auch für die Jagd, die hier seit Generationen betrieben wird.

– Schließlich kommt die unberechenbare Zeit vor dem Winter. „Schwarzer Neuschnee“ nennen die Einheimische diese Jahreszeit, die einen Tag Frost, den anderen Tag Sturm, den nächsten schon den ersten Schnee bringen kann. Zeit, sich einzuigeln, und zu reflektieren. Eine raue Jahreszeit oder auch: Fjäll für Fortgeschrittene.

– Das Jahr endet mit der „Weihnachtszeit“, die das große Winterfest authentisch, tradtionell, still und doch fröhlich begeht. Unzählige Kerzen und Lichter fordern die Dunkelheit heraus, Vorfreude hängt in der Luft und wird vor allem kulinarisch zelebriert. Man schaut nach vorn und gedenkt zugleich dem Jahr, das verging. Einem Jahr mit 8 Jahreszeiten.

Info über Fjällnäs und andere Orte im „Funäsfjällen“ auf: http://www.funasdalsfjall.se/index.php?option=com_content&view=article&id=45&Itemid=54

Autor(in): Katja Singer – katja-singer@gmx.de



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