Norra Kvill – Wildnis statt Monokultur

Märchenwald Norra Kvill

Wer einen sprichwörtlich „urtümlichen“ Wald erblicken will, sollte in Småland den Nationalpark Norra Kvill besuchen. Anders als in vielen forstwirtschaftlich genutzten Wäldern, hat sich in dem smaländischen Nationalpark ein Urwald mit einer reichen Flora erhalten: Nadelbäume einmal nicht in geraden Monokultur-Reihen, sondern in ihrem natürlichen Zyklus zwischen Wachstum und Verfall. Dazwischen mehrere hundert Arten von Bodenpflanzen, Flechten und Moosen. Eine Wildnis, die durch riesige Felsbrocken, umgestürzte Bäume, zwei Seen und ein Niedermoor ihren „Märchenwald“-Charakter erhält.

Seit 150 Jahren wurde in Norra Kvill auf dem Gemeindegebiet von Vimmerby kein Baum mehr gefällt. Einige Kiefern konnten hier das biblische Alter von 350 Jahren erlangen – ohne in der Sperrholzpresse von Ikea zu landen. 1927 wurde der Nationalpark bereits gegründet, 1989 hat der Länsstyrelsen seine Fläche nochmals erweitert. Heute ist Norra Kvill mit 114 Hektar immer noch ein vergleichsweise kleiner Nationalpark – aber dafür auch „touristenfreundlich“ in seiner Gesamtheit zu durchwandern.

Ein markierter Weg führt an den wichtigen Landmarken von Norra Kvill vorbei und gipfelt schließlich, nach einem ziemlich steilem Aufstieg, auf dem Aussichtspunkt Idhöjden. Am besten erreicht man den Urwald, indem man sieben Kilometer südlich von Ydrefors dem Hinweisschild folgt und den Parkplatz an der Südspitze des Parks anfährt.

Quellhinweis Bild: wikimedia.commons / HarmM

Autor(in): Katja Singer – katja-singer@gmx.de

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