Die Hep Stars – die ehemalige Band des ABBA-Mitglieds Benny Andersson feiert dieses Jahr das 50. Jubiläum

Die Hep Stars 1967 Foto aus Wikipedia. Fotograf: Scanpix

Die Hep Stars 1967
Foto aus Wikipedia. Fotograf: Scanpix

Benny Andersson – ehemaliges Mitglied der berühmten ABBA-Band war schon vor der ABBA-Zeit musikalisch aktiv. Seine damalige Band, die Hep Stars, waren in den 60iger Jahren eine der erfolgreichsten Rockbands in Schweden.

Es fing damit an, dass sich 1963 vier Musiker, Lennart Hegland, Christer Petterson, Hans Östlund und Janne Frick zu einer Band zusammenschlossen, mit dem Namen Quartet Yep, die zunächst schwedische Folk-Musik, aber auch andere Stilrichtungen spielten. Allmählich näherten sie sich dem Rock’n Roll an und gaben sich einen neuen Namen, die Hep Stars. Als Janne Frick mit einem Akkordeon-Spieler auf separater Tournee war, sprang Svenne Hedlund, Mitglied der Band Clifftones aushilfsweise für einen Aufritt ein. Man erkannt sofort Hedlunds Fähigkeiten. Das Ergebnis war, dass Svenne seine alte Band verließ und ebenfalls den Hep Stars beitrat, als Gitarrist und als Sänger. Somit hatte die Band nun zwei Sänger, die sich gegenseitig ergänzten. Die erste Single erschien mit dem Titel Kana Kapila, der Erfolg stellte sich aber mit diesem Aufnahme noch nicht ein.

1964 verließ Hans Östlund die Gruppe. Svenne Hedlund begegnete Benny Andersson, der damals noch Mitglied von Elverkets Spelmanslag war, und der später mit ABBA international erfolgreich werden sollte. Benny wurde also das fünfte Mitglied der Band. Bekannt waren die fünf nun unter ihren Spitznamen: Svenne, Janne, Benny, Lelle und Chrille. Und nun ließ auch der Erfolg nicht auf sich warten. Schon 1965 waren sie mit 3 Songs gleichzeitig in der schwedischen Hitparade vertreten, was noch nie vorher einer Band in Schweden gelungen war. Besonders erfolgreich war ihr Titel „Cadillac“, der sich 14 Wochen in der Hitparade hielt. Kurz zuvor waren sie in der Fernsehshow  „Drop in“  mit diesem Titel aufgetreten, was ihnen womöglich zum Durchbruch verhalf. Die Band erreichte in Schweden so etwas wie den Status der Beatles, allerdings blieb ihr Erfolg auf Schweden begrenzt.

1966 lernte dann Benny Björn Ulvaeus von den Hootenanny Singers kennen, der ja dann später ebenfalls ein Mitglied von ABBA werden sollte. Björn spielte dort Gitarre, war aber mit der Musikrichtung seiner eigenen Band nicht so ganz zufrieden. Die beiden begannen, zusammen Lieder für das dritte Album der Hep Stars zu schreiben, was sich auch auf den Erfolg der Band auswirkte. Zeitweise spielte Björn auch selbst bei den Hep Stars mit. Sie erreichten nicht nur mit mehreren Hits den ersten Platz der schwedischen Hitparade, sondern waren auch in Norwegen und den Niederlanden erfolgreich. Der Versuch, wie die Beatles, auch einen Film zu drehen, scheiterte jedoch an den finanziellen Mitteln und führte die Band fast in den Ruin.

Was der Band noch fehlte, war eine Sängerin. 1966 traf Sven Hedlunds die amerikanische Sängerin Charlotte „Lotta“ Walker, die bei den Sherrys spielte. Die beiden wurden ein Paar und Lotta trat den Hep Stars bei. Mit ihr änderte sich auch etwas der Stil der Band, die nun auch ruhigere Songs spielten. Nicht alle Bandmitglieder waren jedoch mit dem neuen Stil ganz glücklich und die erfolgreichste Zeit der Band schien vorbei zu sein. Benny Andersson entschloss sich, die Band zu verlassen, um sich mehr auf die Zusammenarbeit mit Björn Ulvaeus zu konzentrieren. Mit ihm verließen auch Sven und Lotta Hedlund die Hep Stars. Als Ersatz nahmen die Hep Stars nun ein indonesisches Geschwisterpaar in die Band auf: Kookie Tian und Josephine Tian. Kurz darauf wurde dann Janne Frisk durch Simon Gajzler ersetzt, und 1971 verließ auch Christer Petersson die Band. Für ihn kam Peter Molin. Als Gitarrist kam außerdem Chris Sedgwick hinzu. Die Hep Stars brachten dann zwar noch ein paar Singles heraus, aber der Erfolg ließ deutlich nach und 1973 löste sich die Band auf. Bei der Auflösung war Lennart Hegland das einzige Gründungsmitglied, das der Band erhalten geblieben war.

Auf der letzten Tournee der Hep Stars hatte Benny die Sängerin Annifrid Lyngstad kennengelernt. Sie wurde seine Freundin und später seine Frau. Benny und Björn komponierten zusammen Lieder für verschiedene Interpreten, darunter auch für Annifrid. Aus dieser Zusammenarbeit entstand dann später die erfolgreiche ABBA-Band.

Svenne und Lotta Walker, die zusammen mit Benny die Hep Stars verlassen hatten, traten von nun an im Duett auf. Sie wurden von Polar Music unter Vertrag genommen und veröffentlichten unter dem Namen „Svenne & Lotta“ mehrere Alben und waren auch in Dänemark und Mitteleuropa bekannt und erfolgreich.

Viele Jahre später, lange nach ihrer Auflösung, traten die Hep Stars in den 80iger und 90iger Jahren wieder in Erscheinung. Schon Mitte der 70iger Jahre hatten Hegland, Petterson und Frisk zusammen mit Bernt Liljegren, einem Mitglied der Band Tom & Mick & Maniac, in der Gruppe Gummibandet gespielt. In den 80iger Jahren übernahmen diese nun den Namen Hep Stars und traten auch wieder zusammen mit Svenne & Lotta auf. 1989 kam das Album „Hep Stars Act II! heraus. Ein neuer Gitarrist trat der Band bei, Lasse Welander, und am Klaviar saß Benneth Fagerlunth.1990 kam dann noch Jan-Olof „Joffe“ Enbom als Bassist und Sänger hinzu, 1993 Bengt „Bengan“ Arenblad als Keyborder und Sänger, und 2004 Totte Päivärinta als Schlagzeuger.

In dieser Besetzung gingen sie wieder auf Tournee und nahmen neue Singles auf, allerdings mit mäßigem Erfolg. Benny war an diesen Auftritten und Aufnahmen nicht mehr beteiligt. Er arbeitete mit Björn Ulvaeus zusammen, sie traten zunächst als Duo Björn und Benny auf und später wurde daraus dann die erfolgreiche Popgruppe ABBA.

Die Hep Stars gibt es aber auch heute noch. 2014 wollen Sie ihr 50jähriges Jubiläum feiern. Christer Petersson kann nicht mehr dabei sein, er starb 2006. Und Janne Frisk wurde inzwischen durch den Gitarristen Torgny „Todde“ Stoor ersetzt.

Eine schwedische Band, die lange im Geschäft war und immer noch ist, auch wenn heute von den Erfolgen der Anfangszeit nicht mehr viel zu spüren ist und sie heute auch nur noch gelegentlich zusammen auftreten.

Autor(in): Heide – Heide.Walker@conductix.com

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