Vättern

Habo kyrka – „Die Holzkathedrale am Vättern“

Habo kyrka

Die Kirche von Habo, auch als „Holzkathedrale am Vättern“ bezeichnet, August 2016. Foto: Helen Simonsson /https://commons.wikimedia.org/ (CC BY-SA 4.0)

Die Habo kyrka, die Kirche von Habo, liegt nicht etwa im Zentrum des Städtchens am Vättern, sondern etwas außerhalb. Eine Kirche aus Holz. An sich nichts Außergewöhnliches in Schweden. Vom typischen Rot ganz zu schweigen. In seiner Architektur hebt sich der hölzerne Sakralbau dennoch hervor. Erst recht bemerkenswert ist die innere Ausgestaltung der Kirche von Habo.

Habo ist ein rund 7800 Einwohner zählender Ort am südwestlichen Ufer des Vättern, etwa 15 Kilometer Luftlinie von Jönköping entfernt. Auf der Straße sind es rund 20 Kilometer. Ungefähr 5 Kilometer liegen zwischen Habo und seiner Kirche, die weiter südwestlich des Ortes liegt. Einst stand sie im Zentrum: An einem Punkt, wo sieben Straßen aufeinander trafen. Mit dem Bau der Eisenbahn jedoch geriet die Kirche etwas ins Abseits. Zumindest was die Örtlichkeit betraf. Fast wäre sie sogar nach Stockholm umgesetzt worden. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts bekundete der Skansen sein Interesse. Die Gemeinde lehnte den Verkauf zu guter Letzt aber ab.

Holzkirche in Form einer Basilika

Heute gehört die Kirche von Habo zu den markantesten Holzkirchen Schwedens. Was zum einen in der Architektur begründet ist. Denn mit ihrem hohen Mittelschiff und den zwei niedrigeren Seitenschiffen hat das Gotteshaus die Form einer Basilika. Der Kirchturm ist mehr Zier. Die Kirchenglocken läuten  im Turm neben der Kirche.

Das – für Holzbauwerke ungewöhnliche – an eine Kathedrale erinnernde heutige Aussehen erhielt die Kirche durch einen Umbau 1723. Die Bezeichnung „Holzkathedrale am Vättern“ kommt nicht von ungefähr. Lediglich die Sakristei ist aus Stein erbaut. Diese stammt noch von einem Vorläufer und bildet den ältesten baulichen Teil der heutigen Holzkirche.

Erstmals erwähnt wurde eine Kirche in Habo in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Die ältesten Objekte in der Kirche, eine Holzskulptur, die Johannes den Täufer darstellt sowie das Taufbecken aus Sandstein werden ebenfalls auf das 13. Jahrhundert datiert. Zwischenzeitlich als Mörser zum Anmischen roter Farbe genutzt, erfüllt das Taufbecken zwar wieder seine ursprüngliche Aufgabe, doch zeigt es nach wie vor die Spuren der Zweckentfremdung.

Ferner sind der Altar aus Sandstein, hölzerne Heiligenbilder sowie die eiserne Tür zur Sakristei weitere Zeugnisse des Mittelalters.

Innenraum der Kirche von Habo

Bildfülle in der „malerischen Holzkathedrale“, 2004. Foto: Åke Persson /https://commons.wikimedia.org/ (CC BY-SA 3.0)

Die „malerische“ Kirche von Habo

Das Außergewöhnliche und charakteristische an der Kirche von Habo ist jedoch die reichhaltige Ausgestaltung mit Schnitzereien und vor allem mit Wand- und Deckenmalereien, deren Anblick reicht als Erklärung, weshalb hin und wieder von der „malerischen Holzkathedrale“ die Rede ist.

In einem auch als „Bauernbarock“ bezeichneten Stil wurde in den Jahren 1741 bis 1743 Luthers kleiner Katechismus illustriert. So werden die Zehn Gebote, das Vaterunser, das Glaubensbekenntnis dargestellt. Die Decke des Mittelschiffs zeigt Motive wie Taufe, Erlösung, Abendmahl und Segen.

Zum Teil werden die Malereien von schriftlichen Erklärungen ergänzt. Die Bilder sind nicht nur als reine Zier entstanden. Sie sollten vielmehr beim Unterrichten und Lernen unterstützen.

Die Bilder sind heute noch weitestgehend original. Zwar wurden die Bilder mehrfach restauriert, zudem gereinigt und gesichert. Allerdings wurden sie, wie es in anderen Kirchen häufiger vorkam, nie übermalt.

Habo kyrka als Briefmarke

2002 wurde die Kirche von Habo als eine von vier „Romantischen Kirchen zur Weihnachtszeit“ für die Weihnachtsbriefmarken der schwedischen Post auserwählt.

 

Autor: Mathias Grohmann – mathias_grohmann@web.de

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Forsvik – 600 Jahre Industriegeschichte

Industriemuseum Forsviks Bruk

Industriemuseum in Forsvik: „Forsviks Bruk“. Foto: Harri Blomberg /https://commons.wikimedia.org/ (CC BY-SA 3.0)

Forsvik ist ein kleiner, etwas mehr als 300 Einwohner zählender Ort zwischen Schwedens großen Seen Vänern und Vättern. Vor Jahrhunderten schon wurde hier Mehl gemahlen. Holz-und Eisenverarbeitung kamen hinzu – und der Götakanal. Forsvik ist einer der ältesten industriellen Orte Schwedens: Forsviks Bruk beschreibt die rund 600-jährige Industriegeschichte des Ortes.

Forsvik liegt rund zehn Kilometer nordwestlich von Karlsborg, am Übergang des Sees Viken in den Bottensjö. Die Kraft des Wassers, zunächst in Form des Gefälles zwischen den beiden Gewässern bildete die Grundlage für Forsviks industrielle Geschichte, die im Mittelalter ihren Anfang fand. (mehr …)

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Nationalpark Tiveden – Räuberwald mit Schärengarten

„Junker Jäger“-Stein im Räuberwald Tiveden. Bild: Zejo, wikimedia.commons

Es gibt sie noch, die Orte, die der Mensch der Natur einfach überlassen hat. Zwischen den großen schwedischen Seen Vänern und Vättern liegt so ein Naturreich – der heutige Nationalpark Tiveden. Schon in alten Zeiten wuchs hier ein Wald, in dem nur wilde Tiere und die sprichwörtlichen Räuber lebten. Tiveden, oder auch „Trolltiven“ genannt, war damals „Grenzwald“ und bildete die natürliche Barriere zwischen Götaland und Svealand. Ein unzugängliches Gebiet voller Gefahren. Und wer es dennoch durchqueren musste, war nicht zu beneiden…

Heute ist es umgekehrt: Wer Zeit hat, Tiveden zu erkunden, ist wirklich zu beneiden. Nach wie vor an vielen Stellen  im „Urzustand“, ist das Waldgebiet eines der Schönsten, das Schweden zu bieten hat. Durch den schroffen Untergrund mit bis zu 50 Meter tiefen Risstälern hat sich eine urtümliche Landschaft erhalten, auf der nicht einmal die Forstwirtschaft Fuß fassen konnte. Felsblöcke, Grotten, Gesteinsrücken und moosgefüllte Täler inspirierten vielmehr zu Märchen und Legenden. Noch in moderner Zeit galt der Wald als verwunschen.

Klar, dass vor allem Wanderer in Tiveden auf ihre Kosten kommen. Der große Wanderpfad „Bergslagsleden“ führt durch die Region und hat zum Teil anspruchsvolle Etappen parat. Am kleineren Tivedsleden unterhält der Ort Laxå ein Besucherzentrum, das allerdings nur im Sommer geöffnet ist. In Tived, an der nördlichen Zufahrtsstraße zum Park, ist das Café „Tivedstorp“ eine weitere touristische Einrichtung, die selbstgebackenen Kuchen und einfache Übernachtungshütten bietet.

Und plötzlich taucht ein Sandstrand auf. Bild: www.imagebank.sweden.se

Tiveden bedeutet aber nicht nur Wald, sondern auch Wasser. Der See Vättern mit seinen so genannten Süßwasser-Schären steht dabei als landschaftlicher Blickfang an erster Stelle. Ebenso sehenswert ist der See Fågertärn mit seinen roten Teichrosen. Der größte See im Nationalpark ist der Unden. An vielen Stellen kann man baden: Ein beinahe unwirkliches Erlebnis, wenn man aus dem finsteren Wald heraus plötzlich an einen weißen Sandstrand gelangt! Als außergewöhnlich werden auch die Angelbedingungen beschrieben, – zumal am Vättern mit seiner großen Sichttiefe und 31 Fischarten. Die Favoriten sind Hecht, Forelle und Saibling.

Autorin: Katja Singer – katja-singer@gmx.de

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Hjo – Muße in Holz

Holzvillen in Hjo

Holzstadt Hjo: Villen des späten 19. Jahrhunderts im früheren Kurgelände. Foto: Harri Blomberg /commons.wikimedia.org/ (CC BY-SA 3.0)

Hjo ist eine Kleinstadt am Vättern. Eine Kleinstadt mit einer ganz eigenen Atmosphäre. Alles scheint gemütlich und gelassen in Hjo. Kopfsteinpflasterstraßen und –gassen, ein idyllischer Hafen, der fast allgegenwärtige See und besonders die schmucken Holzhäuser und –villen: Hjo gilt als eine der schönsten Holzstädte Schwedens. (mehr …)

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Insel Visingsö

DSC05847Visingsö ist die grösste Insel im schwedischen See Vättern. Sie liegt ca. 30 Kilometer nördlich von Jönköping und 6 Kilometer westlich von Gränna. Die Insel Visingsö misst ca. 25 km Quadratkilometer, ist 14 km lang und an der breitesten Stelle 3 km breit.

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Schloss Stjernsund – Könige und Rindviecher

Schloss Stjernsund

Schloss Stjernsund: Das Hauptgebäude von Süden aus gesehen. Foto: Artifex /commons.wikimedia.org/ (CC BY-SA 3.0)

Umgeben von Parklandschaft liegt Schloss Stjernsund, oder Schloss Stjärnsund, auf einer Landzunge am Nordzipfel des Vättern. Der klassizistische Prachtbau aus dem frühen 19. Jahrhundert gilt als eines der schönsten Schlösser Schwedens.

Genauer gesagt liegt Schloss Stjernsund am Sund zwischen dem See Alsen, dem nördlichsten Ausläufer von Schwedens zweitgrößtem See und dem eigentlichen Vättern. Im südlichen Närke, am Riksväg 50, wenige Kilometer südlich von Askersund.

Von Olme Sund zu Stjernsund

Wo sich heute Schloss, Parkanlage und Gutsgebäude erstrecken, war einst ein Dorf. Olme Sund. Es gehörte während des Mittelalters zum Kloster Alvastra, wurde später königliches Gehöft.

1637 gelangte das Dorf in den Besitz von Johan Gabrielsson Oxenstierna, aus einem der einflussreichsten Adelsgeschlechter Schwedens. Durch Zusammenlegung mit anderen Besitztümern wurde das Gut – vom Namen Oxenstierna abgeleitet – Stjernsund gebildet. 1664 war das Herrenhaus fertiggestellt. Das erste „Schloss“ Stjernsund.

1785 erwarb der Mühlenbesitzer Olof Buren (1752-1821), zum Ritter geschlagen hieß er Burenstam. Dieser legte den Grundstein für ein neues, das heutige Schloss Stjernsund.

Klassizistischer Neubau

Das neue Schloss entstand nach Plänen des Architekten Carl Fredrik Sundvall (1754-1831), einem der bedeutendsten Vertreter des Klassizismus in Schweden. 10 Jahre dauerte es, bis das neue Stjernsund 1808 vollendet war.

Vom Wasser führt eine Steintreppe über vier Terrassen hinauf zum Hauptgebäude mit zwei Etagen und Souterrain. Mittig an der Hauptseite führt eine Treppe zum Eingang, der von vier Säulen und Stuckornament gesäumt ist. Dem einzigen Schmuck des sonst eher schlicht anmutenden Baus mit den strengen Formen.

Um das Schloss wurde ein Park im englischen Stil angelegt.

Schloss Stjernsund und die Bernadottes

1823 kaufte König Carl XIV. Johan, der erste Bernadotte auf dem schwedischen Thron, das Schloss von Burenstams Tochter. Der König nutzte das Anwesen als Rast- und Ruhequartier während seiner Reisen nach Norwegen. Nach Carls Tod ging das Schloss an seinen Sohn Oscar I., der es wiederum seinem Sohn Prinz Gustav überließ.

Der als „sångarprinsen“ in die Geschichte eingegangene Bernadotte in seiner kurzen Zeit – Gustav wurde nur 25 Jahre alt – auf Schloss Stjernsund umfangreiche Restaurierungs- und Einrichtungsarbeiten durchführen. Gustavs Bruder August setzte die Arbeiten am und im Schloss fort.

Heute kann Stjernsund auf eine der reichsten erhaltenen Inneneinrichtungen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts verweisen.

August war der letzte königliche Eigentümer des Anwesens. Er veräußerte es 1860 an die Adelsfamilie Cassel.

Rinderzucht auf Stjernsund

Die Cassels führten auf dem Gut Stjernsund eine Rinderzucht ein. Die Geburtsstunde der Hausrinderrasse Schwedisches Rotvieh beziehungsweise Schwedisches Rot-Weißvieh. Knapp ein Jahrhundert blieben Schloss und Gut im Besitz der Cassels. Augusta Cassel war die letzte private Besitzerin.

In ihrem Testament vermachte sie 1951 das Anwesen der Königlich Schwedischen Gelehrsamkeits-, Geschichts- und Antiquitätenakademie zur Bewahrung Stjernsunds als Kulturdenkmal. 1965 wurden Schloss und Park unter Denkmalschutz gestellt.

Besuch auf Schloss Stjernsund

Heute lädt der Park zum Flanieren ein, das Schloss zu einem Rundgang. Von Mitte Mai bis Ende August kann das Schloss besichtigt werden. Bereits ab Mitte April bis Mitte September hat das Schlosscafé geöffnet.

Daneben laden bei einem Besuch auf Schloss Stjernsund das Wagenmuseum und die Meierei ein.

Mehr dazu unter

https://vitterhetsakademien.se/kulturfastigheter/stjernsunds-slott.html

Autor: Mathias Grohmann – mathias_grohmann@web.de

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Mälaren – drittgrößter See Schwedens

Der in Mittelschweden gelegene See Mälaren, zu Deutsch auch Mälarsee, ist nach dem Vänern und Vättern der drittgrößte See Schwedens und ein beliebtes Erholungsgebiet für Schweden und Schwedenreisende. Der See erstreckt sich östlich von Stockholm und ist umgeben von den Provinzen Västmanland, Uppland und Södermanland. Viele Schweden besitzen hier am Ufer des Mälaren ein Wochenendhaus. Neben den Schären gilt die Region als Naherholungsgebiet für die Bewohner der größeren und kleineren Städte rund um den See.

Am Mälaren liegen Städte wie Stockholm, Södertälje, Enköping oder Västerås, aber auch berühmte Sehenswürdigkeiten wie Schloss Gripsholm in Mariefred oder Schloss Drottningsholm. Aber es gibt hier auch noch viele unbewohnte Gebiete für Naturliebhaber und Erholungssuchende. Viele Buchten, Inseln und Halbinseln verleihen der Region ihre Schönheit. Die größten Inseln im See heißen Selaön und Svartsjöland

Die Bezeichnung Mälaren leitet sich aus dem Wort mælir aus der altnordischen Sprache ab, und bedeutet übersetzt „grober Kies“.

Der Mälarsee hat eine Fläche von 1072 km² und damit nur ein Fünftel der Fläche des Vänern, trotzdem ist aber die Länge der Küstenlinie bei beiden annähernd gleich, da der Mälaren ziemlich verzweigt ist und viele Buchten aufweist. Von Ost nach West erstreckt er sich über ca. 120 km. Mehrere Wasserwerke rund um den See versorgen die Bewohner der Region mit Wasser. Über den Södertälje-Kanal und mehrere Schleusen ist er mit der Ostsee verbunden. Während der Wikingerzeit soll eine direkte Verbindung mit der Ostsee bestanden haben, d.h. der Mälaren war eine Bucht der Ostsee. Im 10. Jahrhundert erfolgte eine Landhebung und der Mälarsee wurde von der Ostsee getrennt.

Im Mälarsee kommen 33 verschiedene Fischarten vor. Somit ist er der artenreichste See Schwedens was Fische angeht. Aber auch viele Vogelarten sind hier beheimatet, wie z.B. die Fluss-Seeschwalbe, die Silbermöwe, die Lachmöwe, die Sturmmöwe, die Stockente, die Reiherente, die Kanadagans, die Schellente, der Flussuferläufer, die Heringsmöwe. Auch den Fischadler bekommt man hier häufig zu sehen. Ebenso haben sich Biber in der Region angesiedelt, hier vor allem auf der Insel Kärsön.

Flusskrebse waren im See reichlich vorhanden, bis 1907 die Flusskrebspest ausbrach. Der Mälaren war von dieser Krankheit am stärksten betroffen. Wahrscheinlich wurde die Krankheit durch Bote eingeschleppt, die die Krebse auf dem See abtransportierten. So wurde der Flusskrebsbestand im Mälarsee in kurzer Zeit ausgerottet. Man hat daraufhin Signalkrebse eingeführt und im Mälarsee ausgesetzt, um so den Bestand an Krebsen für das traditionelle Krebsessen im Sommer zu sichern.

Der Mälaren mit seinen Inseln und Strandgebieten unterliegt in Schweden dem Riksintresse (Reichsinteresse). Dazu gehören in Schweden Gebiete, welchen man eine staatliche Bedeutung zugewiesen hat. Viele Naturschutzgebiete zählen hier dazu oder einfach auch natürliche Umgebungen. Das bedeutet, es gibt Einschränkungen was Baumaßnahmen am Mälaren betrifft. Die Natur- und Kulturlandschaft um den See soll weitgehend erhalten bleiben.

Die Schifffahrt auf dem Mälarsee war schon immer von Bedeutung, Schon in der Wikingerzeit wurden bedeutende Handelsplätze rund um den See gegründet, wie z.B. Helgö und Birkö. Im Mittelalter war Stockholm der wichtigste Handelsplatz des Mälaren und ganz Schwedens. Befördert wurden vor allem Kupfer und Eisenerz, aber auch Pelz und Fisch. Mit dem Beginn der industriellen Revolution wurde 1818 zum ersten Mal ein dampfbetriebenes Boot eingesetzt. Ab 1821 gab es dann einen regelmäßigen Dampfbootverkehr zwischen Stockholm und den Städten rund um den Mälaren. Heute sind auch viele Sightseeing-Boote für Besucher und Touristen unterwegs. So verkehrt z.B. ein Schiff zwischen Stockholm und Mariefred, wo sich Schloss Gripsholm befindet, oder vom Stockholm Stadshus zum Schloss Drottningholm.

Autorin: Heide Walker – Heide.Walker@web.de

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Huskvarna, eine Stadt mit einer weltbekannten Marke

Blick über Huskvarna Wikipedia.de

Blick über Huskvarna
Wikipedia.de

Mit Huskvarna verbindet man eigentlich eine Marke, die Maschinen speziell Motorsägen- und Gartengeräte produziert. International ist Huskvarna schon seit ca. 350 Jahren als Marke bekannt. Die Stadt Huskvarna gibt es erst seit ca. 100 Jahren. Heute bietet Huskvarna jedoch viel mehr als nur als die Maschinenproduktion, wenn diese auch nach wie vor eine wichtige Rolle spielt. (mehr …)

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Klippenküste am Vättern wurde Schwedens fünftes UNESCO-Biosphärenreservat

Die jahrzehntelange Arbeit hat sich gelohnt: Im Juli 2012 wurde die Ostküste des Vättern zum fünften und jüngsten schwedischen UNESCO-Biosphärenreservat ernannt. Die Klippenküste mit dem Namen „Östra Vätterbranterna“ hat jetzt denselben Status wie in Deutschland z. B. die Schwäbische Alb, der Spreewald und das Wattenmeer. Die offizielle Einweihung fand in der zweiten Septemberwoche statt.

Im Rahmen des Programms „Der Mensch und die Biosphäre“ erkennt die UNESCO regelmäßig neue Biosphärenreservate an. Mittlerweile gibt es weltweit mehr als 600. In den betreffenden Gebieten geht es darum, ein Miteinander von Mensch und Natur zu entwickeln, Kulturlandschaften weiterzuentwickeln und Einkommensmöglichkeiten für die dort lebenden Menschen zu schaffen bei gleichzeitigem Schutz der ökologischen Vielfalt.

An der Ostküste des Vättern wurden Projekte zur nachhaltigen Entwicklung der Region bereits in den 1990er Jahren ins Leben gerufen. Beteiligt waren neben Landwirtschafts- und Forstverbänden auch der WWF und Verwaltungen Jönköpings. Diese Projekte sollen jetzt noch intensiver weitergeführt werden. Mit einem langfristigen Entwicklungsplan will die Region zum Vorzeigemodell nachhaltiger Entwicklung in Schweden werden. Darüber hinaus ist der Aufbau mehrerer Biosphäre-Informationszentren geplant.

Die abwechslungsreiche Landschaft bietet Platz für viele unterschiedliche Biotope mit großem Artenreichtum. Insbesondere die Wälder sind sehr vielfältig. Auerhahn, Haselmaus und die in ganz Skandinavien nur hier lebende Berg-Vielfraßschnecke, aber auch zahlreiche Pflanzen- und Pilzarten, kommen im Biosphärenreservat vor.

Weitere Informationen im Internet gibt es unter dem folgenden Link: http://www.ostravatterbranterna.se

Autor: Christoph – c.baier@speedmail.se

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Klosterleden – Auf dem Klosterpfad durch Östergötland

Ziel einer Pilgerreise: Der Reliquienschrein der Heiligen Birgitta in der Klosterkirche Vadstena. Foto: Mikael Lindmark /commons.wikimedia.org (CC BY-SA 2.5)

Ziel einer Pilgerreise: Der Reliquienschrein der Heiligen Birgitta in der Klosterkirche Vadstena. Foto: Mikael Lindmark /commons.wikimedia.org (CC BY-SA 2.5)

Wer Natur und Kultur Östergötlands wandernd erkundet, steht auf dem Weg zwischen Vättern und Ostsee womöglich vor Pfählen mit roter Spitze und einem nicht sogleich erschließbaren Zeichen vorbei, ergänzt mit der Aufschrift „Klosterleden“. Es ist die Markierung des Klosterpfades, ein Wanderweg für die einen. Ein Weg zur inneren Einkehr für andere. Das Zeichen ist das des Pilgerzentrums zu Vadstena.

Das spanische Santiago de Compostela, der Jakobsweg werden seit einigen Jahren (wieder) vermehrt mit Aufmerksamkeit bedacht. Spätestens seit manch Promi der deutschen Fernsehlandschaft „dann mal weg ist“. Pilgerreisen liegen im Trend, nicht erst seit Hape Kerkeling. Ein Trend, der an Schweden nicht vorbeigeht. So wurden in den letzten Jahren alte Pilgerpfade wie der Nydala-Weg und der Sigfridspfad in Småland wieder eingerichtet. Der Klosterleden trägt dem gestiegenen Interesse am Pilgerwandern seit Ende der 1990er Jahre Rechnung.

Elf Klosteranlagen liegen am Weg

Der Klosterpfad zieht sich etwa 250 Kilometer, teilweise auf der alten Eriksgata, durch Östergötland, von Ostsee, genauer gesagt der Bråviken bis Vättersee. Insgesamt 13 Tagesetappen führen vorbei an elf Klöstern oder Klosterruinen. Das Birgittinnenkloster in Vadstena und etwas südlicher das 1997 eingeweihte Kloster Heliga Hjärta, das Kloster des Heiligen Herzens am Fuß des Omberges sind die einzigen „Lebendigen“. Vorbei an diesem Kloster führt der Klosterleden von Süden kommend – von Alvastra über Rogslösa bis Vadstena, dem alten und neuen Pilgerzentrum Schwedens (neben Lund). Dieser Weganschnitt bildet zwei Tagesetappen.

Am Klosterleden: restaurierte Überreste des Klosters Vreta. Foto: Håkan Svensson (Xauxa) /commons.wikimedia.org (CC BY-SA 3.0)

Am Klosterleden: restaurierte Überreste des Klosters Vreta. Foto: Håkan Svensson (Xauxa) /commons.wikimedia.org (CC BY-SA 3.0)

Der östlich Startpunkt des Pilger- und Wanderweges ist Krokek am Kolmården. Von hier verläuft der Klosterleden in elf Etappen über Norrköping, Söderköping, Linköping, Skänninge nach Vadstena, zur Blåkyrkan und dem Schrein der Heiligen Birgitta.

Weitere Informationen zu den Etappen, sowie Kartenausschnitte und aktuelle Informationen sind unter www.pilgrimscentrum.se (schwedisch, deutsch) zu finden.

Durch fünf Klostertraditionen

Die Klosteranlagen, die den Klosterpfad durch Östergötland säumen stehen für fünf Traditionen. Während den Wallfahrern und Wanderern in Krokek, Linköping und Söderköping die franziskanische Tradition begegnet, ist es in Alvastra und Askeby die der Zisterzienser. Vreta und das junge Kloster Heliga Hjärta stehen für die benedektinische, Skänninge für die dominikanische, Vadstena schließlich für die birgittinische Tradition.

Neben den Klöstern und Klosterruinen bilden 40 Kirchen und – wie sollte es anders sein – eine vielfältige Landschaft die Kulisse auf dem Pfad durch Östergötland.

Auf der Spuren der Heiligen Birgitta (Birgitta Birgersdotter) in Östergötland pilgern!

Durch Östergötland führt ein 143 km langer Wanderweg zwischen Söderköping und Vadstena, einem Pilgerweg in mehreren Etappen, der dem Leben der Heiligen Birgitta gewidmet ist. Sie war eine einflussreiche Frau, die im 14. Jahrhundert den Erlöserorden oder Birgittenorden gründete. Als Ehefrau und Mutter von acht Kindern hatte sie Einfluss auf die mächtigen Führer ihrer Zeit sowie all die religiös orientierten Aktionen.

Autor: Mathias Grohmann – mathias_grohmann@web.de

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