Gränna, Paradies für Naschkatzen

Leuchtende Augen, lauter leuchtende Augen. In Gränna zu arbeiten muss herrlich sein, denn man sieht nur fröhliche und staunende Gesichter. Gut, ein paar überforderte Kinder, die vom Angebot überfordert sind, gibt es natürlich auch. Aber es ist einfach herrlich.

Die Rede ist von dem Ort am Vättern, der „Polkagris“ (Zuckerstangen) herstellt. Diese werden hier nicht einfach nur gemacht und verkauft, sondern die Herstellung wird zelebriert und ebenso der Verkauf. Selbst als Erwachsener fühlt man sich wie im Märchen, wenn man diese Verkaufsläden besucht. So liebevoll eingerichtet und Süßigkeiten über Süßigkeiten.

Das Besondere ist aber vor allem, dass man bei der Herstellung zusehen kann. Die Zuckerbäcker arbeiten hinter großen Glasscheiben und zeigen, wie diese verschieden Zuckerwerke gemacht werden. Der warme Zucker wird gezogen, gedreht, gerollt, geschnitten, neue Farben zugefügt – und alles mit der Hand.  Am häufigsten sind es die bekannten Zuckerstangen – Polkagris. Diese sieht man in ganz Schweden, eingewickelt in rot-weiß-gestreiften Papier. Das sind die Klassiker mit Pfefferminzgeschmack. Es gibt aber noch unzählig andere Geschmacksrichtungen und Farben. Die Weltmeister des Polkagris (Polkapojkarna) sind auf jeden Fall einen Besuch wert. Diese „Jungs“ haben ein besonders nostalgisch und geschmackvoll eingerichtetes Geschäft und lassen auch gerne von ihren noch nicht ganz abgekühlten geheimen Rezeptkreationen probieren – himmlisch, kann man nicht in Worte fassen, wie köstlich das ist.

Es werden nicht nur Stangen, sondern auch kleine und übergroße Lutscher, Bonbons, Schnitzel, Rosen usw. gefertigt. Alles aus Gränna ist handarbeit, sogar das Verpacken. Das ist das Besondere und jeder Zuckerbäcker ist stolz auf seine Rezeptur.

Die Polkagris-Bäcker liegen in einer (nicht zu verfehlenden) Straße in Gränna, dicht an dicht.  Aber Gränna ist auch sonst ein wunderschönes kleines Örtchen, direkt am großen Vättern-See, mit einer traumhaften Aussicht aufs Wasser. Die bergigie Landschaft, die sogar noch im Ort eingeflochten ist, ist sehr schwedisch und die kleinen Häuschen und der Hafen sind auch eine Reise dorthin wert. Man sollte etwas mehr Zeit einplanen, als nur „mal kurz“ die Polkagris-Herstellung zu bestaunen, denn man ärgert sich sonst, dass man keine Zeit mehr hat, den Ort zu erkunden und am Wasser ein kleines Picknick zu geniessen oder durch die Altstadt zu bummeln.

Viel Spaß in Gränna – und keine Angst: dort gibt es an jeder Ecke einen Zahnarzt……

Autorin: Katrin Wegener – katrinwegener8@hotmail.com

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