Umea

Lappland – Die Perle Nordschwedens

Lappland. Für viele Schweden-Begeisterte immer noch ein weißer Fleck auf ihrer Landkarte. Aber dennoch für Viele ein Traumziel. Warum eigentlich? Weil es so weit oben im Norden liegt? Wegen der unendlichen Weiten? Weil es dort im Winter immer kalt und dunkel ist? Im Sommer kann man dafür nicht vernünftig schlafen, weil die Sonne nicht untergeht? Weil man dort die Nordlichter sehen kann? Wegen der wunderbaren Natur? Weil es das Land am Polarkreis ist? Es könnten alle der genannten Gründe sein. Auch wenn einige eher in das Reich der Mythen gehören.

Um euch ein wenig zu helfen und die Mythen von der Wahrheit zu unterscheiden, startet hier heute eine kleine Serie über Lappland. Natürlich, um euch zu inspirieren und euch den letzten noch fehlenden Anschub zu geben, eine Reise nach Lappland zu unternehmen.

Wo liegt eigentlich Lappland?

Aber halt… hier haben wir schon das erste Problem! Wo liegt eigentlich Lappland? Im Norden Schwedens, so viel ist klar. Oder doch nicht?

Die touristische Region Schwedisch-Lappland

Die touristische Region Schwedisch-Lappland

Genau genommen: Lappland liegt nicht im Norden Schwedens. Nur ein kleiner Teil davon. Lappland selbst erstreckt sich über vier Länder: Norwegen, Schweden, Finnland und Russland. Und ist Lappland nicht auch das Land, in dem die Lappen leben? Wohnen die nicht in ihrer Kota oder ihrem Zelt draußen im Fjäll und züchten Rentiere? Klare Antwort: Nein! Es ist das Land der Sami (Singular: Same; Plural Sami). Die Sami sind übrigens das einzige in Europa anerkannte indigene Volk. Lappe wäre für einen Sami genau so ein Schimpfwort wie Nigger für Menschen mit dunkler Hautfarbe. Das sollte man nicht nur zur Kenntnis nehmen, sondern akzeptieren.

Sápmi

Würdet ihr einen Sami fragen, ob er denn in Lappland lebt, er oder sie würde mit „Nein“ antworten. Nach samischer Definition ist ihr Einfluss- oder Einzugsgebiet „Sápmi“.

Das Land der Samen - Sápmi

Das Land der Samen – Sápmi

Und damit eindeutig nicht auf Lappland beschränkt. Die Sápmi-Region reicht in Schweden bis hinunter nach Idré entlang der norwegischen Grenze. Damit eignet sich der Lebensraum der Sami also nicht dazu, das Gebiet Lappland zu beschreiben. Konkret werden sich die nächsten Beiträge hier im Schwedenblog also mit Schwedisch-Lappland beschäftigen.

Die Region Schwedisch-Lappland

Hier in Schweden ist man sich relativ einig darüber, das Norrbottens Län und Västerbottens Län die touristische Region Schwedisch-Lappland bilden.

An der südlichen Grenze Schwedisch-Lapplands liegt Dorotea

An der südlichen Grenze Schwedisch-Lapplands liegt Dorotea

Damit bildet die südliche Grenze von Västerbottens Län auch die südliche Grenze zu Schwedisch-Lappland. Nach der Erhebung 2017 leben in Schwedisch-Lappland knapp 520.000 Einwohner, also etwa 10 Einwohner pro Km². Natürlich gibt es Regionen mit deutlich weniger Einwohnern. So hat die Kommune Kiruna nur 1,1 Einwohner pro Km², die Kommune Pajala sogar nur 0,8 Einwohner/Km². Ich hatte bisher aber immer Glück und habe 1,0 Einwohner gesehen…

Was dürft ihr erwarten?

Nach dem jetzt also geklärt ist, wo denn Schwedisch-Lappland eigentlich zu finden ist, bereite ich euch jetzt darauf vor, was in den nächsten Tagen so alles auf euch zukommt.

Ich zeige euch eine stillgelegte Kupfermine, in der die Eiszapfen nicht an der Decke, sondern auf dem Boden wachsen. Eine aktive Kupfermine besuchen wir natürlich auch. Ich zeige euch Steinritzungen am Umeälven, die ihr über Kilometer hinweg am Fluss finden könnt. Wenn ihr sie denn findet… Wir unternehmen Ausflüge in den Muddus-Nationalpark und den Stora Sjöfallet. Beide gehören zum Laponia Natur- und Kulturerbe. Außer dem bringe ich euch (theoretisch natürlich nur) das Golfspielen bei. Und ihr werdet so gut sein, dass euer Golfball über eine Stunde in der Luft bleibt. Versprochen!

Das schwedische Cape Canaveral

Ich zeige euch das schwedische Pendant zu Cape Canaveral. Wir besuchen die Region zwischen Kiruna und Riksgränsen, in der auch die „Lapporten“ liegt. Wie ich finde, eine der schönsten Gegenden Schwedens. Ich stelle euch eine samische Sängerin vor, die sich auch sehr für die Rechte der samischen Minderheit engagiert.

Im Ájtte-Museum in Jokkmokk

Im Ájtte-Museum in Jokkmokk

Etwas Kultur muss auch sein, deswegen gibt es eine Privatführung mit einem der Betreiber des Gitarren-Museums in Umeå . Dazu ein Besuch des „Ájtte“, dem Svenskt fjäll- och samemuseum.

Snöscoter und Torneälven

Und auf zwei Dinge freue ich mich persönlich ganz besonders. Zum einen eine Fahrt mit dem Snöscoter (Schneemobil) zwischen Tjautjas und Kaitum, zum anderen auf die Fahrt den Torneälven entlang. Der Torneälven wäre nicht wirklich etwas Besonderes, wäre er nicht der letzte und der nördlichste der großen Flüsse in Schweden, die ich besuchen wollte.

The Beast

The Beast

Und gäbe es denn eine Straße entlang des Flusses, wie zum Beispiel am Klarälven. Zudem rechne ich demnächst mit dem ersten Schnee. Aber ich habe ja Schneeschuhe und das MTB dabei, dazu eine vierbeinige Begleiterin und ein vierrädriges „Beast“ an meiner Seite. Da die Tour erst noch gefahren werden soll, seid ihr so zu sagen „live“ dabei… Die ersten Nordlichter waren auch schon zu sehen.

Kommentare gerne gesehen

Jetzt seid ihr natürlich alle gespannt und neugierig. Hoffe ich doch? Deswegen gibt es den ersten Beitrag schon am Samstag.

Und ich persönlich würde jetzt gerne einmal von euch wissen, ob euch das Alles auch interessiert. Schließlich will ich euch nicht quälen mit langweiligen Beiträgen. Ich freue mich über eure Kommentare bei Facebook

(Bilder & Text: Jörg Solheid/Go North-The Beast; Andere Bildquelle: Wikipedia)

 

Unser beliebter Schwedenkalender 2022 wurde diesmal in Kooperation mit dem Skandinavien-Reiseveranstalter „Polarkreis Reisen“ gestaltet. Der Kalender zeigt die Schönheit Schwedens in all ihren Facetten. Er enthält die deutschen und schwedischen Feiertage (zweisprachig!), die Geburts- und Namenstage der schwedischen Königsfamilie sowie eine Übersicht über die deutschen Ferientermine - damit Du Deinen nächsten Schwedenurlaub schon einmal planen kannst! => Weitere Infos und Bestellmöglichkeit

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Der Blå Vägen – eine der Traumstraßen in Schwedisch Lappland

Der Blå Vägen durch Schweden. Bild aus Wikipedia. Fotograph: Sunehelgesson

(Foto: Sunehelgesson [CC BY-SA 3.0 , from Wikimedia Commons )

Silvervägen, Sagavägen, Blå Vägen – die schwedischen Straßen, vor allem in Lappland, tragen häufig einen Namen der Neugierde weckt. Was verbirgt sich hinter diesen Bezeichnungen?

Der Name Silvervägen lässt erahnen, um was es hier geht, nämlich um das Silber, genau genommen geht der Name zurück auf die Silbermine Nasafjäll. Dort wurde im 17. Jahrhundert Silber abgebaut. Der Silberweg, die Straße 95 verläuft durch Arvidsjaur, Arjeplog und Jäckvik. Entlang dieser Route wurde das Silber transportiert und noch heute erinnert das Silbermuseum in Arjeplog an diese Zeit.

Der Sagavägen, etwas weiter südlich, heißt auf Deutsch Märchenweg. Er verläuft von der Höga Kusten bis nach Norwegen, wo er als Sagaveien fortgesetzt wird. Man taucht hier ein in eine Märchenwelt, wird begleitet von Elfen und Trollen. Daher der Name.

Und nun zum Blå vägen. Wo liegt denn nun der Blaue Weg? Auch diese Straße verläuft in west-östlicher Richtung, beginnt in Norwegen und führt durch Schweden und Finnland, beinhaltet sogar eine Fährstrecke, und setzt sich dann sogar noch weiter fort bis nach Russland, wo sie in Pudosch endet. Ihr Verlauf durch Schweden entspricht der E12.

Wie überall in Lappland sieht man auch hier in den Sommermonaten viele Wohnmobile. Eine beliebte Reiseroute ist die Strecke durch Norwegen nach Norden, über die Grenze nach Schweden und dann auf schwedischer Seite wieder gen Süden. Hier gibt es nur relativ wenige Möglichkeiten, das Fjäll zwischen Norwegen und Schweden zu überqueren. Neben der E10 von Narvik nach Kiruna und dem Silvervägen, der von der E6 bei Storjord über die Grenze, am Pieljekaise Nationalpark entlang, über Arjeplog und Arvidsjaur bis nach Skellefteå am Bottnischen Meerbusen verläuft, gibt es weiter südlich noch die Möglichkeit von Mo i Rana über die Grenze nach Schweden zu fahren. Und hier gelangt man somit auf den Blå Vägen. Weiter südlich verläuft dann die schon erwähnte Märchenstraße, der Sagavägen zwischen Norwegen und Schweden und noch weiter südlich wäre die E14 zu nennen, die von Trondheim über Åre nach Östersund und weiter Richtung Sundsvall verläuft.

Man biegt also, um auf den BlåVägen zu kommen, bei Mo i Rana, kurz vor dem Polarkreis, von der E6 nach Osten auf die E12 ab. Nach dem Grenzübertritt gelangt man nach Hemavan, wo der nördliche Teil des berühmten Wanderwegs, des Kungsleden beginnt, und kurz darauf nach Tärnaby, Skiregion und Heimat von Ingemar Stenmark und Anja Pärson, denen hier sogar ein Museum gewidmet wurde. Weiter verläuft der Blå Vägen durch eine schöne Landschaft am Uleälven und an vielen Seen entlang nach Storuman. Immer wieder lohnt es sich hier anzuhalten, etwas zu wandern oder einfach die Natur zu genießen. Nicht weit von hier liegt das Naturreservat Vindelfjällen. Bei Storuman trifft der Inlandsvägen, die E45 auf den Blå Vägen. Weiter geht es am Umeälven entlang nach Lycksele, wo man Gammplatsen, ein Samenmuseum oder einen Tierpark besuchen kann, der alle Arten von schwedischen Tieren beherbergt. Im nächsten Ort, Vindeln führt ein Wanderweg, der Isälvleden 60 km am Vindelälven entlang nach Åmsele. In der Nähe von Vännäs vereinigen sich der Umeälv und der Vindelälv. Bei Umeå, der größten Stadt Norrlands erreicht man die Küste des Bottnischen Meerbusens. Hier mündet der Umeälv in die Ostsee. In der Nähe von Umeå befindet sich das Wasserkraftwerk Stornorrfors, das größte Schwedens. Und ebenfalls hier kann man die größte Lachtreppe Schwedens besichtigen. Zum Wandern oder Fahrradfahren bietet sich der 30 km lange Umeleden an.

Hier in Umeå endet der schwedische Teil des Blå Vägen. Will man ihn noch weiterfahren, so führt die Fortsetzung der Route erst mal auf eine Fähre. Man überquert den Bottnischen Meerbusen (diese Stelle des Bottnischen Meerbusens nennt man übrigens Kvarken) und dann geht es auf der anderen Seite in Finnland weiter. Man verlässt die Fähre in Vaasa, durchquert Finnland bis zur Grenze nach Russland bei Tohmajärvi, von wo es nochmal etwa 5 Stunden bis zum Ende des Blauen Wegs in Pudosch in Russisch Karelien sind. Die Gesamtlänge des Blå Vägen beträgt 1800 km.

Die Idee für den Blå vägen entstand 1950. 1962 wurde mit der Umsetzung des Projekts begonnen. Man wollte die Reiseverbindung zwischen Norwegen, Schweden und Finnland verbessern und damit den Tourismus fördern. 1990 wurde die Straße von der Grenze nach Russland fortgesetzt bis nach Petrozawodsk, der karelischen Hauptstadt, und im Jahr 2000 nochmal verlängert bis nach Pudosch.

Und nun fragt man sich vielleicht noch, woher kommt denn der Name Blå Vägen? Wie schon oben erwähnt, verläuft die Straße am Uleälven entlang und an vielen Seen vorbei. Also, überall tiefblaues Wasser, oben drüber der ebenfalls blaue Himmel! Und daher: die blaue Straße – der Blå vägen.

Autorin: Heide Walker – Heide.Walker@conductix.com

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Bräntberget – Umeå auf Brettern und Kufen

Bräntberget

Bräntberget unter Flutlicht. Foto: Caybaybay/ https://commons.wikimedia.org/ (CC BY-SA 3.0)

Bräntberget ist ein Hügel in Umeå. Der Hügel gehört zu einer großen Grünfläche. Unter weißem Winterkleid verwandelt sich die Anlage in ein Skimekka mitten in der Stadt. Gut, ein Skigebietchen. Doch es gibt Raum für Abfahrten, Snowboarder, Rodler und Langläufer. Mit der ein oder anderen Herausforderung. Mag es auch nur ein kleiner Skihügel sein, kann er doch der Anfang einer Sportlerkarriere sein.

Umeå ist eine Sportstadt. Und das das ganze Jahr über. Ob Indoor oder – bei der prädestinierten Lage ganz natürlich – im Freien. Mit IKSU ist einer der größten Sportvereine Schwedens in der nordschwedischen Stadt zu Hause. Sport – Breiten- und Spitzensport – gehört ausdrücklich zur Kultur der Kulturhauptstadt von 2014. Das Miniskigebiet Bräntberget mitten in der Stadt ist ein Beispiel dafür.

Bräntberget und Skigeschichte

Bräntberget ist ein idealer Skihügel für Anfänger und Familien. Zu den Nutzern gehören auch Schulen und Vereine, wie der Umeå Holmsund Slalomklubb (UHSK). Die Mitglieder des Vereins sorgen für präparierte Pisten am Bräntberget. Auch für Freizeitwintersportler. Für die zwei Schlepplifte übernimmt die Stadt die Verantwortung.

Bräntberget liegt im Osten von Stadsliden. Einer 1,6 Quadratkilometer umfassenden Grünfläche beziehungsweise Winterlandschaft in zentraler Lage. Stadsliden wird auch „Gammlia Wald“ genannt. Im Süden des Areals befindet sich das Gammlia Freilichtmuseum. Ein Teil des Västerbottens Museum, das ebenfalls hier angesiedelt ist.

Auf dem Weg zum Bräntbergsbacken bietet sich ein Abstecher in die Geschichte der Stadt und Region an. Und in die Geschichte des Skis und Skifahrens, bevor die Bretter selbst angeschnallt werden.

Das Gelände von Stadsliden bietet sich zum Langlauf an. Es gibt Runden von knapp zwei bis zu zehn Kilometern zur Auswahl.

Am Bräntberget selbst lässt sich dann Maria Pietilä Holmner nacheifern. Sie begann ihre alpine Karriere auf dem kleinen Skiberg und startet noch heute für den UHSK.

Der Skiberg bietet einen Höhenunterschied von 48 Metern. Es stehen – beleuchtete – Pisten für Skifahrer und Snowboarder zur Verfügung. Die längste Abfahrt misst 260 Meter. Klingt nicht gerade herausfordernd?! Etwas Wagemutigere können sich an kleineren und größeren Sprüngen und anderen Freestyleelementen versuchen.

Rodelbahn Bräntberget

Seit 2013 ist der Skihügel auch ein ausgewiesenes Rodelgebiet. Die Schirmherrschaft für die Rodelbahn trägt der noch junge Umeå Rodelklubb. Und das nicht nur zum Freizeitspaß. 2014 fand die – noch inoffizielle – Schwedische Meisterschaft im Sportrodeln auf Schnee statt.

Mehr zu Bräntberget unter https://visitumea.se/en/brantberget . Weitere Möglichkeiten Umeå und Umland auf Brettern und Kufen zu entdecken sowie weitere Winterfreuden unter https://www.visitumea.se/ und https://www.umea.se/.

Autor: Mathias Grohmann – mathias_grohmann@web.de

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Stora Hotellet Umeå – Salzhaltiger Glamour

Stora Hotellet Umea

Das Stora Hotellet in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Handcolorierte Variante einer Aufnahme von 1930. Foto: Swedish National Heritage Board/ Riksantikvarieämbetet /commons.wikimedia.org/

Auf 120 Jahre blickt das Stora Hotellet im nordschwedischen Umeå zurück. Es war einmal das Zentrum des öffentlichen Lebens und das beste Haus der Stadt, zugleich Handelszentrum – und Seemannsmission. Hier trafen die feine Gesellschaft und weniger feine Seeleute aufeinander. Ein Kontrast, den das Hotel nach zweijähriger Renovierung in einzigartiger Manier widerspiegelt.

Nach Jahrzehnten des Verlusts einstigen Glanzes erstrahlt das 1895 gebaute Stora Hotellet, was sich mit „Grand Hotel“ übersetzen lässt, von Neuem. Im März 2014 öffnete das Traditionshaus am Umeälven im Zentrum der letztjährigen Kulturhauptstadt Umeå nach umfassender Renovierung wieder seine Pforten.

Stora Hotellet nimmt Geschichte der Seefahrt auf

Die Seefahrttradition Umeås, die Geschichte des Hotels, insbesondere die Begegnung der Gegensätze – High Society und Seeleute – waren Vorgabe und Inspiration zur Neugestaltung des Hotels.

Das Ergebnis ist ein einzigartiges Hotel mit spektakulärer Einrichtung. Irgendwo zwischen Extravaganz, Luxus, majestätischem Schiff, Kajüte, schummriger Seemannskneipe und Moderne. Es wechseln sich grobe und feine Stoffe ab, Segeltuch und Samt, alte Sessel wurden mit weichem Leder bezogen, lange Vorhänge in maritimen blau, Muscheln und Kapitänshüte sowie Kreaturen der Tiefsee – als Wandmalereien – sind zu sehen.

Über drei Etagen reicht der Kronleuchter im Treppenhaus. Gefertigt aus Seilen und glitzernden Plexiglaselementen, soll an eine Schiffstakelage erinnern, übersät mit Kristallen. In den alten Tagen soll es ein Sport der Seeleute gewesen sein, bei jedem Aufenthalt einen Kristall aus dem Kronleuchter zu stibitzen. Mit der Zeit sah dieser wohl recht ärmlich aus.

Die Zimmer und Suiten haben auch nicht einfach nur Nummern. Die Räume beziehen sich auf das Abenteuer Seefahrt, die geheimnisvollen Kräfte der See, die Leidenschaft für das Meer, die Freiheit des weiten Horizonts auf See, den Aberglauben der Seeleute aber auch auf die Sehnsucht nach Haus und Familie.

Stora Hotellet beherbergt Sammlung samischen Handwerks

Als Tagungs-, Konferenz- und Partyraum fungiert im Stora Hotellet die Næzén Bibliothek mit einer Sammlung alter wissenschaftlicher Instrumente, Bücher und Notizen. Benannt nach dem einst „nördlichsten Arzt der Welt“ Daniel Erik Næzén. Ein vielseitiger Intellektueller und Begründer der ersten Bibliothek in Umeå. Eine seiner Leidenschaften galt der Flora sowie Kunst und Kultur in Västerbotten.

An die eigentliche Bibliothek schließt sich ein zweiter Raum an – Giisa. Giisa steht im samischen für eine Art Schatztruhe: Der Raum beherbergt eine Sammlung samischer Handwerkskunst und zeigt die samische Tradition von Umeå und der Region. Auch hier der Verweis auf Næzén, der in seiner Funktion als Bezirksarzt bei seinen Reisen vielfach mit Kultur und Bräuche der Urbevölkerung in Berührung kam.

Newcomer des Jahres

Umgesetzt wurden Neueinrichtung und Design von der Göteborger Agentur Stylt, die für unverwechselbare Konzepte steht und bereits mehr als 400 Restaurants und 250 Hotels im Portfolio hat. Darunter auch das U&Me im neuen Kulturkomplex Väven unter dessem Dach auch das neue alte „Grand Hotel“ organisiert ist.

Und unverwechselbar ist es geworden, das „großartige Hotel mit salzhaltiger Vergangenheit“. So unverwechselbar, dass es im November vergangenen Jahres in der Kategorie „Newcomer“ den renommierten Boutique Hotel Award gewann. Zudem schaffte es Gotthards Krog, das nach dem ersten Hotelmanager Gotthard Zetterberg benannte Hotelrestaurant bei den European Hotel Design Awards ins Finale.

Das Stora Hotellet ist nicht nur eine Bleibe während einer Reise nach Umeå, sondern wie es die Hoteldirektorin Anna Gemrud Mörner ausdrückt ein Reiseziel für sich.

https://storahotelletumea.se/

Autor: Mathias Grohmann – mathias_grohmann@web.de

Unser beliebter Schwedenkalender 2022 wurde diesmal in Kooperation mit dem Skandinavien-Reiseveranstalter „Polarkreis Reisen“ gestaltet. Der Kalender zeigt die Schönheit Schwedens in all ihren Facetten. Er enthält die deutschen und schwedischen Feiertage (zweisprachig!), die Geburts- und Namenstage der schwedischen Königsfamilie sowie eine Übersicht über die deutschen Ferientermine - damit Du Deinen nächsten Schwedenurlaub schon einmal planen kannst! => Weitere Infos und Bestellmöglichkeit

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Abschied von Umeå als Kulturhauptstadt

Das lächelnde Herz

Die Skulptur „Das lächelnde Herz“ wurde zum Logo der Kulturhauptstadt Umeå. Foto: David Hall /flickr.com (CC BY 2.0)

Zum feierlichen Abschied von Umeå als Europäische Kulturhauptstadt 2014 zog es rund 11.000 Menschen auf den Rathausplatz. Es war ein Abschied von einem Jahr der Höhepunkte und internationaler Aufmerksamkeit für die nordschwedische Stadt, die noch vor nicht ganz zwölf Monaten als „unbekannteste Kulturhauptstadt aller Zeiten“ bezeichnet wurde.

Am 13. Dezember, dem Tag der Heiligen Lucia, gab es den letzten großen Akt der Kulturhauptstadt Umeå. Bei bunter Lichtershow „Northern Light“ mit Künstlern aus Umeå, Sápmi und anderen Regionen Schwedens hieß es Abschied nehmen von einem aufregenden Jahr im Norden Schwedens. Im Laufe des Abends wurde das „Kulturzepter“ an die Kulturhauptstädte 2015, das belgische Mons und das tschechische Plzeň, übergeben.

„Umeå hat sich zu einer europäischen Stadt gewandelt“

Das Kulturhauptstadtjahr hat Umeå verändert. Es entstanden Hotel und Museen neu beziehungsweise wurden renoviert, die Bahnhöfe saniert, Parks angelegt, neue Veranstaltungsorte kamen hinzu. Während des Staatsbesuchs des schwedischen Königspaares konnte die Stadt im Norden Europas mit der Ausstellung Ljus från norr (Das Licht aus dem Norden) im Gare de Lyon – einem der bedeutendsten Bahnhöfe Europas und Sehenswürdigkeit von Paris – auf sich aufmerksam machen. Die Open-Air-Inszenierung der Richard-Strauss-Oper „Elektra“ durch die NorrlandsOperan konnte die Kritiker in Spanien begeistern.

Dass Umeå seinen Bekanntheitsgrad mit dem Kulturhauptstadtjahr zeigen auch die Zahlen. Bis September konnten 20 Prozent mehr Übernachtungen verbucht werden. Den größten Anteil der bis dahin gezählten Übernachtungsgäste trugen mit 84 Prozent die Schweden selbst.

Allein von Juni bis August übernachteten in den Hotels und Jugendherbergen der nordschwedischen „Hauptstadt“ fast 140.000 Gäste. Davon waren 27 Prozent ausländische Touristen. Laut schwedischem Statistikamt eine Steigerung von 58 Prozent gegenüber 2013 und mehr ausländische Besucher als je zuvor.

Die Bürgermeisterin von Umeå Marie-Louise Rönnmark sieht in dem vergangenen Jahr „einen großen Auftrieb für den Norden“. Fredrik Lundeberg, der künstlerische Direktor, sieht die Stadt „von einer lokalen zu einer europäischen Stadt gewandelt.“ In der pulsierenden Stadt, die mit ihrer aus über 150 verschiedenen Ländern Bevölkerung schon vor dem Kulturhauptstadtjahr eine reiche Kulturszene aufweisen konnte, habe das Jahr alle mitgerissen, so Lundeberg. „Jeder spricht darüber, jeder hat eine Beziehung dazu.“

Auch Kulturministerin Alice Bah Kuhnke zeigte sich nach ihrem Besuch beeindruckt von Offenheit und Engagement in der Stadt.

Auch wenn es für den künstlerischen Direktor „frustrierend sein wird“ wenn das Kulturhauptstadtjahr vorbei ist und „es sich etwas leer anfühlt“, heißt es für Umeå den Schub mitzunehmen. Lundeberg sieht die Herausforderung darin, „die Mentalität beizubehalten“. Dabei mahnt er an, dass man nicht nur auf guten Willen und Leidenschaft bauen könne. Sondern „man muss das auch finanzieren können“.

Es die Frage der Nachhaltigkeit. Alice Bah Kuhnke sieht in dem Kulturhauptstadtjahr „erst den Anfang“. Die Stadt habe eine Richtung. Der Schwerpunkt der Arbeit liege auf der Zukunft.

 

Autor: Mathias Grohmann – mathias_grohmann@web.de

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Väven – Neues Kulturzentrum in Umeå

Kulturzentrum Väven

Kulturzentrum Väven in Umeå, März 2014. Foto: Mikael Lindmark /commons.wikimedia.org/ (CC BY-SA 3.0)

Väven steht für Tanz, Theater, Musik, Film, Literatur, Geschichte, öffentliche Einrichtungen und mehr. Ein Gewebe unterschiedlicher Bereiche kulturellen und öffentlichen Lebens – „Väven“ bedeutet übersetzt „weben“ und ist der Name für das neue Kulturzentrum – und architektonische Wahrzeichen – im Zentrum der Kulturhauptstadt Umeå.

Mit Beginn des Tjakttjadálvvie, nach samischem Kalender der Frühwinter und die „Jahreszeit der Wanderungen“ neigt sich das Kulturhauptstadtjahr 2014 im nordschwedischen Umeå dem Ende entgegen. Das mit einem Höhepunkt: Am 21. November eröffnete das neue Kulturzentrum Väven. Zwei Wochen vollgepackt mit Veranstaltungen gab es zur Premiere.

„Birkenfassade“ in der Stadt der Birken

Väven entstand nach dem Entwurf der Architekturbüros Snøhetta (aus Norwegen) und White Arkitekter. Jenes Architekturbüro, das bereits am neuen Bildmuseet von Umeå beteiligt war.

In drei Jahren Bauzeit wuchs am Ufer das Kulturzentrum, ein Komplex mit einer Fläche von 24.000 m². Ein Bauwerk – eigentlich zwei miteinander verbundene Gebäude – das die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Nicht allein wegen seiner Dimensionen.

Das Bändersystem der Fassade zeigt, leicht versetzt, einen Wechsel von weißen Schichten und dunklen Fensterbändern. Es ist ein Bezug zur vorherrschenden Baumart in der „Stadt der Birken“. Gleichzeitig lässt sich die Fassadengestaltung als Inspiration durch die Strömung des Flusses, der sich in ihr und die sich in ihm spiegelt, oder als Anlehnung an gewebten Stoff interpretieren und somit auf die Nutzungsmischung verweisen.

Ein Gewebe oder Verweben unterschiedlicher Inhalte und Nutzung soll das Kulturzentrum Väven ausmachen.

Museum für Frauengeschichte im Väven

Zu dem Gewebe gehören Theater, Kino, Galerie, die Stadtbibliothek mit mehr Raum für seine Bücher- und Mediensammlung als bislang, Konferenzräumlichkeiten, genauso wie Restaurant, Bar, Café, Bäckerei und das U&Me Hotel.

Als herausragendes „Gewebeteil“ des Väven ist das Museum für Frauengeschichte zu nennen. Es ist das einzige seiner Art in Schweden. Das Kvinnohistoriskt museum will auf 700 m² unter anderem „kämpfende, findige und brillante Frauen, die vernachlässigt oder vergessen worden sind“ in den Mittelpunkt rücken, aber auch die Gegenwart betrachten.

Väven – preisgekrönte Architektur

Kaum dass das neue Kulturzentrum in Umeå eröffnet war, gab es die erste Auszeichnung. Zwar nicht für das Museum der Frauengeschichte. Am 28. November wurde Väven der Kasper Salin Preis 2014 verliehen, der prestigeträchtigste Architekturpreis des Landes. Zudem ist Väven für den Preis der Europäischen Union für zeitgenössische Architektur 2015 nominiert.

Autor: Mathias Grohmann – mathias_grohmann@web.de

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Tráhppie – „Viele Äste“ samischer Kultur

Samisches Kunsthandwerk

Samisches Kunsthandwerk ist einer der „Äste“ des Kulturzentrums Tráhppie. Foto: arctic_council/ flickr.com (CC BY-ND 2.0)

Tráhppie ist ein Begriff aus dem Umesamischen. Übersetzt heißt er so viel wie „Geweih mit vielen Ästen“. Ein solches dient als Logo des Kulturzentrums Tráhppie, des samischen Kulturhauses und Cafés in Umeå. Mit zahlreichen verschiedenen Aktivitäten – oder mittels vieler Äste – widmet sich das Zentrum der Bewahrung, Pflege und Weitergabe samischer Kultur.

Tráhppie in Gammlia

Vor zwei Jahren öffneten sich die Türen zu den hellen freundlichen Räumen von Tráhppie. Unterstützt durch EU-Mittel, von der Svenksa Postkodlotteriet und auch angesichts Umeås bevorstehenden Kulturhauptstadtjahres. Eingerichtet hat sich das Kulturzentrum in einem flachen weißen Bau auf dem Gelände des Freilichtmuseums Gammlia, in Nachbarschaft zum Västerbottens Museum und Samensiedlungen. Für den Sami-Verband Såhkie, der unter anderem die Ubmejen Biejvieh, die samische Woche in Umeå durchführt, erfüllte sich ein lang gehegter Wunsch mit dem Kulturzentrum Tráhppie.

Treffpunkt und Veranstaltungsort

Einige der „Äste“, mit denen das Zentrum samische Kultur fördert – und nach außen trägt – sind Ausstellungen, Lesungen und Vorträge, Konzerte, Workshops in denen beispielsweise samisches Kunsthandwerk vermittelt wird und natürlich Joik-Gesänge. Ebenso werden in den Räumlichkeiten Konferenzen abgehalten.

Noch bis 21. November stellt der Künstler Roland Pantze im Kulturzentrum Tráhppie aus:

Dabei will Tráhppie vor allem Treffpunkt und Anlaufstelle für Sami von jung bis alt sein. So gibt es unter anderem ein Vorschulkinderprojekt, samische Literatur oder einfach die Möglichkeit beieinander zu sitzen und die eigene Sprache zu pflegen.

Samische Esskultur

Eine Möglichkeit dazu bietet das hauseigene Café, in dem Besucher bei Kaffee und „Kaffeekäse“, Eis mit Moltebeeren oder Gáhkku – samisches Fladenbrot – mit Rentiersteak einen Eindruck samischer Esskultur gewinnen können.

http://www.sahkie.se/en/trahppie/
https://www.facebook.com/trahppie

Autor(in): Mathias Grohmann – mathias_grohmann@web.de

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Artur Hazelius – Der Gründer von Skansen

Artur Hazelius. Bild aus Wikipedia. Fotograf: Emil Hildebrand.

Artur Hazelius.
Bild aus Wikipedia. Fotograf: Emil Hildebrand.

Artur Immanuel Hazelius, ein schwedischer Philologe wurde bekannt als Gründer des bekannten schwedischen Freiluftmuseums Skansen.

Artur Immanuel Hazelius wurde am 30. November 1833 in Stockholm geboren. Seine Mutter entstammte einem Adelsgeschlecht und sein Vater, Johann August Hazelius war Offizier, Politiker und Schriftsteller. Schon im 15. Jahrhundert war die Familie Hazelius in der Gemeinde Hassela in Hälsingland ansässig, damals noch unter einem anderen Namen. Der Stammvater Jonae nahm im 17. Jahrhundert den Namen Hazelius, passend zur Herkunft der Familie an. (mehr …)

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Guitars – The Museum – Die rockige Saite von Umeå

Gitarrenmuseum Umeå

Rock and Roll in der Schule: Guitars – The Museum in der ehemaligen Vasa-Schule von Umeå . Foto: MikaelLindmark / commons.wikimedia.org/ (CC BY-SA 3.0)

Mit Guitars – The Museum hat eine der größten und komplettesten Gitarrensammlungen der Welt im Zentrum von Umeå eine neue Heimat gefunden. Besucher erwartet eine rund 500 Exponate umfassende, mit Raritäten und exklusiven Stücken gespickte Ausstellung – in vier Jahrzehnten zusammengetragene Musikkultur.

Die Eröffnung des Gitarrenmuseums war einer der ersten Höhepunkte von Umeå 2014. Am 1. Februar, zum Auftaktwochenende des Kulturhauptstadtjahres der nordschwedischen Stadt, füllte ein neuer Sound die ehemalige Vasa-Schule. Ein 100 Jahre altes Backsteingebäude in der Vasagatan, zwischen Umeå Folkets Hus und Norrlandsoperan.

Guitars – The Museum macht Privatsammlung öffentlich

Das Hauptaugenmerk der Ausstellung im neuen Gitarrenmuseum liegt auf E-Gitarren, vor allem auf Exemplaren der 1950er und 1960er Jahre. Es ist eine kleine Reise durch die Geschichte des Rock and Roll.

Ausstellungsstücke wie die 1950 Fender Broadcaster, die Gibson Flying V 1958, die 1954 Fender Stratocaster oder die Les Paul Sunburst lassen nicht nur bei manchem Erinnerungen wach werden. Sie sorgen auch weltweit für Aufsehen.

Des Weiteren sind im Guitars – The Museum E-Bassgitarren, Verstärker und anderes rund um Gitarren und deren Geschichte und Geschichten zu sehen.

Die etwa 500 Artikel umfassende Sammlung ist das Werk der aus Umeå stammenden Zwillingsbrüder Samuel und Michael Åhdén. Früh mit einer Vorliebe für amerikanische Kultur infiziert, investierten sie 40 Jahre lang Zeit, einige Mühen und Geld in ihr Hobby. Das Ergebnis dieser Leidenschaft ist eine der umfassendsten privaten Gitarrensammlungen weltweit, die im „Guitars“ der Öffentlichkeit erstmals im Ganzen zugänglich ist.

Gitarrenmuseum, Veranstaltungsort, Treffpunkt unter einem Dach

Neben der Gitarrensammlung stehen in dem ehemaligen Schulgebäude Räumlichkeiten für andere Ausstellungen wie Rock-Fotografie oder von Musik inspirierter Mode, für Vorlesungen und zur Präsentation von Neuigkeiten zur Verfügung. Zudem können Besucher den Fertigungsprozess einer Gitarre verfolgen.

Unter einem Dach mit Guitars – The Museum befinden sich ein Laden der Musikgeschäft-Kette 4Sound, Plattenladen, Restaurant und Bar, in der Gäste Kostproben aus einer Sammlung amerikanischer Whiskys nehmen können, während (an manchen Abenden) eine Band spielt.

Mehr Livemusik gibt es im Rock-Club Scharinska, der ebenfalls unter das Dach von Guitars – The Museum gezogen ist.

Weitere Informationen zu den Veranstaltungen im Scharinska und zum Gitarrenmuseum bietet https://www.guitarsthemuseum.com (schwedisch/ teilweise englisch). Zur Geschichte hinter Guitars – The Museum bietet die Homepage auch eine Version in Deutsch.

Autor: Mathias Grohmann – mathias_grohmann@web.de

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Gamla bankhuset – Die „Butterdose“ von Umeå

Alte Bank, Umeå

Gamla bankhuset in Umeå. Wegen seiner Form trägt der Bau den Spitznamen „Smörasken“, „Butterdose“. Foto: Mikael Lindmark /commons.wikimedia.org/ (CC BY-SA 3.0)

Das Gamla bankhuset, das alte Bankgebäude, ist eines der ältesten Steingebäude in Umeå. Ein kleiner Stadtpalast im Stil der Neorenaissance. Nicht weit vom Fluss, in der Storgatan 34. Vom schwedischen Staat als kulturhistorisch wertvoll eingestuft und zum Baudenkmal erklärt. Vom Volksmund Smörasken genannt.

Den Spitznamen Smörasken, zu deutsch „Butterdose“, verdankt das Gamla bankhuset in Umeå seinen abgerundeten Ecken. Im Erdgeschoss des zweistöckigen, gelben Bauwerks befanden sich einst die Schalterhalle und Büros. In der oberen Etage war die Wohnung des Bankdirektors. Sechs Zimmer sowie ein Raum für Junggesellen und Blick auf den Garten und zum Umeälven.

Grün und Aussicht wurden durch Parkplatz und Bürogebäude ersetzt. Bank ist das Gamla bankhuset schon lange nicht mehr. Heute beherbergt der Bau Tagungs- und Schulungsräume sowie UmeNet. Ein Unternehmen von Umeå Energi AB, dem Eigentümer der alten Bank.

Gamla bankhuset von 1877 bis 1879 erbaut

1865 wurde die Westerbotten enskilda banks gegründet. Die erste Geschäftsbank in Västerbotten. 1877 erfolgte der Spatenstich für das erste Bankgebäude der Gesellschaft. Den Entwurf für das Gamla bankhuset lieferte Axel Cederberg (1837-1913). Cederberg war Hofrat in Västerbotten, später Reichstagsabgeordneter. Vor allem war er Offizier und Ingenieur beim Väg- och vattenbyggnadskåren und diente von 1866 bis 1885 als Bezirksingenieur unter anderem der Stadt Umeå als technischer Berater.

1879 wurde das an einen Renaissancepalast erinnernde Gebäude fertiggestellt, das auch in Florenz stehen könnte – dem Ursprungsort des Bankwesens.

Bank blieb das Bauwerk gerade mal anderthalb Jahrzehnte. Zwar überlebte der Steinbau den großen Brand von 1888. Jedoch nutzte die Gesellschaft die Chance, nach dem Feuer eine zentraler gelegene und repräsentativere Geschäftsstelle zu eröffnen. So geschehen 1895 am Rådhusparken.

Das Gamla bankhuset wurde fortan zum Wohnhaus umfunktioniert, wurde Stadtbibliothek, Lagerraum vom Västerbottens Museum, Handelsschule. Der einstige Bankpalast kam herunter.

1980 wurde der „Repräsentant des amtlichen Baustils norrländischer Kleinstädte im 19. Jahrhundert“ unter Denkmalschutz gestellt. 1992 unterzog Umea Energi das Gamla bankhuset einer umfangreichen Restaurierung und zumindest nach außen strahlt die gelbe „Butterdose“ wie einst.

Autor: Mathias Grohmann – mathias_grohmann@web.de

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