Der Wintermarkt in Jokkmokk

Unsere Gäste sollen den Duft der Sapmi riechen, der letzten Wildnis Europas, die seit Tausenden von Jahren unsere Heimat ist.
(Helena Länta)

Traditionelles Markttreiben bei Minusgraden. Foto: Agneta Nyberg.

Traditionelles Markttreiben bei Minusgraden. Foto: Agneta Nyberg.

Es ist der wie Diamanten funkelnde Schnee, die unberührte Natur und das farbenreiche Nordlicht, dass im Winter eine Vielzahl von Anhängern und Abenteurern in die nördlichste Spitze des Landes lockt, nach Lappland. Die Schweden lieben es, und die Anhänger verehren es geradezu. Zu einem absoluten Anziehungspunkt Lapplands ist während der Wintermonate der Markt in Jokkmokk geworden, der traditionelle Wintermarkt der Sami. Die Sami, ein Volk, das mit seiner Vergangenheit Faszination übt, glänzt gerade in diesen Tagen mit einem Überschuss an Gastfreundlichkeit.

Fremde und Einheimische sind gleichermaßen gern gesehen und werden in eine Welt wie vor hundert Jahren entführt. Es ist eine ganz besondere Welt. Eine Welt des Träumens, des Verweilens und der Natur. Bereits im Jahr 1605 bestimmt der damalige schwedische König, dass auch in den nördlichen Teilen des Landes Marktplätze eingerichtet werden sollen. Zwar gab es zu der damaligen Zeit die Ortschaft Jokkmokk noch nicht, aber im Laufe der Jahre hat sie sich zu den populärsten im Norden überhaupt entwickelt, und der Wintermarkt ist weltweit einem jeden Schwedenfan ein Begriff. An dem Ort, wo man heute Jokkmokk findet, beschloss man zur damaligen Zeit, dass ein Marktplatz für das Gebiet „Lule Lappmark“ entstehen sollte. Schon ein Jahr später fand an diesem Ort der erste Markt statt. Gleichzeitig nahm man sich für diesen Moment die Zeit um Taufen, Hochzeiten und Gerichtsverhandlungen durchzuführen, denn das Volk hatte sich zu diesem Zeitpunkt an einem Ort versammelt.

Am wärmenden Feuer. Foto: Agneta Nyberg

Am wärmenden Feuer. Foto: Agneta Nyberg

Zu Beginn fand der Markt während der Papstmesse am 25. Januar statt und dauerte meist drei bis vier Wochen. Im Laufe der Jahre änderte sich der Markt jedoch, und die Dauer beschränkte sich schon in den 1940er Jahren auf zwei Tage. Schließlich stand im Jahr 1955 das 350 jährige Jubiläum vor der Tür, und so beschloss man, den Markt für Touristen und Besucher attraktiver zu gestalten. Schließlich dauerte die Festlichkeit wieder drei Tage an, und die Anzahl der Marktstände vergrößerte sich wesentlich von 20 auf bis 150. Mittlerweile findet der Markt immer am ersten vollen Wochenende im Februar statt. Neben einer Vielzahl von Verkaufsständen laden auch Versammlungen und ein Rahmenprogramm die Besucher zum Verweilen ein. Aber der Wintermarkt in Jokkmokk bedeutet auch Touren mit Hundeschlitten durch eine einzigartige Landschaft, Elchsafari und die Begegnung mit dem ewigen Begleiter der Samen, dem Rentier. So wird der Markt seit jeher gesprägt von Märchen, Sagen und Weltmusik, aber mindestens genauso von Kälte, Schnee und Dunkelheit…

Es ist ein ganz besonderes Flair in Jokkmokk – und eine Atmosphäre die einen jeden in ihren Bann zieht. Veranstalter und Besucher gleichermaßen können sich sicher sein, dass der Wintermarkt weltweit einzigartig ist und zu einem absoluten Muss bei einem Winterurlaub im Land der Sami geworden ist. An einem Wochenende besuchen 50.000 Menschen einen Ort, der nur durch einen Markt an Ruhm gewonnen hat. Dabei muss den Veranstaltern und Einheimischen jedes Jahr aufs Neue ein großes Lob ausgesprochen werden: Mittlerweile treffen sich die Sami seit über vierhundert Jahren jeden Winter auf dem Marktplatz des Ortes und nehmen die Gäste mit zu einem Spaziergang durch eine Welt voller Märchen, Legenden und Folk. Die Sami verkörpern in Skandinavien eine Kultur, die ohne Zweifel weltweit einzigartig geworden ist.
(Autor: Nancy Fischer)

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