Schwedens Beitrag zum UNESCO Welterbe

Auf dem ganzen Globus gibt es Orte, deren Bewahrung dem Interesse der gesamten Menschheit dient. Es sind unbezahlbare Schätze, entweder Kulturgüter oder besondere Naturphänomene. Zum ihrem Schutze wurde unter anderem die UNESCO gegründet. Weltweit stehen rund 500 Orte unter dem besonderen Schutz der Vereinten Nationen, ungefähr zehn befinden sich in Schweden.

Schweden ist ein Land, das nicht nur die Einheimischen, sondern auch die Touristen mit einer einmalig schönen und zum größten Teil ursprünglichen Natur begeistert und in seinen Bann zieht. Eine Vielzahl von kulturellen Highlights lockt Interessierte nicht nur in die Großstädte, sondern auch an bis heute recht abgelegene Orte des Landes.

Die Felsritzungen in Tanum. Foto: Emelie Asplund, imagebank.sweden.se

Die Felsritzungen in Tanum. Foto: Emelie Asplund, imagebank.sweden.se

Auf ihre UNESCO Weltnatur- und Kulturerbegüter sind die Schweden zurecht stolz. Diese unter besonderem Schutz stehenden Sehenswürdigkeiten sind im ganzen Land zu finden und lassen sich in ihrer Besonderheit kaum unterscheiden, geschweige denn bewerten. So finden sich an der schwedischen Westküste in dem in Bohuslän gelegenen Tanum ungefähr 3000 Jahre alte Felsritzzeichnungen aus der Bronzezeit. Auf wenigen Quadratkilometern gibt es eine ungewöhnliche Fülle und Vielzahl dieser Felszeichnungen. Der größte und figurenreichste Granitblock ist „Vitlyckehällen“. Auf diesem häufen sich die weltbekannten Figur-Ritzungen, gefüllt mit roter Farbe. Um diese Gegend für Touristen und Einheimische gleichermaßen beliebter zu machen, wurde an diesem Ort ein bronzezeitliches Dorf und ein Museum errichtet, das Interessierten das Leben vor 3000 Jahren näher bringen soll.

Zweifelsohne gehört die „Höga Kusten“ zu den beeindruckensten Landschaften in Skandinavien. Der Küstenabschnitt zwischen Härnösand und Örnsköldsvik ist UNESCO Weltnaturerbe, – hier verbinden sich Meer und faszinierende Bergwelt auf einmalige Art und Weise. Hier startet auch der Märchenweg – Sagavägen – auf dem man, begleitet von Trollen und Riesen dem Landschaftsverlauf in das südliche Lappland folgen kann.

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Schloß Drottningholm. Foto: Ola Ericson/imagebank.sweden.se

Schloss Drottningholm wurde im Jahr 1991 als erstes schwedisches Bauwerk in die Liste der UNESCO aufgenommen. Das als „“Kleines Versailles““ weltbekannte Drottningholm ist nach skandinavischem Maßstab ein ungewöhnlich großer Palast. Jährlich zieht das Schloß tausende Besucher an, die den Bau und seine Gärten frei begehen dürfen.

In der nähe von Schloss Drottningholm befindet sich ein weiteres Weltkulturerbe: Auf der Insel Björko befindet sich das ehemalige Handelszentrum der Wikinger, Birka. Hier werden archäolgoische Funde gezeigt und Holzhäuser aus der Zeit um 800 rekonstruiert.

Als technisches Wunderwerk wurde der Längstwellensender Grimeton in der Gemeinde Varberg zum UNESCO Weltkulturerben des Landes erklärt. Die Anlage verfügt über den einzigen noch funktionsfähigen Maschinensender der Welt. Dieser wurde zu besonderen Anlässen auf der Frequenz 17,2 kHz zur Ausstrahlung einer kurzen Morsebotschaft in Betrieb genommen. Eine Alexanderson-Antenne mit zwölf 2,2 Kilometer langen Kupferdrähten dienen als Sender. Diese ist an sechs, wie riesige Hochspannungsmasten aussehenden, Türmen aufgehängt. Das schwedische Militär nutzte den Sender nach dem zweiten Weltkrieg für die Kommunikation mit seinen U-Booten, da die elektromagnetischen Wellen dieses Frequenzbereiches einige Meter tief in Salzwasser eindringen können. Da das von dem Militär ausgehende Interesse jedoch mit den Jahren sank wurde die Anlage, welche sich noch in einem perfekten Betriebszustand befand, 1995 geschlossen.

Auf der beliebten Urlaubsinsel Gotland liegt die Hansestadt Visby. Mit ihren gut erhaltenen mittelalterlichen Stadtmauern schafft sie ein einmalig schönes Flair. Eine Reminiszenze an den Bergbau stellt die Engelsbergs Bruk in Västmanland dar. Aber Schweden vereint in sich noch eine Vielzahl weiterer Weltkulturerbestätten. Ein weiteres ist die Kirchenstadt Gammelstads in Luleå in Nordschweden. Hierbei handelt es sich um eine Ansammlung kleiner Hütten, in denen Familien übernachteten, die weit reisen mussten, wenn sie an Kirchenfesten teilnehmen wollten.

(Autor: Nancy Fischer)

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