Stasi spitzelte in schwedischen Kirchenkreisen

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Offenbar ist die schwedische Kirche seit den 60er Jahren bis zum Fall der Berliner Mauer systematisch vom Nachrichtendienst der ehemaligen DDR ausspioniert worden. Durch Austauschkontakte versuchte die Stasi, Namen von Systemkritikern herauszufinden und geplante Fluchtversuche zu vereiteln. Das Kirchenstift in Växjö ging mit diesen Erkenntnissen jetzt in Schweden an die Presse. Laut Radio Schweden erfuhr das Kirchenstift in Växjö erst später, nach gründlicher Untersuchung der Stasi-Unterlagen, von den Spitzeltätigkeiten. Auch die Recherchen der schwedischen Forscherin Birgitta Almgren trugen zur Aufklärung der Geschehnisse bei.

Mitte der 70er Jahre startete die Kirche in Växjö eine Zusammenarbeit mit der deutschen Kirche in Greifswald. Die schwedische Seite wollte auf diesem Weg Christen in der DDR unterstützen – die Stasi aber nutzte das Projekt, um Spione einzuschmuggeln. Um das Thema noch eingehender zu untersuchen, will der Stift nun eine Forscherkonferenz einberufen.

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