Skänninge: Kleinstadt-Idyll der Superlative

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Im Skänninge Rathaus ist das Museum der Stadt untergebracht. Foto: Mjölby kommun.

Kleine Gassen mit Kopfsteinpflaster, Holzhäuser mit Stockrosen und eine stattliche Kirche. Skänninge präsentiert sich als verträumtes Städtchen in der Gemeinde Mjölby, Östergötland. Kaum zu glauben, dass dies im Mittelalter Schwedens größte Stadt gewesen sein soll! Doch Superlative sind die Skänninger gewohnt. So findet hier jährlich der größte traditionelle Straßenmarkt des Landes statt: Beim „Skänninge Marken“ verwandelt sich die Kleinstadt in eine turbulente Super-Bowl mit über 120.000 Besuchern!

Jedes Jahr am ersten Mittwoch und Donnerstag im August stellen sich die Markthändler auf und locken zum Kaufen und Feilschen unter freiem Himmel. Der Skänninge Marken ist unheimlich beliebt, nicht nur in der Region Östergötland. Besucher kommen von weither, um dieses Volksfest einmal live zu erleben. Zuletzt waren 1700 Marktbeschicker mit ihren Ständen auf rund 5000 laufenden Metern vertreten. Obendrein unterhält Nordeuropa größter fahrender Tivoli das Skänninger Marktspektakel. Organisiert wird das Ereignis ehrenamtlich (!) vom örtlichen Sportverein – Skeninge Idrottsklubb.

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Der charmante Ort war einst Schwedens größte Stadt! Foto: Mjölby kommun.

Deutscher Besuch schon im Mittelalter

Wo ein Markt ist, gibt es oft eine lange Tradition. Handel und Wandel waren seit jeher wichtig und machten Skänninge im Mittelalter zu Schwedens größten und einflussreichsten Stadt! Es waren deutsche Händler, die hier auf Einladung Birger Jarls die Fäden zogen und das Geld zählten: fast die Hälfte aller Skänninger Einwohner stammte anno 1250 aus Deutschland! Die Deutschen hinterließen ihren Spuren im Stadtbild – Skänninge wurde nach mitteleuropäischen Vorbild angelegt und ausgebaut: Rund um den Marktplatz mit Rathaus und Kirche. Tatsächlich ist die „Vårfru-Kirche“ das einzige bis heute erhaltene Gotteshaus in Skänninge. Ihre unverhältnismäßige Größe erinnert an die enorme Blütezeit der Stadt im Mittelalter.

Historische Perlen

Doch es sind weitere historische Perlen im Skänninger Stadtgebiet erhalten. Der hölzerne „Ture-Lång“ wurde nach dem Vorbild des Bremer Roland schon im Mittelalter aufgestellt – und immer wieder erneuert (zuletzt 1989). Das klassizistische Rathaus von 1770 verströmt von Frankreich inspirierte Eleganz. Zur selben Zeit erbaut, aber typisch schwedisch, sind die Bauernhäuser Sjölingården und Sandbergsgården. Die rot getünchten Höfe mit Heimatmuseum und Gartencafé sind im Sommer ein Magnet für Tagesbesucher.

Von der Bedeutung als Klosterstadt ist in Skenninge nicht mehr viel zu sehen. Schwedens erstes dominikanisches Nonnenkloster, St:a Ingrid, wurde während der Reformation zerstört und seine Steine für den Bau der berühmten Vadstena-Kirche abgetragen. Allerdings führen heute einschlägige Pilgerpfade an dem geschichtsträchtigen Ort vorbei. Skänninge liegt in einem Cluster alter christlicher Bauten, und die Legende von Arn dem Kreuzritter soll sich genau in dieser Region abgespielt haben.

Vårfrukyrkan-Skänninge

Die Liebfrauen-Kirche in Skänninge. Foto: Svenska kyrkan.

Weitere Informationen:

Skänninge / Mjölby Touristinformation

Pilgern per Fahrrad

Vadstena

Visit Östergötland

Bjälbo-kyrka

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