Tonkrüge mit Honigbier auf einem schwedischen Mittelaltermarkt.

Schwedisches Honigbier, das Getränk der Wikinger

Brauchtum, Geschichte

Tonkrüge mit Honigbier auf einem schwedischen Mittelaltermarkt.

Honigbier hatten die Wikinger in ihren Kelchen. Auf der Mittelalterwoche in Gotland lässt er sich probieren. (Foto: Elin Kero).

Alkohol ist in Skandinavien seit jeher sehr beliebt – das galt schon in der Wikingerzeit. Schon in der Edda ist von ausschweifenden Trinkgelagen die Rede. Dass man den bärtigen Hünen aber heute den Met zuschreibt, dürfte vor allem an den Mittelalterfesten und Live-Rollenspielen liegen. Denn archäologischen Funden zufolge hatten sie wohl eher Honigbier in ihren Trinkhörnern.  

Zwar spielt Met, also Honigwein, in der nordischen Mythologie eine wichtige Rolle und wurde unter anderem als Opfergabe für die Götter gebraucht. Allerdings diente er nach heutigem Wissensstand zumindest der breiten Bevölkerung wohl kaum als Alltagsgetränk, weil er teuer und vergleichsweise aufwendig herzustellen war.

Anders Bier: Während in Deutschland heute gemäß dem Reinheitsgebot von 1516 nur Wasser, Gerstenmalz und Hopfen als Zutaten erlaubt sind, kam früher eine deutlich größere Vielfalt an Zutaten zum Einsatz. Malz ließ sich aus jedem Getreide herstellen, also auch aus Emmer, Roggen, Weizen oder Hafer. Und das wurde genutzt, weshalb das Wikingerbier nur wenig Ähnlichkeit mit dem heutigen hat. Uneinigkeit herrscht, ob die Wikinger den Hopfen schon kannten. Falls doch, kann er ihnen zumindest aufgrund seiner klimatischen Anforderungen nicht unbegrenzt zur Verfügung gestanden haben, sondern musste aus milderen Gegenden eingeführt werden. Deshalb würzte man auch mit Beeren, Gagel und Sumpfporst. Untersuchungen an Trinkhörnern belegen, dass dem Bier außerdem gerne Honig zugesetzt wurde. Der machte das Bier durch seine natürlichen Konservierungsstoffe länger haltbar und süßer.

Modernes Honigbier im Handel

Noch heute kennen wir Honigbier. Unserer modernen Variante wird der Honig noch vor der Gärung zugesetzt, wodurch der Zucker mitvergoren und das Bier kaum süßer wird. Alternativ lässt sich auch fertiges Bier mit Honig süßen und so einen kräftigen Honiggeschmack liefern. Streng genommen ist das fertige Erzeugnis dann ein Biermischgetränk, was umgangssprachlich aber ebenfalls Honigbier genannt wird. Sein Alkoholgehalt schwankt je nach Sorte zwischen knapp fünf und acht Prozent. Honigbier wird größtenteils unter Namen wie Wikingerbier, Odinbräu oder Mede vertrieben.

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