Schwedenurlaub mit Hund – Wissenswertes und Ausflugstipps

Egal ob in einem verschneiten Wald in Småland oder auf dem berühmten Kungsleden – eine abwechslungsreiche und spannende Zeit mit Hund lässt sich in Schweden fast überall erleben. Einige Dinge sollten Reisende mit Hund vorab allerdings wissen.
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Manche Hundebesitzer können einfach nicht ohne ihren Vierbeiner. Sie geben ihn ungerne in die Obhut Anderer oder wollen ihn einfach an ihrem Urlaub teilhaben lassen. Und warum auch nicht? Gerade Urlaub in Schweden ist mit Hund absolut problemlos möglich. Jedenfalls solange man weiß, welche Dinge es zu beachten gibt und welche Ausflüge mit Hund sich für Mensch und Tier so richtig lohnen.

Hunde und Ausflüge nach und in Schweden

Die Schweden haben einen Hang zur Natur und somit auch zu Tieren. Nach dem „allemansrätten“ oder Jedermannsrecht, über das wir schon einmal ausführlich berichtet haben, dürfen alle Menschen sich in der Natur aufhalten und hier etwa auch ohne Einwilligung des Grundbesitzers wildcampen. In weniger stark besiedelte Gebieten darf sogar mehrere Nächte unter freiem Himmel geschlafen werden. Und bei egal welcher Art des Ausflugs in die Natur dürfen auch Hunde die Camper, Wanderlustigen und Abenteurer begleiten. Wer also nach Schweden reist, muss sich keine Gedanken machen, dass es irgendwo mit Hund problematisch werden könnte.

Wichtig ist allerdings zu wissen, dass vom 1. März bis zum 20. August Leinenzwang herrscht. Diese Zeit dient dazu, den Wildtieren absolute Ruhe zu bescheren, die sie von März bis August unbedingt brauchen. Selbst, wenn man einen gut erzogenen und friedlichen Hund dabei hat, kann dieser durch seine bloße Anwesenheit abseits der Wege großen Schaden anrichten. Grundsätzlich sollte also auch abseits der Leinenzwang-Zeit immer darauf geachtet werden, dass der Hund weder Mensch noch Tier stört oder ihnen Schaden zufügt – doch das sollte eigentlich klar sein und unterscheidet sich nicht vom hiesigen Umgang mit Hund.

Was die Einreise mit Hund nach Schweden betrifft, gilt in Schweden wie in unseren Nachbarländern das EU-Recht. Neben ID-Kennzeichnung, Tollwutimpfung und Zollanmeldung sind einige weitere wichtige Punkte zu beachten. In der Regel aber läuft alles unkompliziert und reibungslos ab. Vorausgesetzt man ist gut vorbereitet.

Was dazwischenkommen könnte – Wichtig zu beachten!

Hunde können auf den meisten Fähren mitgenommen werden. Allerdings gibt es Ausnahmen und von Fähre zu Fähre bestehen eigene Regelungen. fotolia.de © Dvorakova Veronika (#207633536)

Viele reisen mit der Fähre nach Schweden. Das ist auch durchaus eine tolle Sache, allerdings ist sich im Vorfeld gut über die jeweilige Fährgesellschaft zu erkundigen, da von Anbieter zu Anbieter unterschiedliche Bestimmungen an Bord gelten. In der Regel ist es unproblematisch einen Hund mitzunehmen, es gibt aber nun einmal auch Ausnahmen. Selbst von Schiff zu Schiff ein und derselben Fährgesellschaft kann es Unterschiede geben.

Neben einem Hundeverbot, was fast nie vorkommt, gibt es unterschiedliche Regelungen:

  • So muss einmal schon bei der Buchung angegeben werden, ob ein Haustier mit an Bord kommt
  • Ein anderes Mal reicht eine Anmeldung beim Check-In
  • Wieder ein anderes Mal (oft bei Nachtfähren) besteht Kabinenzwang für den Hund. Dann muss meistens auch eine spezielle Haustierkabine gebucht werden, die nur in begrenzter Auswahl zur Verfügung stehen. Um eine frühe Buchung kommt man hier also nicht herum
  • An Bord der Fähren gibt es meistens gesonderte Bereiche für Hunde, in denen Näpfe und Hundetoiletten zur Verfügung stehen. Die Erfahrungen mit der Tierfreundlichkeit an Bord von vermeintlich tierfreundlichen Fährgesellschaften sind ganz unterschiedlich. Die einen berichten über eher schwierige Verhältnisse, während andere rundum zufrieden sind. Sicher sein, dass alles so ist, wie man hofft, kann man hier leider nie
  • Hunde sind an Bord immer an der kurzen Leine zu führen
  • Nicht nur für Kampfhunde besteht an Bord mancher Schiffe sogar Maulkorbpflicht
  • Wer nur eine kurze Fährüberfahrt hat, kann den Hund gegebenenfalls auch im Auto lassen

 

Ein ganz anderes Thema – aber mindestens genauso wichtig zu beachten – sind die möglichen Gefahren der Erkrankung des Hundes in Schweden. Grundsätzlich bestehen die gleichen Gefahren, wie in Deutschland auch, wobei die Anzahl der Zecken in Schweden doch noch größer zu sein scheint. Auch sie übertragen Borreliose, weshalb ein Zeckenschutz für den Hund ein Muss ist. Hinzu kommt die Gefahr von Kreuzottern für vor allem kleinere Hunde. In Schweden gibt es recht viele Kreuzottern, die gerade im Unterholz gerne einmal zubeißen. Auch deshalb sollten Hunde hier nie unbeaufsichtigt herumstreunen und spielen.

Übrigens ist die Behandlung durch einen Tierarzt in Schweden meist eher teurer als in Deutschland. Die Mitte und der Norden des Landes sind außerdem dünn besiedelt. Der Weg zur nächsten Tierklinik bzw. zum nächsten Tierarzt kann daher durchaus auch einmal etwas weiter sein. Aus diesem Grund schadet es nicht, bei jedem Ausflug eine ordentliche Notfallapotheke für den Hund dabeizuhaben.

Die schönsten Ausflüge mit Hund in Schweden

Schweden ist ein hundefreundliches Land – Auf der ein oder anderen Wanderung findet man vielleicht sogar ein „Hier-dürfen-Hunde-baden-Schild“. fotolia.de © Jonas (#246487257)

Ganz Schweden ist eher dünn besiedelt, dicht bewaldet und gewässerreich und damit für Ausflüge mit Hund im Grunde ideal geeignet. Mensch und Tier werden gleichermaßen die vielen Moore, Seen, Wildtiere und Holzhäuschen bestaunen, die einem bei diversen Wandertouren begegnen. Doch wo lohnt es sich besonders mit Hund einen Abstecher hin zu unternehmen?

  • Großer Beliebtheit (nicht nur unter Hundebesitzern) erfreut sich der „Kungsleden“, der Königsweg und hier insbesondere der nördliche Teil, der oberhalb der Baumgrenze über rund 450 Kilometer durch die Provinz Lappland führt. Ab Juli kann auch an Gebirgswanderungen gedacht werden. Informationen zum Kungsleden und genaue Ratschläge finden sich zahlreich im Netz oder in Reiseführern. Ein Blick lohnt sich definitiv!
  • Deutlich weiter südwestlich findet sich das Naturreservat „Glaskogen“. Etliche Biber, Elche und viele weitere Wildtiere lassen sich hier in freier Wildbahn beobachten, während Menschen eher rar gesät sind. Im Sommer können außerdem unendliche Sonnenstunden genossen werden; im Winter hingegen ist mit strenger Eiseskälte zu rechnen
  • Toll mit Hund sind auch die Sommerinseln „Öland“ und „Gotland“, auf denen sich eine faszinierende Flora findet. Neben Rosen und Orchideen finden Reisende auch Pfirsichbäume vor – Pflanzen, die sich sonst in ganz Schweden nirgends sonst ausbreiten. Außerdem gibt es auf den Inseln zahlreiche Runensteine und Steinhügelgräber zu besichtigen. Auch die prähistorische Schiffssetzung „Blomsholmsskeppet“ und die Felszeichnungen bei Boglösa können wunderbar mit Hund erkundet werden
  • Insgesamt stehen Schwedens Städte in wunderbarem Kontrast zur Natur. Das Hafenviertel von „Karlstad“ in der Region „Värmland“ etwa versprüht südländisches Flair und lässt sich auch mit Hund prima besichtigen. Auch der Besuch der zahlreichen Sakralbauten, historischen Rathäuser, Statuen, Industriedenkmäler, Schlösser und Burgen in Schweden ist mit Hund in der Regel unproblematisch möglich. Gerade „Göteborg, Luleå, Malmö, Skokloster, Stockholm, Umeå, Uppsala und Växjö“ sind dafür optimal geeignet
  • Weiterhin sind die waldreiche Region „Småland“, die Schärenlandschaft vor der Hauptstadt Stockholm und die „Blå Kusten“, die Blaue Küste mit ihrer „Blå Vägen“, für Hundereisen uneingeschränkt zu empfehlen.

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