Schwedens Gletscher: Kleine Perlen in der Gebirgskette

Sarek Nationalpark

Will man in Schweden Gletscher sehen, muss man hoch hinaus. Foto: Peter Rosén, Lapplandmedia

Für eine Gletscherwanderung braucht man nicht nach Grönland fahren. Auch in Schweden gibt es Gletscher! Über 250 Stück, so rechnet die schwedischen Landvermessung, liegen verstreut in den gebirgigen Regionen des Landes. Die meisten haben „wanderfreundliche“ Ausmaße: So ist der größte schwedische Gletscher, Stourrajekna, gerade mal 12,75 Quadratkilometer groß. Recht bescheiden, etwa im Vergleich zu Norwegens größtem Gletscher mit 460 Quadratkilometern oder dem isländischen Vatnajökull (Europas größter Gletscher!) mit 8.100 qkm2. Allerdings ist das Eis der mächtigen Glazialberge auch in Schweden auf dem Rückzug. Wie überall macht ein immer wärmeres Klima den Gletschern zu schaffen. In Schweden ging cirka 30 Prozent der Gletschermasse in den letzten 100 Jahren verloren.

Gletscher sind imponierende Überbleibsel der Eiszeit. In nördlichen Breitengraden und Höhenlagen ist das => Inlandeis aber nicht einfach „liegengeblieben“ – es erneuert sich auch ständig durch winterliche Schneefälle, die antauen und so zu neuem Eis „verpackt“ werden. Schmilzt im Sommer mehr Eis als im Winter hinzukommt, schrumpft das Glazialsystem , – ein allzu bekanntes Phänomen, das nicht nur Klimaforschern Sorge bereitet.

Um den schwedischen Eismassen näher zu kommen, folgt man einfach der Gebirgskette, die an der Landesgrenze zu Norwegen liegt. Hier liegen die meisten Gletscher, aufgereiht wie an einer Perlenschnur, in oft schwer zugänglicher Landschaft. Für eine Gebirgs- und Gletscherwanderung braucht es daher sorgfältige Vorbereitungen: In so genannten => Fjällkursen lernt man, wie man sicheren Fußes über Eis und Schnee gelangt. Oder man bucht einen Gletscherguide, der einen Sommer wie Winter direkt über das Eis leitet. Gefahren für Gletscherspalten sind allgegenwärtig und haben auch in Schweden schon zu tödlichen Unfällen geführt.

Wo bitte geht’s zum Gletscher?

Rapadalen

Wandern auf Skiern im Rapadalen. Foto: Sarek Nationalpark, www.nationalparksofsweden.se

Anspruchsvolle Wanderwege ab der Kebnekaise Fjällstation, Lappland, sind nur etwas für gut trainierte Outdoor-Fans. Aber die Wanderwege „Västra leden“ und „Östra leden“ belohnen mit dem faszinierendem Schauspiel der nördlichen Glazialsysteme „Björling“ und „Rabot“. Außerdem geht es hier zu Schwedens höchstem Berg – dem Kebnekaise (2097 m ü. NN).  => Weitere Infos und => Guide-Angebot

In Herjedalen liegt der südlichste Gletscher des Landes, und die Wanderung zur Helagsspitze ist ein machbares Vorhaben für den Durchschnittswanderer. Vom Pfad aus sieht man stets die weiße Decke des Helags-Gletschers, die rund 600 Meter lang und 50 Meter dick auf dem Bergmassiv liegt. => Weitere Infos

In Europas letzter Wildnis, dem Sarek Nationalpark, liegt Schwedens zweithöchster Berg: Sarektjåkkå mit 2089 m über NN. Im umliegenden Bergsmassiv konzentrieren sich zahlreiche zusammenhängende Gletschersysteme, – insgesamt hat das Sarek-Gebiet über 100 Gletscher! Gute Ausrüstung und Ausdauer sind in dem niederschlagsreichen und unzugänglichen Gebiet ein Muss. => Weitere Infos

Browser-Tipp: Eine private Seite von => Glacier Glenn, der alle schwedischen Glazialen „inventiert“ hat.

Es liegen bisher noch keine Kommentare vor.

Schreibe einen Kommentar

Facebook
Twitter
Google+
https://www.schwedenstube.de/schwedens-gletscher-kleine-perlen-in-der-gebirgskette