Schwedens Regierung will höhere Steuern für CO2-Sünder

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Kommt die CO2-Steuer in Schweden? Foto: Cecilia Larsson Lantz / Imagebank.sweden

Schweden will die Kraftfahrzeugsteuer an den Ausstoß von Kohldioxid koppeln. Die schwedische Regierung hat einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der kräftige Steuererhöhungen für alle Autos vorsieht, die mehr als 95 Gramm CO2 per Kilometer ausstoßen. Damit sollen Anreize für den Kauf umweltfreundlicher Autos, vor allem solche mit Elektroantrieb, geschaffen werden. Wer sich ein CO2-sparsames Auto anschafft, soll mit einer Umweltprämie belohnt werden. Das Steuermodell in dem Gesetzentwurf gilt für neu zugelassene Fahrzeuge; Für bereits zugelassene Autos soll die bisher festgelegte Fahrzeugsteuer gelten.

Neufahrzeuge, die zwischen 95 und 140 Gramm Kohlendioxis per Kilometer emittieren, sollen mit 77 Kronen per zusätzlichem Gramm CO2 besteuert werden, – neben der normalen Fahrzeugsteuer. Bei Autos über 140 Gramm CO2/km gibt es einen Aufschlag von 100 Kronen per Gramm. Der Vorschlag, der Anfang 2018 in Kraft treten soll, hat harsche Kritik bekommen: Fast 90 Prozent aller in Schweden üblichen Fahrzeugmodelle würden unter die „Strafsteuer“ fallen. Nach vorläufigen Berechnungen würde ein aktueller Volvo Familien-Kombi um mehrere 100 Euro im Jahr teurer werden. Der CO2-Ausstoß wird vom Hersteller angegeben und steht beim Autokauf im „Kleingedruckten“, zusammen mit dem berechneten Kraftstoffverbrauch.

Das Ziel der Regierung ist es, die Klimaziele zu erreichen und langfristig von einem fossilen Fahrzeug-Pool wegzukommen. Elektrofahrzeuge sind im Kommen, unter anderem, weil die Atomkraft in Schweden kaum in Frage gestellt wird. Trotzdem gibt es Kritik an der gezielten Steuer auf CO2, und das nicht nur von der Autoindustrie. Bewohner ländlicher und dünnbesiedelter Gebiete in Schweden wissen, dass man mit E-Mobilen aufgrund mangelnder Infrastruktur und Reichweite (noch) nicht besonders weit kommt…

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