Ostsee Schweden

Schweden Küste, Ostsee. Infos und Beiträge zum Thema.

Skellefteå – Die „Stadt des Goldes“

Skellefteå ist eine Kleinstadt an der Küste Nordschwedens. Als Stadt noch jung, doch seit Jahrtausenden besiedelt. Eine mit Holzwirtschaft und Bergbau gewachsene Industrie- und Hafenstadt. Eine Eishockeystadt. Alljährlich für ein Sommerwochenende eine Musikstadt mit zehntausenden Besuchern. Eine Stadt 200 Kilometer südlich des Polarkreises. Am Rande einer faszinierenden Welt.

Die Industriestadt ist Skellefteå anzusehen. Doch was vielleicht an städtebaulichem Reiz fehlt, gleicht die Umgebung der an der E4, etwa auf halbem Weg zwischen Umeå und Luleå gelegenen Hafenstadt aus.

Skellefteå als Eingang zu Schwedisch Lappland

Ob Baden im Sommer oder Winterschwimmen, Angeln, Vogelbeobachtung, Touren mit dem Quad, Motor- oder Hundeschlitten, Kajak- und Wandertouren oder Skifahren. Schon von seiner Lage bietet sich Skellefteå als Ausgangspunkt für Ausflüge und Unternehmungen in eine Landschaft und Kultur an, die schon so manch Nordlandreisenden in ihren magischen Bann gezogen hat.

Als südlicher Eingang zu Schwedisch Lappland wird Skellefteå bezeichnet.

Doch nicht nur als Durchgangsstation ins nördlichste Schweden hat die Stadt am Skellefteälven Aufmerksamkeit verdient.

Schwedens „Guldstaden“

Lange vor der Stadtgründung hatte Skellefteå Bedeutung als religiöser Versammlungs- und Marktplatz. Der Ursprung des Ortes wird ins 13. Jahrhundert gelegt. 1327 wird von einem Skelepht geschrieben. Wobei die Herkunft des Namens Skellefteås bis heute nicht endgültig ist.

Dafür weiß man, dass die Besiedlungsgeschichte bis 6000 vor Christus zurückreicht. Einer der bemerkenswertesten Funde in der Gegend um Skellefteå ist der Kalvträskskidor. Der älteste Ski – mit Fragezeichen – der Welt. Heute zu sehen im Västerbottens Museum.

Zwischen 1730 und 1862 erlebte der Ort einen Entwicklungsschub. Durch wachsenden Holzhandel und Bergbau. Skellefteå wandelte sich sichtbar zur Stadt

und erhielt schließlich 1845 Stadtrecht. Dennoch blieb die ländliche Prägung bis ins 20. Jahrhundert.

Weitere Erschließungen in der mineralreichen Region beförderten das weitere Wachstum der Stadt. Waren es Ende des 19. Jahrhunderts „etwas über 1000 Einwohner“, zählte man 1950 über 12000, 1965 fast 24000 Einwohner. Ab den 1950er Jahren entwickelte sich Skellefteå zur heutigen modernen Industriestadt. Seit den 1990er Jahren entwickelt sich auch die IT-Branche zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor in der Stadt.

Die massiven Erzvorkommen brachten nicht nur heutige Touristenrouten wie Silvervägen und Guldvägen hervor. Auch ihren Beinamen Guldstaden – „Stadt des Goldes“ – verdankt Skellefteå den reichhaltigen Lagerstätten im nordschwedischen Gestein.

Eine andere Seite der industriellen und damit einhergehenden städtebaulichen Entwicklung ist das Verschwinden historischer Bebauung. Doch sind auch einige Zeugnisse des alten Skellefteå erhalten.

Skellefteås historische Schätze

Allem voran zu nennen sind Bonnstan und Nordanå. Bonnstan, die Kirchstadt. Eine der besterhaltensten  Kirchstädte des 19. Jahrhunderts, deren Existenz allerdings bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht. Die Kirchstadt spielt auch heute noch eine Rolle im religiösen wie sozialen Leben der Stadt. Kirchtag und Mittsommer werden begangen und während des Sommers ist Bonnstan Veranstaltungsort.

Zur einen Seite der Kirchstadt liegt die sehenswerte Landsförsammlings Kyrka. Das neoklassische Bauwerk birgt mit der Sakristei von 1507, Kruzifixen und der der einer Skulptur von St. Georg aus dem 15. Jahrhundert sowie der Skelleftemadonnan aus dem 12. Jahrhundert wahre Kulturschätze.

Ein paar Schritte weiter führt die Lejonströmsbron über den Skellefteälven. Es ist Schwedens älteste erhaltene Holzbrücke. 1809 standen sich hier russische und schwedische Truppen gegenüber.

Zu Bonnstans anderer Seite schließt sich das Kultur- und Erholungsgebiet Nordanå an. In der Anlage befinden sich unter anderem Kulturzentrum, das kulturhistorische Skellefteå Museum und ein kleines Museumsdorf.

Musikfestival lockt Zehntausende nach Skellefteå

Auf dem Gelände von Nordanå findet alljährlich im Juli das Trästockfestivalen statt. Die 1991 aus der Taufe gehobene Veranstaltung ist das größte kostenlose Musikfestival Schwedens. Auf den Bühnen wechseln sich bekannte Musiker und Nachwuchskünstler aus der Region ab. Neben Musik gibt es Film-, Tanz- und Theaterveranstaltungen.

In der Spitze lockte das Festival schon mal 34000 Besucher nach Skellefteå – das nicht ganz 33000 Einwohner zählt.

Ein anderes Festival der Stadt ist das Matfesten. Ein großes Volksfest rund ums Essen. Es findet am letzten Augustwochenende statt und bildet den festlichen Abgesang auf den Sommer.

http://visitskelleftea.se/

 

Autor: Mathias Grohmann – mathias_grohmann@web.de

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Pataholm – Auf einen Kaffee ins 19. Jahrhundert

Etwas abgelegen ist Pataholm einer jener verträumten Orte, die entdeckt werden wollen. Wer sich in das Küstenörtchen „verirrt“, dem weht nicht nur Seeluft um die Nase. Pataholm versprüht eine ordentliche Prise Nostalgie. Der Flecken hat sich das Antlitz des 19. Jahrhunderts bewahrt.

Fast scheint es, die Zeit sei stehen geblieben in Pataholm. Dem idyllischen Örtchen am Kalmarsund mit seinen gepflasterten Straßen und schmucken Holzhäusern. Von Wiesen, Feldern und Wald umgeben. Wobei die Stattlichkeit der Häuser doch überrascht.

So verschlafen, wie Pataholm sich, rund 30 km nördlich von Kalmar in der Gemeinde Mönsterås, heute zeigt, ging es hier nicht immer zu.

Pataholm ist Schwedens kleinste Marktstadt

Bereits im 16. Jahrhundert etablierte sich Pataholm als Handelsplatz. Ein Treiben, dem mit Verboten nicht beizukommen war, so dass die Oberen dem Marktplatz schließlich auch das Marktrecht verliehen. Pataholm wurde eine Minderstadt (köping), ein Ort mit eingeschränktem Stadtrecht.

Pataholm stieg zu bedeutendsten Handelsplatz an der Küste von Småland auf. Damit einher etablierten sich Handwerk und Werften. Mit dem Bau von Segelschiffen erlebte das Städtchen im 19. Jahrhundert seine Blütezeit, die sich im Ortsbild widerspiegelte.

Dank des Engagements und der liebevollen Pflege durch die Einwohner – heute sind es 20 – erscheint Pataholm, wie in den besten Zeiten. Nur nicht mehr so lebhaft – außer vielleicht zu Mittsommer.

Heimatmuseum und Selbstgebackenes

Zwei der stolzen Kaufmannshäuser – Hullgrenska gården und Harbergska gården – wurden in ein Heimatmuseum verwandelt. Neben der Einrichtung im Stil des 19. Jahrhunderts gibt es Landschaftsmalerei zu sehen. Unter anderem von Oscar Hullgren, von dem einige Werke auch im Nationalmuseum Stockholm sowie im Kunstmuseum von Göteborg ausgestellt werden.

Kunsthandwerker stellen Silberschmuck und Keramik aus. Schmuck bietet auch der Laden Fröken Caroline an, dazu Hüte und Leinenkleider im eigenen Design.

Seltenheitswert genießt die Breite der Ausstellung im Fotomuseum von Pataholm. So lässt sich die Entwicklung von Fotoapparaten und Zubehör vom späten 19. Jahrhundert bis in die 1960er Jahre verfolgen. Genauso wird die Einrichtung eines frühen Fotostudios gezeigt.

Vervollkommnet wird das Flair der Vergangenheit mit dem Café Förlig Wind im Hullgrenska gården. Benannt nach einem der beiden letzten in Pataholm gebauten Frachtsegelschiffe lädt das Café während der Sommermonate zu Kaffee – aus fairem Handel – und zu Waffeln, Sandwiches und selbstgebackenem Kuchen ein.

 

Autor: Mathias Grohmann – mathias_grohmann@web.de

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Die langen Kerle von Öland

Leuchtturm Långe Jan

Am südlichen Ende von Öland: Der Långe Jan. Foto: Kevin Cho/ https://commons.wikimedia.org/ (CC BY-SA 4.0)

Die langen Kerle von Öland sind Wächter und Orientierungspunkte. Manchmal schwankend, doch immer Achtung gebietend versehen sie ihren Dienst. Längst sind die langen Kerle Wahrzeichen der Sonneninsel in der Ostsee. Allen voran der Långe Erik und der Långe Jan.

Man muss einfach zu ihnen aufblicken. Majestätisch bauen sich die langen Kerle an den Küsten Ölands auf. Der Långe Erik (deutsch: Langer Erik) und der Långe Jan (deutsch: Langer Jan) sind im wahrsten Sinne des Wortes die herausragendsten Exemplare.

Der eine steht an der Nordspitze der Ostseeinsel, wo der starke Ostwind schon manch Schiff in flaches Gewässer trieb und auf Grund laufen ließ. Der andere markiert die Südspitze von Öland, wo gefährliche Riffs lauern. An diesen Unwägbarkeiten vorbei geleiten die langen Kerle – der ein nahezu, der andere bereits über zwei Jahrhunderte – Schiffe mit ihrem weithin sichtbaren Leuchtfeuer.

Wahrzeichen im Norden von Öland

Im äußersten Norden von Öland, auf der Insel Stora grundet, steht der Långe Erik. Mit seinen 32,1 m geleitet der Leuchtturm seit 1845 Schiffe durch die tückische See. 13,8 Seemeilen, rund 26 km weit reicht sein Leuchtfeuer.

Ursprünglich gab der Leuchtturm drei Personen Beschäftigung, die mit ihren Familien am Fuße des aus Kalkstein gemauerten Turmes lebten. 1976 wurde auf unbemannten Betrieb umgestellt.

Mittlerweile ist der lange Erik eines der bekanntesten Wahrzeichen von Öland und im Sommer für Besucher geöffnet. Gegen Eintritt führen 138 Stufen zum

Leuchtturm Långe Erik

Der Långe Erik an der Nordspitze von Öland. Foto: David Castor/ https://commons.wikimedia.org/

Aussichtsbalkon in 28 m Höhe. Belohnung ist der Blick über den Norden Ölands und vielleicht eine Ahnung über die Gefahren für die Schifffahrt. Bei starkem Wind bewegt sich die Spitze des Leuchtturms bis zu 60 cm.

Schwedens höchster Leuchtturm

Auf der Landzunge im Süden von Öland thront der „große Bruder“ von Erik. Der Långe Jan. Er ist einige Jahre älter und überragt mit 41,6 m sein Pendant im Norden um einiges. Der lange Jan ist Schwedens höchster Leuchtturm. Um auf dieses stattliche Maß zu kommen, brauchte Jan einige Jahre. Als 1785 sein Licht erstmals erstrahlte, brachte es das Bauwerk auf „nur“ 36 m.

Bereits ein Jahrhundert zuvor gab es Pläne für einen Leuchtturm an Ölands Südzipfel. Doch erst 1784, andere Angaben nennen das Jahr 1778, wurde mit dem Bau begonnen. Vorlage waren Zeichnungen von Carl Johan Cronstedt.

Das Baumaterial für den im Durchmesser 12 m messenden Turm lieferte die Sankt-Johannes-Kapelle des Fischerdorfes Kyrkhamn. Im Zuge der Reformation wurde die Kirche zerstört. Heute erinnert ein Steinkreuz an das Gotteshaus.

Seit 1980 arbeitet auch der Långe Jan automatisiert. Sein Licht trägt 26 Seemeilen weit, fast 50 km.

Wie sein „kleiner Bruder“ im Norden ist auch der lange Kerl im Süden Ölands für Besucher zugänglich. Diesmal müssen ein paar Stufen mehr genommen werden. 197 sind es bis zur Aussichtsplattform mit Blick über den Süden der Insel und den Kalmarsund.

Die Gebäude zu Fuße des langen Jan gehören zur Vogelwarte Ottenby.

 

 

Autor: Mathias Grohmann – mathias_grohmann@web.de

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Schloss Kalmar

IMG_4520Die Geschichte von Schloss Kalmar beginnt im 12. Jahrhundert. Damals wurde ein Verteidigungsturm gegen Piraten und andere Feinde an dem Platz errichtet, an dem das Schloss heute steht, nämlich auf einer Halbinsel an der Ostsee, umgeben von einem heute mit Gras überwachsenen Burggraben. Zu jener Zeit wurde Kalmar offiziell zur Stadt ernannt. Unter der Regentschaft von König Magnus Barnlock wurden Ende des 13. Jahrhunderts mehrere Türme und eine Ringmauer gebaut. Durch den Eingang, der sich im großen Turm befindet, gelangte man damals wie auch heute noch ins Schloss. Bei seiner Fertigstellung war das Schloss Kalmar eines der modernsten Gebäude Schwedens.

Während mehreren Jahrhunderten war Schloss Kalmar eine mächtige Festung. Das Schloss lag dank seiner Nähe zu Dänemark strategisch günstig. Bis 1658 waren Schonen, Bleckinge und Halland dänisches Territorium, bis es von den Schweden erobert wurde.

Im Mittelalter war das wichtigste Ereignis in Kalmar die Bildung der Kalmarer Union. Im Jahr 1397 wurde innerhalb der Schlossmauern das erste Abkommen von Vertretern von Dänemark, Norwegen und Schweden unterzeichnet. Königin Margaret war die große Treiberin dieser Union. Die Absicht war, die drei Königreiche in einer einzigen Monarchie mit gemeinsamer Außenpolitik näher zusammen zu bringen. Diese starke Allianz würde ein Gegengewicht zur politisch mächtigen Gemeinschaft der deutschen Stadtstaaten der Hanse bilden. Die Union wurde erst mit der Krönung Gustav Vasas im Jahre 1523 aufgelöst.

Schloss Kalmar war der erste Aufenthaltsort für Gustav Wasa nach seiner Flucht aus Dänemark. Es gibt deswegen auch einen Brunnen und ein Monument zu seinen Ehren. In der Zeit der frühen Vasakönige wurde die mittelalterliche Festung in einen Renaissancepalast nach dem Vorbild europäischer Höfe umgebaut. Der damalige Stil wurde in vielen Teilen des Schlosses bis heute beibehalten. Die Könige dieser Zeit heuerten berühmte Künstler und Zimmerleute an, um das Schloss zu modernisieren. In der Goldenen Halle befindet sich die goldene Decke, heute einer der besterhaltenen Schätze von Schloss Kalmar.

Nach dem Friedensvertrag von Roskilde im Jahr 1658 verlor Schloss Kalmar seine Bedeutung als wichtigste militärische Bastion Südschwedens. Königlicher Besuch wurde selten und sogar die luxuriösesten Zimmer des Schlosses wurden für weniger vornehme Zwecke verwendet. So wurden einige Räume zu Verließen, Lagerräumen und sogar eine Distillerie fand dort für kurze Zeit Platz.

Das Schloss Kalmar ist ein bedeutendes Wahrzeichen der Stadt. Historisch betrachtet war es Schauplatz bedeutender internationaler Politik, höfischer Intrigen, feuriger Belagerungen und heftiger Kämpfe. Heute ist das Schloss Kalmar ein lebhafter und wandlungsfähiger Ort, der von vielen Leuten besucht wird.

Im Sommer wird das Schloss ganz in Kinderhand gegeben. Die Mädchen können sich als Prinzessinnen verkleiden und sogar eine echte treffen. Die Jungs, oder natürlich auch Mädchen können den schwarzen Ritter zum Kampf auffordern und eine Ritterprüfung mit verschiedenen Aufgaben ablegen. Am Schluss werden sie feierlich zum Ritter geschlagen und erhalten eine Urkunde und eine Kette. Auch eine spannende Schatzsuche steht auf dem Programm.

Schloss Kalmar ist also wirklich für die ganze Familie einen Besuch wert, der sich auch gerne immer wieder wiederholen lässt.

 

 

 

 

Autor(in): Karin – kainer@sfw-media.com

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Stora Karlsö – Zur „Esche des Linné“

Tordalken auf Stora Karlsö

Bevölkern Stora Karlsö zu Tausenden: Tordalken, auch Pinguine des Nordens genannt. Foto: neekoh.fi/ flickr.com (CC BY 2.0)

Stora Karlsö begrüßt Besucher mit mächtigen, steilen Felswänden. Teils ragen sie bis zu 45 Meter aus dem Wasser. Entstanden aus Korallenriffen. Zu einer Zeit als Gotland noch am Äquator lag. 400 Millionen Jahre später ist diese zu Stein gewordene Unterwasserwelt ein „Naturkleinod des Nordens“.

Die Insel Stora Karlsö liegt etwa 6,5 Kilometer westlich von Gotland. Gerade zweieinhalb Quadratkilometer groß, zählt das aus zwei Korallenriffen des Urmeeres entstandene Kalksteingebilde zu den herausragenden Naturschutzgebieten Schwedens. Dass die Insel zu einem solchen wurde, ist einer Pionierleistung zu verdanken. (mehr …)

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Mönsterås und Timmernabben

Zentrum von Mönsterås Foto: wikipedia.de

Zentrum von Mönsterås
Foto: wikipedia.de

Mönsterås und Timmernabben – zwei Urlaubsorte an der schwedischen Ostseeküste zwischen Kalmar und Oskarshamn, in der Provinz Kalmar, im schönen Småland. Diese beiden Orte gehören mit zu den wichtigsten Urlaubsorten an der schwedischen Ostseeküste mit Wald, Wasser und Felsen. Sie liegen beide am Kalmarsund vor der Insel Öland. Diese Landschaft ist typisch schwedisch. Von Mönsterås aus gibt es auch eine Fährverbindung nach Borgholm auf Öland.

Die Küste ist hier teils sehr zerklüftet, ca. 150 km lang und man findet hier ca. 300 kleine schärenartige Inseln, die zusammen grösser als ein viertel Hektar sind, viele Felskuppeln, die aus dem Wasser gucken  und ein waldreiches Hinterland. Diese Gegend eignet sich sehr für Aktivurlaub, z. B. findet man hier einen Golfplatz, viele Rad- und Wanderwege, Reiterhöfe und Kanuverleih.

Der Ortsteil Timmernabben liegt südlich von Mönsterås und ist eingebetet von zahlreichen Badestellen, teils bewacht und auch mit Sprungturm. Eine seehistorische Ausstellung in einem Fachwerkhaus erinnert heute noch an die maritime Vergangenheit von Timmernabben. Früher war hier ein Verladehafen für Holz aus dem Inland. Auch gab es hier mehrere Werften. Ferner ist Timmernabben auch bekannt für seine Herstellung von Karamellbonbons, die man hier noch direkt ab Fabrik kaufen kann. Auch für die Keramikherstellung ist Timmernabben über die Grenzen bekannt. Für weniger schöne Sonnentage gibt es in Monsterås auch noch den „Vattenpalats“ den Wasserpalast, ein Hallenbad, das ganzjährig geöffnet hat.

Es gibt in Mönsterås und Timmernabben viele Ferienhäuser und Wohnungen, u.a. auch einen umgebauten Leuchtturm, mitten im Kalmarsund. Dieser Leuchtturm, Dämanns fyr, der auf Granit steht, das im Jahre 1873 von der Insel Blå Jungfrun hierher gebracht wurde, war bis 1969 in Betrieb und wurde dann zu einem Hotel und Restaurant ausgebaut.

Ca. 1 km südlich von Mönsterås befindet sich noch die alte Klosterruine Kronobäck, die im Jahre 1290 als Hospital gebaut wurde und 1482 von Mönchen des Johanniterordens zum Kloster umgebaut wurde. 1940 wurde mit der Freilegung der Ruine begonnen und heute findet hier jedes Jahr ein Mittelalterfest statt.

Südlich von Timmernabben befindet sich noch der kleine Ort Pataholm, der sich sein Erscheingungsbild aus den vergangenen Jahrhunderten bewahrt hat. Hier hat sich nicht viel verändert. Dieser Ort ist gleichzeitig wie ein kleines Freilichtmuseum aus vergangener Zeit.

 

Autorin: Susanne Schneck

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Schwedens Geschichte: Eine europäische Großmacht

Karte Schweden von Gustav Vasa bis 1660

Eine europäische Großmacht: Die Karte zeigt die Erwerbungen des Schwedischen Reiches von Gustav Vasa bis 1660. Abbildung: Memnon335bc /commons.wikimedia.org/ (CC BY 3.0)

Im 17. Jahrhundert erlangte Schweden die Stellung als europäische Großmacht. Das Königreich am Rande Europas eroberte die Vorherrschaft über die Ostsee. Selbst München ist vor schwedischen Truppen nicht mehr sicher. Doch Schwedens Geschichte ist in dieser Zeit nicht nur von einer expansiven Außenpolitik gezeichnet. Innenpolitisch fördert und erfordert die Großmachtstellung zahlreiche Reformen. Reformen, die das schwedische Staatswesen bis heute beeinflussen. (mehr …)

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Sölvesborg und die leuchtenden Bögen über Sölvesborgsviken

Sölvesborgs-Brücke

Neues Wahrzeichen von Sölvesborg: Die Sölvesborgsbron. Foto: Adville /commons.wikimedia.org/ (CC BY-SA 3.0)

Sölvesborg ist ein 8.400 Einwohner zählendes Städtchen und Hauptort der gleichnamigen Gemeinde an der südschwedischen Küste. Der Ort hat eine Burgruine, die mittelalterliche Kirche, den historischen Ortskern mit Kopfsteinpflastergassen, Wald und Strand. Und Sölvesborg hat die Sölvesborgsbron – die längste Fußgänger- und Radfahrerbrücke Europas.

Mittelalterliches Sölvesborg

Die Geschichte von Sölvesborg beginnt im Mittelalter. Ende des 12. Jahrhunderts wurde die Stadt zwischen Ryssberget und Ostsee, am westlichen Ufer der Sölvesborgsviken gegründet. Im Schutz der Burg, die der Stadt den Namen gab, gedieh der Ort an der Hauptverbindungsstraße zwischen den damals dänischen Provinzen Skåne und Blekinge zum Zentrum des im 14. Jahrhundert eingerichteten Sölvesborgs län. Während ihrer Blütezeit war die Stadt nicht selten Gastgeber dänischer Herrscher auf ihren Reisen.

Das einzige aus der Gründungszeit noch erhaltene Gebäude ist die Nikolaikirche. Bemerkenswerterweise lässt sich auch heute noch anhand des Straßenverlaufs im Zentrum von Sölvesborg die mittelalterliche Stadtplanung erkennen. Trotz des nahezu alles zerstörenden Feuers von 1801.

Nachdem in der Stadt Ende des 18. Jahrhunderts kurzeitig Porzellan hergestellt wurde, folgte Mitte des 19. Jahrhunderts eine Blüte durch Branntweinherstellung. Später kamen Glasfabrik und Werft. Beide schlossen die Türen 1982.

Urlaub in Sölvesborg 

Von den alten Industrien ist kaum etwas geblieben. Wichtige Arbeitgeber sind Papierfabriken und die Fischwirtschaft im Umfeld der Stadt. Sowie der Tourismus.

Sölvesborg Nicolaigården

„Nicolaigården“ in Sölvesborg. Im Hintergrund der Turm der Nikolaikirche. Foto: Henrik Sendelbach /commons.wikimedia.org/ (CC BY-SA 3.0)

Während der Sommermonate zieht es Tausende Gäste in die Stadt und Gemeinde im südwestlichen Blekinge. Sei es zum Sweden Rock Festival in Norje auf das Stadtfest Killebom, in den Wald vom Ryssberget, auf die Halbinsel Listerlandet: Fischerdörfer, Strände wie Sandviken und Torsöviken, Natur und Vogelschutzgebiet(e). Zwischen Hanöbucht und Insel Hanö im Osten und der Bucht von Sölvesborg – mit der Sölvesborgsbron.

Mit Europarekord über die Bucht von Sölvesborg

Sölvesborg wächst. Am Westufer der Sölvesborgsviken die Altstadt, am Ostufer, auf Listerlandet, der neue Stadtteil Ljungaviken. Alt und neu sind mit über 500 Kubikmetern Beton, 800 Tonnen Stahl, Edelstahl und Eisen und mehr als 2000 Kilogramm Schrauben, Muttern und Unterlegscheiben miteinander verbunden. Im Frühjahr 2013 wurde die Sölvesborgsbron von Fußgängern und Radfahrern eingeweiht.

760 Meter lang ist der hölzerne Fuß- beziehungsweise Radweg über die Bucht von Sölvesborg. Vom Gästehafen, mit einem Knick über die Insel Kaninholmen und mehreren Aussichtspunkten zum neuen Wohnquartier und Erholungsgebiet auf Listerlandet. Es ist die mit Abstand längste Brücke für Fußgänger und Radfahrer Europas.

Markantes Merkmal der Brücke sind die drei 17 Meter hohen Bögen zur Stadt hin, in die 24 Beleuchtungskörper eingebaut wurden. Zusammen mit weiteren über die gesamte Länge verteilten Lichtquellen lassen sie die Brücke in nahezu allen möglichen Farben leuchten. Dabei ist die Farbfolge und Lichtintensität nicht willkürlich. Sie folgt – unter anderem aus Rücksichtnahme auf das hohe Vogelaufkommen – der Natur, den Jahres- und unterschiedlichen Nachtzeiten. Nebeneffekt dieses „leuchtenden Beispiels“ der Bemühungen zur „Förderung umweltfreundlicher Verkehrsträger“: Sölvesborg ist um eine Sehenswürdigkeit und ein Wahrzeichen reicher.

Autor: Mathias Grohmann – mathias_grohmann@web.de

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Norrbyskär und die Norrbyskären – Inselidyll von nationalem Interesse

Ehemalige Arbeiterwohnung an der Långgrundgatan.

Im Musterort Norrbyskär: Ehemalige Arbeiterwohnung an der Långgrundgatan, auf der Insel Långgrundet. Foto: Atteism /commons.wikimedia.org/

In Norrbyskär zu leben galt einst als Privileg, die Norrbyskären „bedeuteten die Welt“: Ende des 19. Jahrhunderts entstand auf ein paar unbewohnten Inseln im Bottnischen Meerbusen eine der größten Sägewerksanlagen Europas. Gleichzeitig wurde eine neue Gemeinde gegründet. Eine Modellgemeinde für Arbeiter und Angestellte, die „ideale Gesellschaft im Ozean“ sollte entstehen. Ein industrielles und kulturelles Erbe, dessen Erhalt von nationalem Interesse ist. Und ein beliebtes, eines der bedeutendsten Touristenziele in der Region.

Die Inselgruppe Norrbyskären liegt 40 Kilometer südlich der Kulturhauptstadt 2014 Umeå.  Etwa eine Viertelstunde dauert die Fährüberfahrt von dem Örtchen Norrbynan der Küste von Ångermanland, zur Anlegestelle auf Stuguskär, einer der größeren Inseln des Archipels im südlichen Kvarken.

Insgesamt zählen die Norrbyskären gut 70 Inseln und Inselchen, die sich vom Eis geformt vor rund 10.000 Jahren herausbildeten. Und noch heute verändert sich das Antlitz dieser Schären beständig. Zum einen wegen der anhaltenden Landhebung. Zum anderen erobert die Natur zurück, was ihr einst die industrielle Blüte nahm.

Die „ideale Gesellschaft“ von Norrbyskär

1890 kaufte Frans Kempe, einer der Begründer der Mo och Domsjö AB (heute Holmen AB), zur Erweiterung seines Unternehmens die menschenleeren Inseln in der Ostsee. Innerhalb eines Jahrzehnts entstanden eines der modernsten Sägewerke Europas – ein dampfgetriebenes Sägewerk – und die Gemeinde Norrbyskär nach Kempes Vorstellung einer idealen Gesellschaft.

Dabei reichten die Leistungen der Sägewerksgesellschaft von der Wiege bis zur Bahre: Hebammen, medizinische Versorgung, Renten- und Krankenversicherung, kostenlose Wohnungen samt Flächen für Gemüseanbau und elektrischem Licht, eine für damalige Verhältnisse gute Schule, Badehaus, Freizeiteinrichtungen. Der Preis für den hohen Lebensstandard und hohe Gehälter waren die Abhängigkeit  der Arbeitnehmer und Kontrolle beziehungsweise strikte Vorschriften die Lebensweise betreffend. Frans Kempes regierte „seine“ Inseln autokratisch. Dazu zählte auch das Verbot gewerkschaftlicher oder politischer Aktivitäten.

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Freizeitgestaltung in Norrbyskär: Die Kegelbahn. Foto: Bengt A Lundberg, Swedish National Heritage Board /commons.wikimedia.org/ (CC BY 3.0)

Seine Hochzeit erlebte Norrbyskär in den 1920er Jahren. Mit der Wirtschaftskrise begann der Niedergang. 1952 schloss das Sägewerk und so jäh wie die Gemeinde von Norrbyskär aufblühte, verging sie wieder. Von den einst 1.400 Inselbewohnern blieb keiner. Die letzten Familien zogen in den 1960er Jahren weg. Spätere Neuansiedlungen scheiterten. Unter anderem auch daran, dass der Fährbetrieb eingestellt wurde.

Von der Industriebrache zur Sommerfrische

1977 erwarb die Gemeinde Umeå die Norrbyskären. Und seit den 1980er Jahren erlebt die Inselwelt von April bis September erneut eine Blüte – als Touristenziel und Sommeridyll. Zudem beleben alljährlich Künstler und ihre Werke den Archipel. Im Jahr 2014 diente die Inselkulisse im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres Umeå 2014 Fotografien, Gemälden und textiler Kunst. Mit Giessie, dem samischen Sommer, beginnt die Ausstellung „Vingar“.

Neben Kunst erwartet Besucher auf den Inseln rund um Norrybskär eine Mischung aus Industrie- und Kulturgeschichte und Natur. Was von der einstigen Sägewerksgemeinde noch nicht gänzlich verfallen oder verschwunden war, zeigt sich wieder hergerichtet. Ob die alten Arbeiterhäuser, die wie an einer Schnur aufgereiht sind, heute als Domizil für Sommerfrischler, das Anwesen des Fabrikdirektors, heute als Hotel und Restaurant oder die alte Maschinenhalle, in der das Norrbyskärs museum eingerichtet wurde. Das Museum berichtet – sowohl im Museum selbst, als auch auf einem historischen Pfad – vom Leben in der Sägewerksgemeinde auf den nordschwedischen Inseln.

Zu diesem Leben gehört auch, dass kaum ein Flecken unberührt blieb. Doch mit dem Niedergang der Sägewerksgesellschaft eroberte sich die Natur Flächen zurück. So lassen sich beispielsweise im Erlenwald auf Tannskär zwischen den Bäumen die Spuren des früheren Hobelwerks entdecken. Zudem finden sich Küstenlaubwälder „von höchstem Naturwert“.

Wertgeschätzt wird das Inselreich um Norrbyskär mit seiner außergewöhnlichen industriellen und kulturellen Vergangenheit auch als Reichsinteresse. Auch filmisch wird der besonderen Geschichte der Norrbyskären und der mit ihr verbundenen Menschen gedacht:

1994 erschien das Doku-Drama von Runar Ekberg „Skären som var världen“, zu deutsch „Schären, die die Welt bedeuteten“.

Mehr zur Vergangenheit und Gegenwart des Archipels unter:

https://visitnorrbyskar.se/

https://www.norrbyskar.se/

Autor: Mathias Grohmann – mathias_grohmann@web.de

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Schwedens Geschichte: Beginn der schwedischen Expansionspolitik

Reval im Jahre 1561

Im Zuge seiner Expansionspolitik errang Schweden die Herrschaft über Reval. Die Abbildung zeigt die Stadt im Jahr der Eroberung, 1561. Aus: Baltischer Kulturhistorischen Bilder-Atlas 1886 /commons.wikimedia.org/

Nach Auflösung der Kalmarer Union war Schwedens Geschichte von der Begründung und dem Aufstieg der Vasa-Dynastie geprägt. Dominierten zunächst die inneren Probleme die Politik, zeichnet sich in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts ein Wandel ab – der Beginn der schwedischen Expansionspolitik im Ostseeraum.

War es für die Stabilisierung des schwedischen Königreichs nach dem Ausscheiden aus der Kalmarer Union äußeren Frieden zu schaffen, zeichnete sich unter Gustav Vasas Nachfolgern schon bald ein Wandel in der Außenpolitik ab. Wobei die Bruderkämpfe um Gustav Vasas Erbe nicht ohne Folgen auf die außenpolitischen Konstellationen blieben. (mehr …)

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