Nordschweden

NORDSCHWEDEN – Kultur, Tradition, Landschaft, Leute und mehr…  – Schweden


Lapplands schwarzes Loch – Die Aitik-Grube

Schwarze Löcher erwartet man normalerweise in den unendlichen Weiten des Weltraums. Es gibt sie aber auch in den unendlichen Weiten Lapplands. Nur sind sie dort von Menschen gemacht. In diesem Beitrag geht es um die Kupfermine Boliden-Aitik, etwa 16 Kilometer von Gällivare in Norrbotten entfernt. Gällivare nennt sich selbst auch „The Mining Capital“ (Die Minen-Hauptstadt). Denn außer der Aitik-Mine gibt es dort auch noch eine Eisenerz-Mine der LKAB. In der Aitik-Mine wird Kupfer im Tagebau gefördert, womit schon einmal erklärt ist, warum es sich um ein Loch handelt.

Ich weiß, ihr erwartet von mir, dass ich die Schönheiten und Eigenarten der schwedischen Landschaften, hier Lappland, in höchsten Tönen preise. Und euch auch natürlich den einen oder anderen Tipp für einen tollen Ausflug oder zu einer Sehenswürdigkeit gebe. Heute muss ich euch aber darauf hinweisen, dass es mir in diesem Beitrag etwas schwer fällt, dies zu tun. Außer dem kann dieser Beitrag Spuren von Sarkasmus aufweisen. Ihr werdet sie erkennen.

Besichtigung erwünscht!

Trotz dem habe ich hier schon einmal den ersten Tipp für euch: Man kann die Aitik-Mine besichtigen. Und das solltet ihr auch tun. Insbesondere diejenigen unter euch, die auf große Maschinen und PS-starke „Boliden“ stehen. Denn davon gibt es in der Mine eine ganze Menge. Gigantismus spielt in der Aitik ohnehin eine große Rolle. Damit ihr aber wisst, worüber ich eigentlich schreibe, habe ich hier einen Screenshot von GoogleMaps für euch, den ich etwas aufbereitet habe. Jeder, der schon einmal versucht hat, nach GoogleMaps zu navigieren, weiß auch, dass die Bilder nicht immer aktuell sind. So leider auch hier.

Ein Überblick

Ihr erkennt auf dem Bild einen See, türkisfarben. Dieser See hat in seinem größten Ausmaß etwa 800 Meter Durchmesser. Gleich darüber erkennt ihr ein von mir hinzugefügtes Vieleck in Gelb. Zusammen mit dem türkisfarbenen See sind dies die derzeitigen Ausmaße des Sees. Der See ist etwa 80 Meter tief. Ich komme später noch einmal darauf zurück. Oben links auf diesem Bild, gelb unterstrichen, liegt Malmberget, gleich darunter Gällivare. Rechts am Bildrand geht es über die E10 nach Luleá, am oberen Bildrand nach Kiruna, ebenfalls über die E10. Am linken Bildrand führt die E45 (Inlandsvägen) in Richtung Jokkmokk. Dies nur zur Verdeutlichung, wo auf einer Landkarte von Schweden wir uns befinden.

Bis zu 400 Meter tief

Aber zurück zur Aitik-Mine. Von der E10 kommend erreicht ihr die Einfahrt zur Mine über eine etwa einen Kilometer lange Straße. Dort ist auch das Besucherzentrum, von dem aus die Besichtigung der Mine startet. Euer Guide fährt mit euch zunächst auf den Boden eine der Gruben.

Trucks am Boden der kleineren Grube

Trucks am Boden der kleineren Grube

...und hier ein Truck beladen. Höhe des Fahrzeugs etwa 7 Meter

…und hier ein Truck beladen. Höhe des Fahrzeugs etwa 7 Meter

 

 

Dort ist erstaunlich wenig los, erwartet man doch ein geschäftiges Treiben in einer solchen Mine. Das liegt in diesem Fall daran, dass diese Grube nur noch wenig ertragreich ist. Nichts desto weniger wird hier immer noch geschürft. Das Geld jedoch wird in einer anderen Grube verdient, die etwa zwei Kilometer Luftlinie von dieser Grube entfernt auf der anderen Seite des Minengeländes liegt. Das Loch dort ist auch wesentlich tiefer, etwa 400 Meter Tiefe wird es erreichen…

Der Ausflug in die kleinere Grube dient auch eher dazu, um den Besuchern die Grösse der eingesetzten Maschinen vor Augen zu führen. Die Mulden der eingesetzten Trucks können bis zu 50 Tonnen Gestein transportieren. Und selten benötigt der Bagger, der die Mulde füllt, mehr als zwei Schaufelfüllungen dazu.

Der Bohrer für die Sprengladung aus der Ferne...

Der Bohrer für die Sprengladung aus der Ferne…

...und hier aus der Nähe

…und hier aus der Nähe

Müssen die Mulden zur Reparatur nach Gällivare transportiert werden oder werden neue angeliefert, muss die E10 gesperrt werden, da kein anderes Fahrzeug an den Transportern vorbeifahren könnte. Das habe ich selbst schon ein paar Mal erleben müssen. Wesentlich interessanter finde ich es jedoch, wenn einem auf der Straße ganze Häuser entgegen kommen, doch das ist eine andere Geschichte…

Weiterverarbeitung vor Ort

In der kleineren Grube werden natürlich immer noch Sprengungen durchgeführt. Zum Bohren der Sprenglöcher werden spezielle Bohrmaschinen eingesetzt, die die Sprenglöcher exakt auf die gewünschte Tiefe bringen und später auch die Sprengladungen einsetzen. Wenn es dann rummst, sollte man möglichst weit entfernt sein. Da die Sprengungen meistens im unteren Teil der Grube stattfinden, wandert der Schall durch die Grubenwände mehrfach hin und her. Was zur Folge hat, dass selbst etliche Minuten nach der Sprengung noch immer die Sprenggeräusche zu hören sind.

Die Trucks transportieren das Sprenggut zu einem Mahlwerk, dessen Schacht knapp 40 Meter hoch ist. Es gibt mehrere dieser Mahlwerke, die letztlich das Sprenggut, also die abgesprengten Felsen, auf die erforderliche Größe zerkleinern. Zwischen den einzelnen Mahlwerken wird das Material über lange Förderbänder transportiert.

Einer der Abraumbagger

Einer der Abraumbagger

Die eigentliche Gewinnung des Kupfers erfolgt in einem Bereich, der Besuchern nicht zugänglich ist. Dort befindet sich auch der Eingangs dieses Beitrages erwähnte See. Dieser See wird durch eine Staumauer von der Umgebung, die nicht mehr zur Mine gehört, abgetrennt. Im Jahr 2000 brach diese Staumauer und der Inhalt des Sees, der zu diesem Zeitpunkt glücklicherweise kleiner und nicht so tief war, wie er Heute ist, flutete die Umgebung.

Links der "alte" See, rechts die Erweiterung

Links der „alte“ See, rechts die Erweiterung

Dammbruch im Jahr 2000

Daraufhin wurde Boliden, Eigentümer der Aitik-Mine, dazu verdonnert, dafür Sorge zu tragen, dass ein solches Ereignis nicht wieder eintreten kann und entsprechende Warneinrichtungen zu erstellen, falls doch noch mal etwas „schiefgehen“ sollte. Nach Angaben von Boliden wurde diesen Anweisungen auch Folge geleistet,

Ein Warnschild für den Fall eines Dammbruches. Zusammenfassung: Fahrt ja so schnell es geht in Richtung Kiruna

Ein Warnschild für den Fall eines Dammbruches. Zusammenfassung: Fahrt ja so schnell es geht in Richtung Kiruna!

nicht ohne den See während dieser Arbeiten erheblich zu vergrößern und zu vertiefen. Wer mit offenen Augen zwischen Gällivare und der Aitik-Mine unterwegs ist, wird Türme ausmachen, die mit Signallautsprechern bestückt sind. Sie sollen die Bevölkerung im Falle eines erneuten Dammbruches warnen. Ich habe bisher drei solcher Türme ausmachen können.

Nun ist ein Abbau von Kupfer im Tagebau nur dann attraktiv, so lange die Förderung Gewinn abwirft. Auch wenn während der Führung darauf hingewiesen wird, dass man an der jetzigen Stelle noch etwa 30 Jahre lang fördern könnte, wird sich die Aitik-Mine in den nächsten Jahren erheblich vergrößern. Die Vorarbeiten dazu haben bereits begonnen. Die schraffierte Fläche auf dem ersten Bild zeigt die geplante Erweiterung, zumindest einen Teil davon. Ihr könnt unschwer erkennen, dass ein Teil der E10 in diesem Bereich liegt. Sie wird verlegt werden. Arbeiten dazu kann man bereits entlang der E10 in Richtung Kiruna beobachten. Eine derzeit noch relativ unbekannte Parallelstrasse zwischen der Baustelle und dem Dörfchen Dokkas wird sehr wahrscheinlich die neue Trasse der Straße werden.

Innerhalb des schraffierten Bereiches seht ihr auch den rot-gelben Stern. An dieser Stelle stehe ich häufiger mal für ein Wochenende

Zusammenfluss von Lina- und Vasaara-Älv. Rot-gelber Stern auf der Karte

Zusammenfluss von Lina- und Vasaara-Älv. Rot-gelber Stern auf der Karte

mit „The Beast“ und fische. Dort ist der Zusammenfluss des Vasaara-Älven und des Lina-Älven. In unmittelbarer Nähe steht einer der erwähnten Signaltürme. Diese Stelle wird es so in absehbarer Zeit nicht mehr geben. Im weiteren Verlauf des Lina-Älven, etwa 60 Kilometer flussabwärts, gibt es den Lina-Fallet, ein Touristen-Magnet. Welchen Einfluss die Erweiterung der Aitik auf den Fluss und den Wasserfall haben wird, lässt sich derzeit noch gar nicht abschätzen. Bislang war die Lina ein Geheimtipp für Kanuten und Kajakfahrer.

Unabsehbare Auswirkungen durch Erweiterung

Aber die Erweiterung hat schon „Grünes Licht“ aus Stockholm und Gällivare bekommen. Was dazu führte, dass dieses Vorhaben weit vor der geplanten Zeit bekannt wurde, „Gällivare-Leaks“ so zu sagen… Dies wiederum führte dazu, dass spekulativ Land aufgekauft wurde, von Leuten, die es sich leisten konnten. Denn Boliden muss das benötigte Land für die Erweiterung erst einmal erwerben. Große Teile des schraffierten Gebietes befinden sich aber schon in Boliden-Besitz.

Im Hintergrund die Aitik-Mine. Das Foto wurde vom Dundret-Skigebiet bei Gällivare aufgenommen. Blauer Punkt auf der Karte

Im Hintergrund die Aitik-Mine. Das Foto wurde vom Dundret-Skigebiet bei Gällivare aufgenommen. Blauer Punkt auf der Karte

Mich persönlich erstaunt es, dass offenbar Niemand diese Erweiterung infrage stellt. Abgesehen von einer einzigen Sami-Vereinigung. Da aber bei allen bisherigen Prozessen gegen staatliche oder private Minen die Sami noch nicht ein einziges Mal erfolgreich waren, ist das Ergebnis vorhersehbar. Insbesondere in Gällivare…

Nichts desto weniger: Schaut euch die Mine an, wenn ihr in der Gegend seid. Ein Besuch ist gut dazu geeignet, sich selber einen Eindruck zu verschaffen. Und wenn ihr noch etwas wartet, müsst ihr vielleicht gar nicht so weit in den Norden Lapplands fahren. Jokkmokk wird wohl auch auf längere Sicht nicht von einem „Schwarzen Loch“ verschont bleiben. Und in Lycksele im südlichen Lappland ist ebenfalls eine Mine in Planung. Dort hat der zuständige Bürgermeister bereits deutlich zu erkennen gegeben, dass ihn die Rechte der indigenen Bevölkerung nicht interessieren, „die werden sich anpassen müssen“. Diese Aussage kann man zum Glück mit einer auch im deutschen Fernsehen ausgestrahlten Dokumentation belegen.

Also kommt nach Lappland und geht in die unberührte Natur… So lange es sie noch gibt.

(Text & Fotos: Jörg Solheid/Go North-The Beast)

Weiterlesen

Der Muddus Nationalpark – Ursprüngliche Natur

Nachdem ich euch in meinem letzten Beitrag unter Tage getrieben habe (=> Nautanen – versteckt im Wald), bleiben wir heute an der Oberfläche. Wir besuchen eines der wenigen Gebiete, die von Entwässerung, Kahlschlag und Wegebau verschont blieben. Und deshalb noch die ursprüngliche Natur des Nordens zeigen. Es ist auch durchaus nicht übertrieben, von Urwald zu sprechen. Die Rede ist vom Muddus-Nationalpark.

Hier geht´s zum Muddus, Urtimjaur

Hier geht´s zum Muddus, Urtimjaur

Ein kleiner Teil im Süden des Nationalparks ist für Wanderer und Naturliebhaber zugänglich gemacht worden. Es gibt drei Eingänge, die den Zugang zum Muddus ermöglichen. Da wäre zunächst der Eingang Skájdde (Skaite). Den ersten Hinweis zu diesem Eingang findet ihr in Ligga zwischen Jokkmokk und Porjus. Ligga liegt, die E45 nordwärts fahrend, kurz hinter einem Staudamm auf der linken Seite der E45. An dieser Stelle erinnert ihr euch daran, was ich in meinem letzten Beitrag über Hinweisschilder schrieb…

Zum Eingang Skájdde führt euch eine etwa 12 Kilometer lange Straße.

Der Eingang Skajdde

Der Eingang Skajdde

Es gibt zwei weitere Eingänge, die beide über die Straße zwischen Messaure und Nattavaara zu erreichen sind. Es sind dies Sárggavárre (Sarkavare) und Urttimjávrre (Urtimjaur). Messaure erreicht ihr von Jokkmokk aus, nach dem ihr ein kurzes Stück der E45 nordwärts gefolgt seid und dann der Beschilderung nach Nattavaara folgt. Kommt ihr aus Richtung Luleá oder Boden, verlasst ihr bei Vuollerim den Rv97 und fahrt bis Porsi. Ab dort einfach dem Fluss Luleälven folgen, ihr gelangt dann automatisch nach Messaure. Diese Route ist meiner Meinung nach die landschaftlich schönste. Ab Messaure weiter in Richtung Nattavaara.

An dieser Schotterstraße findet ihr dann auch wieder Hinweisschilder in den Muddus. Die Straße lädt euch auch ein, etwas zu „entschleunigen“. Egal, ob ihr den Weg von der E45 oder dem Rv97 wählt, es ist jeweils noch ein gutes Stück Weg zu fahren bis Messaure.

"The Beast" am Eingang Skájdde

„The Beast“ am Eingang Skájdde

Welchen dieser drei Eingänge ihr wählt, hängt von eurer Kondition ab und davon, was ihr euch im Muddus ansehen wollt. Um das zu klären, empfehle ich euch einen Besuch bei „Destination Jokkmokk“, der Touristeninfo in Jokkmokk. Die wissen dort, was sie tun… Zudem gibt es dort einen guten Kaffee und freies Internet.

Ich persönlich bevorzuge den Eingang Skájdde.

Abgesehen davon, dass der Weg dorthin ebenfalls am Luleälven entlang führt, ist der Parkplatz dort im Sommer schattig und im Winter geräumt.

Ein naturgeschaffenes Kunstwerk im Muddus Nationalpark

Ein naturgeschaffenes Kunstwerk im Muddus Nationalpark

Die Schwierigkeitsgrade der Trails durch den Muddus reichen von einfach bis sehr schwer. Sie können nach Belieben kombiniert werden, was dazu führen kann, dass ihr mit einem Tag Zeit nicht auskommen werdet. Das macht aber nichts, denn das Übernachten im Muddus ist erlaubt und erwünscht. Es gibt mehrere Hütten, die für eine Übernachtung ausgestattet sind. Wo genau diese zu finden sind, sagt euch der Lageplan, den ihr bei Destination Jokkmokk bekommen habt.

Proviant und Bären

Rastplatz mit Aussicht auf den Muddus Fallet

Ihr dürft natürlich auch im Freien campieren. Dafür reicht im Sommer auch ein Tarp. Egal für welche Option ihr euch entscheidet, euren Proviant lagert ihr natürlich so, dass man ihn nicht „erschnüffeln“ kann. Die Bären dort haben eine gute Nase. Die halten sich

Rastplatz mit Aussicht auf den Muddus Falletnormalerweise aber eher im nördlichen Teil des Nationalparks Muddus auf. Wobei hier die Betonung auf „normalerweise“ liegt. Im Winter ist das ohnehin kein Problem, da liegen die Tierchen auf der faulen Haut. Man kann den Muddus auch im Winter begehen. Wer das aber möchte, sollte neben einer guten Kondition auch über eine brauchbare Karte und einen Kompass verfügen. Und über die Fähigkeiten, sie zu benutzen. Was so im Übrigen auch für alle anderen Nationalparks gilt. Solltet ihr dennoch den Weg verlieren, keine Panik. Denn spätestens nach zwei Tagen Wanderung in eine Himmelsrichtung kommt ihr wieder in die Zivilisation zurück…

Ein paar Infos noch zur Wanderung im Winter. Abgesehen davon, dass man für eine Wanderung im Winter deutlich mehr Zeit benötigt, ist die Zeit des Tageslichtes stark begrenzt. Es gibt nur wenige Stunden ausreichend Licht für eine Wanderung. Habt also Licht dabei, zum Beispiel Headlamps.

Trail im Muddus - Im Sommer

Trail im Muddus – Im Sommer

Zudem gaukelt euch der Schnee falsche Sicherheit vor und kann euch vom vorgegebenen Trail wegführen, weil man möglicherweise glaubt, der Weg wäre einfacher. Dass man auf jeden seiner Schritte achtet, ist klar. Nur im Winter solltet ihr eure Augen auch nach Oben richten, denn von den Bäumen herunterfallender Schnee kann richtig schmerzhaft sein und eure Tour beenden.

Unerwartete Begegnungen

Im Winter besteht allerdings auch die Chance auf Begegnungen der „Dritten Art“. Solltet ihr plötzlich in der Dämmerung Rentiere erkennen, die einen Schlitten hinter sich herziehen, lasst eure Wunschzettel aber in der Hosentasche… Auch heißt keines der Rentiere Rudolph, meines Wissens nach. Ihr seid dann Dirk begegnet, der mit seinen Gästen eine seiner berühmten Touren durch den Muddus macht.

Auch den Auerhahn kann man im Muddus finden

Auch den Auerhahn kann man im Muddus finden

Er ist einer der ganz wenigen, die das dürfen. Und wenn man sich schon mitten in der Wildnis trifft, dann ignoriert man sich nicht, sondern wechselt mindestens ein paar nette Worte und trinkt vielleicht einen über dem Lagerfeuer gekochten Kaffee zusammen. Wenn ihr lange genug zusammen sitzt, besteht durchaus die Chance auf Aurora borealis

Deutlich einfacher zu begehen und vor allen Dingen erheblich farbenfroher ist der Muddus natürlich in den Sommermonaten. Außer dem kann man dann den Muddus-Fallet schon sehr viel früher hören, als man ihn sieht.  Den Trail dorthin kann ich euch empfehlen. Wer viel Zeit hat, geht um das Tal, in den der Wasserfall abfällt, herum und besucht den Aussichtsturm ganz in der Nähe des Muddus-Fallet. Er bietet euch eine spektakuläre Aussicht. Dort gibt es auch eine der bereits erwähnten Übernachtungsmöglichkeiten. Es gibt vier Übernachtungshütten: Muddusfallet mit acht Betten, Mudduslooppal mit sechs Betten, Manson mit drei Betten und Nammates mit drei Betten.

Die Folgen eines Waldbrandes

Auf dem Weg zum Wasserfall passiert ihr auch die Region des Muddus, die durch einen Brand im Jahr 2006 sehr in Mitleidenschaft gezogen wurde. Noch heute kann man die Auswirkungen des Brandes, der wohl durch einen Blitzschlag ausgelöst wurde, an manchen Stellen deutlich erkennen.

Hinweisschild auf den Waldbrand von 2006

Hinweisschild auf den Waldbrand von 2006

Darauf wird auch durch Infotafeln an den Eingängen zum Muddus hingewiesen. Im Sommer sind natürlich wieder die Braunbären aktiv. Dazu der Hinweis weiter oben. Auch Seeadler sind im und um den Muddus herum heimisch, Elche so wie so. Zur richtigen Zeit könnt ihr dort auch viele Kraniche beobachten. Eingerichtet wurde der Muddus Nationalpark 1942. Aber nicht zum Schutze der urwaldähnlichen Landschaft, sondern zum Schutz der Singschwäne, die zu der Zeit stark gefährdet waren. Heute gehört der Muddus zum Laponia Weltkulturerbe.

Zusammengefasst: Im Winter ist der Muddus ein echtes Abenteuer und nicht ganz ungefährlich. Im Sommer ein Augenöffner und für Naturliebhaber ein Erlebnis. Egal zu welcher Jahreszeit: Vor dem Besuch unbedingt bei „Destination Jokkmokk“ vorbei schauen (HIER) ! In persona, bitte! Und wer gerne mit dem Rentierschlitten in den Muddus möchte, schaut (HIER) . Diese Touren gibt es natürlich nur im Winter und sollten rechtzeitig gebucht werden.

Im nächsten Blog-Beitrag wird es um die „Schwarzen Löcher“ Lapplands gehen. Und ich verspreche, ihr müsst auf den Beitrag nicht so lange warten wie auf diesen…

(Bilder & Text: Jörg Solheid/Go North-The Beast)

Weiterlesen

Lappland – Die Perle Nordschwedens

Lappland. Für viele Schweden-Begeisterte immer noch ein weißer Fleck auf ihrer Landkarte. Aber dennoch für Viele ein Traumziel. Warum eigentlich? Weil es so weit oben im Norden liegt? Wegen der unendlichen Weiten? Weil es dort im Winter immer kalt und dunkel ist? Im Sommer kann man dafür nicht vernünftig schlafen, weil die Sonne nicht untergeht? Weil man dort die Nordlichter sehen kann? Wegen der wunderbaren Natur? Weil es das Land am Polarkreis ist? Es könnten alle der genannten Gründe sein. Auch wenn einige eher in das Reich der Mythen gehören.

Um euch ein wenig zu helfen und die Mythen von der Wahrheit zu unterscheiden, startet hier heute eine kleine Serie über Lappland. Natürlich, um euch zu inspirieren und euch den letzten noch fehlenden Anschub zu geben, eine Reise nach Lappland zu unternehmen.

Wo liegt eigentlich Lappland?

Aber halt… hier haben wir schon das erste Problem! Wo liegt eigentlich Lappland? Im Norden Schwedens, so viel ist klar. Oder doch nicht?

Die touristische Region Schwedisch-Lappland

Die touristische Region Schwedisch-Lappland

Genau genommen: Lappland liegt nicht im Norden Schwedens. Nur ein kleiner Teil davon. Lappland selbst erstreckt sich über vier Länder: Norwegen, Schweden, Finnland und Russland. Und ist Lappland nicht auch das Land, in dem die Lappen leben? Wohnen die nicht in ihrer Kota oder ihrem Zelt draußen im Fjäll und züchten Rentiere? Klare Antwort: Nein! Es ist das Land der Sami (Singular: Same; Plural Sami). Die Sami sind übrigens das einzige in Europa anerkannte indigene Volk. Lappe wäre für einen Sami genau so ein Schimpfwort wie Nigger für Menschen mit dunkler Hautfarbe. Das sollte man nicht nur zur Kenntnis nehmen, sondern akzeptieren.

Sápmi

Würdet ihr einen Sami fragen, ob er denn in Lappland lebt, er oder sie würde mit „Nein“ antworten. Nach samischer Definition ist ihr Einfluss- oder Einzugsgebiet „Sápmi“.

Das Land der Samen - Sápmi

Das Land der Samen – Sápmi

Und damit eindeutig nicht auf Lappland beschränkt. Die Sápmi-Region reicht in Schweden bis hinunter nach Idré entlang der norwegischen Grenze. Damit eignet sich der Lebensraum der Sami also nicht dazu, das Gebiet Lappland zu beschreiben. Konkret werden sich die nächsten Beiträge hier im Schwedenblog also mit Schwedisch-Lappland beschäftigen.

Die Region Schwedisch-Lappland

Hier in Schweden ist man sich relativ einig darüber, das Norrbottens Län und Västerbottens Län die touristische Region Schwedisch-Lappland bilden.

An der südlichen Grenze Schwedisch-Lapplands liegt Dorotea

An der südlichen Grenze Schwedisch-Lapplands liegt Dorotea

Damit bildet die südliche Grenze von Västerbottens Län auch die südliche Grenze zu Schwedisch-Lappland. Nach der Erhebung 2017 leben in Schwedisch-Lappland knapp 520.000 Einwohner, also etwa 10 Einwohner pro Km². Natürlich gibt es Regionen mit deutlich weniger Einwohnern. So hat die Kommune Kiruna nur 1,1 Einwohner pro Km², die Kommune Pajala sogar nur 0,8 Einwohner/Km². Ich hatte bisher aber immer Glück und habe 1,0 Einwohner gesehen…

Was dürft ihr erwarten?

Nach dem jetzt also geklärt ist, wo denn Schwedisch-Lappland eigentlich zu finden ist, bereite ich euch jetzt darauf vor, was in den nächsten Tagen so alles auf euch zukommt.

Ich zeige euch eine stillgelegte Kupfermine, in der die Eiszapfen nicht an der Decke, sondern auf dem Boden wachsen. Eine aktive Kupfermine besuchen wir natürlich auch. Ich zeige euch Steinritzungen am Umeälven, die ihr über Kilometer hinweg am Fluss finden könnt. Wenn ihr sie denn findet… Wir unternehmen Ausflüge in den Muddus-Nationalpark und den Stora Sjöfallet. Beide gehören zum Laponia Natur- und Kulturerbe. Außer dem bringe ich euch (theoretisch natürlich nur) das Golfspielen bei. Und ihr werdet so gut sein, dass euer Golfball über eine Stunde in der Luft bleibt. Versprochen!

Das schwedische Cape Canaveral

Ich zeige euch das schwedische Pendant zu Cape Canaveral. Wir besuchen die Region zwischen Kiruna und Riksgränsen, in der auch die „Lapporten“ liegt. Wie ich finde, eine der schönsten Gegenden Schwedens. Ich stelle euch eine samische Sängerin vor, die sich auch sehr für die Rechte der samischen Minderheit engagiert.

Im Ájtte-Museum in Jokkmokk

Im Ájtte-Museum in Jokkmokk

Etwas Kultur muss auch sein, deswegen gibt es eine Privatführung mit einem der Betreiber des Gitarren-Museums in Umeå . Dazu ein Besuch des „Ájtte“, dem Svenskt fjäll- och samemuseum.

Snöscoter und Torneälven

Und auf zwei Dinge freue ich mich persönlich ganz besonders. Zum einen eine Fahrt mit dem Snöscoter (Schneemobil) zwischen Tjautjas und Kaitum, zum anderen auf die Fahrt den Torneälven entlang. Der Torneälven wäre nicht wirklich etwas Besonderes, wäre er nicht der letzte und der nördlichste der großen Flüsse in Schweden, die ich besuchen wollte.

The Beast

The Beast

Und gäbe es denn eine Straße entlang des Flusses, wie zum Beispiel am Klarälven. Zudem rechne ich demnächst mit dem ersten Schnee. Aber ich habe ja Schneeschuhe und das MTB dabei, dazu eine vierbeinige Begleiterin und ein vierrädriges „Beast“ an meiner Seite. Da die Tour erst noch gefahren werden soll, seid ihr so zu sagen „live“ dabei… Die ersten Nordlichter waren auch schon zu sehen.

Kommentare gerne gesehen

Jetzt seid ihr natürlich alle gespannt und neugierig. Hoffe ich doch? Deswegen gibt es den ersten Beitrag schon am Samstag.

Und ich persönlich würde jetzt gerne einmal von euch wissen, ob euch das Alles auch interessiert. Schließlich will ich euch nicht quälen mit langweiligen Beiträgen. Ich freue mich über eure Kommentare bei Facebook

(Bilder & Text: Jörg Solheid/Go North-The Beast; Andere Bildquelle: Wikipedia)

 

Weiterlesen

Terrängstaffet 42 195 in Skaulo

Wie in meinem letzten Beitrag (Soutujärvibygden Terrängstaffet 42 195) versprochen, liefere ich euch heute die Details vom Terrängstaffet 42 195 nach. Und die Fotos natürlich.

Die Wechselstelle in Skaulo. Nach dem Rudern, vor der letzten MTB-Strecke

Die Wechselstelle in Skaulo. Nach dem Rudern, vor der letzten MTB-Strecke

Die Terrängstaffet ist ein Wettbewerb in Marathonlänge. Allerdings an die nordschwedischen geografischen Verhältnisse angepasst. Laufen ist zwar auch eine Teildisziplin des Wettbewerbs, nur kommen bei der Terrängstaffet Rudern und Mountainbiken hinzu. Eine Kurzversion von 21 Kilometern steht auch noch zur Auswahl. Bei der Langversion mit Start in Avakko beginnt der Wettbewerb (oder besser das Abenteuer) mit Mountainbiken, bei der Kurzversion mit Start in Skaulo mit Rudern. Wer beim Rudern hochmoderne Kajaks oder Kanus erwartet… Pech gehabt! Hier gilt: Gleiches Recht für Alle. Die Boote werden gestellt. Insgesamt besteht der Wettbewerb aus fünf Etappen, wie ihr auf einem der Fotos erkennen könnt.

Die Einteilung der Strecke

Die Einteilung der Strecke

Professionell organisierter Wettbewerb

War ich zunächst davon ausgegangen, dass die Terrängstaffet 42 195 ein Fun-Wettbewerb sein würde, so wurde ich schnell eines besseren belehrt. Dass der Verein Soutujärvibygden mit Enthusiasmus dabei sein würde, hatte ich erwartet. Wie auch schon andere Events, die der Soutujärvibygden veranstaltet hat, war auch dieses wieder einmal bestens organisiert. Aber auch die Athleten (der Begriff ist hier durchaus angebracht) ließen von vornherein keinen Zweifel aufkommen, dass sie diesen Wettbewerb sehr ernst nehmen würden. Immerhin ging es um Preisgelder von insgesamt 30.000 Kronen. Um möglichen Fragen zuvor zu kommen: Nein, ich habe nicht aktiv teilgenommen. Ich wäre sonst wohl nicht in der Lage, diesen Beitrag zu schreiben. Ich bin zwar auf dem MTB ganz gut, aber die anderen Disziplinen sind nicht so mein Ding. Daher habe ich mich voller Demut auf das Fotografieren und Info-Sammeln konzentriert.

Mitten im Nirgendwo: Die letzte MTB-Strecke

Mitten im Nirgendwo: Die letzte MTB-Strecke

Apropos MTB. Quasi als Nebenprodukt konnte ich feststellen, dass die Region um Avakko, Skaulo und Kaitum (nein, nicht Keitum…) für Mountainbiker geradezu ideal ist. Es gibt zwar keine speziell ausgewiesenen Trails, aber die vorhandenen Forstwege sind auch so schon teilweise sehr herausfordernd. Und dürfen natürlich auch mit dem MTB befahren werden. Aber zurück zur Terrängstaffet. Vor dem Start habe ich mit einigen Teilnehmern gesprochen. Ein paar von ihnen kannte ich bereits von anderen sportlichen Veranstaltungen hier oben im Norden, wie zB. dem „Laponia-Triathlon 67°N“, der alljährlich in Gällivare stattfindet. Die meisten von ihnen hatten den größten Respekt vor der Ruder-Etappe.

Start zur Ruderstrecke

Start zur Ruderstrecke

Was ich bestens nachvollziehen konnte, als ich die Boote gesehen habe…

Freud und Leid eng beisammen

Natürlich kann man beide Distanzen auch als Einzelkämpfer in Angriff nehmen. Sinn der Terrängstaffet 42 195 ist aber, dass sich zwei bis fünf Sportler die Strecke teilen. Auf der Kurzdistanz maximal drei. Deswegen auch das „Staffet“ im Namen der Veranstaltung. Und mehr Spaß macht es auch. Besonders aufgefallen sind mir eine Gruppe von vier jungen Damen, die im Ziel noch alle genug Kraft hatten, eine richtige Party zu veranstalten, und ein junges Mädchen im Alter von 16 Jahren. Jüngste Teilnehmerin an der „Halv-Terräng“, also der 21-Kilometer-Strecke.

Das Ziel in Lappeasuando

Das Ziel in Lappeasuando

Nach dem Rudern belegte sie einen respektablen vierten Platz. Um dann auf dem Mountainbike alle anderen Teilnehmer deutlich hinter sich zu lassen. Zum Ende hin reichten dann jedoch die Kräfte nicht mehr, es wurde ein dritter Platz.

Die jüngste Teilnehmerin

Die jüngste Teilnehmerin

Und ein paar Tränen flossen auch. Noch ein Kommentar zum Bild mit dem Teilnehmer mit der Startnummer 1… hier war eher der Wunsch der Vater des Gedankens. Aber gut drauf war er trotz dem.

Die Platzierung entsprach nicht ganz der Startnummer...

Die Platzierung entsprach nicht ganz der Startnummer…

Leider habe ich am Ziel keinen unserer verehrten Blog-Leser begrüßen dürfen. Das wird sich im nächsten Jahr aber sicher ändern…

Allen, die gerne weitere Infos vor ihrer Teilnahme im nächsten Jahr haben möchten, empfehle ich einen Klick auf den Link: Terrängstaffet 42 195 .

(Fotos und Text: Jörg Solheid/Go North-The Beast)

Weiterlesen

Soutujärvibygden Terrängstaffet 42 195

[Soutujärvi – See im Norden Lapplands; bygden – Verein/Gemeinschaft]

Wie ihr wisst, versuche ich euch hin und wieder zu sportlichen Aktivitäten zu animieren (siehe auch Vätternrundan). Heute habe ich etwas ganz Spezielles ausgesucht. Wer die Überschrift gelesen hat, dem sind sofort die Zahlen 42 195 ins Auge gesprungen. Es ist die Länge eines Marathonlaufes in Metern. Nun werde ich sicher nicht über einen schnöden Marathonlauf schreiben. Das wäre nicht spannend genug. Ich möchte euch die Soutujärvibygden Terrängstaffet 42 195 näher bringen.

Terrängstaffet in Skaulo

Soutujärvibygden Terrängstaffet 42 195

Laufen, Rudern, MTB

Der Begriff „Staffet“ im Namen der Veranstaltung lässt vermuten, dass es sich um eine Art Staffellauf handelt. Dem ist auch so. Wenn auch leicht abgeändert und der nordschwedischen Landschaft angepasst. Zwei bis fünf Teilnehmer teilen sich die Gesamtstrecke. Die kurze Version von 21.000 Metern können sich bis zu drei Sportler teilen. Für die ganz Harten unter euch gibt es auch die Möglichkeit, die gesamte Strecke als Individualist zu bewältigen. Und bevor ich es vergesse zu erwähnen: Laufen ist nur eine der drei Disziplinen. Dazu kommen noch Rudern und Mountainbiken…

Der Start für die lange Version der Terrängstaffet ist in Avakko, etwas südlich des Dorfes Skaulo. Skaulo liegt an der E10 zwischen Gällivare und Kiruna. Die kurze Distanz wird direkt in Skaulo gestartet. Ziel ist für beide Distanzen an der Lappeasuando-Lodge. Direkt am Kalixälven, nördlich von Skaulo.

Nachmeldungen noch möglich

Die Veranstaltung findet dieses Jahr am 24. August statt, also am kommenden Wochenende. Anmeldeschluss war am 18. August, doch kann man sich am Starttag nachmelden. Es gibt ein richtig gutes Preisgeld in Höhe von 10.000 Kronen zu gewinnen. Dennoch ist dies keine Veranstaltung für Profis. Starten kann jeder, der sich fit genug fühlt. Start ist am Samstag um 11:00 Uhr, die Veranstaltung endet mit der Siegerehrung um 16:00 Uhr. Am Abend findet in der Lappeasuando-Lodge der „Pubkväll“ start, also ein Kneipenabend. Franziska, die Inhaberin der Lappeasuando-Lodge, wird sich freuen, euch dort zu begrüßen. Auch wenn ihr nicht an der Terrängstaffet 42 195 teilgenommen habt.

Und weil diese Veranstaltung erst noch stattfinden wird, gibt es den ausführlichen Beitrag, natürlich mit Fotos, auch erst in der nächsten Woche. Wer sich von euch also zufällig gerade hier oben aufhält und sich ein wenig sportlich betätigen möchte, dem sei diese Veranstaltung wärmstens empfohlen. Die Soutujärvibygden ist bekannt für die gute Organisation ihrer Veranstaltungen. Weitergehende Informationen in Schwedisch findet ihr auf der Webseite ( http://www.soutujarvi.se/terrangstafett/ ) und auf der Facebookseite ( https://www.facebook.com/terrangstafett/ ) für die Terrängstaffet 42 195. Vielleicht sehen wir uns ja am Wochenende in Skaulo?

(Text: Joerg Solheid/Go North-The Beast)

Weiterlesen

LKAB-Besucherzentrum Kiruna – Absolute Dunkelheit erleben

Kiruna liegt etwa zweihundert Straßenkilometer nördlich des Polarkreises und ist damit Schwedens nördlichste Stadt. Wahrscheinlich würde es sie heute gar nicht geben, hätte man nicht vor langer Zeit dort große Eisenerzvorkommen entdeckt. Und dann natürlich beschlossen, diese auszubeuten. Kiruna war lange Zeit die flächenmäßig größte Stadt der Welt. Mit 1,1 Einwohnern pro km². Erst im letzten Jahr wurde sie von Chongqing in China überholt.

Auch wenn die Region durchaus noch andere Highlights zu bieten hat, so verbinden doch die meisten, vor allem die Schweden, die LKAB mit Kiruna. LKAB steht als Abkürzung für Luossavaara-Kiirunavaara Aktiebolag. Luossavaara und Kiirunavaara sind zwei größere Hügel in unmittelbarer Nähe Kirunas. Die LKAB baut in dieser Region hauptsächlich Eisenerz ab. Dass beim Abbau auch noch Seltene Erden und in nicht unerheblicher Menge Gold geschürft werden, sei hier nur am Rande erwähnt.

Abenteuerausflug für den deutschen Gast

Es ist Februar, und ich habe Besuch aus Deutschland erhalten. Wir könnten natürlich Iglus bauen oder Schneeballschlachten veranstalten. Rohmaterial wäre genug vorhanden. Wir befinden uns auch gerade in einer Wärmeperiode, deshalb sind es nur Minus 16 Grad. Und der angekündigte Schneesturm ist an uns vorbei gezogen.

Beste Voraussetzungen also, um ein etwas weiter entferntes Ausflugsziel anzusteuern. Wir entscheiden uns für das LKAB-Besucherzentrum in Kiruna. Obwohl ich keinen großen Besucheransturm zu dieser Jahreszeit erwarte, buchen wir die Tickets online vor. Ein guter Gedanke, wie sich noch herausstellen sollte. Ein Ticket für Erwachsene kostet 380 SEK. Ich schaue noch nach einem Ticket für Senioren (280 SEK), aber dafür reicht es noch nicht…

Auf der Fahrt nach Kiruna über die E10 geraten wir dann doch in einen ausgewachsenen Schneesturm. Der sollte eigentlich schon vorüber gezogen sein, hat aber wohl den Wetterbericht nicht mitbekommen. Wie ich etwas später erfahre, mussten aufgrund des Sturmes drei deutsche Bergwanderer vom Kebnekaise, dem höchsten Berg Schwedens, geborgen werden.

Wir hingegen erreichen rechtzeitig und wohlbehalten Kiruna, auch wenn „The Beast“ (mein Reisegefährt) ziemlich durchgeschüttelt wird. Wir begeben uns zum „Folkets Hus“, der Touristen-Info. Von dort starten die Touren in das LKAB-Besucherzentrum. Entgegen meiner Erwartungen ist im „Folkets Hus“ richtig was los. Ob nun gerade wegen oder trotz des Wetters, vermag ich zunächst nicht zu sagen. Als sich die Besuchermassen etwas lichten, erkenne ich dann aber mehrere Verkaufs- und Info-Stände für andere Attraktionen in und um Kiruna und ein kleines Cafè. Auf Nachfrage erfahre ich auch, dass alle Touren in das LKAB-Besucherzentrum restlos ausgebucht sind.

Da ertönt die Stimme unseres Guides, der uns bittet, in den vor dem Touristenzentrum bereit stehenden Bus einzusteigen. Auf der Fahrt zum Minengelände gibt es eine Sicherheits-Einweisung und die ersten Infos zur Mine. Das LKAB-Besucherzentrum befindet sich in einer Tiefe von 540 Metern. Die Mine selbst ist hingegen 1400 Meter tief. Sie ist damit die größte und tiefste Eisenerz-Mine der Welt.

Abwärts auf 540 Meter Tiefe

Auf der Besucherebene angekommen, bittet uns der Guide, einen Halbkreis zu bilden und stehen zu bleiben. Am Bus wird das Licht ausgeschaltet. Dann geht auch jedes andere Licht aus… und für einen Augenblick bekommt man ein Gefühl dafür, wie es ist, von absoluter Dunkelheit umgeben zu sein. Nach diesem Erlebnis beginnt die eigentliche Führung durch das LKAB-Besucherzentrum. 20.000 Quadratmeter ist es groß. Es zeigt die Entwicklung von den kleinen und harten Anfängen bis hin zur modernen Eisenerzmine der Gegenwart.

Wir erfahren eine Menge darüber, wie das Erz gewonnen und zu Pellets verarbeitet wird. Die Pellets erinnern in Größe und Form an Pistolenkugeln aus dem Dreißigjährigen Krieg. Jeder Besucher darf am Ende der Führung ein Tütchen davon mitnehmen. Da viele mehr als nur eine Tüte mitnehmen, wird das zulässige Gesamtgewicht des Tourbusses auf der Rückfahrt ganz sicher überschritten. Weiter sehen wir große Radlader und Transporter, in die man auch gerne einsteigen darf. Auch ist der Tourguide sehr bemüht, das gute Verhältnis zwischen der LKAB und der Stadt Kiruna heraus zu stellen. Davon profitieren beide Seiten: Schließlich zahlt die Minengesellschaft den Umzug der Stadt. Ohne den allerdings ein weiterer Bergbau nicht möglich wäre.

Das „gute Verhältnis“ scheint allerdings in letzter Zeit Risse bekommen zu haben. Die LKAB wirft der Stadt Kiruna laut Medienberichten neuerdings „Gangstermethoden“ vor (Info dazu). Aber dies sei nur am Rande erwähnt. Große Spreng- und Bohrmaschinen sind zu sehen. Der Guide erklärt euch auch, wie man in die derzeitige Tiefe von fast 1400 Metern vorgedrungen ist und wie die einzelnen Stollen abgesichert werden. Und dass in absehbarer Zeit eine weitere Erzader in Angriff genommen werden wird, die dann wohl in eine Tiefe von über 2000 Metern gehen wird. Aber noch ist das Zukunftsmusik.

Fast am Ende der Tour erhaltet ihr dann die Gelegenheit, euch das LKAB-Museum genauer anzusehen. Ich persönlich hätte gerne mehr Zeit dort verbracht, nur leider gab man uns nur zwanzig Minuten. Die Tour endet mit Kaffee und Keksen im kleinen Cafè. In einer Ecke des Cafès könnt ihr sehen, wie die Förderkörbe mit dem Erz auf ihrem Weg nach Oben an einem vorbei rauschen. Irgendwann wird es dann per Eisenbahn in die norwegische Stadt Narvik transportiert. Und von dort aus in die ganze Welt. Per Schiff.

Vom Café sieht man die Förderkörbe

Nach etwas mehr als drei Stunden endet die Tour. Wir sehen wieder das Tageslicht. Ich fand diesen Ausflug nach Kiruna in das LKAB-Besucherzentrum durchaus lohnenswert. Selbst wenn ihr euch in keinster Weise für Bergbau interessiert, man bekommt etwas nicht Alltägliches geboten. Und wie häufig befindet man sich schon über 500 Meter unter der Erde? Das LKAB-Besucherzentrum ist behindertengerecht. Allerdings bitte vor Beginn der Tour bereits im Touristen-Info darüber informieren, sollte man Hilfe benötigen. Kinder unter sechs Jahren können an dieser Tour leider nicht teilnehmen. Auch außerhalb der Urlaubs-Saison solltet ihr die Tickets vorbuchen. Die Touren sind zu allen Jahreszeiten erfahrungsgemäß fast immer ausgebucht.

Als Abschluss noch ein paar Sätze außerhalb des Beitrages. Auch, um eventuellen Diskussionen in diese Richtung vorzubeugen. Ich lebe schon seit ein paar Jahren hier oben im nördlichen Lappland. Daher bin ich mir durchaus dessen bewusst, dass Bergbau immer Einfluss auf die Natur nimmt. Es spielt dabei keine Rolle, ob Tagebau oder unter der Erde. Auch wenn sich gerade die ganze Welt mit der Umwelt auseinander setzt, so ist das nicht Thema dieses Beitrages.

Wen es wirklich interessiert, der sei darauf hingewiesen, dass ich derzeit an einer Beitragsserie über Minen im nördlichen Schweden arbeite. Darin wird genau dieses Thema behandelt. Die Recherchen dazu benötigen aber noch etwas Zeit.

(Text und Bilder: Joerg Solheid/Go North-The Beast)

Weiterlesen

Auf die (Nadel)spitze getrieben – Sveriges Geografiska Mittpunkt

Ich bin wieder einmal auf einer meiner vielen Touren in Schweden unterwegs. Da erinnert mich mit lautem Scheppern der Auspuff daran, dass mein Reisefahrzeug doch schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat. Zur Notreparatur steuere ich das einzige Geschäft an, welches an diesem späten Freitagnachmittag noch geöffnet hat. Nur treibt mich diese unvorhergesehene Reparatur in Sundsvall weit vom ursprünglich angedachten Kurs ab.

Sveriges Geografiska Mittpunkt

Sveriges Geografiska Mittpunkt

Also das Beste daraus gemacht und daran erinnert, dass ich vor über zwanzig Jahren hier ganz in der Nähe schon einmal im Wald unterwegs war. Damals, um den Geografischen Mittelpunkt Schwedens zu finden. Außerdem interessierte es mich, wie es dort wohl heute aussehen würde.

Seinerzeit war „Sveriges Geografiska Mittpunkt“, wie es korrekt heißen muss, ein Aussichtspunkt auf einem baumbewachsenen Hügel. Eine hölzerne Treppe führte hinauf zu einem hölzernen Steg. Als Highlight gab es einen ebenfalls hölzernen Aussichtsturm. Und ein pyramidenförmiges Dreieck auf dem Boden, welches dem Besucher anzeigte: Hier ist „Sveriges Geografiska Mittpunkt“.

Von Sundsvall aus fahre ich zunächst etwa sechzig Kilometer auf der E14 in Richtung Östersund, bis das Dorf Torpshammar am Ufer des Flusses Ljungan erreicht ist. Dort gibt es den ersten Hinweis, welchen Weg man Richtung „Sveriges Geografiska Mittpunkt“ einzuschlagen hat. Der Ljungan wird überquert und ich folge einer asphaltierten Straße, die mich direkt in die Wälder führt. Nach weiteren zehn Kilometern geht die Asphaltstraße in eine Schotterstraße über. In Schweden nicht ungewöhnlich. Erst dann, wenn Äste und Gestrüpp weit in die Straße hineinragen und Blumen in der Mitte wachsen, sollte man sich Gedanken machen. Also weiter auf der Straße in Richtung Süden. Der Zustand dieser Straße war allerdings stark verbesserungswürdig. Und nach weiteren fünf Kilometern kam der Punkt, an dem ich mir Gedanken machte…

Warnschild Skvader

Warnschild Skvader

Auf dem Rückweg kommt mir in den Sinn, dass es in dieser Gegend auch Tiere geben soll wie zum Beispiel den Skvader, einer Kreuzung aus Hase und Auerhahn. Das schwedische Gegenstück des in Deutschland bekannten Wolpertingers. Das einzig jemals gefangene Exemplar findet man im Freilichtmuseum „Norra Berget“ in Sundsvall. Nur ein Tipp: Falls ihr es einmal besichtigen solltet, schaut sehr genau hin…

Ich erreiche eine Kreuzung und bin mir sehr sicher, die war vorhin noch nicht da. Auch entdecke ich eine hölzerne Tafel am Straßenrand, die wohl einmal ein Hinweisschild war. Nur sind die Zeichen nicht mehr erkennbar. Nach weiteren vier Kilometern auf dieser Straße ist er dann doch erreicht: „Sveriges Geografiska Mittpunkt“.

Parkplatz bei Sveriges Geografiska Mittpunkt

Parkplatz bei Sveriges Geografiska Mittpunkt

Immerhin, der Hügel selbst ist noch da. Sonst erinnert nur noch wenig an den „Mittpunkt“ von Damals. Den Aussichtsturm gibt es nicht mehr. Dafür gibt es ein Café, geöffnet von Mitte Juni bis Mitte August. Ich bin also zu früh hier. Während der Öffnungszeiten soll dieses Café sehr gut besucht sein. Der Hügel selbst ist fast baumlos. Dafür hat man eine grandiose Aussicht.

Aussicht von Sveriges Geografiska Mittpunkt

Aussicht von Sveriges Geografiska Mittpunkt

Bei gutem Wetter soll man von dort den Bottnischen Meerbusen sehen können. Auffällig ist auch, dass es sehr große freie Flächen in den umgebenden Wäldern gibt. Diese Flächen sind durch einen Orkan entstanden und nicht durch Abholzung, wie ich zunächst vermutete. Auch das pyramidenförmige Dreieck, welches „Sveriges Geografiska Mittpunkt“ genau anzeigt, ist noch da.

Interessant ist die Vorgehensweise, mit der dieser geografische Punkt ermittelt wurde. Man nahm eine zweidimensionale Landkarte, schnitt die Inseln Öland und Gotland aus, klebte sie an die Landmasse an und balancierte den Mittelpunkt mit Hilfe einer Nadel aus, die man unter die Karte hielt. Als die Karte ausbalanciert war, stach man die Nadel durch die Karte. Der Punkt, den die Nadel durchstach, war der 465 Meter hohe „Flataklocken“, exakt der Punkt, an dem man Heute das Dreieck findet.

Tafel Sveriges Geografiska Mittpunkt

Sveriges Geografiska Mittpunkt

Der Vollständigkeit halber sei hier erwähnt, dass noch ein zweiter Ort für sich in Anspruch nimmt, „Sveriges Geografiska Mittpunkt“ zu sein. Es ist dies der Ort Ytterhogdal, welcher sehr viel weiter westlich in Schweden liegt. Zur Ermittlung wurde eine gedachte Linie zwischen dem nördlichsten und südlichsten sowie dem westlichsten und östlichsten Punkt Schwedens gezogen. Am Schnittpunkt dieser Linien liegt Ytterhogdal. Das wissen jedoch nur die wenigsten. Vielleicht hätte man in Ytterhogdal auch eine Nadel benutzen und Öland und Gotland nur an einer passenden Stelle der Landkarte ankleben sollen.

Weiterlesen

Wasserfall ohne Wasser – Der „Döda Fallet“

Heute einmal ein Beispiel, wie man als Verursacher einer Katastrophe bekannt und berühmt werden kann. Auch wenn der Betroffene hier nur am Rande erwähnt werden soll.

Willkommen am Döda Fallet

Willkommen am Döda Fallet

Fährt man, von Östersund im Jämtland kommend, den Rijksvägen 87 (RV 87) in südöstlicher Richtung, erreicht man unweigerlich das kleine Städtchen Hammarstrand. Dort findet man, neben anderen kleineren Sehenswürdigkeiten, die Statue von „Vildhussen“. Frei übersetzt bedeutet dies „Wilder Huss“. Eigentlich hiess der gute Mann aber Magnus Huss. Und er ist der Verursacher der eingangs erwähnten Katastrophe.

Die Statue von Magnus Huss

Was ist also passiert? Um die Frage zu beantworten, hilft es enorm, die Vorgeschichte zu kennen und zu wissen, zu welcher Zeit sich Alles abgespielt hat. Wir begeben uns zurück in die neunziger Jahre des 18. Jahrhunderts. Zu dieser Zeit gab es noch den Beruf des Flössers. Unbestätigte Gerüchte behaupten, aus diesem Beruf hätte sich später das Surfen entwickelt. Dies ist aber sehr umstritten.

Damals wie Heute war die Holzwirtschaft ein nicht unbedeutender Teil der schwedischen Wirtschaft. Um die Holzstämme schnell zu transportieren, hat man sich natürlicher Ressourcen bedient, den Flüssen. In diesem Fall spielt der Indalsälven die Hauptrolle.

Zu jener Zeit speiste der Indalsälven den Ragundasee. Der Ablauf des Ragundasees war der Gedungsen (auch Storforsen), ein 35 Meter hoher Wasserfall. Die meisten Holzstämme wurden an dieser Stelle durch die Wucht des Wasserfalls wie Streichhölzer zerbrochen. Das war für die Flösser und erst recht für die Kaufleute, die mit dem Holz handelten, ein unhaltbarer Zustand. Ich kann nur vermuten, dass auch der Kaufmann Magnus Huss sein Geld mit dem Holzhandel verdiente. Warum sonst hätte er sich dieser Sache annehmen sollen? Sicher nicht wegen der einhundert Kronen, die man ihm anbot, um eine Lösung zu finden. Auch wenn einhundert Kronen zu der Zeit schon noch etwas mehr wert waren als Heute.

Damals floss westlich des Ragundasees ein kleiner Bach. Huss hatte nun die geniale Idee, eine Verbindung graben zu lassen, die den See mit dem Bach verbinden sollte. Nach dem Öffnen der Rinne würde sich das Wasser aus dem See durch seine natürliche Kraft einen eigenen Kanal am Wasserfall vorbei graben und somit das gefahrlose Flössen möglich sein. Soweit der Plan.

Im Frühling 1796 waren die Arbeiten fast beendet. Die Öffnung der Rinne sollte am 7. Juni stattfinden.

Der ehemalige „Gedungsen“, heute der „Döda Fallet“

Dummerweise begann in jenem Jahr die Schneeschmelze und damit auch der Eisabgang etwas später als in den Jahren zuvor. Wer schon einmal bei einem Eisabgang dabei war, der weiss auch, welche enormen Kräfte dabei wirken, besonders auf Brückenpfeiler oder Staumauern. Die noch bestehende dünne Wand zwischen der neu gegrabenen Rinne und dem Ragundasee wurde jedenfalls in der Nacht vom 6. auf den 7. Juni durch die Eis- und Wassermassen durchbrochen.

Enorme Wassermassen suchten sich ihren Weg durch die neu geschaffene Rinne und verbreiterten diese Rinne dabei immer mehr. Der Indalsälven schuf sich mit einer bis zu 15 Metern hohen Flutwelle einen neuen Weg durch das Ragundatal. Höfe und kleinere Siedlungen wurden weggespült. Der Ragundasee wurde innerhalb weniger Stunden geleert. Der Gedungsen bekam kein Wasser mehr. Sein Rauschen verstummte und er wurde zum „Döda Fallet“, zum „Toten Wasserfall“. Wie durch ein Wunder gab es bei dieser Katastrophe kein einziges Menschenleben zu beklagen.

Die weggespülten Erdmassen schufen das Delta des Indalsälven, etwas nördlich von Sundsvall. Auf einer der Aufspülungen liegt heute der Flughafen der Stadt.

Nicht ganz erschlossen hat sich mir, warum man Magnus Huss nun das Denkmal in Hammarstrand gewidmet hat. War es wegen der Flössbarmachung des Indalsälven oder wegen der gleichzeitig durchgeführten Flurbereinigung? Oder gar als abschreckendes Beispiel?

Sei es, wie es sei. Am damaligen Gedungsen, dem heutigen „Döda Fallet“, etwa 13 Kilometer südöstlich von Hammarstrand am RV 87, findet man ein kleines, aber feines Veranstaltungszentrum für Theater und Musik. Und ein nettes Restaurant.

Die Freilichtbühne am "Döda Fallet"

Die Freilichtbühne am „Döda Fallet“

Die Stelle, an der früher der Gedungsen ins Ragundatal stürzte, ist heute durch Holzstege- und treppen gut zu erkunden. Man erhält ein gutes Gefühl dafür, wie es hier von dem 6. Juni 1796 wohl ausgesehen haben mag. Auch kann man vom Veranstaltungszentrum leicht zum Indalsälven wandern, der an sich schon in seinem gesamten Verlauf eine Erkundung wert ist. Aber dazu mehr in einem anderen Beitrag.

Weiterlesen

Bräntberget – Umeå auf Brettern und Kufen

Bräntberget

Bräntberget unter Flutlicht. Foto: Caybaybay/ https://commons.wikimedia.org/ (CC BY-SA 3.0)

Bräntberget ist ein Hügel in Umeå. Der Hügel gehört zu einer großen Grünfläche. Unter weißem Winterkleid verwandelt sich die Anlage in ein Skimekka mitten in der Stadt. Gut, ein Skigebietchen. Doch es gibt Raum für Abfahrten, Snowboarder, Rodler und Langläufer. Mit der ein oder anderen Herausforderung. Mag es auch nur ein kleiner Skihügel sein, kann er doch der Anfang einer Sportlerkarriere sein.

Umeå ist eine Sportstadt. Und das das ganze Jahr über. Ob Indoor oder – bei der prädestinierten Lage ganz natürlich – im Freien. Mit IKSU ist einer der größten Sportvereine Schwedens in der nordschwedischen Stadt zu Hause. Sport – Breiten- und Spitzensport – gehört ausdrücklich zur Kultur der Kulturhauptstadt von 2014. Das Miniskigebiet Bräntberget mitten in der Stadt ist ein Beispiel dafür. (mehr …)

Weiterlesen

Skellefteå – Die „Stadt des Goldes“

Skellefteå Museum

Das Skellefteå Museum im Kultur- und Erholungsgebiet Nordanå. Foto: Jlundqvi/ https://commons.wikimedia.org/ (CC BY 3.0)

Skellefteå ist eine Kleinstadt an der Küste Nordschwedens. Als Stadt noch jung, doch seit Jahrtausenden besiedelt. Eine mit Holzwirtschaft und Bergbau gewachsene Industrie- und Hafenstadt. Eine Eishockeystadt. Alljährlich für ein Sommerwochenende eine Musikstadt mit zehntausenden Besuchern. Eine Stadt 200 Kilometer südlich des Polarkreises. Am Rande einer faszinierenden Welt.

Die Industriestadt ist Skellefteå anzusehen. Doch was vielleicht an städtebaulichem Reiz fehlt, gleicht die Umgebung der an der E4, etwa auf halbem Weg zwischen Umeå und Luleå gelegenen Hafenstadt aus. (mehr …)

Weiterlesen
Facebook
Twitter