Kunst & Schweden

Das Skissernas Museum einfach als „Skizzenmuseum“ zu übersetzen, wäre etwas zu kurz gegriffen. In vollständiger Form heißt es Museum für den künstlerischen Prozess und öffentliche Kunst. Außer Museum ist es, wie in seiner Gründungszeit, ein Archiv.

Skissernas Museum – Von der „Geburt eines Kunstwerks“

Skissarnas museum

Der internationale Saal im Skissernas Museum in Lund. Foto: Bengt Oberger /https://commons.wikimedia.org/ (CC BY-SA 4.0)

Das Skissernas Museum im südschwedischen Lund ist in seiner Art ein einzigartiges Kunstmuseum. Für gewöhnlich zeigen Kunstausstellungen vollendete Werke, das Ergebnis künstlerischen Schaffens. Genau um diesen Schaffensprozess oder um die „Geburt eines Kunstwerks“, wie es sein Gründer nannte, dreht sich das Skissernas Museum.

Das Skissernas Museum einfach als „Skizzenmuseum“ zu übersetzen, wäre etwas zu kurz gegriffen. In vollständiger Form heißt es Museum für den künstlerischen Prozess und öffentliche Kunst. Außer Museum ist es, wie in seiner Gründungszeit, ein Archiv.

Als „Archiv für dekorative Kunst“ gegründet

Das Skissernas Museum wurde 1934 von Ragnar Josephson, seinerzeit Professor für Kunstgeschichte an der Universität Lund, begründet. Mit der Absicht den kreativen Prozess, den Weg eines Künstlers von einer Idee über den ersten Entwurf bis zum vollendeten Werk zu veranschaulichen, richtete Josephson das „Archiv für dekorative Kunst“ an der Fakultät für Kunstgeschichte ein.

Den Anfang machten gekaufte Postkarten dekorativer Kunst. Dann, angetan von der Idee, fand sich in Prinz Eugen von Schweden, der sich der Malerei widmete, erste Spender für das Archiv. Weitere Künstler spendeten oder gaben zu niedrigen Preisen ihre Entwürfe an das Archiv. Die Sammlung wuchs stetig, sodass die Universität Lund Räumlichkeiten eines ausgedienten Hochschulgebäudes zur Verfügung stellte. Damit konnte 1941 die Sammlung erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Skissernas Museum beherbergt rund 30.000 Objekte

Das heute noch mit der Universität Lund verbundene Museum beherbergt die weltweit bedeutendste Sammlung von Skizzen, Vorstudien und Modellen. Diese Sammlung umfasst Werke beziehungsweise deren Vorstufen nationaler wie internationaler Künstler, darunter Isaac Grünewald, Sigrid Hjertén, Henri Matisse, Pablo Picasso oder die für ihre Wandbilder bekannten Mexikaner Diego Rivera und David Alfaro Siqueiros.

Zusammen genommen birgt das Skissernas Museum rund 30.000 Objekte von rund 1.000 Künstler aus 30 Ländern. Wobei die Sammlung auch weiterhin beständig wächst. Daneben archiviert das Museum schon seit seiner Gründung Korrespondenzen von Künstlern und bewahrt Beschreibungen und Fotografien, die das Werden eines Kunstwerks dokumentieren sowie rund 150.000 Artikel über öffentliche Kunst aus inländischen wie internationalen Zeitungen und Zeitschriften seit den 1930er Jahren.

Beständige bauliche Erweiterung

Mit dem stetigen Wachsen der Sammlung und der Archive einher geht die bauliche Erweiterung des Museums. So wuchs das Skissernas Museum zu einem Verbund verschiedener Gebäude aus unterschiedlichen Zeiten, wobei der älteste Teil von 1882 stammt. Dagegen wurde erst vor einigen Jahren ein moderner Anbau mit großzügigem Eingangsbereich eingeweiht.

https://www.skissernasmuseum.se/

Autor: Mathias Grohmann – mathias_grohmann@web.de

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Wanås – Vom Mittelalter zu zeitgenössischer Kunst

Schloss Wanås

Schloss Wanås. (Foto: Pelle Sten [CC BY-SA 3.0 , from Wikimedia Commons)

Strahlend weiß spiegelt sich Schloss Wanås im See, dessen Wasser einmal den Burggraben speiste. Wanås liegt in einst hart umkämpftem Gebiet, wurde niedergebrannt und neu erbaut. Der See ist heute Teil eines weitläufigen Parkgeländes. Im See ein Haus, Schwedenrot, teils versunken, im Park eine gigantische Spinne oder eine Frau, hockend, herabgelassene Hose, ohne sich von etwaigen Spaziergängern stören zu lassen: Der Schauplatz blutiger Handlungen ist ein Ort der Kunst geworden.

Wanås liegt rund 25 Kilometer von Kristianstad entfernt im nordöstlichen Skåne, einer in früheren Zeiten kriegsgeplagten Ecke. So entstand das Schloss Wanås (schwedisch: Vanås slott) auf dem, was schwedische Truppen im Dreikronenkrieg von der ursprünglichen Wasserburg aus dem 15. Jahrhundert übrig ließ. Im Schonischen Krieg erneut in Mitleidenschaft gezogen, wurde das Anwesen auf Betreiben der Baroness Lena Sofie von Putbus wieder hergerichtet. Im östlichen Giebel des Hauptgebäudes finden sich seitdem ihre Initialen wieder.

Während des 18. Jahrhunderts bis ins 19. Jahrhundert hinein folgten Umbauten und Erweiterungen, die dem Anwesen seine heutige Erscheinung verliehen. In diese Zeit fällt auch die Anlage des Schlossparks im Stil englischer Parks. Alleen wurden erschaffen, die Orangerie gebaut.

Skulpturenpark Wanås feiert 30-jähriges Jubiläum

1987 wurden rund 30 Künstler und Künstlerinnen auf Initiative Marika Wachtmeisters, deren Familie das Anwesen seit 1801 besitzt, eingeladen. Es war die Geburtsstunde des Skulpturenparks Wanås. Wobei Kunst bereits seit dem 18. Jahrhundert auf dem Schloss gesammelt wird. Darunter Werke von Rembrandt und Rubens.

Der Skulpturenpark wird von einer Stiftung geleitet. In drei Jahrzehnten stellten über 250 nationale und internationale KünstlerInnen ihre Werke in beziehungsweise speziell für Wanås aus. Die permanente Skulpturensammlung wuchs auf 70 Ausstellungsstücke. Darunter die schon erwähnte gigantische Spinne von Louise Bourgeois oder die 1996 installierten Wunschbäume von Yoko Ono.

Neben dem Skulpturenpark bieten die Nebengebäude des Schlosses Raum für eine Kunstgalerie und temporäre Ausstellungen sowie für Workshops und Bildung.

Im Jubiläumsjahr stehen die Anfänge und die Entwicklung der Kunstausstellung unter freiem Himmel im Zentrum der Betrachtung.

Kunst und Ökologie

Seit vergangenem Jahr besteht auch die Möglichkeit, in einem Hotel auf dem Schlossgelände zu nächtigen. Das Angebot im Restaurant ist von den umgebenden Wäldern und vom Bio-Bauernhof, der zu der Anlage gehört, geprägt.

Es ist die Verbindung von Geschichte, zeitgenössischer Kunst, Natur und dem Ansatz von Nachhaltigkeit und Umweltschutz, die Wanås besonders, vielleicht einzigartig macht.

Weitere Informationen bietet die Homepage .

Und dass sich nicht nur Kunstkenner in Wanås wohlfühlen können, zeigt dieser Beitrag: https://kindamtellerrand.de/wanas-konst-skulpturen-im-schwedischen-wald-klettern-erlaubt/

 

Autor: Mathias Grohmann – mathias_grohmann@web.de

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Moderna Museet Malmö

Moderna Museet Malmö

Das Moderna Museet Malmö, 2010. Foto: Little Gun /https://commons.wikimedia.org/

Das Moderna Museet Malmö sei eine der schönsten Ausstellungsflächen Schwedens. Eine Aussage, die sicher nicht ganz uneigennützig getroffen wird. Auf jeden Fall gehört das Museum zu den bemerkenswertesten Kultureinrichtungen Malmös und zu den bedeutendsten Museen für moderne und zeitgenössische Kunst Europas.

Das Museum für moderne und zeitgenössische Kunst in Malmö wurde 2009 eröffnet. Es ist ein Ableger des staatlichen Moderna Museet in Stockholm, oder besser der zweite Standort neben Stockholm. Denn auch wenn Malmö vom Austausch mit dem „Muttermuseum“ und dessen Sammlung – die Namen wie Dalí, Kandinsky oder Picasso beinhaltet – profitiert, so gestaltet das Moderna Museet in Malmö sein Programm in eigener Verantwortung.

Das Programm umfasst wechselnde Ausstellungen nationaler wie internationaler Künstler und entsprechenden Führungen – auch auf Familien und Eltern mit Kleinstkindern abgestimmte Führungen sowie geführte Rundgänge auf Arabisch. Daneben bietet das Moderna Museet unter anderem Workshops – auch wieder mit speziellen Familienangeboten – und Vorlesungen sowie Bildungsprogramme für Schüler wie Lehrer.

 

Moderna Museet in alter Hülle

Das Moderna Museet liegt nur wenige Minuten zu Fuß von der Altstadt Malmös entfernt, in einem ehemaligen Elektrizitätswerk. An gleichem Standort befand sich von 1988 bis 2006 mit dem Rooseum schon zuvor ein Zentrum für zeitgenössische Kunst.

Das E-Werk stammt aus dem Jahr 1901, ein Backsteinbau, Industriearchitektur im nationalromantischen Stil. Diese Hülle zu erhalten, war eine der Auflagen für den Umbau zu Museum. Im Inneren hingegen entstand ein neues Gebäude. Eine Notwendigkeit, angesichts der Erfordernisse eines öffentlichen Gebäudes, eines Museums mit seinen spezifischen Ansprüchen in klimatischer wie auch sicherheitstechnischer Hinsicht.

Dennoch vergingen gerade mal 18 Monate von Entwurf bis Einweihung. Verantwortlich für die Neugestaltung waren Tham & Vidergård Arkitekter. Das renommierte Architekturbüro entwarf unter anderem auch das Baumhotel in Harads.

Moderna Museet verbindet Vergangenheit und Gegenwart

Doch nicht nur hinter der altehrwürdigen Fassade wurde Neues geschaffen. Auch nach außen hin verbinden sich Vergangenheit und Gegenwart, auch um dem sich gewandelten Umfeld Rechnung zu tragen. Die Architekten verpassten dem Ziegelbau eine zeitgenössische Erweiterung. Einen echten Hingucker.

Ein leuchtend orangefarbener Kubus mit einer perforierten Außenhaut, die das Tageslicht durch die dahinter liegende Glasfassade ins ebenfalls orange gehaltene Innere fließen lässt. Der Anbau beinhaltet den Eingang- und Empfangsbereich, eine Cafeteria sowie eine Galerie im Obergeschoss.

Das Moderna Museet ist nicht nur inhaltlich und architektonisch eine Bereicherung der südschwedischen Metropole. Es steht in dieser Form auch beispielhaft für den Wandel, den Malmö vollzieht.

https://www.modernamuseet.se/malmo/en/

 

Autor: Mathias Grohmann – mathias_grohmann@web.de

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Das Skandia-Theater in Stockholm

Skandia-Theater in Stockholm

Das Skandia-Theater in der Drottninggatan, einer von Stockholms bedeutendsten Fußgängerzonen. Foto: Holger.Ellgaard/ https://commons.wikimedia.org/ (CC BY-SA 3.0)

Von außen verrät das Skandia-Theater wenig. Auffällig vielleicht die geschwungenen Buchstaben des Schriftzuges, der im Herzen der schwedischen Hauptstadt zur belebten Drottninggatan hin leuchtet. Doch das Skandia-Theater ist eines der bekanntesten, wenn nicht gar das berühmteste Lichtspielhaus Stockholms.

Im Alltag hauptsächlich ein Wochenendkino, rückt das Skandia-Theater, schwedisch Skandia-Teatern oder einfach Skandia genannt, alljährlich im November stärker in den Blickpunkt. Wenn der rote Teppich zu Vorführungen und Veranstaltung anlässlich der Stockholmer Filmfestspiele ausgerollt wird. (mehr …)

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Picasso war nie in Kristinehamn

Picasso-Skulptur Kristinehamn

Picassos Werk „Jacqueline“ in Kristinehamn. Foto: Xauxa /https://commons.wikimedia.org/ (CC BY-SA 3.0)

Kristinehamn feiert seine berühmteste „Einwohnerin“: Nun schon 50 Jahre grüßt „Jacqueline“ wie ein Leuchtfeuer Schiffe und Boote im Välösund. Lockt Ausflügler und Touristen in den beschaulichen Ort am Nordufer des Vänern. Dabei verschlug mehr der Zufall die monumentale „Dame“ nach Kristinehamn. Und ein „Oui“ von Pablo Picasso.

Der Weg zu „Jacqueline“ führt am Wasser entlang zu Landzunge Strandudden. Etwa 6 Kilometer außerhalb von Kristinehamn. Hier steht sie. Beton, 15 Meter hoch. Die Säule misst 1,65 Meter im Durchmesser. Mit einer Spanne von 6 mal 4 Metern zwei Flügel. Ein Gesicht.

Eine der größten Picasso-Skulpturen der Welt

Das Kunstwerk stammt aus der Reihe „Les Dames des Mougins“ (Die Damen von Mougin) von Pablo Picasso. Durchgängiges Thema dieser Arbeit war Picassos zweite Ehefrau Jacqueline Roque.

Die „Jacqueline“ von Kristinehamn ist Picassos erste monumentale Skulptur und zählt noch heute zu den größten Werken dieser Art des spanischen Künstlers.

Wie „Jacqueline“ nach Kristinehamn kam

Die ersten Skizzen für die Skulptur schuf Picasso in den 1950er Jahren. Angedacht war die Umsetzung zunächst in der norwegischen Heimat des Bildhauers, Malers und Fotografen Carl Nesjar, der fast zwei Jahrzehnte mit Picasso zusammenarbeitete. Doch die damaligen Entscheidungsträger von Larvik wussten mit den Entwürfen nichts anzufangen.

Später, der Erzählung nach auf einer Landstraße in Frankreich, trafen Nesjar und der aus Kristinehamn stammende Künstler Bengt Olson aufeinander. Das Gespräch kam auf die „Statue ohne Heim“. Olson schlug einen Versuch in seiner Heimatstadt vor. Picasso willigte mit der Bedingung ein, dass Carl Nesjar die Skulptur errichtet und sich die auserwählte Stelle als passend erweist.

In der schwedischen Stadt fanden die Verantwortlichen Gefallen an dem Ansinnen und bewarben sich um die Skulptur samt Übernahme der Kosten für die Errichtung.

„Oui“ für Kristinehamn

Die Antwort Picassos war die Rücksendung einer Fotomontage mit der in die Landschaft kopierten Skulptur mit der lapidaren Aufschrift: „Oui, Picasso. 7.7.1964.“

Die arbeiten an dem Kunstwerk verfolgte Picasso mittels Film und Foto aus der Ferne. Er selbst war nie in Kristinehamn.

Mittsommer 1965 war es dann soweit. Die Skulptur wurde feierlich eingeweiht und Kristinehamn bekam nicht nur ein Wahr- und Markenzeichen. Die kleine Stadt im Norden des Vänern erhielt auch ihren Platz auf der Weltkarte der Kunst. Dazu ein Picassocafé, ein Picasso-Turnier und dieses Jahr den Picasso-Sommer, mit dem die Stadt ihre Jacqueline und ihren Schöpfer ehrt.

https://www.visitkristinehamn.se/

Autor: Mathias Grohmann – mathias_grohmann@web.de

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Kunst erleben im Bildmuseet Umeå

Umea Bildmuseet

2012 bezog das Bildmuseet Umeå den Neubau am Umeälven. Foto: Polly Yassin/ commons.wikimedia.org/ (CC BY-SA 3.0)

Das Bildmuseet Umeå ragt heraus – als Zentrum für zeitgenössische schwedische und internationale Kunst und visuelle Kultur. Zum einen. Im wahrsten Sinne des Wortes heraus ragt das Bildmuseet seit dem Umzug in sein neues Domizil: Ein siebengeschossiger Holz- und Glas-Turm am Umeälven.

1981 öffnete das Bildmuseet erstmals seine Türen. Eingerichtet wurde es von der Universität Umeå. Unter anderem mit der Intention staatliche Kunst, beispielsweise aus dem Besitz des Nationalmuseums oder des Moderna museets auch im Norden zu zeigen. 30 Jahre hatten zeitgenössische Kunst, Fotografie, Design und Architektur, Lesungen, Vorträge, Workshops, musikalische und künstlerische Darbietungen ihren Platz auf 1.200 Quadratmetern in einem Bau neben dem Västerbotten-Museum.

Bildmuseet im Kunst-Campus

2012 bezog das Museum seine neue Heimstatt am Umeälven. Zwischen Kunsthochschule, der Hochschule für Design und der Hochschule für Architektur – eingebettet in dem seit 2009 neu gestalteten „Campus der Künste“.

Dahinter steht die Idee, aus der räumlichen Nähe Synergien zwischen den einzelnen Akteuren und Institutionen zu schaffen, die Position von Umeå als Zentrum für Kunst und Bildung zu stärken und weiterzuentwickeln: Kunst und Kultur als Motor regionaler Entwicklung – eines der Leitmotive der Kulturhauptstadt in Nordschweden.

Damit verbunden ist eine neue, sich im Umeälven spiegelnde Silhouette mit dem hervorstehenden Bildmuseet. Wenn auch nicht nach dieser Maßgabe konzipiert, so ist der markante Bau doch ein neues Wahrzeichen der an architektonischen Höhepunkten nicht gerade reichen Stadt.

Natürliches Licht und Kunst

In Zusammenarbeit mit White Arkitekters Umeåkontor entwarf das besonders für seine Kulturbauten  bekannte Architekturbüro Henning Larsen Architects die Neubauten auf dem Kunst-Campus und auf einer Grundfläche von 22 x 22 m das Bildmuseet. 36 m ragt es am Flussufer empor.

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Blick ins Bildmuseet Umeå. Foto: Arild Vågen /commons.wikimedia.org/ (CC BY-SA 3.0)

Die Fassade stellt die Verbindung zur Holztradition und zur Natur her: Unbehandelte sibirische Lärche, die mit der Zeit zu einem hellen silbergrau verblassen soll. Die Fenster sind unterschiedlicher Größe und unregelmäßig angeordnet. Für Besucher kann das Überraschungen bereithalten. So kann der Eindruck eines Bildes entstehen, was tatsächlich der Blick nach draußen ist. Eine der Kernfragen, die für die Architekten des Neubaus grundlegend waren und Per Ebbe Hansson von Henning Larsen Architects gegenüber dem Magazin „Arkitektur“ formuliert hat: Wie kann natürliches Licht mit Kunst kombiniert werden?

Eine andere Frage war die nach der optimalen Ausstellungsfläche. Das Herz des Museums. Die Antwort sind rund 2.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche. Drei 5,5 m hohe Ausstellungssäle, denen sich alles andere untergeordnet wird – Empfangshalle und Rezeption, Verwaltungsräume, Mehrzwecksaal, Boutiquen und Bild-Shop. Zudem sind eine Zweigstelle der Universitätsbibliothek sowie am Fuß des Turms das Restaurant & Café angeschlossen. Gleichzeitig die direkte Verbindung zwischen Bildmuseet und den benachbarten Hochschulen.

Umgeben sind die Ausstellungshallen jeweils von schmalen Räumen. Nischen, in denen sich natürliches Licht mit warmer künstlicher Beleuchtung vermischt, Nischen als Pausen- oder Ausruhzonen mit Blick über Umeå und seine Landschaft.

Eine Antwort auf die grundlegendste Frage der Architekten des Bildmuseets: Wie erleben wir Kunst durch Tempo, Konzentration und Pausen?

Welche Kunst sich wann erleben lässt beantwortet:

www.bildmuseet.umu.se

Autor: Mathias Grohmann – mathias_grohmann@web.de

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Skulpturenpark „Umedalen Skulptur“ in Umeå

Tony Cragg, Early Forms

Seit 1999 im Skulpturenpark „Umedalen Skulptur“: „Early Forms“ aus Bronze von Tony Cragg. Foto: Samuel Mann /flickr.com (CC BY 2.0)

Der Skulpturenpark Umedalen ist eine der renommiertesten Kunstausstellungen Europas unter freiem Himmel. Werke schwedischer wie internationaler Künstler erregen Aufmerksamkeit und machten das öffentlich zugängliche Kunstprojekt am Rande von Umeå zu einem Besuchermagneten in der Region Västerbotten.

Werke von namhaften Künstlern und Künstlerinnen wie Tony Cragg, Miroslaw Balka, Louise Bourgeois oder Charlotte Gyllenhammar lock(t)en jährlich rund 20.000 Besucher in die Parklandschaft im Westen von Umeå. Für das Kulturhauptstadtjahr ist mit einem Besucherplus zu rechnen. Das Programm von Umeå 2014 sieht Veranstaltungen in und um Umedalens Skulpturpark vor.

20 Jahre Skulpturenpark Umedalen

Im Sommer 1994 fand die erste Ausstellung auf dem Gelände der früheren psychiatrischen Klinik aus den 1930er Jahren in Umedalen statt. Das Projekt „Umedalen Skulptur“ war ein Erfolg und begründete eine Reihe jährlicher Skulpturenausstellungen. Daraus wurde im Jahr 2000 eine Biennale im Zweijahresrhythmus.

In den vergangenen zwei Jahrzehnten präsentierten etwa 200 Kunstschaffende ihre Werke zwischen Kindergarten, Bibliothek und Apotheke, zwischen Kiefern und Birken. Die Dauerausstellung unter freiem Himmel wuchs auf 44 Exponate – und sammelte Preise.

Unter anderem wurde der Skulpturenpark als beste Kulturveranstaltung (2000), für das beste Kultursponsoring (2004), als bestes Beispiel von Kunst und Design im öffentlichen Umfeld (2006) und mit dem Tourismuspreis der Städtegemeinschaft Umeåregionen (2007) ausgezeichnet.

Privat finanziert für die Öffentlichkeit

1987 erwarb die Balticgruppen, eine ortsansässige Immobiliengesellschaft, das Gelände der psychiatrischen Klinik. Etwa 20 Gebäude und umgebende Parklandschaft. Es sollte ein modernes Wohn- und Geschäftsviertel entstehen – und Umedalen weg von der Assoziation einer „Nervenheilanstalt“ kommen.

In Zusammenarbeit mit der Galleri Andersson / Sandström wurde das Kunstprojekt „Umedalen Skulptur“ geboren. Die künstlerische Leitung lag und liegt bei der Gallerie. Den finanziellen Part „der Förderung von Kultur zur Erhöhung der Lebensqualität und zur Stärkung der lokalen Identität“ – damit auch den kontinuierlichen Erwerb neuer Skulpturen –  übernahm das Immobilienunternehmen.

Dazu gehört auch, dass der Skulpturenpark ganzjährig, rund um die Uhr und eintrittsfrei zugänglich ist.

Eine Übersicht und nähere Informationen zu den Kunstwerken im Skulpturenpark bietet die Homepage http://www.umedalenskulptur.se/.

Autor(in): Mathias Grohmann – mathias_grohmann@web.de

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Das Kulturhus in Stockholm

Der Sergels Torg mit dem Kulturhus

Der Sergels Torg mit dem Kulturhus

Das Kulturhaus in Stockholm ist nun wirklich nicht zu übersehen. Mit seiner auffälligen Glasfassade thront der zugegebenermaßen etwas klobige Bau über dem Sergelstorg mitten in Stockholm. Im Zuge der umfassenden städtebaulichen Neugestaltung des Stadtteils Norrmalm wurde das Kulturhus nach Plänen des Architekten Peter Celsing 1974 eingeweiht. Dieses Kulturzentrum sollte ein Gegengewicht zur fortschreitenden Kommerzialisierung der Innenstadt bilden. Ein Ort, wo Besucher, Kunst und Kultur nicht nur erleben, sondern auch aktiv mitgestalten können. Wie ein Schaufenster sollte Cellsings Glasfassade die innen stattfinden kulturellen Aktivitäten nach außen hin sichtbar machen.

Und was gibt es nun an Kultur im Kulturhus Stockholm zu sehen und zu erleben? Neben Kino, Musik und Theater auch viel Kunst. Die vielfältigen Wechselausstellungen präsentieren zeitgenössische Fotografie, aber auch schwedisches Design oder internationale Videokunst. Ein Besuch lohnt sich eigentlich immer, denn die Ausstellungen sind nicht nur sehenswert, sondern in der Regel sogar kostenlos.

Das Kulturhus ist aber vor allem auch ein Ort für Kinder, davon zeugt nicht zuletzt der erst kürzlich vergrößerte Kinderbereich Rum för barn („Raum für Kinder“) im 4. Stock oder der Kinderwagenparkplatz im Untergeschoß. Am Wochenende gibt es mitunter so viele kleine Besucher, dass mittlerweile eine Ampel vorm Kulturhus anzeigt, ob der Kinderbereich bereits überfüllt ist.

Jugendliche können in der Werkstatt Lava ihr handwerkliches und kreatives Geschick ausprobieren und eigene Ideen verwirklichen. Von Malerei, über Tanz bis hin zum Entwerfen von Kleidung oder der Realisierung eigener Ausstellungsprojekte können sie hier früh ihre Arbeiten einer breiten Öffentlichkeit präsentieren.

In der Bibliothek laden bequeme Sessel den Besucher dazu ein, sich einen Moment Auszeit zu gönnen, Musik zu hören, in Zeitschriften zu blättern und durch die großen Fensterscheiben entspannt das emsige Treiben der ameisengroßen Passanten auf dem Sergelstorg zu verfolgen. Seit einigen Jahren gibt es neben der regulären Bibliothek auch die Serieteket, eine Sammlung an Comics und Graphic Novels, die große und kleine Kinder begeistert.

Café Panorama

Café Panorama

Nach soviel Kulturgenuß ist es Zeit für die kulinarische Variante in einem der Cafés und Restaurants, wie dem Café Panorama im obersten Stockwerk, wo man bei Kaffee und räksmörgås ebenfalls einen wunderbaren Blick über die Stadt genießen kann.

Also beim nächsten Stockholm-Besuch unbedingt einmal vorbeischauen!

Webseite des Kulturhus Stockholm mit aktuellem Veranstaltungsprogramm: https://kulturhusetstadsteatern.se/

 

Autorin: Caroline – skanskriva@gmail.com

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Das samische Handwerk

Das samische Handwerk, slöjd ist wie der Joik ein Identitätsfaktor und -träger der samischen Gesellschaft und wurde vor etwa hundert Jahren, ausgehend von den alltäglichen Bedürfnissen einer Familie geschaffen. Dabei spielen die Farben blau, grün, gelb und rot eine wichtige Rolle, die sich z.B. auf der samischen Flagge oder auf der traditionellen samischen Tracht widerspiegeln.
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Artipelag – „Art“ im „Archipelago“

Artipelag von der Südseite, vom Meer gesehen. Foto: Bengt Oberger /commons.wikimedia.org/ (CC BY-SA 3.0)

Artipelag von der Südseite, vom Meer gesehen. Foto: Bengt Oberger /commons.wikimedia.org/ (CC BY-SA 3.0)

 

„Art“ und „Archipelago“, die englischen Begriffe für Kunst und Schären verwachsen zu „Artipelag“. Genauso verwachsen sollen Kunst und Kultur, Design und Architektur mit der malerischen Landschaft des Schärengartens vor der schwedischen Hauptstadt: Im Juni öffnete das neue Kunstzentrum Artipelag seine Pforten. (mehr …)

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