Kunst & Schweden

Das Skissernas Museum einfach als „Skizzenmuseum“ zu übersetzen, wäre etwas zu kurz gegriffen. In vollständiger Form heißt es Museum für den künstlerischen Prozess und öffentliche Kunst. Außer Museum ist es, wie in seiner Gründungszeit, ein Archiv.

Skissernas Museum – Von der „Geburt eines Kunstwerks“

Skissarnas museum

Der internationale Saal im Skissernas Museum in Lund. Foto: Bengt Oberger /https://commons.wikimedia.org/ (CC BY-SA 4.0)

Das Skissernas Museum im südschwedischen Lund ist in seiner Art ein einzigartiges Kunstmuseum. Für gewöhnlich zeigen Kunstausstellungen vollendete Werke, das Ergebnis künstlerischen Schaffens. Genau um diesen Schaffensprozess oder um die „Geburt eines Kunstwerks“, wie es sein Gründer nannte, dreht sich das Skissernas Museum.

Das Skissernas Museum einfach als „Skizzenmuseum“ zu übersetzen, wäre etwas zu kurz gegriffen. In vollständiger Form heißt es Museum für den künstlerischen Prozess und öffentliche Kunst. Außer Museum ist es, wie in seiner Gründungszeit, ein Archiv.

Als „Archiv für dekorative Kunst“ gegründet

Das Skissernas Museum wurde 1934 von Ragnar Josephson, seinerzeit Professor für Kunstgeschichte an der Universität Lund, begründet. Mit der Absicht den kreativen Prozess, den Weg eines Künstlers von einer Idee über den ersten Entwurf bis zum vollendeten Werk zu veranschaulichen, richtete Josephson das „Archiv für dekorative Kunst“ an der Fakultät für Kunstgeschichte ein.

Den Anfang machten gekaufte Postkarten dekorativer Kunst. Dann, angetan von der Idee, fand sich in Prinz Eugen von Schweden, der sich der Malerei widmete, erste Spender für das Archiv. Weitere Künstler spendeten oder gaben zu niedrigen Preisen ihre Entwürfe an das Archiv. Die Sammlung wuchs stetig, sodass die Universität Lund Räumlichkeiten eines ausgedienten Hochschulgebäudes zur Verfügung stellte.

Damit konnte 1941 die Sammlung erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Skissernas Museum beherbergt rund 30.000 Objekte

Das heute noch mit der Universität Lund verbundene Museum beherbergt die weltweit bedeutendste Sammlung von Skizzen, Vorstudien und Modellen. Diese Sammlung umfasst Werke beziehungsweise deren Vorstufen nationaler wie internationaler Künstler, darunter Isaac Grünewald, Sigrid Hjertén, Henri Matisse, Pablo Picasso oder die für ihre Wandbilder bekannten Mexikaner Diego Rivera und David Alfaro Siqueiros.

Zusammen genommen birgt das Skissernas Museum rund 30.000 Objekte von rund 1.000 Künstler aus 30 Ländern. Wobei die Sammlung auch weiterhin beständig wächst. Daneben archiviert das Museum schon seit seiner Gründung Korrespondenzen von Künstlern und bewahrt Beschreibungen und Fotografien, die das Werden eines Kunstwerks dokumentieren sowie rund 150.000 Artikel über öffentliche Kunst aus inländischen wie internationalen Zeitungen und Zeitschriften seit den 1930er Jahren.

Beständige bauliche Erweiterung

Mit dem stetigen Wachsen der Sammlung und der Archive einher geht die bauliche Erweiterung des Museums. So wuchs das Skissernas Museum zu einem Verbund verschiedener Gebäude aus unterschiedlichen Zeiten, wobei der älteste Teil von 1882 stammt. Dagegen wurde erst zu Beginn dieses Jahres ein moderner Anbau mit großzügigem Eingangsbereich eingeweiht.

 

 

https://www.skissernasmuseum.se/

Autor(in): Mathias Grohmann – mathias_grohmann@web.de

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Wanås – Vom Mittelalter zu zeitgenössischer Kunst

Schloss Wanås

Schloss Wanås. (Foto: Pelle Sten [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], from Wikimedia Commons)

Strahlend weiß spiegelt sich Schloss Wanås im See, dessen Wasser einmal den Burggraben speiste. Wanås liegt in einst hart umkämpftem Gebiet, wurde niedergebrannt und neu erbaut. Der See ist heute Teil eines weitläufigen Parkgeländes. Im See ein Haus, Schwedenrot, teils versunken, im Park eine gigantische Spinne oder eine Frau, hockend, herabgelassene Hose, ohne sich von etwaigen Spaziergängern stören zu lassen: Der Schauplatz blutiger Handlungen ist ein Ort der Kunst geworden.

Wanås liegt rund 25 Kilometer von Kristianstad entfernt im nordöstlichen Skåne, einer in früheren Zeiten kriegsgeplagten Ecke. So entstand das Schloss Wanås (schwedisch: Vanås slott) auf dem, was schwedische Truppen im Dreikronenkrieg von der ursprünglichen Wasserburg aus dem 15. Jahrhundert übrig ließ. Im Schonischen Krieg erneut in Mitleidenschaft gezogen, wurde das Anwesen auf Betreiben der Baroness Lena Sofie von Putbus wieder hergerichtet. Im östlichen Giebel des Hauptgebäudes finden sich seitdem ihre Initialen wieder.

Während des 18. Jahrhunderts bis ins 19. Jahrhundert hinein folgten Umbauten und Erweiterungen, die dem Anwesen seine heutige Erscheinung verliehen. In diese Zeit fällt auch die Anlage des Schlossparks im Stil englischer Parks. Alleen wurden erschaffen, die Orangerie gebaut.

Skulpturenpark Wanås feiert 30-jähriges Jubiläum

1987 wurden rund 30 Künstler und Künstlerinnen auf Initiative Marika Wachtmeisters, deren Familie das Anwesen seit 1801 besitzt, eingeladen. Es war die Geburtsstunde des Skulpturenparks Wanås. Wobei Kunst bereits seit dem 18. Jahrhundert auf dem Schloss gesammelt wird. Darunter Werke von Rembrandt und Rubens.

Der Skulpturenpark wird von einer Stiftung geleitet. In drei Jahrzehnten stellten über 250 nationale und internationale KünstlerInnen ihre Werke in beziehungsweise speziell für Wanås aus. Die permanente Skulpturensammlung wuchs auf 70 Ausstellungsstücke. Darunter die schon erwähnte gigantische Spinne von Louise Bourgeois oder die 1996 installierten Wunschbäume von Yoko Ono.

Neben dem Skulpturenpark bieten die Nebengebäude des Schlosses Raum für eine Kunstgalerie und temporäre Ausstellungen sowie für Workshops und Bildung.

Im Jubiläumsjahr stehen die Anfänge und die Entwicklung der Kunstausstellung unter freiem Himmel im Zentrum der Betrachtung.

Kunst und Ökologie

Seit vergangenem Jahr besteht auch die Möglichkeit, in einem Hotel auf dem Schlossgelände zu nächtigen. Das Angebot im Restaurant ist von den umgebenden Wäldern und vom Bio-Bauernhof, der zu der Anlage gehört, geprägt.

Es ist die Verbindung von Geschichte, zeitgenössischer Kunst, Natur und dem Ansatz von Nachhaltigkeit und Umweltschutz, die Wanås besonders, vielleicht einzigartig macht.

Weitere Informationen bietet die Homepage (auf Schwedisch und Englisch) und dass sich nicht nur Kunstkenner in Wanås wohlfühlen können, zeigt dieser Beitrag:

http://kindamtellerrand.de/wanas-konst-skulpturen-im-schwedischen-wald-klettern-erlaubt/

 

Autor(in): Mathias Grohmann – mathias_grohmann@web.de

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Moderna Museet Malmö

Moderna Museet Malmö

Das Moderna Museet Malmö, 2010. Foto: Little Gun /https://commons.wikimedia.org/

Das Moderna Museet Malmö sei eine der schönsten Ausstellungsflächen Schwedens. Eine Aussage, die sicher nicht ganz uneigennützig getroffen wird. Auf jeden Fall gehört das Museum zu den bemerkenswertesten Kultureinrichtungen Malmös und zu den bedeutendsten Museen für moderne und zeitgenössische Kunst Europas.

Das Museum für moderne und zeitgenössische Kunst in Malmö wurde 2009 eröffnet. Es ist ein Ableger des staatlichen Moderna Museet in Stockholm, oder besser der zweite Standort neben Stockholm. Denn auch wenn Malmö vom Austausch mit dem „Muttermuseum“ und dessen Sammlung – die Namen wie Dalí, Kandinsky oder Picasso beinhaltet – profitiert, so gestaltet das Moderna Museet in Malmö sein Programm in eigener Verantwortung. (mehr …)

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Das Skandia-Theater in Stockholm

Skandia-Theater in Stockholm

Das Skandia-Theater in der Drottninggatan, einer von Stockholms bedeutendsten Fußgängerzonen. Foto: Holger.Ellgaard/ https://commons.wikimedia.org/ (CC BY-SA 3.0)

Von außen verrät das Skandia-Theater wenig. Auffällig vielleicht die geschwungenen Buchstaben des Schriftzuges, der im Herzen der schwedischen Hauptstadt zur belebten Drottninggatan hin leuchtet. Doch das Skandia-Theater ist eines der bekanntesten, wenn nicht gar das berühmteste Lichtspielhaus Stockholms.

Im Alltag hauptsächlich ein Wochenendkino, rückt das Skandia-Theater, schwedisch Skandia-Teatern oder einfach Skandia genannt, alljährlich im November stärker in den Blickpunkt. Wenn der rote Teppich zu Vorführungen und Veranstaltung anlässlich der Stockholmer Filmfestspiele ausgerollt wird. (mehr …)

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Picasso war nie in Kristinehamn

Picasso-Skulptur Kristinehamn

Picassos Werk „Jacqueline“ in Kristinehamn. Foto: Xauxa /https://commons.wikimedia.org/ (CC BY-SA 3.0)

Kristinehamn feiert seine berühmteste „Einwohnerin“: Nun schon 50 Jahre grüßt „Jacqueline“ wie ein Leuchtfeuer Schiffe und Boote im Välösund. Lockt Ausflügler und Touristen in den beschaulichen Ort am Nordufer des Vänern. Dabei verschlug mehr der Zufall die monumentale „Dame“ nach Kristinehamn. Und ein „Oui“ von Pablo Picasso. (mehr …)

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Kunst erleben im Bildmuseet Umeå

Umea Bildmuseet

2012 bezog das Bildmuseet Umeå den Neubau am Umeälven. Foto: Polly Yassin/ commons.wikimedia.org/ (CC BY-SA 3.0)

Das Bildmuseet Umeå ragt heraus – als Zentrum für zeitgenössische schwedische und internationale Kunst und visuelle Kultur. Zum einen. Im wahrsten Sinne des Wortes heraus ragt das Bildmuseet seit dem Umzug in sein neues Domizil: Ein siebengeschossiger Holz- und Glas-Turm am Umeälven.

1981 öffnete das Bildmuseet erstmals seine Türen. Eingerichtet wurde es von der Universität Umeå. Unter anderem mit der Intention staatliche Kunst, beispielsweise aus dem Besitz des Nationalmuseums oder des Moderna museets auch im Norden zu zeigen. 30 Jahre hatten zeitgenössische Kunst, Fotografie, Design und Architektur, Lesungen, Vorträge, Workshops, musikalische und künstlerische Darbietungen ihren Platz auf 1.200 Quadratmetern in einem Bau neben dem Västerbotten-Museum. (mehr …)

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Skulpturenpark „Umedalen Skulptur“ in Umeå

Tony Cragg, Early Forms

Seit 1999 im Skulpturenpark „Umedalen Skulptur“: „Early Forms“ aus Bronze von Tony Cragg. Foto: Samuel Mann /flickr.com (CC BY 2.0)

Der Skulpturenpark Umedalen ist eine der renommiertesten Kunstausstellungen Europas unter freiem Himmel. Werke schwedischer wie internationaler Künstler erregen Aufmerksamkeit und machten das öffentlich zugängliche Kunstprojekt am Rande von Umeå zu einem Besuchermagneten in der Region Västerbotten.

Werke von namhaften Künstlern und Künstlerinnen wie Tony Cragg, Miroslaw Balka, Louise Bourgeois oder Charlotte Gyllenhammar lock(t)en jährlich rund 20.000 Besucher in die Parklandschaft im Westen von Umeå. Für das Kulturhauptstadtjahr ist mit einem Besucherplus zu rechnen. Das Programm von Umeå 2014 sieht Veranstaltungen in und um Umedalens Skulpturpark vor.

20 Jahre Skulpturenpark Umedalen

Im Sommer 1994 fand die erste Ausstellung auf dem Gelände der früheren psychiatrischen Klinik aus den 1930er Jahren in Umedalen statt. Das Projekt „Umedalen Skulptur“ war ein Erfolg und begründete eine Reihe jährlicher Skulpturenausstellungen. Daraus wurde im Jahr 2000 eine Biennale im Zweijahresrhythmus.

In den vergangenen zwei Jahrzehnten präsentierten etwa 200 Kunstschaffende ihre Werke zwischen Kindergarten, Bibliothek und Apotheke, zwischen Kiefern und Birken. Die Dauerausstellung unter freiem Himmel wuchs auf 44 Exponate – und sammelte Preise.

Unter anderem wurde der Skulpturenpark als beste Kulturveranstaltung (2000), für das beste Kultursponsoring (2004), als bestes Beispiel von Kunst und Design im öffentlichen Umfeld (2006) und mit dem Tourismuspreis der Städtegemeinschaft Umeåregionen (2007) ausgezeichnet.

Privat finanziert für die Öffentlichkeit

1987 erwarb die Balticgruppen, eine ortsansässige Immobiliengesellschaft, das Gelände der psychiatrischen Klinik. Etwa 20 Gebäude und umgebende Parklandschaft. Es sollte ein modernes Wohn- und Geschäftsviertel entstehen – und Umedalen weg von der Assoziation einer „Nervenheilanstalt“ kommen.

In Zusammenarbeit mit der Galleri Andersson / Sandström wurde das Kunstprojekt „Umedalen Skulptur“ geboren. Die künstlerische Leitung lag und liegt bei der Gallerie. Den finanziellen Part „der Förderung von Kultur zur Erhöhung der Lebensqualität und zur Stärkung der lokalen Identität“ – damit auch den kontinuierlichen Erwerb neuer Skulpturen –  übernahm das Immobilienunternehmen.

Dazu gehört auch, dass der Skulpturenpark ganzjährig, rund um die Uhr und eintrittsfrei zugänglich ist.

Eine Übersicht und nähere Informationen zu den Kunstwerken im Skulpturenpark bietet die Homepage http://www.umedalenskulptur.se/.

Autor(in): Mathias Grohmann – mathias_grohmann@web.de

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Das Kulturhus in Stockholm

Der Sergels Torg mit dem Kulturhus

Der Sergels Torg mit dem Kulturhus

Das Kulturhaus in Stockholm ist nun wirklich nicht zu übersehen. Mit seiner auffälligen Glasfassade thront der zugegebenermaßen etwas klobige Bau über dem Sergelstorg mitten in Stockholm. Im Zuge der umfassenden städtebaulichen Neugestaltung des Stadtteils Norrmalm wurde das Kulturhus nach Plänen des Architekten Peter Celsing 1974 eingeweiht. Dieses Kulturzentrum sollte ein Gegengewicht zur fortschreitenden Kommerzialisierung der Innenstadt bilden. Ein Ort, wo Besucher, Kunst und Kultur nicht nur erleben, sondern auch aktiv mitgestalten können. Wie ein Schaufenster sollte Cellsings Glasfassade die innen stattfinden kulturellen Aktivitäten nach außen hin sichtbar machen.

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Das samische Handwerk

Das samische Handwerk, slöjd ist wie der Joik ein Identitätsfaktor und -träger der samischen Gesellschaft und wurde vor etwa hundert Jahren, ausgehend von den alltäglichen Bedürfnissen einer Familie geschaffen. Dabei spielen die Farben blau, grün, gelb und rot eine wichtige Rolle, die sich z.B. auf der samischen Flagge oder auf der traditionellen samischen Tracht widerspiegeln.
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Artipelag – „Art“ im „Archipelago“

Artipelag von der Südseite, vom Meer gesehen. Foto: Bengt Oberger /commons.wikimedia.org/ (CC BY-SA 3.0)

Artipelag von der Südseite, vom Meer gesehen. Foto: Bengt Oberger /commons.wikimedia.org/ (CC BY-SA 3.0)

 

„Art“ und „Archipelago“, die englischen Begriffe für Kunst und Schären verwachsen zu „Artipelag“. Genauso verwachsen sollen Kunst und Kultur, Design und Architektur mit der malerischen Landschaft des Schärengartens vor der schwedischen Hauptstadt: Im Juni öffnete das neue Kunstzentrum Artipelag seine Pforten. (mehr …)

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