„PewDiePie“ erspielt sich Kultstatus

Von wegen Hype. Ein junger Schwede beweist, dass manche Internet-Phänomene alles andere als kurzlebig sind. Fast unbeachtet von den klassischen Medien hat der Youtube-Kanal von Felix Kjellberg alias „PewDiePie“ die 100-Millionen-Marke übersprungen. Zum ersten Mal erreicht der Video-Channel einer Einzelperson diese gewaltige Zahl von Abonennten. Damit wird Pewdiepie zum erfolgsreichsten Video-Macher aller Zeiten!

Der Superstar am Bildschirm stammt gebürtig aus Göteborg. 2010 begann Felix Kjellberg zu bloggen und Netz-Videos zu erstellen. Mit dem beliebten „Lets play“-Programm zeichnete er sich selber auf, wie er verschiedene PC-games durchspielte und bewertete. Den Erfolg hat Kjellberg aber nicht den Spielen, sondern seinem eigenem Witz zu verdanken. Zuschauer aus aller Welt lieben „Pewdiepies“ Art, Spiele zu kommentieren und zu besprechen. Erst recht seine Reaktionen auf unbekannte Spiel-Inhalte lockten die Fans: Legendär sind etwa die Schreckmomente, wenn Kjellberg das Horror-Spiel „Amnesia“ spielt. Seit neuestem spielt Kjellberg das populäre „Minecraft“ vor Millionen Zuschauern.

Aus der Freizeitbeschäftigung, Spiele vor Publikum zu spielen, wurde schnell mehr: Der Internet-Hype um Pewdiepie war ab 2012 in vollem Gang. Er gewann diverse Titel der Internet- und Spielebranche, etwa „Gaming King of the Web“ oder den „Swedish Social Star Award.“ 2016 wurde er in die Time-Magazin-Liste der 100 einflussreichsten Persönlichkeiten aufgenommen.

Der Einfluss von Pewdiepie auf die jüngere Generation lässt sich nicht leugnen. Klar, dass sein „Produkt“ daher auch Kritik hervorruft. So sind in Pewdiepies rund 4000 Videos auch manche faule Eier versteckt, für die sich der Superstar öffentlich entschuldigen musste. U.a warf man ihm vor, sich antisemitischer Witze zu bedienen. Ungeachtet dessen verdiente „Pewdipie“ mit Werbeeinnahmen bereits geschätzt rund 7,5 Mio. US-Dollar. Ein falsches Signal, sagen Kritiker, schließlich hat Felix seine Ausbildung an der TU Chalmers in Göteborg abgebrochen, um sich voll und ganz der Video-Produktion zu widmen.

Der „Beruf Youtuber“ versorgt tatsächlich nur ganz wenige. Trotzdem: Dass ein einzelner „Gamer“ denselben Kultstatus erreicht wie Fußballer oder Pop-Stars, zeigt den Wandel in der Medienlandschaft und freut all jene, die für ihr Spielinteresse als „Stubenhocker“ bezeichnet werden.

=> Youtube-Kanal „Pewdipie“

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