Öckerö: Insel-Paradies in Göteborgs Schärengarten

Öckerö

Insel-Paradies im Schärengarten von Göteborg. Die Öckerö-Inseln. Foto: Öckerö kommun.

Öckerö, das ist für viele „nur“ ein weiterer Vorort von Göteborg. Für andere ist es ein besonderes Insel-Paradies mit ganz eigenem Charme und Charakter. Die vorgelagerte Inselkommune ist neben Gotland die einzige schwedische Gemeinde ohne Straßenverbindung zum Festland. Trotzdem wohnen hier rund 13.000 Menschen. Und die pflegen ihre Traditionen als „Inselvolk“ im Kattegatt.

Die „Eichen-Inseln“ – Öckeröarna – waren schon zu Vikingerzeiten und im Mittelalter ein wichtiger Anlaufpunkt. Hier fand man einen sicheren Hafen in der rauhen See und einen neutralen Platz für politische Interessen der damaligen Großmächte. Der große Birger Jarl arrangierte Friedensgespräche zwischen den verfeindeten Ländern Norwegen und Dänemark auf Öckerö. Vielleicht ein Vorläufer der erfolgreichen schwedischen Diplomatie? Freilich waren die Öckerö-Inseln im Laufe der Geschichte selbst mal norwegisch, mal dänisch und erst ab 1658 schwedisch wie das übrige Bohuslän.

Fotö Hafen

Kleiner Hafen mit großen Schiffen auf Fotö. Foto: Sandra Osberg.

Die Öckeröarna bestehen aus den Inseln Öckerö, Hönö, Fotö und Hälsö, die jeweils durch Brücken miteinander verbunden sind. Hin kommt man mit der kostenlosen Autofähre vom Anleger Varholmen auf dem Festland. Fähren bringen Reisende auch auf die übrigen Inseln Björkö, Burö, Källö-Knippla, Hyppeln und Rörö, Kalvsund und Grötö. Die Abgeschiedenheit einiger Inseln wird deutlich, je länger die Wege mit Fähre und Auto werden: So leben nur etwa 300 Einwohner dauerhaft auf Rörö im äußersten Nordwesten des Archipels.

Das war freilich nicht immer so: Schließlich hat die Fischerei die Öckerö-Inseln in vielen Jahrhunderten geprägt, und die Heringsschwärme haben hier zeitweise einen regelrechten „Goldrausch“ ausgelöst. Heute, wo die Arbeit zumeist auf dem Festland liegt, ist Öckerö vor allem exklusiver Wohnort mit feinen Schärgarten-Häusern; aber auch ein beliebtes Ausflugsziel für Natur- und Badefreunde.

Fiskemuseet

Das „Fiskemuseet“ in Hönö Klova ist einen Besuch wert. Foto: Vastsverige.com

Für alle, die die Inseln einmal genauer erkunden wollen, empfehlen wir Schusters Rappen: Im Sommer gibt der Wanderweg „Skärgårdsleden“ einen faszinierenden Blick auf das Beste, was die Öckeröarna zu bieten haben. Auf gut 20 Kilometern geht man über Klippen und weite Heideflächen, durch die Dörfer und an tollen Badestellen vorbei, zu maritimen Sehenswürdigkeiten und dem ständigen Meerespanorama. Auf der offiziellen Seite der Gemeinde gibt es eine => Karte, die den Verlauf des Wanderwegs zeigt.

Wer lieber gemütlich unterwegs ist, kann auf Öckerö das => Heimatmuseum neben der mittelalterlichen Kirche besuchen. Oder auf Hönö im Fischereihafen etwas shoppen, gut essen (natürlich Fisch!) und im => Museum alles über Fischer, Schmuggler und Schlachtschiffe erfahren. Im Sommer 2018 wird übrigens eine => Direktverbindung von Göteborg Stenpiren nach Hönö Klova angeboten. Da die Insel-Gemeinde nicht weit von der Seemarke und dem Leuchtturm Vinga fyr entfernt liegt, gehen regelmäßig Ausflugsboote von Hönö Klova dorthin.


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